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Wat er na tien uur dertig gebeurde ...

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von Doris Dopfer, Elisabeth Haid, Andreas Kuen, Anna Lafite, Susi Matt

betreuer: Frank Ludin


Der unserem Projekt zu Grunde liegende Wettbewerb forderte die Auseinandersetzung mit der Problematik brachliegender Hafengebiete, mit einer Zwischennutzung dieser, bis sie wieder neu in das urbane Gefüge zurückgeführt werden können. Konkret handelt es sich dabei um eine aufgelassene Werft im Hafen Rotterdams, längerfristige Planungen sehen die Umwandlung dieses Gebiets in eine Wohnsiedlung vor. Ziel des Wettbewerbs war es, eine Nutzung zu finden, über die positive Assoziationen mit dem Ort hergestellt werden können und so eine positive Entwicklung des Gebietes zu initiieren. Die Größe des RDM-Geländes - so der Name der Werft - , die physische Distanz zur Stadt Rotterdam und die Geschichte, die diesen Ort umgibt, stellten dabei eine besondere Herausforderung dar.


Inhaltsverzeichnis

Analyse

„Gekennzeichnet durch die große Unterschiedlichkeit der verschiedenen Phasen der Industrialisierung, ist das RDM-Gelände von großem architektonischen, kulturellem und baugeschichtlichem Wert.[...] Das Gelände wirkt wie eine archäologische Ausgrabungsstätte. Gewisse Teile der Geschichte sind noch ablesbar, andere Teile sind für immer verschwunden..." ... aus: Crimson 2005, RDM. Cultuurhistorische verkenning van de RDM, Rotterdam.

Die städtebauliche Situation, die riesigen Hallen, im Kontrast zu diesen das im Anschluss an das RDM-Gelände gelegene Gartenstädtchen Heijplaat, die zahllosen Artefakte, Erinnerungsstücke an die Glanzzeit dieses Gebietes, das Hafenbecken und die für uns unglaublichen Dimensionen bildeten die Hauptpunkte unserer Analyse. Der kontinuierliche Wandel, der dieses Gelände erfuhr, erfährt und weiter erfahren wird, war für unsere Auseinandersetzung damit grundlegend. Aufgrund dieser Punkte war es für uns klar, die Aufmerksamkeit in unseren architektonischen Eingriffen vor allem auf das Hafenbecken zu beziehen.


Entwurf

Die Grundlage der architektonischen Herangehensweise bildeten für uns die während unseres Rotterdamaufenthalts gesammelten Eindrücke, die Erkenntnisse aus unserer Analysearbeit und die in Form von fünf verschiedenen Charakteren definierten programmatischen, formalen und in weiterer Folge auch konstruktiven Leitlinien.





Unser Bild von Rotterdam besteht aus Gelesenem und unseren Eindrücken, die wir während unseres kleinen Ausflugs gesammelt haben. Die bedeutendsten Punkte für unseren Aufenthalt in Rotterdam und unser zurückgelegter Weg mit dem Rad werden zu einer weiteren Grundlage unserer Überlegungen. Daraus ergibt sich für uns das Prinzip von Verweilpunkten, von langsamen Verbindungen, doch auch von unbedingt notwendigen Shortcuts. Metaphorisch gesagt legen wir also unser Bild von Rotterdam als gliederndes Element unseres Entwurfs auf die Site. Aus dem Wechselspiel aller dieser Faktoren setzt sich unser Entwurf zusammen.





Das Hafenbecken, auf das wir uns vor allem beziehen, bleibt trotz allem immer noch präsent, gewinnt sogar an Präsenz. Doch auch der Balanceakt zwischen Becken und Umgebung, zwischen aufgegebener Werft und Heijplaat, zwischen Hafen und Stadt ist für uns bedeutend.

Die Geschichte des Ortes soll zu einem gewissen Grad spürbar bleiben bzw. wieder stärker ans Tageslicht gebracht werden. Unser Entwurf nimmt die bestehende Atmosphäre auf, wird jedoch selbst in nicht allzu ferner Zukunft wieder umgenutzt werden und so zu einem Teil dieser Geschichte werden.









Konstruktion

Der spannendste Moment dabei ist der Umgang mit dem Element Wasser, den veränderlichen Wasserständen durch Ebbe und Flut und der Balanceakt zwischen der bestehenden Substanz und den von uns gestalteten Eingriffen.

Um diesen dynamischen Vorgängen gerecht zu werden, sind einige Elemente des Entwurfs, welche sich mit dem Spiel von Ebbe und Flut auseinandersetzen und folglich darauf reagieren, als schwimmende Inseln konstruiert. Die für diese Aufgabe entwickelten Pontons unterscheiden sich in fixe und bewegliche Schwimmelemente. Für großflächige Schwimmkonstruktionen erschien uns der Einsatz von betonummantelten Styroporblöcken am sinnvollsten. Diese besitzen eine hohe Auftriebskraft, wobei die einzelnen Pontonelemente durch Spannanker zusammengehalten werden können und somit einen großen, homogenen Schwimmkörper ausbilden können. Bewegliche Pontons werden aus Stahlplatten zusammengeschweißt und können so jede benötigte Form annehmen, wobei die, durch die Schweißnähte nicht zu 100 Prozent gewährleistete Dichte gegen eindringendes Wasser durch den Einsatz einer Lenzpumpe ausgeglichen wird. Diese Pontonelemente werden vertikal in einem Stahlrost geführt und können sich so durch ihre Beweglichkeit an gewisse formale oder funktionale Vorgaben anpassen. Pumpt die Lenzpumpe das Wasser aus den Pontons heraus, steigen diese durch den größer werdenden Luftanteil in die Höhe. Wird hingegen Wasser dazu gepumpt, bekommt das Ponton immer weniger Auftriebskraft und sinkt nach unten. Mit dieser Möglichkeit der vertikalen Positionsveränderung, können die damit ausgebildeten schwimmenden Inseln ihre Gestalt in Bezug auf Form und Funktion ständig ändern und werden so zu einem multifunktionalen Element des Entwurfs.

Eine weitere Herausforderung stellt die Dimension des Projektes dar. Um mit den großen Spannweiten und der Höhenentwicklung des Entwurfs zurechtzukommen, bedient sich unser Projekt an der bestehenden Infrastruktur und nutzt am Gelände befindliche Kräne als Abhängpunkte. Somit wird das bestehende Gefüge in die Art und Weise der Konstruktion eingebunden und kann temporär oder längerfristig Teil des Erscheinungsbildes werden.

Die Hauptkonstruktionen sind zwecks Tragfähigkeit und Nutzung aus Stahl konstruiert und werden als Raumfachwerk oder Trägerrost ausgebildet. Dabei werden alle Elemente miteinander vor Ort verschraubt, um dem Anspruch an Flexibilität nachzukommen. Teilweise spielt auch der Aufbau selbst ein große Rolle in Bezug auf die Typologie und das Erscheinungsbild des Entwurfs. So steht nicht immer die Erschaffung eines Endprodukts im Vordergrund, sondern auch die Inszenierung von "Work in Progress", was durch den Einsatz von Fachwerken mit optimierten Systemknoten ermöglicht wird und dadurch beliebig und einfach verändert werden kann.

Weiters war beim Einsatz von Stahl als Hauptmaterial zu beachten, dass durch das Salzwasser und den hohen Salzgehalt in der Luft, die Korrosionsgefahr erheblich ansteigt. Somit muss jede Konstruktion durch die entsprechende Behandlung wie z.B. durch Feuerverzinkung vor den vorherrschenden Bedingungen geschützt werden. Dies gilt auch für die Wahl der Holzbeplankung, welche aus einem besonders robusten und witterungsbeständigem Hartholz wie z. B. Ronbinie bestehen sollte. In Bereichen, wo die programmatische Vergänglichkeit Teil des Entwurfs ist, kann durch eine dementsprechende Vernachlässigung des Korrosionsschutzes, der Verfall des Materials verdeutlicht werden.



Datei:Pläne.detail.jpg

Schlagwörter

Revitalisierung, Bauen im Wasser, Pontons

Weblinks

http://www.unorthodocks.nl/


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Attribute

Dopfer Doris, Haid Elisabeth,Kuen Andreas, Lafite Anna, Matt Susi | Ludin Frank | HB2 | Wat er na tien uur dertig gebeurde ... | 07SS

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BetreuerLudin Frank  +
LVHB2  +
Semester07SS  +
TitelWat er na tien uur dertig gebeurde ...  +
VerfasserDopfer Doris  +, Haid Elisabeth  +, Kuen Andreas  +, Lafite Anna  + und Matt Susi  +
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