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Ospontis

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von Karin Albinger, Christian Gneist

betreuer: Josef Glas


Organische Verbindung

Die Königseeache (Salzburg) mit dem umliegenden Augebiet ist die natürliche und topographische Trennung des Flachgaus und des Tennengaus. Beide Orte, Anif wie Rif, erfuhren in den letzten Jahren einen enormen Bevölkerungszuwachs, welcher eine quasi Direktverbindung nicht nur rechtfertigt, sondern eigentlich notwendig macht. Denn von „ospontis“ aus gesehen, liegen die nächsten Überquerungsmöglichkeiten in beiden Richtungen in einem Radius von etwa 1,6 km. Gerade die naturbelassene Aulandschaft war für uns, ausgehend von der Recherche bis zur Ausreifung des Projektes, Anlass genug uns für diesen Bauplatz zu entscheiden, und diese organische Konstruktion aus der natürlichen Umgebung „wachsen“ zu lassen. Dabei muss nicht gravierend in die Landschaft eingegriffen werden, denn ein Wegesystem ist bereits vorhanden, auch wenn es teils nur als Trampelpfad vorliegt. Die Anbindung der Konstruktion erfolgt größten teils über an Ort vorhandene Bäume bzw über eine Verankerung im Flussbett und an der Hochwasserbebauung, welche die gesamte Konstruktion stetig unter Spannung, sprich unter Zug hält, und somit ein wachsen von „ospontis“, dem Prinzip des menschlichen Knochens gleich, ermöglicht.


Recherche

Ausgangsthema des Projektes waren die Radiolarien, einzellige Meereslebewesen mit kunstvollen, glasartigen Gehäusen.

Während der individuellen Ausformung einer Radiolarienzelle, nach allgemeinen Formbedingungen der Pneus (Wasserpneus), bei denen besonders auch Netze aus Fasern beteiligt sind, erstarrt ein noch weiches Vorskelett innerhalb der Zellsubstanz (Cytoplasma) durch Einlagerung und Ausfällung von Kieselsäure sowie organischen Beimengungen.

Eine weiche und ausdehnungsfähige cytoplasmatische Hülle scheint hierbei als bewegliche Gussform, das ‚architektonische’ Grundmuster für die allmähliche sich aufbauende Skelettstruktur aus Hartsubstanz zu bilden.

Die Skelette können vielfältige Schalen- oder Gussformen einnehmen.

Einteilung Radiolarien


FORMEN
Kugel,Blase_Konzentrische Schalen_Deformierte Kugeln_
Kugeln mit Hervorziehungen_Kugel in Kugel_Halbschalen_
Blasenanlagerungen_Polyeder_Schäume_Bügel


VERFORMUNGEN
Eindellungen_Ausbeulungen_Einschnürungen_Ausstülpungen_
Sonderformen_Kegel_Bizarre Formen


ELEMENTE
Haut_gekammerte Haut_Muster_geordnete Muster_
ungeordnete Muster_Fehlstellen_Netze_
Netze mit Dreiecksmaschen__Netze mit Vierecksmaschen_
Netze mit Fünf- und Sechsecksmaschen_Rohre_Rippen_
Stege_Falten_Stacheln_Kapseln_Leisten_
Schleierartiger Belag


ADDITIONSFORMEN
eindimensional gereihte Blasen_
zweidimensional angeordnete Blasen_drei bis sieben Blasen und mehr_
Skelette aus Blasenpackungen_Schaumblasen


GRUNDFORMEN
Dreieck_Viereck, Quadrat, Parallelogramm_Fünfeck_
Sechseck_Siebeneck, etc._Ellipse


VOLUMENKÖRPER
Kugel, Blase_Zylinder_Kegel_Ellipsoid_Polyeder_
Halbschalen_Tetraeder_Tetrapode_
Verzerrungen, Deformationen der Körper


ADDITIONSFORMEN
eindimensional gereihte Blasen_
zweidimensional angeordnete Blasen_dreidimensionale
Blasenpackungen_Packungen aus drei bis sieben Blasen_
Packungen aus Schaumblasen_Blasenanlagerungen_Schäume_
Polyederschäume


SKELETTE
Skelette aus Blasenpackungen_Dreiarmige Knoten 120°_
Vierarmige Knoten 109°
SCHALEN- UND LOCHFORMEN
Regelmäßige Lochformen_Unregelmäßige Lochformen_
Vierecksförmige Lochformen_Kreisförmige Lochformen


NETZ- UND GITTEROBERFLÄCHEN
Netze mit Dreiecksmaschen_Netze mit Quadratmaschen_
Fünf- und sechsecksförmige Netz- und Gitteroberflächen_
Gekrümmte Flächen –
Grundpolygon mit Ausgleichsmaschen niederer und höherer Ordnung


FORMELEMENTE
Falten_Kapseln_Leisten_Rippen_Röhren_Stacheln_Stege_
Bügel


PHYSIKALISCHE PRINZIPIEN
Pneu_Minimalweg_Oberflächenspannung_Minimalflächen_
Kohäsion_Gravitationskraft_Kettenlinie (Katenoid)


KURVEN
Logarithmische Spirale_Spirale


ALGORITHMEN
Boolsche Algebra_Fraktale Geometrie_Voronoi_
Finite Elemente


MORPHOLOGIE
Formenvielfalt_Formen_Volumenkörper - Einzelformen_
Geometrie_Bildungsprinzipien_Algorithmen_
Verformungen, Deformationen – äußere Einflüsse_
Additionsformen_Analogien_Strukturelemente_Lochschalen_
Oberflächen


Bilder rechts und unten: Bach, Klaus, Radiolaria, Schalen in Natur und Technik Band 2, Stuttgart, 1990


Basierend auf den Erkenntnissen und Schlußfolgerungen der Recherche über die Radiolarien viel das Interesse auf die Fasernetze bzw. deren Strukturen, Formensprache, Bildungsprinzipien, etc.


Strukurstudie

Um das Bildungsprinzip der fasernetze zu analysieren wurden etliche Versuche mit den verschiedensten Materialen durchgeführt. Angefangen von flüssigen Kunststoffen über Lacke und deren Verhalten auf Fremdstoffe bis hin zu verschiedenen Teigen in rohem und gebackenem Zustand. Die interessantesten Versuche entstanden jedoch mit einer art Parkettkleber und dessen verschiedenster Beeinflussung. Die Erkenntnis die aus all diesen Versuchen gezogen wurde war wie folgt: Eine solche Strukturbildung im größeren Maßstab funktioniert nicht nur mit Zug alleine, sondern es bedarf eines Materialnachschubes. Zweitens ist der Faktor Zeit ein wesentlicher, denn ein Material das sich ewig dehnen lässt wird nicht „auf der Stelle“ aushärten, sondern tropft nach.


Analogieforschung

Bildungsprinzip des menschlichen Knochens: Grundvoraussetzung für das Wachstum des Knochens ist die Speisung des Knorpels mit den nötigen Stoffen (Calcium, Magnesium…) und ein Zugverhalten. Vereinfacht gesagt wächst ein Knochen nur unter Zug, in Bereichen in denen die Zugspannung nachlässt, bildet sich der Knochen wieder zurück. Das Wachstum beschränkt sich anfangs (Knorpel als Produzent) auf Lamellenförmige Stränge, die sich anschließend mit einander verbinden und so die typische Knochenstruktur bilden.

Bilder:
W. Kahle, H. Leonhardt, W. Platzer, Taschenatlas der Anatomie für Studium und Praxis – in 3 Bänden Band 1: Bewegungsapparat Werner Platzer, 1991, Georg Thieme Verlag Stuttgart – New York, Deutscher Taschenbuch Verlag Bach, Klaus, Diatomeen - Schalen in Natur und Technik Band 1, Stuttgart, 1985
Künstlicher Knorpel: www.deutsches-museum.de/dmznt/ersatzteile/zellen/knorpel/


Konzept

Bild1: Knorpel in Knorpelpfanne Bild2: Durch Zuführung der Wachstumsstoffe (Calcium, Magnesium…) bildet sich der Knochen Bild3: Wachstum des Knochens in die gewünschte Richtung durch Anbringen der Sehne (Zugausübung)



Projekt

...





Details

Um die Gehfläche von „ospontis“ so unauffällig wie möglich zu gestalten, entschieden wir uns für eine transluzente GFK Bauweise, mit einem sich auf Druck reagierenden, sich selbst aufstellenden Geländer. Jeweils an den Randbereichen der Plattform sind Luftkissen in Segmenten eingelegt, die wiederum mit einander verbunden sind. Betritt man nun diesen Randbereich drückt der oben liegende Flügel die Luft nach vorne, und das Lufgeländer stellt sich geführt von durchlaufenden Bändern auf. Durch die Einteilung in 1,2 m breite Segmente erhält der Fußgänger das Gefühl als ob ihn das Geländer wie eine Welle bei der Überquerung begleitet.


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Attribute

Albinger Karin, Gneist Christian | Troi Valentine | HB2 | Ospontis | 07WS

Fakten zu OspontisRDF-Feed
BetreuerTroi Valentine  +
LVHB2  +
Semester07WS  +
TitelOspontis  +
VerfasserAlbinger Karin  + und Gneist Christian  +
Persönliche Werkzeuge