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U1

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von Irene Braito, Nadia Moroder


wientäglich benutzen hundert tausende von menschen die u-bahnlinien der großstadt. sie tauchen unter und dringen in das hektische netzwerk ein, um an einer anderen stelle wieder aufzutauchen. so auch an der station der u1 am karlsplatz, der tiefstliegenden der stadt. die menschen erreichen über mehrere lange rolltreppen den bahnsteig, in über 30 metern tiefe und hoffen auf ein baldiges ankommen des zuges. ihr einziges ziel ist, so schnell wie möglich von einem ort zum anderen zu gelangen. doch meist sind sie gezwungen zu warten. ihre gedanken liegen bereits am ziel ihrer kurzen reise – bei der arbeit, zu hause oder wo auch immer. der raum, die atmosphäre, andere menschen werden nicht wahrgenommen. sie sind nur nebenerscheinungen einer alltäglichen wiederkehrenden situation.

in diese kurzen augenblicke des wartens möchten wir eingreifen. eine installation soll bewirken, dass die sinne geschärft, der raum und die anderen menschen wahrgenommen werden. der wartende soll in den mittelpunkt gestellt und aus der alltäglichen situation gerissen werden.

ein sehr prägendes element aller, aber besonders diese u-bahnstation ist der wind, der das ankommen des zuges ankündigt. er wird ca. 30-40 sekunden vor der ankunft der bahn spürbar und steigert sich bis zu dem moment, an dem der zug am wartenden vorbeigefahren ist. da er zur täglichen routine gehört, wird auch er nicht mehr wahrgenommen. er begleitet still die situation des wartens. wir möchten den wind für unsere installation nutzen, da er nicht von der station lösbar ist und sehr stark die atmosphäre in diesem raum prägt.

mit hilfe von rauchversuchen an einem luftdichten 1:100 modell haben wir die genaue verteilung der windströme in der station ermittelt. daraus entstanden folgende windgrafiken.


wind bedeutet bewegung, die momentan fast ausschießlich spürbar ist. diese bewegung soll umgesetzt und durch eine lichtinstallation sichtbar gemacht werden. die stärke des windes soll sich in der bewegung des lichtes widerspiegeln, je stärker der wind desto schneller die lichtbewegung. die bewegung des lichtes wird durch reflexion eines gerichteten lichtstrahles an einem sich durch wind bewegenden spiegel erzeugt. das licht kann so auch an stellen gelangen, in denen kein wind spürbar ist. auf diese weise werden spannungen erzeugt und bezüge zwischen den verschiedenen teilen der station hergestellt. duch die neu entstehenden lichtsituationen können gewisse elemente und bereiche der u-bahnstation hervorgehoben werden.

licht erzeugt schatten –sich bewegendes licht erzeugt sich verändernde schattensituationen. die wartenden werden protagonisten einer zufälligen projektion und somit in die installation integriert. sie spielen so eine wesentliche rolle bei der gestaltung der station. die schatten erzählen eine geschichte und zeugen auf verzerrte weise was täglich an diesem ort passiert.

die lichtinstallation soll die u-bahn nicht zufällig verteilt bespielen. wir haben gezielt bereiche ausgewählt, die besonders interessant sind (zb besondere windsituationen, windstille teile der station, große menschenmengen oder fast unbetretene bereiche)

ablauf
u-bahn nähert sich der station - wind wird spürbar – spiegel beginnt sich zu bewegen – licht geht an – licht wird durch den spiegel bewegt – u-bahn kommt näher - bewegung des lichtes steigert sich – u-bahn unterbricht das lichtspiel

das licht soll nicht nur – vom wind angetrieben – schwingen, sondern auch gezielte bewegungen ausführen, da klar definierte schatten entstehen und bestimmte bereiche – auch wo gerade keine wind spürbar ist- bespielt werden sollen. außerdem soll die bewegung schon bei leichtem wind auftreten und sich wie dieser steigern. aus diesem grund gibt es außer der direkten übertragung der windkraft auf den spiegel auch eine indirekte über eine ‚maschine’ welche die energie des windes aufnimmt und an mehrere spiegel in der station weiterleitet. durch diese zwei antriebsmöglichkeiten des lichtreflektierenden spiegels gibt es zwei unterschiedliche bewegungen des lichtes. einerseits die gezielete, sich steigernde bewegung über die maschine, andererseits die schwingende unruhige über den direkten wind.

die information fließt wie auch der wind durch die station – gelangt im gegensatz zu diesem auch in bereiche, in denen es windstill ist.



die spiegel, die über die maschine bewegt werden, drehen sich um 20° um ein mittelgelenk in horizontaler und vertikaler richtung. sie bewegen somit das licht horizontal und vertikal über die wände der station. die lampen werden so positioniert, dass man sie nicht sieht. der davon ausgehende lichtstrahl, der auf den spiegel gerichtet ist, darf nicht in augenhöhe verlaufen, da sonst die wartenden sehr stark geblendet werden. um den blendeffekt des vom spiegel reflektierten lichtstrahles zu vermeiden. werden diese facettiert ausgeführt (gerichteter lichtstrahl wird in kleine strahlen aufgeteilt). falls die gegenüberliegende seite des tunnels bespielt werden soll, muss der lichststrahl aus gründen der blendung über zwei spiegel relektiert werden.

die spiegel, die direkt durch den wind bewegt werden, können sich über federn um maximal 10° neigen. die sich bewegenden strahlen treffen manchmal auf die fix installierte spiegel. das licht wird so blitzartig weiterreflektiert.

Konstruktionszeichnungen




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Attribute

Braito Irene, Moroder Nadia | Ludin Frank | HB2 | U1 | 05SS

Fakten zu U1RDF-Feed
BetreuerLudin Frank  +
LVHB2  +
Semester05SS  +
TitelU1  +
VerfasserBraito Irene  + und Moroder Nadia  +
Persönliche Werkzeuge