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Sheepripps

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Verfasser Lidicky Andreas, Reiter Gerhard
Betreuer Neumayr Robert
LV HBM
Thema
Titel Sheepripps
Semester 07WS
Image Bild:Sheepripps62.jpg

von Andreas Lidicky, Gerhard Reiter

betreuer: Robert Neumayr

always
sheep the ripper
flow of goods diagram
montage
1:50 - 1:1 models
presentation
1:20
1:1 assembling model
dinA1 submission: Inoutic Architecture Award


Der Wunsch nach der Realisierung eines architektonischen Projektes in hochalpinem Kontext weit abseits der Tiroler Schipisten wurde zur Motivation für dieses Projekt. In Rückbesinnung auf urtümliche Ressourcen der Alpenlandschaft hinterfragten wir die Möglichkeiten, "ein Haus für einen Hirten" zu konzipieren, das auf einem greifbaren realen Hintergrund basieren sollte, also gleichzeitig die Möglichkeiten und Probleme des Hirtenberufes heute aufzeigen würde.


Bauplatz

Der „reale“ Bauplatz für das Projekt fand sich per "Überflug" auf der Tiris-Website, eine Schafweide im Gschnitztal auf zirka 2300 müM, mit gut 600000m² Grundstücksfläche. Nicht rein die Ästhetik der Landschaft sondern auch die nähe zur Landeshauptstadt und doch die Abgeschiedenheit und Ruhe schienen ideal für dieses Vorhaben. Die Weidefläche bietet Futter für etwa 240 Schafe. Das Sommer-oben-Winter-unten-Problem begünstigt eine Spezialisierung auf Schaffleischproduktion.


Nebenerwerb

Interpretation der Nebenerwerbstätigkeit: Hirtenberuf als Inspiration und Ausgleich, als Zuverdienst, wirtschaftliche Basis. Architektonische Anforderung: Eine Almhütte, die einen räumlichen Luxus bietet und heutige technische Vorteile nutzt, die jedoch - oder gerade in diesem Sinne - weitgehend autark funktionieren soll. Eine Almhütte, die sich gerade nicht über Tourismus - Bier- und Käseverkauf - Souvenierladen und Unterkunft finanziert, sondern die über die Einfachheit des Wirtschaftsmodells und der damit einhergehenden Einfachheit des Raumprogrammes und haustechnischen Konzeptes, das den Hirten freispielt für eine andere Tätigkeiten, eines "ich's" ?

Die Konkretisierung dieser Ideen findet sich in 2dimensionalen Diagrammen und schlussendlich in einem Businessplan wieder. Zu den wichtigsten Fakten dieses zählen die Rassenentscheidung "Tiroler Steinschaf" für die Fleischproduktion, die Einrechnung der Futter- und technischen Aufwendungen in Winter und Sommer. Das Projekt soll sich bei zirka €100.000 Errichtungskosten belaufen. Auch wird die Chance des Projektes erwähnt, dass Architektur prägend für die Marke Schaffleisch sich positiv auf den Absatz des Produktes, also dessen Konkurrenzfähigkeit auswirkt.


Setting

Sheepripps sitzt idealer weise auf einem kleinen Bergrücken im nördlichen Teil des Grundstücks. Aus dem Boden ragt der kühle Raum für die erdigen Arbeiten. Auskragend der Atelierraum mit dem Überblick. Von hier aus ist beinahe die gesamte Weide für den Hirten einsehbar. Oben im Warmen die befindet sich die Schlafnische. Auf einen Stall kann in Hinblick auf die Schaffleischproduktion in diesem Projekt verzichtet werden.


Die Wohnschale auf dem Natursteinsockel

Ein "Sockel" aus dem am Bauplatz vorhandenen Naturstein stellt die Verbindung zwischen der harten Realität der hochalpinen Landschaft und dem Leichten her, dem "Wohnen". Die darauf gesetzte "Wohnschale" hat Nordostseitig einen klaren Abschluss, eine eben geschnittene Fassade, ähnlich dem Abschluss des Weidegebietes am Ort des Gebäudes. Sie ist Anfang und Ende des Wohnraumes und gibt ihm Halt. Richtung Süden hält der Bau seine Haut der Sonne entgegen. Eine schräg gestellte Fläche fasst das Innere räumlich ein. Der Innenraum ist keine Aussichtsplattform, sondern offener Raum. Form und Öffnungen sollen dem Bau seine Leichtigkeit verleihen, und sie verbinden den Bewohner mit seinen Steinen und Schafen.


Technikkonzept

Frischwasser wird von einer Quelle ins Haus geleitet. Durchlaufendes Quellwasser kühlt die Lagernische im unteren Bereich. Im 'Fell' verlaufende Solarabsorbationsschläuche versorgen das Warmwassersystem. Über einen Wärmetauscher wird das Warmwasser ins WW-Reservoir geleitet, das sich im obersten Bereich der Dachkonstruktion befindet. Photovoltaikzellen zur Stromgewinnung fungieren gleichzeitig als Sonnenschutzjalousie in der südwestlichen Verglasung. Kochen und Heizen erfolgt über einen eingemauerten Holzofen. Die Naturstein-Einmauerung sorgt für eine träge Wärmeabgabe.


Konstruktion

Bis auf Ausnahme der Natursteine werden die Bauteile per Helikopter angeliefert. Jeder der vier Hauptbauteile wiegt weniger als 1000kg. Der steinerne Sockel wird vor Ort in einen Rahmen aus Bewehrungsgittern geschlichtet. Er fungiert als Fundament aber auch raumbildend für Werkstatt und Schleuse. Der Stahlrahmen verbindet die Hauptkonstruktion mit dem Sockel.


Montage

Der Hauptteil wird schon im Tal als Rippen-Schalen-Verbundkonstruktion aus Sperrholzplatten und BSH vorgefertigt. Hierfür haben wir eine eigene Holzbaukonstruktion bis ins Detail entwickelt. Die vier Bauteile müssen temporär gestützt aufgeflogen werden, erst nach der Verbindung mit dem angrenzen Bauteil wird das System stabil. Es soll minimales kosteneffizientes Leichtbaukonzept sein, das zusätzlich den Vorteil mit sich bringt, dass Verformungen der Bauteile im Zuge des Antransportes nicht stark ins Gewicht fallen, da erst durch die Montage die endgültige Steifigkeit und Endform erzielt werden.


Haut

Wie die Konstruktion die logische Antwort auf den Entwurf sein soll, so vielmehr der Schnitt durch die Außenhaut auf das Gesamtkonzept des Projektes. Außen versucht der Baukörper mit seiner kantigen Form der kargen Landschaft Herr zu werden. Die Oberfläche ist hart und fugenlos. Schafwolle als bindende Faser gibt der pigmentierten Epoxyharzschicht einer raue, harte Textur. Innen wird eine wo(h)llige Raumatmosphäre inszeniert. Nicht nur die Reduzierung/Minimierung von Gewicht und Ausmaß der Fassaden sondern besonders das Thema „Haus für einen Hirten“ wird hier in einen „Wollpullover als Raumhülle“ übersetzt. Das Haus hat ein weiches Inneres, ein Fell aus Schafwolle.

(Gerhard Reiter, Andreas Lidicky)


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holzbau

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details



lage



inoutic architecture award

preisverleihung
preisverleihung in nürnberg am 3.4.08 Inoutic Architecture Award

www.sheepripps.com Semi-finalist project at FEIDAD 2007


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