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Urban memory

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LV-Nr: 848104 ws 2009|10 + ss 2010

Lehrveranstaltungsleitung: Ursula Ender | Daniel Luckeneder



“Gebaute Gedächtnisspeicher in sozialem Kontext“


[…] Zerdehnen der Kommunikationssituation erfordert Möglichkeiten externer Zwischenspeicherung. Das Kommunikationssystem muss einen Außenbereich entwickeln, in den Mitteilungen und Informationen – kultureller Sinn – ausgelagert werden können, sowie Formen der Auslagerung (Kodierung), Speicherung und Wiedereinschaltung. […]

[…] Gedächtnis wächst dem Menschen erst im Prozess seiner Sozialisation zu. Es ist zwar immer nur der Einzelne, der Gedächtnis „hat“, aber dieses Gedächtnis ist kollektiv geprägt. Zwar „haben“ Kollektive kein Gedächtnis, aber sie bestimmen das Gedächtnis ihrer Glieder. Erinnerungen auch persönlichster Art entstehen nur durch Kommunikation und Interaktion im Rahmen sozialer Gruppen. Das Gedächtnis lebt und erhält sich in der Kommunikation; bricht diese ab, bzw. verschwinden oder ändern sich die Bezugsrahmen der kommunizierten Wirklichkeit, ist Vergessen die Folge. Man erinnert nur, was man kommuniziert und was man in den Bezugsrahmen des Kollektivgedächtnisses lokalisieren kann. Jede Erinnerung ist Prozess – sie überarbeiten sich, ändern ihre Konsistenz, ihr Format und die Bezüge. So manche Erinnerung ändert sich im Laufe der Zeit mit sich verändernden Lebensumständen und Bezugsrahmen. Das heißt, Erinnerungen sind flüchtig und labil, können verloren gehen und verblassen. Erinnerung ist somit Reproduktion und Produktion in einem. […]

[…] Gedächtnis wächst dem Menschen erst im Prozess seiner Sozialisation zu. Es ist zwar immer nur der Einzelne, der Gedächtnis „hat“, aber dieses Gedächtnis ist kollektiv geprägt. Zwar „haben“ Kollektive kein Gedächtnis, aber sie bestimmen das Gedächtnis ihrer Glieder. Erinnerungen auch persönlichster Art entstehen nur durch Kommunikation und Interaktion im Rahmen sozialer Gruppen. […] Es gibt keine Erinnerung ohne Wahrnehmung! […] Das Gedächtnis lebt und erhält sich in der Kommunikation; bricht diese ab, bzw. verschwinden oder ändern sich die Bezugsrahmen der kommunizierten Wirklichkeit, ist Vergessen die Folge. Man erinnert nur, was man kommuniziert und was man in den Bezugsrahmen des Kollektivgedächtnisses lokalisieren kann.


Phase I

Auseinandersetzung mit Gedächtnisspeichern und deren Trägermedium.

Welche Gefächtnisformen existieren?

Wie werden diese gelebt bzw. bewahrt?

Positionierung zu aktiven, gelebten Gedächtnisträgern und passiven, ruhenden Speichern.

Wie wird mit Erinnerung im sozialen Umfeld und gelebten Alltag umgegangen?



Phase II

[…] Die Tendenz zur Lokalisierung gilt für jegliche Art von Gemeinschaften. Jede Gruppe, die sich als solche konsolidieren will, ist bestrebt, sich Orte zu schaffen und zu sichern, die nicht nur Schauplätze ihrer Interaktionsformen abgeben, sondern Symbole ihrer Identität und Anhaltspunkte ihrer Erinnerung. Das Gedächtnis braucht Orte und tendiert zur Verräumlichung. Kann man diese aktiven Gedächtnisprozesse einem Ort einverleiben, so wäre dieser als Raum zu verstehen, an dem alles zugleich vorhanden, nichts jedoch unmittelbar und sofort verfügbar ist. Ein Kontinuum der ständigen Perspektivenwechsel, der Lücken und Vernetzungen. […]

Wo liegt dieser Ort?

Wie artikuliert sich dieser Ort bzw. was macht ihn zum Bauplatz?

Welche Identitäten kehren sich aus dem Ort heraus (architektonisch, individuell & kollektiv)?

Wie interagiert er mit seiner Umgebung?

Welche Funktionen und Programme entsthen aus diesem Ort?



Phase III

Der Bauplatz liegt vorzugsweise im Raum Innsbruck. Aus den vorhergegangenen Untersuchungen und Statements wird der bestehende Lageplan transformiert und im Kontext (mit Methoden und Techniken der Erinnerung und des Vergessens) neu dargestellt.

Erinnerungen sind lückenhaft, verzerren und verwischen, blenden aus und überhöhen, überlagern und verdichten, schreiben um, ersetzten, verdrängen ...

Wie bildet sich dies in der Umgebung bzw. im Lageplan ab?

Es sollen verschiedenste Techniken und Methoden wie Collage, Cut Up Technik, Retusche, Radierungen, Überlagerungen, Schichtungen ... verwendet werde.



Phase IV


Das Verhältnis von "Erinnern und Bewahren, Speichern und Auslesen" stellt eine räumlich-zeitliche Abfolge dar und wird im nächsten Schritt als räumlich-diagrammatisches (Raum-)Programm ausgearbeitet.

Wie stehen Mensch - Maschine - Gebäude zueinander?

Wie stehen Raum - Zeit - Dauer zueinander?

Wie stehen Sammeln - Bewahren - Auslesen zueinander?

Diese Fragestellungen sollen sowohl räumlich als auch zeitlich in Diagrammen und Funktionsprogrammen beantwortet werden.


Es soll ein Archiv [im weitesten Sinne], eine Bibliothek, eine Mediathek, ein Filmmuseum, ein Theater, ... ein gebauter Gedächtnisspeicher in sozialem Kontext entstehen.




Brainstorming

Gedächtnis – Archiv: Archive sind Einrichtung und Metapher gleichermaßen. Zum Ende des 20. Jahrhunderts haben sie besondere Bedeutung innerhalb kultureller Diskurse gewonnen. Zentrale gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und Fragestellungen treffen in ihnen aufeinander.

Erinnerung ist Chronik,

Erinnerung ist Bericht,

Erinnerung ist Erzählung,

Erinnerung ist Legende,

Erinnerung ist Perspektive,

Erinnerung ist Instrument,

Erinnerung will Zeugnis ablegen.


Gedächtnis – Kriminalistik:

Erinnerung ist Weglassen,

Erinnerung ist Lücke,

Erinnerung ist Behauptung,

Erinnerung will rekonstruieren,

Erinnerung will be- und entlasten,

Erinnerung verheimlicht und verschleiert.


Gedächtnis – Naturwissenschaft:

Erinnerung hinterlässt Spuren,

Erinnerung ist kurzzeitig oder langlebig,

Erinnerung hat keinen diskreten Ort,

Erinnerung will lokalisieren und ans Licht bringen.

Erinnerung ist Verdrängung, erzeugt Traumata und Person.

Erinnerung i(de)n(ti)fiziert.


Gedächtnis – Subjekt / Kollektiv:

Erinnerung braucht Narration,

Erinnerung braucht Bild,

Erinnerung braucht Raum und Zeit,

Erinnerung hat einen Träger,

Erinnerung hat blinde Flecken,

Erinnerung hat Genres und Schemata,

Erinnerung erfüllt Erwartungen,

Erinnerung ist subjektgebunden, kontextabhängig und plausibel.


Gedächtnis – Vergessen:

Erinnerung ist beauftragt und beauftragend,

Erinnerung ist mahnend,

Erinnerung ist andächtig,

Erinnerung ist öffentlich,

Erinnerung wird privatisiert,

Erinnerung interpretiert und manifestiert,

Erinnerung will dauern und gepflegt werden.

vgl. 'Erinnerung schrittweise'. www.hartware-projekte.de/programm/inhalt/bisher.htm (2004.10.21)



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