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Sturdy N Vivid

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von Cam nhi Quach, Verena Darnai

betreuer: Markus Malin



Inhaltsverzeichnis

Faszination PAPIER

Papier - ein Material, das es seit mehr als 2000 Jahren gibt. Seine Verwendungsvielfalt ist groß: Als reinen Werkstoff gesehen wirkt es leicht und beweglich, umso erstaunlicher sind die Ergebnisse im konstruktiven Einsatz, die höchste Stabilität aufweisen. Seit Jahrhunderten wird Papier eingesetzt - in erster Linie als Schreibmaterial, aber auch als Alltagsgegenstände Faszination BIONIK wie Regenschirme, Flüssigkeitsbehälter, Kleidung (die man waschen konnte) bis hin zu Bauelementen in der japanischen/ chinesischen Architektur (Papier als Glasersatz) und sogar als Flugobjekt (erster bemannter Heißluftballon „Reveillon“). Heutzutage gewinnt der Werkstoff Papier wieder mehr an Bedeutung: Ein Beispiel dafür ist der japanische Architekt Shigeru Ban, der sich bereits seit Jahrzehnten mit Bauwerken aus diesem Material beschäftigt. Im Ingenieurwesen arbeitet das Team Foldcore an der Entwicklung einer Sandwichkonstruktion für den Rumpf eines Airbus. In einem Zeitalter der Rohstoffknappheit und inmitten einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft sollte das Thema Recyclefähigkeit eine wichtige Rolle einnehmen. Der Werkstoff Papier stellt zwar nicht DIE Lösung für die aktuelle Müllsituation und deren Wiederverwendung dar, doch fi ndet es als alternatives Material in der Bauwirtschaft seine Berechtigung als recylebaren Werkstoff. Papier ist, je nach Stärke und Herstellung, transluzent. Es ermöglicht ein gezieltes Durchscheinen von Licht, bedingt durch die Faltung des Objektes, lässt Farbenspiele zu, akzentuiert Raumsitutationen und stellt somit einen wichtigen Parameter in der Architektur dar.


Faszination BIONIK

Bionik verknüpft Naturwissenschaft mit klassischer, problemorientierter Konstruktionsmethodik und zielt auf die Übertragung von Optimallösungen der belebten Natur auf Prozesse und Produkte. Gegenstand der Bionik-Forschung ist die Entschlüsselung von Gestaltungsprinzipien in der Natur und die Weiterentwicklung von Methoden der industriellen Produkterstellung. Im Tier- und Pfl anzenreich fi ndet man eine Reihe von raffi nierten Faltstrukturen. „Der Trick mit dem Knick“ ist eine der weitverbreitesten Bauprinzipien biologischer Systeme. Falten können eine Konstruktion ungemein versteifen. Sie schützen, festigen, schaffen Platz für Bewegung und Leben; sie können Material und Energie sparen und entstehen immer aus rein mechanischer Notwendigkeit. Die uralte Kunst des Papierfaltens (Origami) ist vermutlich aus Naturvorbildern entstanden.



Prinzip der Faltung

An den Bruchstellen der Parallelfalten wird eine Bergfalte zur Talfalte bzw. umgekehrt. Ein Bruch (Zick-Zack-Falte) im geöffneten Winkel wird immer von seiner inversen Falte getrennt. Im Schnittpunkt ist es die gleiche Falte wie im Bruch. Um die Aussteifung des Faltwerkes zu ermöglichen, müssen sich Berg- und Talfalten horizontal und vertikal immer abwechseln, sie dürfen (in einer Richtung) nie hintereinander vorkommen!


Beispiele:




  • Geometrie der Faltung bei ebenem Flächentragwerk
Winkel der (Doppel-)Brüche müssen symmetrisch (Achse = Parallelfalte) und wiederholend angeordnet sein.
  • Geometrie der Faltung bei räumlichem Flächentragwerk
Winkel der (Doppel-)Brüche müssen innerhalb einer Bahn (Achse = Parallelfalte) symmetrisch sein. Die Wiederholungen sind in variablen Winkeln (je nach Form) angeordnet.
  • Geometrie der Faltung bei komplexem Flächentragwerk
Durchgehende Parallelfaltung entfällt bei variablen Winkeln bei nicht symmetrischer Spiegelung. Die Konstruktion eines solchen Faltwerkes ist sehr komplex, sie muss sehr durchdacht sein, aber: Das Grundprinzip des Faltens als Flächentragwerk bleibt dasselbe: Berg- und Talfalten müssen sich abwechseln und beeinflussen sich gegenseitig!


Entwicklungsstufen der Formgebung

Anpassen der Faltung an Halbkreis


Anpassen der Faltung an Ellipsenbogen


Ziel unseres Projektes ist die Demonstration eines Papier-(Karton-)Faltwerkes im menschlichen Maßstab 1:1. Die Entstehung des Projektes verläuft nicht nach einem schon am Anfang feststehenden Schema - es hat seine Form nach und nach gefunden. Nichtdie endgültigen Lösungen selbst, sondern vielmehr die Entdeckungen auf den Gestaltungswegen sind interessant. Die Arbeit ist grundsätzlich erweiterbar. Diese Offenheit bringt etwas wesentlich Anregendes mit sich. Der Werkstoff Papier hat Anspruch auf subtile Behandlung: Ein exaktes Arbeiten über weite Strecken ist unerlässlich. Planen und Ausführen liegen nicht getrennt nebeneinander, sondern sind miteinander verfl ochten. Das Resultat ist in seiner geometrischen Anordung einfach, überschaubar und lebendig, wobei lebendig geordnet und bewegt bedeutet. Die Faszination liegt in den Gegensätzen: Der leichte Werkstoff Papier formt mit Hilfe von Faltungen ein in sich stabiles Tragwerk: mathematisch-geometrischer Akzent versus sthetischformale Betrachtungsweise.


Eine der ersten Überlegungen war, eine Art Liege mit Faltdach zu entwickeln. Die hohe Dichte an Faltungen im Liegebereich soll die Belastbarkeit durch das menschliche Körpergewicht gewährleisten. Im Bereich des Daches entfaltet sich das Objekt zu einem abschirmenden Element, das für wohlbehagliches Ambiente sorgt. Die Konstruktion als gesamtes ist streng orthogonal ausgerichtet: Die horizontalen Zick-Zack-Faltungen sind lotrecht zu den vertikalen Parallelfaltungen angeordnet.


Durch die leichte Schrägstellung der Parallelfaltungen und durch die nicht gleichmäßige Anordnung der Zick-Zack-Faltungen innerhalb einer Bahn gewinnt die Form mehr an ästhetischer Dynamik und es wird ein sauberes Aufl iegen der Endkante am Boden ermöglicht.


Letztendlich wird die Schrägstellung gespiegelt, die diagonalen Talfalten werden in der Spiegelung zu diagonalen Bergfalten, womit als Ergebnis eine s-förmige Dynamik (Schwung und Gegenschwung) erzielt wird.


Letzte Phase

Karton Euro-Dekor Excellent
M = 1:25
104 x 154 cm
450 g/m²
Siebdruckkarton
3M Klebeband Scotch 371
Die maximale Größe des Kartons erzwingt ein Verkleben der einzelnen Platten.
Trägermaterial: biaxial gereckter Polypropylenfi lm hohe Scherfestigkeit


Grundriss und Anordnung der Kartonplatten


Endmodell im Maßstab 1:1


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Attribute

Cam nhi Quach, Darnai Verena | Malin Markus | HB2 | Sturdy N Vivid | 07WS Bild:Schau 07.jpg

Fakten zu Sturdy N VividRDF-Feed
BetreuerMalin Markus  +
ImageSchau 07.jpg  +
LVHB2  +
Semester07WS  +
TitelSturdy N Vivid  +
VerfasserCam nhi Quach  + und Darnai Verena  +
Persönliche Werkzeuge