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Suite in pneu

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von Aumayr Judith

betreuer: Ludin Frank



Inhaltsverzeichnis


ENTWICKLUNG

Am Beginn der Übung stand eine Analyse der Themen bewegliche Stadt bzw. bewegliche Architektur und eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Heimat. Ich wollte eine bewegliche Stadt konstruieren, um den Anforderungen des modernen Lebens hinsichtlich Flexibilität entgegenkommen zu können. Mir schwebte zuerst eine Stadt vor, die ihre Wohnungen immer wieder neu anordnen und mit anderen Städten austauschen kann. In der Folge entstand die Idee eines Kokons, eines „Heimatkoffers“, der es möglich machen sollte, Menschen, die oft umziehen (müssen), eine vertraute Umgebung an jedem Ort bereitzustellen. Interviews mit mehreren Austauschstudenten und einer Sportlerin führten jedoch zu der Erkenntnis, dass heute das meiste, was Menschen als Heimat wichtig ist (Kontakt zu Freunden, CDs, Bücher, Fotos,...), in einen Rucksack, bzw. auf eine Festplatte passt. Um trotzdem mit der Idee eines sich verändernden Raumes arbeiten zu können, beschloss ich, ein bewegliches Hotelzimmer zu entwerfen.


HOTEL PUERTA AMERICA

Madrid, 2005 Teil der Hotelkette Silken, Kosten: 75 Mio. Euro 360 Zimmer in 12 Stockwerken, 28 Zimmer und 2 Juniorsuiten pro Etage 12 verschiedene Architekten (Zaha Hadid, Norman Foster, David Chipperfield, Plasma Studio, Victorio + Lucchino, Marc Newson, Ron Arad, Kathryn Findland, Richard Glucksman, Arata Isozaki, Javier Mariscal + Fernando Sales, Jean Nouvel) haben jeweils unabhängig voneinander eine Etage gestaltet. Jean Nouvel war auch für die Fassadengestaltung zuständig. Kritik: kein Gast kann jedes Hotelzimmer sehen, vielleicht muss er sich immer denken: hätte ich mich in einem anderen Zimmer wohler gefühlt? Positiv: Gäste müssen immer wieder kommen, um das Hotel komplett kennen zu lernen. Auch Gäste, die Abwechslung lieben, werden trotzdem wieder ins selbe Hotel kommen. In diese bunte Mixtur würde auch mein Hotelzimmer gut passen.


KONZEPT

Ich entschied mich für Bewegung durch Luft. Eine pneumatische Konstruktion ermöglicht es, schnell und einfach Landschaften im Raum entstehen zu lassen. Ovale Luftkissen in der Länge von 8 bis 30cm bilden die Grundstruktur des Raumes. Sie sind in Membranen eingenäht und werden am Boden seriell, an der Wand parallel mit Magnetventilen gesteuert und so mit Luft aufgeblasen. Die Membranen bestehen aus einfachem Strickstoff, das kann im Winter wärmende Wolle, im Sommer kühlende Seide oder Baumwolle mit Elasthan sein. Diese Naturfasern sorgen mit ihrer Luftdurchlässigkeit für eine angenehme Atmosphäre und sind durch die Strickstruktur bis zu einem gewissen Grad dehnbar und können so die Bewegungen mitmachen. Viele Membranen übereinander bilden dann den Boden oder die Wand. Sie sind mit vorgespannten elastischen Schnüren auch untereinander verbunden. Im Sanitärbereich bestehen Kissen und Membrane aus PVC-Folie um Wasserdichtheit zu erreichen. Es gibt an jeder Oberfläche des Raumes Schichten, deren Kissen - um gewisse bauphysikalische Werte zu erreichen - dauerhaft mit anderen Materialien als Luft gefüllt sind, diese sind: Wolle zur Wärmedämmung, Öl zur Schalldämmung, Sand für Stabilität und Schalldämmung und Wasser zur Klimatisierung.

Die Gestaltung des Raumes erfolgt über einen Computer. Ein einfacher Touchscreen neben dem Eingang gibt dem Gast die Möglichkeit, die aufzublasenden oder auszulassenden Kissen direkt anzuwählen.


FORMFINDUNG WAND

In den Ansichten ist erkennbar, wie sich die Anordnung und Größe der Kissen nach den erforderlichen Funktionen richtet. An den Fenstern und beim Eingang sind die Membranen mittels Reiß- oder Klettverschluss zu öffnen und können - wenn die Luft ausgelassen wird - die Fenster freigeben. Aufbewahrungsmöglichkeiten ergeben sich durch zwischen die Membrane genähte Stofftaschen, die ebenfalls mit einem Klettverschluss geöffnet werden. Werden schwere Objekte verstaut, können genügend Kissen zur Unterstützung mit aufgeblasen werden (siehe Detail 2). Die Tische werden ebenfalls durch Aufblasen der Wandkissen und Durchtrennung der Membrane gebildet. Im Sanitärbereich befinden sich Waschbecken und WC hinter einem Wandschirm aus gefärbtem Plexiglas - bei Bedarf wird dieser nach hinten geschoben und das Bad kann benützt werden.


FORMFINDUNG BODEN

Die Formfindung am Boden fand ebenfalls über die erwünschten Funktionen statt: es sollte an mehrere Möglichkeiten geben, eine Schlaf- oder Sitz- Dusch- oder Arbeitsgelegenheit aufzublasen. Die Linien zeigen jeweils eine Reihe von Kissen die hintereinander geschaltet ist und auf einmal aufgeblasen werden kann. Funktionen überlagern sich und ergeben ein dichtes Variantennetz.



KONSTRUKTION

Das Zimmer ist in die vorgegebenen Grundrisse hineingebaut: Dies ist notwendig, weil sehr viele Leitungen verlegt werden und ein rascher Zugriff für Wartungen möglich sein muss. Im Sanitärbereich gibt es zwei Vorhänge, die von der Decke heruntergelassen werden können: einen äußeren zur Begrenzung des „Badezimmers“ und einen inneren als Duschvorhang. Auch hier verleihen Luftkissen Stabilität. Waschbecken und Toilette sind die einzigen Möbel, die aus Gründen der Hygiene und „Standfestigkeit“ nicht aufblasbar sind. Deshalb bleiben sie hinter einem doppelt gekrümmten Wandschirm verborgen, der bei Bedarf nach hinten geschoben wird - die Sanitärmöbel werden dann durch Öffnungen in der am Wandschirm befestigten Membran gepresst und kommen so zum Vorschein. Die Dusche oder Badewanne wird (ähnlich einem Planschbecken für Kleinkinder) aus mit Luft gefüllten Ringen gebildet. Die Größe ist je nach Wahl der aufzublasenden Segmente variabel.


DETAILS

FUSSBODENAUFBAU → 1. Betondecke - 2. Holzpfosten auf Gummilager + Beschüttung - 3. Holzlattung - 4. Gummimatte - 5. Membrane mit Füllung a) Wolle - Wärmedämmung -> in diesem Fall nicht nötig b) Öl - Schalldämmung c) Wasser - Heizung/Kühlung d) Sand - Festigkeit, Schalldämmung e) Luft - Formgebung [Bearbeiten]


WANDAUFBAU - AUSSEN → 1. Dämmung - 2. Betonwand - 3. Holzständerkonstruktion und Leitungen - 4. Gipskartonplatten 5. Membrane

WANDAUFBAU - INNEN → 1. Gipskartonplatte - 2. Holzständerkonstruktion mit Dämmung - 3. Gipskartonplatte - 4. Holzständerkonstruktion mit Leitungen - 5. Gipskartonplatte - 6. Membrane


LUFTZUFUHR → Die abgehängte Decke schafft Platz für die Installationsebene. Hier befinden sich (außer der in jedem Zimmer vorgesehenen Lüftung) eine Luftpumpe und die Hauptverteilungsrohre, die die Zuleitungen zu den Luftkissen der Membranen versorgen.


PROBLEME

Konstruktion: Reichen Schnüre als Verbindung der Schichten untereinander? Ist Standfestigkeit gegeben? Oder bewegt man sich in dem Raum wie in einer Hüpfburg? (Und wäre das wirklich soo schlimm?)

Material: Auch wenn die Membranen aus atmungsaktiven Naturfasern bestehen, so sind doch die eingenähten Kissen dicht. Es kann also sein, dass durch ihre Addition im Schichtenaufbau die positiven Eigenschaften der Membranen verloren gehen.


RENDERINGS


ABGABEPLÄNE



Schlagwörter

Hotel, Innenausbau, pneumatische Konstruktion, Luftkissen


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Attribute

Aumayr Judith | Ludin Frank | HB2 | Tra terra e mare | 07WS

Fakten zu Suite in pneuRDF-Feed
BetreuerLudin Frank  +
LVHB2  +
Semester07WS  +
TitelTra terra e mare  +
VerfasserAumayr Judith  +
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