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Türen

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Inhaltsverzeichnis

Türen und Tore/ Allgemein

Türen und Tore sind Durchgangsöffnungen, die zur Nutzung von Räumen oder Gebäuden notwendig sind. Ihre Aufgabe reicht von der einfachen Sichtbegrenzung über Wärme und Schallschutz bis zum Brandschutz und Einbruchschutz.

Als Innentüren werden alle Türen bezeichnet, die nicht der Witterung Ausgesetz sind. Diese werden anders behandelt als Außentüren bzw. Eingangstüren. Eingangstüren müssen wesentlich mehr Schutz gegen eindringendem Wasser oder Zugluft bieten.

Als Türen werden Durchgänge für Personen, als Tore Durchgänge für Verkehrsmittel bezeichnet.


Türen und Tore unterscheiden sich nach:

  • Der Öffnungsrichtung
  • Der Bauart
  • Der Art des Sockels


Nach der Öffnung unterscheidet man:

  • Drehtüren, einflügelig, zweiflügelig
  • Schiebetüren, einflügelig, zweiflügelig
  • Falttüren, Faltschiebetüren, Harmonikatüren, Rundlauftüren
  • Kipptüren, zurückgeführt, nicht zurückgeführt


Die Öffnungsgröße der Türen ist auf die Maße des Menschen abgestimmt. Sie weisen eine Licht Durchgangshöhe (Stocklichte) von 200 cm auf, die Breite der Stocklichte ist für einflügelige Türen mit 60, 65, 70, 80, 85, 90, 100 cm genormt, für zweiflügelige Türen ist 140 und 160 cm üblich.

Die Bauvorschriften, die auf ein behindertengerechtes Bauen Rücksicht nehmen, schreiben für Wohnungseingangstüren mind. 85 cm, für alle anderen Türen 80 cm Stocklichte vor.


Die Darstellung von Türen in Bauzeichnungen ist in ÖNORM A 6240 festgelegt:

  • Im Maßstab 1:200 durch die Darstellung der Öffnung und der Türachse;
  • Im Maßstab 1:100 zusätzlich durch die Darstellung der um 90° geöffneten Tür mit Hilfe eines Viertelkreises;
  • Im Maßstab 1:50 zusätzlich die Art des Stockes bzw. der Türstaffel mit einfachen Linien.

Vorschriften, Fluchtwegsbestimmung, OIB Richtlinien

Für Türen innerhalb von Bestandseinheiten (Wohnungen, Büros etc.) bestehen nur Vorschriften, wenn in den Räumen feuergefährliche oder explosionsgefährliche Stoffe gelagert oder erzeugt werden. Zum Beispiel für Müllräume, Garagen, Heizräume, etc. sind brandhemmende Türen (T 30) vorgeschrieben. Türen die zu Räumen führen, in denen größere Menschenansammlungen stattfinden (mindestens 15 Personen, also Schulklassen, Versammlungsräume, Warenhäuser, Kinos, etc.), müssen in Fluchtrichtung aufgehende! Ebenso dürfen sie im geöffneten Zustand den Fluchtweg nicht einengen.

Für Türen gegen das Stiegenhaus ist ein erhöhter Schallschutz (33dB) und T 30 vorgeschrieben.

Für Räume, in denen eine hohe Rauchentwicklung möglich ist, ist auch ein rauchdichter Abschluss (R 30) vorgeschrieben. T-30- Türen müssen den Durchtritt von Feuer und Rauch verhindern!


Materialien

Für Türen kommen meist Materialien wie Holz, Metalle (meist Stahl und oder Aluminium) und Glas zur Anwendung.

  • Holz: Für Außentüren ist laut ÖNORM B 3012 Holz in 5 Resistenzklassen unterteilt:
  :*R.1  sehr resistent
  :*R.2  resistent
  :*R.3  mäßig resistent
  :*R.4  wenig resistent
  :*R.5  nicht resistent


Man verwendet für Außentüren z.B. Vollholz (Fichte, Kiefer, Lärche, Eiche…) oder Holzwerkstoffe (Sperrholz, Holzspanplatten, Hartfaserplatten und Furnieren…)

  • Metall: hier verwendet man:
  :* Stahl-  oder Aluminiumblech: beidseits auf einen Kern aus schubfesten Kunststoffschaum geklebt.
  :* Stahlblech: gefalzt, ein-, doppelwandig, mit oder ohne Dämmstoffeinlage
  :* Stahl oder Aluminiumrahmenprofile: mit Füllungen aus diversen Materialien, z.B. Glas



  • Glas: hier verwendet man Sicherheitsglas, in Verbindung mit oder ohne Holzrahmen.


Holztüren:

Latten und Brettertüren: werden für Keller- oder Dachbodenräume verwendet, und schlagen meist ohne Stock stumpf an die Wander der Türöffnung an. Die Stabilität des Türblattes wird durch Querbänder und Diagonalstreben verbessert.

Glatte Türen: bestehen aus einem Rahmen (60 mm breit), der Füllung und den Deckplatten. Hier gibt es verschiedene Füllungen der Holzrahmen z.B. Rahmen mit Holzleisten, mit Faserplattenrost, Papierwaben, Röhrenspanplatten…

Füllungstüren: Bestehen aus Rahmen (mindestens 12 cm breit), in verleimter, gedübelter oder verstemmter Verbindung mit einer oder mehren Füllungen z.B. dünne verleimte Holzplatten, Sperrholz- oder Furnierplatten etc. oder Glasfüllungen.


Türstöcke:

Türstöcke aus Holz dienen dem sauberen Anschlag des Türblattes. Je nach Dicke der Wand und gewünschten Aussehen werde:

  • Pfostenstöcke
  • Blind- oder Futterstöcke und
  • Zargen

verwendet.


Pfostenstock: Der Pfostenstock besteht aus 4 Pfosten von 45 mm Dicke und von der Dicke der Wand einschließlich Verputz, die zu einem Rahmen zusammengebaut sind.

Blind- oder Futterstock: Beim Einbau von Türen in dicke Wände kann man die gesamten Leibungen verkleiden.

Umfassungszargen aus Holz: Die geteilten Umfassungszargen werden nach Abschluss aller Bauarbeiten über die Mauerenden geschoben und unsichtbar befestigt. Sie stellen so weitere Entwicklung des Holzstockes dar, da sie, mit allen Beschlägen versehen, in der Werkstatt gefertigt und am Bau nur noch montiert werden können. Die Befestigung an der Mauer erfolgt durch ausschäumen mit einem stabilen Schaum. Die Zarge wird nach Fertigstellung des Fußbodens montiert und weist daher auch keine untere Verbindungsschiene auf.

Stahlzargen: Stahlzargen bieten größere Stabilität und Widerstandskraft gegen Beschädigungen als Holzstöcke. Sie werden direkt vom Maurer in der Wandöffnung versetzt. Für Metalltüren sind Stahl- (oder Aluminium-) Zargen unentbehrlich und bilden einen Teil der Türe, aber auch für Holztürblätter werden die Stahlzargen verwendet.


Montage: Bei Montage in fertige Wände ist die Rohbaulichte ca. 15 cm breiter als die Stocklichte auszusparen. Für Dünnwände werden die Zargen vor der Herstellung der Wände aufgestellt, eventuell ausgespreizt und die Steine bzw. Wandplatten in das Zargenprofil eingeschoben.

Metalltüren:

Die Vorteile der Metalltüren liegen in ihrer höheren Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchung, ihrem größeren Gewicht (Schallschutz) und ihrer Unerkennbarkeit. Ihre Konstruktion ähnelt sehr der von Holztüren.

Glatte Stahlblechtüren: Die Türblätter bestehen aus zwei Deckblechen, die in ihren Randzonen dauerhaft verbunden sind (meist gefalzt) und eine formstabile Dämmeinlage (Mineralwolle, Schaumstoff) aufweisen.

Einwandige Stahltüren: Sind Türblätter aus 1,5 mm dickem Blech das durch Umfalzen zu einem mindestens 120 mm breiten umlaufenden Rahmen stabil wird.


Brandschütztüren:

Brandschütztüren können aus Holz und Stahl hergestellt werden. Stahltüren sind mit Dämmstoffeinlagen doppelwandig ausgeführt. Die Türen sind selbstschließend (eine elektromagnetische Offenhaltung, die im Brandfall selbständig schließt). Die Türen dürfen eine Verglasung erhalten, wenn diese F 30 ist. Die Türdrücker können aus Stahl sein wenn sie einen Schmelzpunkt unter 1000 °C haben. Dichtungen dürfen nicht selbst weiterbrennen und keinen erheblichen Rauchaustritt im Brandfall zulassen. Zugelassen sind nur Türen, die von einer autorisierten Prüfanstalt geprüft wurden, den Prüfbedingungen laut ÖNORM (maximale Temperatur 1090 °C) standgehalten haben und im Türblattfalz in Schlosshöhe die Kennzeichnung „ÖNORM-geprüft“ aufweisen.


Türen aus Glas:

Sie bestehen aus Sicherheitsglas und können als Dreh-, Pendel- und Schiebetüren ausgebildet werden. Die Aufhängung erfolgt durch Nussbänder oder Zapfenbänder, die ebenso wie der Schlosskasten direkt durch das Glas geschraubt werden. Glasdicke ≥ 8mm. Die Türen werden entweder an Wände oder Stahlzargen angeschlossen bzw. an fest stehende Glasteile, die nötigen falls durch beidseits der Verglasung mit Glaszement angeklebte, quer stehende Stabilisierungsstreifen gegen Winddrück ausgesteift werden.


Balkon- und Terrassentüren:

Balkon- und Terrassentüren werden wie Fenster konstruiert, Ausnahme ist die Schwellenausbildung sowie Sonderkonstruktionen, wie z.B. Hebeschiebtüren.

Hebeschiebetüren: Ihre Vorteile sind das einfache Bedienen sowie hoher Lüftungskomfort. Die Öffnungsart ist vor allem für großflächige Türelemente geeignet.

Terrassentürbeschläge: Terrassen- und Balkontüren werden wie Fenster behandelt und ausgeführt (Dreh- bzw. Drehkippbeschlag).


Wohnungseingangstüren:

Wohnungseingangstüren müssen höheren Ansprüchen entsprechen z.B. Bauphysikalische Eigenschaften wie Wärmeschutz, Schallschutz, Brandschutz, Einbruchschutz und Klimaschutz.

Außentüren können von Außen direkt in Wohnräume führen oder ungeheizte oder nur temperierte Hausflure oder Vorräume erschließen. Hauseingänge sind möglichst eben, ohne Schwelle oder Stufen zu gestalten.

Abdichtung der Türfälze:

Die Abdichtung der Türfälze erfolgt am besten durch in Fälze eingesetzte PVC- oder Gummi Profile mit Lippen oder Luftkammern, die beim Schließen der Türe zusammengedrückt werden. Auch Moos- oder Schaumgummi können verwendet werden. Die Dichtungen müssen, um wirksam zu sein, umlaufend in einer Ebene liegen.


Brand- und Schallschutz

Seit 1.1.2004 gelten europäische Brandschutznormen, die die nationalen Bestimmungen ablösen. Diese sind in EN 13501 festgehalten. Die Einordnung der Bauteile erfolgt nach den Prüfnormen EN 1363/1-3. Statt der bisher vier werden nun zehn Klassifikationsperioden eingeführt: 15,20,30,45,60,90,120,180,240 und 360 Minuten.

Als Leistungskriterien werden statt dem bisherigen ,,F“ oder ,,W“ bzw. ,,T“ neue Buchstaben eingeführt.

R (resistance) für Tragfähigkeit

E (etancheite) für Raumabschluss

I (Isolation) für Wärmedämmung

Sowie die Zusatzqualifikationen:

M (mechanical) für Wiederstand gegen mechanische Beanspruchung

C (closing) für selbstschließende Ausführung

S (smog) für Rauchdichtheit


Beispiel: REI 90Der bauteil hält dem Normbrand im Hinblick auf Raumabschluss, Tragfähigkeit und Wärmedämmung 90 Minuten lang stand. E 30C Die Brandschutztüre mit Türschließer erfüllt das Kriterium ,,Raumabschluss,, 30 Minuten lang.


Brandhemmende Holztüren:

Brandhemmende Türen, T30 (EI 30), können auch als Holztüren ausgeführt werden. Besonders wenn brandhemmende Türen zwischen normalen Holztüren angeordnet werden, ist eine Ausführung in Holz optisch befriedigender, da sie sich von den normalen Türen nicht unterscheiden. Natürlich müssen auch T-30-Türen aus Holz selbstzufallend sein und einen amtlichen Prüfungsvermerk aufweisen (Zulassung).

Brandhemmende Holztüren weisen einen Kern aus Vollspanplatten oder Thermaxplatten auf, der beidseitig mit Beplankung aus Edelholz versehen sind. Ein allfähiger tragender Innenrahmen ist mit einer Feuerschutzschicht umgeben.


Schallschutz: Normal Holztürblätter weisen nach ÖNORM B 5330 eine Schalldämmung von mind. 20 dB auf. Diese Schalldämmung ist für gehobene Ansprüche zu gering.

ÖNORM B 8115 fordert:

1. Für Wohnungseingangstüren, die ohne Vorräume in Aufenthaltsräume führen, ein bewertetes Schalldämmmaß von 42 dB.

2. Für Eingangstüren, Türen zu Hotel und Krankenzimmer 33 dB

3. Für Türen von Stiegen und Klassenzimmern 28 dB


Für Räume, die von Geräuschen von außen möglichst wenig gestört werden sollen, bzw. in denen ein hoher Lärmpegel herrsch, der nicht nach außen dringen soll (z.B. Behandlungsräume, Besprechungszimmer…) sind Türen mit noch höherer Schalldämmung zu empfehlen, vor allem da die Gesamtschalldämmung der Wand, durch die geringe Schalldämmung der Tür, negativ beeinflusst werden kann.

Eine erhöhte Schalldämmung von Türen kann durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

• Erhöhung des Türblattgewichtes

• zweischalige Ausführung des Türblattes bei biegeweicher Oberfläche

• besondere Dichtung der Anschläge und der Türschwellenbereiche


Tore:

Persönliche Werkzeuge