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Recycled cans can-chair

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von Judith Leider

betreut von: Ender Ursula


Ein Möbelstück aus Konservendosen

Konservendose

Inhaltsverzeichnis


Ausgangsüberlegungen

Grundidee meiner Überlegungen war es aus einem eigentlichen Wegwerfprodukt, wie der typischen Konservendose, unter dem Aspekt von Recycling eine Möglichkeit zu finden ein Möbelstück zu bauen. Das Konstruktionsprinzip sollte dabei möglichst einfach gehalten werden und möglichst ohne weitere Zusatzmaterialien auskommen, damit der Aspekt des „Selber Bauens“ gewährleistet werden konnte. Die Konservendose hat, aufgrund ihrer Materialität gute ästhetische Grundvoraussetzungen. Sie eignet sich daher hervorragend als Recyclingprodukt. Die Hochwertigkeit und Flexibilität des Materials bieten beste Voraussetzungen für verschiedene Verarbeitungsmöglichkeiten und wecken die Experimentierfreude bezüglich einer variablen Formgestaltung.


Die Konservendose

Konservendose


Die Konservendose ist eine Lebensmitteldose aus Blech (hauptsächlich Weißblech oder verzinkter Stahl). Der Blechmantel einer Konservendose ist aufgrund Materialersparnis sehr dünn (1mm Dicke bei großen Standartdosen). Seine Oberfläche wird durch ein Schmelzverfahren oder elektrolytisch mit Zinn beschichtet (Schutz des Stahls vor Korrosion).

Eine erwähnenswerte Besonderheit der Konservendose ist, dass sie trotz lediglich dünnem Mantel, in der Lage ist, eine hohe Stabilität aufweisen zu können: Konzentrisch angeordnete Sicken bzw. Sickungen (eingestanzte Querrillen) versteifen die Zylinderwand erheblich und verhindern ein Einknicken oder Ausbeulen unter hohem Druck. Der Dosenrumpf wird oben und unten gebördelt (an der Rändern umgebogen), damit Boden und Deckel durch eine Falzverbindung mit dem Rumpf versiegelt werden können. Somit kann die Dose nach dem Befüllen hermetisch verschlossen werden. Die sog. Borde - im Übergangsbereich von Mantel zu Deckel bzw. Mantel zu Boden – sorgt aber auch für eine erhebliche Stabilitätszunahme.







Formstudien

Für die Herstellung des Möbelstückes wurde versucht auf Methoden, welche bereits zur Konservendosenherstellung verwendet werden, zurückzugreifen. Ein gleich zu Beginn aufgetretenes Problem war, dass die Konservendose an sich, als Einzelelement zwar gut funktioniert und eine unglaubliche Stabilität aufweisen kann, sich aber nur sehr schwer kombinieren bzw. aneinanderreihen lässt, vor allem wenn man dem relativ banal erscheinenden Stapelungsprinzip ausweichen möchte. Materialstudien, verbunden mit ersten Formstudien, dienten dazu, herauszufinden welche Möglichkeiten von Addition (der einzelnen Konservendosen) es überhaupt gibt. Ziel war es eine kontinuierliche Stabilitätserhöhung zu erreichen bei gleichzeitiger Steigerung der Formgestaltungsmöglichkeiten.


Stapelung

Stapelung

Mittels Stapelung lassen sich die einzelnen Dosen – bei Beibehaltung ihrer Ausgangsform – zu einem vertikalen oder horizontalen zylinderförmigen Band zusammenfügen.








Biegung

Biegung

Durch ein Biegen bzw. Quetschen wird der Dose ihre Dreidimensionalität genommen. Mittels Ineinanderstecken und Nietverbindungen, entsteht ein Flächenelement, das sich hochkant einsetzen lässt. Je nach Positionierung der einzelnen Nieten, kommt es zu einer Stabilitätserhöhung auf beiden Seiten.





Zerlegung

Zerlegung

Wird die Dose in ihre Einzelbestandteile zerlegt, bietet vor allem das Mantelstück, aufgrund seiner Flexibilität und Variabilität, neue Formvarianten. Durch ein Einrollen bzw. Eindrehen des Bleches, entsteht ein dünnes Röhrenelement mit großer Stabilität.







Konstruktionsprinzip

Die Konservendose wird in ihre Bestandteile (Boden, Deckel, Dosenrumpf) zerlegt. Der Dosenrumpf wird an der Längskante auseinander geschnitten. Durch Einspannen in den Schraubstock an einer Ecke, kann er nun trichterförmig eingedreht werden. Durch diese Methode entsteht ein Element, das sich jeweils aus einem breitem, offenen und einem fast geschlossenen Ende zusammensetzt. Aufgrund dieser Form lassen sich Einzelelemente problemlos miteinander verbinden: Ein Ineinanderstecken mit anschließendem Verdrehen sorgt für eine stabile Verbindung ohne die Verwendung zusätzlicher Hilfsmaterialien. Das Prinzip ermöglicht eine Addition von beliebig vielen Elementen und bildet dadurch die Basis einer stabilen Rahmenkonstruktion.
















Konstruktionsversuch_1

Das so entstandene „Dosenband“ dient als Basis einer Bogenkonstruktion: Ein Band zu sechs Einzelelementen wird zu einem Bogen geformt. Beide Enden werden mit einem Zugstab verbunden. Diese Konstruktion hält einer vertikalen Belastung zwar stand, die einzelnen Elemente greifen jedoch nach und nach immer weiter ineinander. Sie rutschen sozusagen zusammen, indem sich die Trichter im vordern Bereich erweitern. Dadurch verliert die Konstruktion nach und nach an Höhe.






Konstruktionsversuch_2

Durch das zusätzliche Einfügen einer Gewindestange, entsteht eine steife Rahmenkonstruktion. Sie trägt zur Stabilität bei, dient jedoch in erster Linie dazu, das Verrutschen der Einzelteile zu verhindern. Die Enden der Trichter werden dem Durchmesser der Stange angepasst und somit ein weiteres Ineinanderrutschen unterbunden. Zudem ermöglicht die eingefügte Gewindestange das Schweißen in den Berührungspunkten der einzelnen Bänder zu einem stabilen Dreieck.







Herstellung

Schritt 1

Für die Herstellung des Sitzbereiches werden 2 Bögen aus je 6 eingerollten großen Standartkonservendosen geformt. Der vordere Bogen wird abgeflacht.






Schritt 2

Die Bögen werden mittels Schweißverbindungen im unteren Bereich zu einem stabilen Dreieck ausgesteift.

Im oberen Bereich verhindern 2 Querstreben ein Ausweichen der Bögen nach innen. Ein Ausweichen, Ausknicken oder Verbiegen bei diversen auftretenden Lasten ist nicht mehr möglich.







Schritt 3

Für die Sitzfläche werden 46 Deckel am Rand gebördelt und mit Silikon schuppenförmig zusammengeklebt. Die so entstandene Fläche wird über die Rahmenkonstruktion gestülpt und an den Rändern umgebogen. Nieten sorgen für zusätzlichen Halt.







Schritt 4

Der Rahmen für die Lehne wird ebenfalls mit einer Querstrebe versteift und mit 2 Flächenelementen - zu 12 Dosendeckeln im oberen Bereich und 25 im unteren Bereich - ausgefüllt.



Schritt 5

Die Lehne wird, im Anschluss an die hintere obere Querstrebe im Sitzbereich, mit 3 Schlauchklemmen an der Sitzkonstruktion befestigt.





Der so entstandene Stuhl lässt sich aus 45 großen Standartkonservendosen herstellen.



























Variabilität

Die Lehne wird lediglich mittels Schlauchklemmen an der restlichen Konstruktion befestigt. Dadurch lässt sie sich bei Bedarf abnehmen. Somit wird der Aspekt der Variabilität gewährleistet. Intention dabei ist, dem Möbel verschiedene Funktionen zuteilen zu können: Wird die Lehne komplett weggelassen, kann das Möbel als Hocker oder Couchtisch verwendet werden. Wird die Lehne hingegen unterhalb der Sitzfläche in den stabilen Rahmen gehängt, erhält der ursprüngliche Stuhl die Funktion eines Regals.




























Galerie


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Attribute

Leider Judith Ender Ursula HB2 Recycled cans can-chair 08WS Bild:DSC00863.jpg

Fakten zu Recycled cans can-chairRDF-Feed
BetreuerEnder Ursula  +
ImageDSC00863.jpg  +
LVHB2  +
Semester08WS  +
TitelRecycled cans can-chair  +
VerfasserLeider Judith  +
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