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Vibrazione Viola

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von Roman Agreiter, Andreas Perkmann Berger

betreuer: Frank Ludin

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Inhaltsverzeichnis

Projekt

Umbau eines Innsbrucker Altstadtgebäudes. Genauer Standort: Eck Herzog-Friedrich-Straße/Riesengasse (neben Stadtturm)

Intuition

Ich weiß nicht, ob ich dich heile oder vergewaltige. Nur eins. Stillsitzen kann ich nicht. Meine Hände wollen anfassen, mein Körper zuckt nach Leben. Durch deine Gassen schleiche ich bei Nacht und suche nach einer Nische in der ich sitzen bleibe, zwänge mich zwischen deinen Mauern durch zu Hinterhöfen. Grab mir einen Kanal in die Höhe. Ich suche nach einem Ort wo ich sein kann. Zerbreche dich, wenn es sein muss. Tu dir weh. Zwänge mich in dich. Manchmal sind mir die Gassen zu wenig. Dächer unerreichbar. Lass mich Nischen der Leere in deinen alten, kaum atmenden Steinkörper reißen, schneiden. Dich zum vibrieren bringen. Violette Vibrationen. Wie die Nacht. Wie wenn’s kalt ist und doch irgendwie schön. Leer und vage ist mein Dasein. Wann werde ich fertig sein? Ich glaube nie. So wie du bin ich. Unfertig wie du. Aber das habe ich gerne. Ja wirklich. Leih mir einen Brocken Raum. Ich will ihn bespielen.

Hintergrund

Häuser versammeln sich in der Altstadt um jenes vielfältige „zwischen“ das räumlich, als auch massstäblich klar umrissen wird. Gebäude sind Momente/Teil eines Ganzen, der Stadt. Stadt ist der Zusammenhang von räumlichen Fragmenten, Orte der Identifikation und Orientierung. Stadt ist lebendig, weil sie wächst und sich ständig verformt; analog zu Zeit und als Prozess unaufhaltbar.

Gleich kommt der Refrain: den liebe ich besonders, und die abrupte Art, mit der er sich vorwärts wirft, wie eine Klippe gegen das Meer. Im Augenblick wird Jazz gespielt; keine Melodie, nur Noten, eine Myriade von kleinen Stößen. Sie kennen keine Ruhe, eine unbeugsame Ordnung lässt sie entstehen und zerstört sie, ohne ihnen je Muße zu lassen, sich zu besinnen, für sich zu existieren. Sie rennen, sie drängen sich, sie treffen mich im Vorbeieilen mit einem kurzen Schlag und vergehen. Ich würde sie gern aufhalten, aber ich weiß: wenn es mir gelänge, einen von ihnen zu stoppen, bliebe zwischen meinen Fingern nichts weiter als ein ordinärer und schmachtender Ton. Ich muss ihren Tod akzeptieren; ich muss ihn sogar wollen, diesen Tod: ich kenne wenige Eindrücke, die herber und stärker wären.
(Jean Paul-Sartre, "Der Ekel"/Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 48., Neuausg. 1982)

Geschaffene Orte sind die Konzentrierung und Einfriedung (Innen), versammeln von Bekanntem, Öffnungen stellen Beziehung zum Außen her.[..] Der architektonische Raum ist handlungsbezogen. Er ist dazu gemacht, Menschen aufeinander und auf die Welt der Dinge zu beziehen, insofern ist er szenisch.[..] Das Haus ist ein Cluster von Orten.[..] Die Bewegung meines Leibes hat Einfluss auf das Nacheinander der Teile des „patch work“, das in mir entsteht. Räume sind Schauplätze vergangener und zukünftiger Handlungen. Es existiert das Konglomerat meiner eigenen Spuren im Raum, als diskontinuierliches Netz von Orten, ich werde an Sequenzen aus meinem Leben erinnert. Während Orte „geronnene Zustände“ zeigen, führen die Wege virtuelle Abläufe vor. Die Erfahrung, dass Räume in der Architektur nur unter dem Aspekt der Handlung, nur von tatsächlichen oder möglichen Bewegungen her zu begreifen sind, führt dazu, dass man sie mit choreografischem Verständnis interpretiert, darstellt und plant.
(Wolfgang Meisenheimer, "Das Denken des Leibes und der architektonische Raum"/Verlag der Buchhandlung König; Auflage: 1, August 2004)

Räumliche Struktur, komponiert, wird zu immateriellem Klangstück.[..] Und in der Tat materialisieren nicht äußere Formen den Inhalt eines malerischen Werkes, sondern die in diesen Formen lebenden Kräfte = Spannungen.[..] Diese Mittel erzeugt in den Fällen einer scharfen Trockenheit der Hauptelemente in einer Komposition unter diesen Elementen eine gewisse Vibration, bringt eine bestimmte Lockerung in die steife Atmosphäre des Ganzen und kann, in einem übertriebenen Maße angewendet, fast zu abstoßenden Feinschmeckereinen führen. Jedenfalls ist man hier noch ganz auf das Gefühlsmäßige angewiesen.[..] Die erste Art stellt eine Wiederholung vor, die in erster Linie die quantitative Verstärkung zum Zwecke hat, wie es z.B. in der Musik gemacht wird, wo der Klang einer Geige durch viele Geigen verstärkt wird.[..] In der zweiten Art tritt zu der quantitativen Verstärkung ein Beiklang des Qualitativen, was in der Musik ungefähr als eine Wiederholung derselben Takte nach einer längeren Unterbrechung vorkommt, oder bei Wiederholungen im „piano“, was den Satz qualitativ modifiziert.
(Wassily Kandinsky, "Punkt und Linie zu Fläche. Beitrag zur Analyse der malerischen Elemente"/Benteli; Auflage: 8. A., Januar 2002)

Collage



Räumliche Darstellung



Grundrisse


Ansichten




Schnitte




Modellfoto



Weblinks

http://www.livingintheroof.at/pages/Siegerprojekte.html


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Attribute

Agreiter Roman, Berger Andreas Perkmann | Ludin Frank | HB2 | Vibrazione Viola | Living in the roof 2007 | 07SS | 1st prize - student award 'living in the roof' 2007

Fakten zu Vibrazione ViolaRDF-Feed
Auszeichnung1st prize - student award 'living in the roof' 2007  +
BetreuerLudin Frank  +
LVHB2  +
Semester07SS  +
ThemaLiving in the roof 2007  +
TitelVibrazione Viola  +
VerfasserAgreiter Roman  + und Berger Andreas Perkmann  +
Persönliche Werkzeuge