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Naturwerkstein

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Allgemein sind Natursteine Steine, die in der Natur vorkommen. Naturstein als wirtschaftliches Gut wird als Naturwerkstein bezeichnet. Natursteine sind Gemenge, die durch eine Grundmasse beziehungsweise ein Bindemittel zusammengehalten werden. Das Produkt abgeschlossener erdgeschichtlicher Vorgänge sind eben diese Gemenge.


Inhaltsverzeichnis

Definition

wissenschaftliche Definition


Grundlage für die Einteilung in die Gesteinsfamilien ist die Entstehungsgeschichte. Sie lassen sich durch diese in drei Gesteinsklassen gliedern:

1. Erstarrungsgesteine (magmatische Gesteine, Magmatite): Diese sind aus dem abgekühlten und kristallisierten Magma des Erdinneren

entstanden. Bei Temperaturen zwischen 900° und 1150°C beginnt das Magma langsam zu erstarren. Bei den Erstarrungsgesteinen unterscheidet man
wieder, je nach Ort und Geschwindigkeit des Erstarrens, drei Gruppen:
  • Tiefengesteine: Diese Steine entstehen, wenn das Magma in einer Tiefe von 8 bis 40 km unter der Erdoberfläche langsam in
Jahrmillionen erstarrt. Weiters sind sie sehr kompakt und haben ein geringes Porenvolumen. Gesteinsarten: Granit, Granodiorit, Tonalit, Gabbro, Monzonit,…
  • Ganggesteine: bilden sich, wenn kleinere Mengen von Magma in der Erdkruste in Spalten erstarren. Diese Gesteine sind feinkörniger.
Gesteinsarten: Quarzporphyr, Aplit, Pegmatit,…
  • Ergussgesteine: Diese entwickeln sich am Übergang zwischen der oberen Erdkruste und der Erdoberfläche. Sie werden als dichte, poröse,
kristalline bis glasige Gesteine wieder erkannt. Gesteinsarten: Basalt, Lavagestein, Diabas, Rhyolit.

2. Ablagerungsgesteine (Sedimentgesteine, Sedimentite) sind durch die Verwitterungsprodukte von Gesteinen entstanden. Physikalische und

chemische Einwirkungen sind notwendig, um die noch nicht festen Massen zum Gestein werden zu lassen. Ansonsten entstehen Sedimente wie Kies,
Lehm, Ton, Feinschluff, Schotter,…Durch diese Vorgänge wird jedoch dann z.B. aus Kies Konglomerat, aus Schutt Brekzie, aus Kalk Kalkstein und aus Ton Tonstein. Merkmal der Sedimentgesteine ist die horizontale Schichtung. Auch hier gibt es wieder zwei zu differenzierende Gruppen
  • Klastische Sedimentite (=Trümmergesteine): entstehen durch eine Anhäufung größeren Bruchstücken und Einzelkörnern. Diese klastischen
Sedimentite werden wiederum nach ihrer Größe gegliedert:
  • Brockengesteine (> 2mm) z.B. Konglomerat
  • Sandgesteine (2-0,02mm) z.B. Sandstein
  • Tongesteine (< 0,02mm) z.B. Tonschiefer
  • Niederschlagsgesteine: hier werden Moleküle aus Lösungen ausgeschieden bzw. die Ausscheidung findet durch eine chemische Reaktion statt. Gesteinsarten: Kalkstein, Muschelkalk, Travertin, Kalkschiefer,…

3. Umwandlungsgesteine (metamorphe Gesteine, Metamorphite) entwickeln sich durch Druck- und Temperatureinwirkungen auf abgesunkene

Sedimentite (=Paragesteine) oder aus umgewandelten und angeschmolzenen Magmatiten (=Orthogesteine). Dadurch wird aus Granit Orthogneis, aus
Granit Gneis, aus Sandstein Quarzit, aus Kalkstein Marmor, usw…

Definition nach Technik


Natursteine werden nach technischen Verarbeitungskriterien eingeteilt, wonach auch die Wahl des Auftrennverfahrens entschieden wird. Diese Begriffe werden in der praktischen Steinbearbeitung dauernd verwendet, sind aber keine wissenschaftlichen Begriffe.

  • Weichgestein: Sedimentgesteine (ohne harte Sandsteine); dazu zählen Marmor, Serpentinite, Vulkanite, Kalksteine, Dolomite und einige Schiefer
  • Hartgestein: magmatische und metamorphe Gesteine; dazu zählen harte Sandsteine

Geschichte des Naturwerksteins

Cheops-Pyramiden

'Die Geschichte der Steingewinnung und deren Bearbeitung reicht weit zurück. Zu ihren ältesten Zeugnissen zählt das jungsteinzeitliche, etwa 10 000 Jahre alte Heiligtum von Nevali Cori (Siedlung in der Türkei), hier finden sich vielfältig behauene Kalksteine. Bereits vor etwa 5 000 Jahren bearbeiteten die Ägypter Kalkstein, Sandstein, Granit und Diorit. So wurde der Kalkstein für den Rohbau der Cheops – Pyramide in deren Nähe gewonnen; die Blöcke wurden aus einer ebenen Schicht herausgehackt. Den feinen weißen Kalkstein für die Verkleidung der Pyramiden hat man in riesigen Kavernen abgebaut. Das Sägen mit einem Kupferblatt unter Sandzugabe war damals bereits bekannt. In dieser frühen Hochkultur erforderte der Abbau des Gesteins, dessen Bearbeitung Verbauung schon einen hohen Standard der Bautechnik und der Organisation! Auch die Geschichte der bildenden Kunst ist wesentlich mit der Bearbeitung von Naturstein durch Steinmetze und Bildhauer verknüpft, sie beginnt unmittelbar mit der menschlichen Kultur. Mit der Wiederentdeckung für die Architektur erlebt die Gewinnung und Bearbeitung von Naturstein heute einen neuen Aufschwung. Dabei kommen modernste Technologien zum Einsatz.'[1]

Natursteingewinnung

Naturstein findet sich als nahezu fertiger Baustoff in der Natur, für dessen Gewinnung und Bearbeitung nur wenig Energie verbraucht wird. Die Ökobilanz ist dadurch sehr ausgeglichen: Einerseits steht der Abbau mit den Positionen Abraum, nicht nutzbare Gesteinsreste und nutzbare Gesteine und auf der anderen Seite die Verhüllung des Steinbruchs mit Abraum, nicht nutzbaren Gesteinsresten und nicht mehr brauchbaren Altbauteilen. Beim Stein geht somit bei diesem Gewinnungskreislauf nichts verloren. Festgestein, kann jedoch nicht etwa wie Lockergestein (Kiese, Sande) mit einem Bagger abgebaut werden. Dafür bedarf es anderer Methoden, die dafür eingesetzt werden. Man unterscheidet prinzipiell zwei Vorgehensweisen des Abbaus:

  • Tagbau = die Gewinnung von Naturstein direkt an der Erdoberfläche in einem offenen Steinbruch. Dies ist die bessere Variante, da Natursteingewinnung bei Tageslicht die Arbeit erleichtert und das Arbeitsunfallrisiko sinkt. Wirtschaftlich gesehen ist der Tagbau auch günstiger.
  • Untertagbau = Gewinnung von Naturstein in unterirdischen Stollen, Schächten oder Kavernen. Dieses Abbauverfahren wird hauptsächlich angewendet, wenn Farbe, Beschaffenheit oder Struktur des Gesteins etwas Besonderes sind und auf dem Markt entsprechend gefragt sind. Die Abbaukosten werden durch zusätzliche Sicherheitsmassnahmen, künstliche Beleuchtungen und Belüftungen und die hohen Unfallversicherungsprämien in die Höhe getrieben.
Sprengung im Steinbruch
Mit einem Druckluftbohrhammer werden Bohrlöcher zum Spalten vorbereitet

Abbauverfahren


Zum Abbauen der Rohblöcke gibt es einige verschiedene Verfahren:

  • Sprengen: Als erstes müssen die Bohrlöcher richtig angeordnet werden und danach mit Sprengstoff gefüllt werden. Hier gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten des Sprengstoffeinsatzes: Schwarzpulver, spezielle Flüssigkeiten oder Pasten (dehnen sich nach deren Erhärtung langsam aus), moderne Sprenggelatinen, Knallzündschnur. Beim Sprengen entstehen immer wieder Risse, wobei viel Material verloren geht, dass aber in der Pflaster- und Mauersteinherstellung teilweise verwertet werden kann.
  • Spalten: geeignet für Gneise und Schiefer. Das Spalten ist eine aufwändige und nicht ganz ungefährliche Handarbeit. Die Blöcke werden dabei herausgefräst oder herausgesprengt und dann werden die eigentlichen Rohlinge durch Spalten mit Hilfe von Eisenkeilen abgetrennt. Auch Granite oder Sandsteine lassen sich gut spalten. Hierbei werden kleine Löcher in das Gestein gebohrt, Rundmeißeln aus Eisen eingebracht und eingeschlagen. Die Meißeln werden dabei nur einige Millimeter eingeschlagen, bis der Rohling über die gesamte Bruchfläche gleichzeitig spaltet.
  • Schlitzen: Hier werden die Blöcke in irgendeiner Form aus dem Fels herausgesägt. Das Diamantseil hat sich besonders durchgesetzt. Bei
diesem sind auf einem Stahlkabel Bronzeperlen aneinandergereiht, die Diamantsplitter enthalten. Das Seil wird in die zuerst gebohrten Löcher eingefädelt oder mit Druckluft eingeblasen.
  • Flammengewinnung: Bei dieser Art von Gewinnung kommt die sogenannte Feuerlanze zum Einsatz. Dabei brennt sich die Flamme, das ein unter Gasdruck stehendes Gemisch aus Petroleum und Sauerstoff ist, in das Gestein ein und trennt es ab. Es gibt ein erhöhtes Risiko, da diese Feuerlanzen von den Handwerkern mit der Hand geführt werden.

Verarbeitung von Naturstein


Die weitere Bearbeitung von Naturstein erfolgt dann in den Steinwerken selbst. Aus den Kubikmeter großen Blöcken werden vorerst Unmaßplatten aufgetrennt. Um die Vorgehensweise des Auftrennens zu definieren braucht man jetzt auch die Einteilung in Weichgesteine und Hartgesteine.

  • Hartgesteine werden meist mit der Gattersäge (Telaio) aufgeschnitten. Sie funktioniert mit seitenverzahnten Sägeblättern. Diese ca. 100 Stahlblätter werden in einen Rahmen eingespannt. Unter Zugabe von Stahlsand werden die Rohblöcke zu Platten geschnitten. Es können pro Block (je nach Anzahl der Stahlblätter) über hundert Platten, in Dicken von 1 bis 4cm, gewonnen werden.
  • Weichgesteine werden mit der Kreissäge (Diamantkreissäge, Tagliablocchi) hergeschnitten. Das ist eine Säge mit hydraulischem Vortrieb, wo vertikal stehende und horizontal geführte Sägerundblätter mit Diamantzähnen die Schnittleistung erbringen.

Es kommt immer öfter vor, dass die Unmaßplatten nach deren Rohherstellung reziniert werden, was das Auftragen und Einbrennen eines synthetischen Zweikomponentenharzes auf der Nutzfläche bedeutet. Dies dient dazu, die Poren des Gesteins zu verschließen und den Platten eine schönere Politur und eine dauerhafte Imprägnierung zu verleihen.

Technische Daten der Gesteinsarten


Technische Daten Tabelle


  • Rohdichte … Gewicht des trockenen Gesteins einschließlich der Porenräume. Gemessen in g/cm³
  • E –Modul … 'ist ein Materialkennwert aus der Werkstofftechnik, der den Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung bei der Verformung eines festen Körpers bei linear elastischem Verhalten beschreibt. Ein Bauteil aus einem Material mit hohem Elastizitätsmodul ist steif, ein Bauteil aus einem Material mit niedrigem Elastizitätsmodul ist nachgiebig.' [1] Gemessen in kN/mm²
  • Druckfestigkeit … senkrecht wirkende Belastung auf den Querschnitt des Steins. Gemessen in N/mm²
  • Biegezugfestigkeit … die maximale aufnehmbare Spannung bei Beanspruchung auf Biegung. Beim Gestein spielt hier der Zusammenhalt der Gemengeteile eine große Rolle. Gemessen in N/mm²
  • Abriebfestigkeit … 'Hier geht es um den Abrieb eines Gesteins beim Schleifen aber auch infolge Geh – und Trittbeanspruchung bei Bodenbelägen. Bei der Prüfung wird ein Schleifmittel auf eine rotierende Scheibe aufgestreut und unter Druck gesetzt. Das abgeriebene Gesteinsgut wird gemessen in cm³/50cm²' [1]
  • Berechnungsgewicht … 'Der Rechenwert zur Ermittlung der Eigenlasten ist die bezogene Schwerkraft aus der Masse dieser Stoffe und der Erdbeschleunigung. Die Werte gelten für die Berechnung der Standsicherheit und der Abmessungen baulicher Anlagen für Mauerwerk aus natürlichen Steinen.'[1] Gemessen in kN/m²
  • Wasseraufnahme … Das ist die Menge an Wasser, die in den Poren und Zwischenräumen im Innneren der Gesteine vorhanden ist. Gemessen in Vol-% oder Gew-%
  • Thermische Dehnung… Das Gestein wechselt je nach Temperaturschwankungen sein Volumen. Gemessen in mm/m100K
  • Wärmeleitfähigkeit … Kennwert für den Transport von Wärmeenergie in Stoffen. Gemessen in W/mK
  • Ausblühungen … bezeichnet das Auskristallisieren von Salzen auf der Gesteinsoberfläche.

Oberflächenbearbeitung des Natursteins

Der nächste Schritt nach der Unmaßplattenherstellung ist gewöhnlicherweise die Oberflächenbearbeitung. Die Rohplatten werden hier soweitgehend bearbeitet, wie dann das Endprodukt auch aussehen soll. Die individuellen Bearbeitungsmöglichkeiten jedes Natursteins erhöhen die Vielfalt des Aussehens. Es gibt verschiedene Verfahren zur Oberflächenbeschaffung:


Fakten Fakten
grob gespitzt Spitzeisen, Hammer Die Oberfläche wird hierbei mit einem Hammer und dem pyramidenförmig zulaufenden Spitzeisen abgesprengt. Die Spitzhiebe sitzen hier weder gleichmäßig noch gleich tief. Fein gespitzte Steinoberflächen hingegen müssen regelässige und gleich tiefe Hiebe vorweisen. Es dürfen keine Spuren oder Bruchstellen sichtbar sein. Punktgespitzt Spitzeisen, Hammer Hier ist der Ansatz des Spitzeisens senkrecht zur Oberfläche. Bei netzgespitzten Flächen hingegen liegt der Ansatz des Spitzeisens bei 45°. Je nachdem wie die Schlagpunkte gesetzt werden (weit bzw. eng), kann man die Oberfläche grob oder fein bearbeiten.
Bahnengespitzt Spitzeisen, Hammer - Bahnenspitzen ist eine Sonderform des Spitzens. Schlagwerkzeug und Spitzeisen ziehen eine kontrollierte Musterung („nach Strich“)- im Fischgrätmuster Scharriert Scharriereisen Scharriereisen können unterschiedliche Breiten haben, von 8-15 cm. Unterschiedliche Abstände der Scharrierschläge, wechselnde Richtungen, weiche od. harte Schläge und Anstellwinkel des Scharriereisens haben unterschiedliche Flächenwirkungen zur Folge.- im Fischgrätmuster; Die Fläche wird mit einem 3 cm breiten Schlageisen hergestellt
Buntscharriert Scharriereisen Bei dieser Art wechseln die Scharrierschläge die Richtung und eventuell auch die Tiefe. gestockt Stockhammer Die Fläche wird hierbei eben und grobkörnig. Der Hammerkopf ist 5x5 cm groß und die Zahnweiten können von 4–15 mm unterschiedlich groß sein. Die verschiedenen Hammeraufsätze sind: 4x4 cm Zähne für grobgestockte Flächen und 7x7 cm Zähne für gestockte Flächen.
gestockt-gebürstet Bei diesen drei maschinellen Bearbeitungsmethoden wird die grobe Oberfläche geglättet und verfeinert. Gestockt Stockhammer Die Fläche wird hierbei eben und grobkörnig. Der Hammerkopf ist 5x5 cm groß und die Zahnweiten können von 4–15 mm unterschiedlich groß sein. Die verschiedenen Hammeraufsätze sind: 4x4 cm Zähne für grobgestockte Flächen und 7x7 cm Zähne für gestockte Flächen.
Fein gestockt Stockhammer (Zahnweite 4-5 mm, entsprechend 12x12 Zähne) Die Oberfläche wird eben und gleichmäßig geschlossen. diamantgesägt Sägeblätter Mit diamantbestückten Sägeblättern werden im Gatter durch waagrechte, schiebende Bewegungen oder mit Kreis- bzw. Blocksägen exakte und feine Schnittoberflächen erzeugt. Die Spuren des Sägeblatts sind deutlich sichtbar auf der Oberfläche.
geschliffen Schleifpapier Je nach Größe des Schleifkorns entstehen deutlich sichtbare bis mikroskopisch feine kreisförmige Spuren. Grobgeschliffen = C60, halbgeschliffen = C120, feingeschliffen = C220; Geschurte Flächen sind eine weitere Art der Oberflächenbehandlung, wo es zum Abrieb der Oberfläche mit Stahlsand kommt. Feinstgeschliffene Oberflächen bringen Farbe und Textur deutlicher zur Geltung. Gespitzt und überschliffen Hier sind zwei Anwendungen von Oberflächenbearbeitung notwendig die sich sehr unterscheiden, bei der das Schleifen, die Kraft des Gespitzten zurückdrängt.
Gespitzt, gezahnt und überschliffen Die Überarbeitung der gespitzten Fläche glättet die Oberfläche, die durch den Schliff weiter vereinheitlicht wird. Gespitzt, gestockt, gebeilt und überschliffen Es entsteht eine sehr vielfältige Struktur.
Grob gespitzt und geriffelt Riffelhammer Es bildet sich eine sehr lebendige Struktur, da die gleichmäßige Riffelung mit dem groben Untergrund lebendig überlagert wird. Gestockt, gebürstet und gewachst Durch die Wachsbehandlung wird die Fläche farblich intensiver und ebenso für das Verfugen geschützt.
poliert Die Politur ist der letzte verfeinernde Vorgang beim Naturstein. Ergebnisse der Politur: dichte und ebene Oberfläche, teilweise sogar glänzend bzw. spiegelnd, Poren bzw. Löcher werden mit Epoxidharz oder mineralischen Mitteln ausgekittet. Harte Steine werden maschinell mit keramik- oder diamantbesetzten Scheiben poliert. sandgestrahlt Stahlsand oder Elektrokorund werden mit hohem Druck auf die raue Oberfläche geschleudert, die dadurch gleichmäßig aufgeraut wird. Es kommt eine weiche, matte und gleichmäßige Oberfläche zum Vorschein.
beflammt Brennstrahlgerät Mit diesem Gerät wird die Steinoberfläche kurzzeitig erhitzt, dass durch Expansion Steinpartikel abgesprengt werden. Es entsteht eine spaltraue Fläche, die die kristalline Struktur deutlicher macht. Grundsätzlich ist diese Art der Oberflächenbearbeitung für quarzhaltiges Gestein und ausreichend dicke Steinplatten geeignet. gebürstet Die Steinplatte wird beflammt und mit einer Kunststoffbürste bearbeitet. Es entsteht eine antik wirkende Oberflächenstruktur.
Laserbehandelt Es werden feinste Mulden in der polierten oder feinstgeschliffenen Gesteinsoberfläche erzeugt. Fein bossiert Flacheisen Eine bruchraue Fläche wird mit dem 3 cm breiten Flacheisen fein abgearbeitet
In Bahnen geriffelt Riffel- und Billhammer Dieses Gerät weist eine Schlagfläche mit parallelen sattelförmigen Bahnen auf, die teilweise, je nach Material, deutliche Striche hinterlassen. Es kann auch hier wieder eine gröbere oder feinere Textur entstehen.

Gesteinsarten und deren Oberflächenbearbeitungsmöglichkeiten


Gesteinsarten und deren Oberflächenbearbeitungsmöglichkeiten


Werkzeuge zur Oberflächenbehandlung


Herstellung von Fertigfabrikaten


Der letzte Schritt ist nun die Anfertigung der Rohplatten in den gewünschten Maßen. Dazu werden Brückensägen oder einfach kleinere Kreissägen benötigt. Das Resultat können Bodenplatten, Küchenabdeckungen, Treppenstufen oder Fassadenplatten sein. Eine weitere Technik ist das Schneiden mit einem Wasserstrahl. Zum Schluss werden noch für Spezialstücke notwendige Sichtkanten, Rundungen oder Löcher ausgearbeitet, wofür Spezialmaschinen mit computergestützen Programmen notwendig sind. Dazu gehören z.B.: grobrautiertes und feinrautiertes Parallelprogramm, kannelierte Flächen, grobgezahnte Flächen, geriffelte Flächen, Flächen mit parallelen Rillen, bogenförmig gerillte Flächen usw… Dann wird das jeweilige Endprodukt am Bau versetzt.

Reinigung und Pflege des Naturwerksteins


Einflüsse der Umwelt und des Gebrauchs spielen besonders bei der Pflege und Reinigung eine große Rolle. Wie verschmutzt ein Naturstein dann tatsächlich ist, dafür ist die Porigkeit und Oberflächenbeschaffung des Gesteins verantwortlich.

  • Reinigung von Naturwerksteinfassaden

Grundvoraussetzung sind die Kenntnisse über den jeweiligen zu behandelnden Naturstein. Die Reinigung sollte prinzipiell von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.

  • Reinigung von Böden und Wänden im Innenbereich

Die Reinigung sollte weitestgehend mit Wasser stattfinden. Bei stark strukturierten Oberflächen, wie bei gestockten, sand- oder flammgestrahlten Oberflächen werden die Möglichkeiten der Reinigung sehr eingeschränkt. Planerische Maßnahmen wie Schmutzschleusen und Sauberlaufzonen sind von vornherein zu beachten. Es werden bei der Pflege verschiedene Vorgehensweisen unterschieden:

  • Bauschlussreinigung: Dieser Vorgang wird nach dem Verlegen und Verfugen des Naturwerksteins vom Fachbetrieb ausgeführt. Schmutz wie Mörtelreste, Bohrstaub, Schutzfolien und Abdeckungen werden hierbei entfernt. Anschließend folgt die Reinigung durch Feuchtwischen mit Leitungswasser, eventuell unter Zugabe eines neutralen Reinigungsmittels (Eignung des Herstellers muss nachgewiesen sein).
  • Grundreinigung: Durch Kehren und Saugen werden vereinzelte Sandkörner entfernt, mit der Spachtel werden Lackreste, Farbreste und Mörtelspritzer beseitigt und Zementschleier werden mit einer Bürste weggemacht.
  • Erstpflege: Diese so genannte Grundreinigung findet in den ersten sechs Monaten nach dem Verlegen statt. Hierfür werden Pflegemittel auf die Oberflächen gegeben, die das Anschmutzen vermindern und die Reinigung danach erleichtern sollen.
  • Unterhaltsreinigung: Während der Nutzung der Natursteinelemente gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen zur Reinigung: Kehren, Kehrsaugen, Feuchtwischen, Nasswischen, Nassscheuern, Cleanern(= Bodenreinigungsmaschine), bearbeiten mit Faserpads

Reinigungsverfahren [1]


Reinigungsverfahren Untergründe Reinigungsablauf Hinweise Schutzmaßnahmen
Mechanische Reinigungsverfahren
Strahlverfahren (trocken) alle Naturwerksteine Abstrahlen, Entstauben, Strahlgut an gegliederten Fassaden entfernen Entstauben notwendig, geringer bis hoher Substanzverlust möglich, Strahlgut und Druck optimieren und auf den Untergrund abstimmen volle Schutzkleidung erforderlich, Gerüstabdeckung (Planen, feine Netze) notwendig
Strahlverfahren (nass) alle Naturwerksteine Abstrahlen, Entstauben, Strahlgut an gegliederten Fassaden entfernen geringer bis hoher Subastanzverlust, gute Reinigungswirkung, Strahlgutdurchsatz und Korngröße optimieren volle Schutzkleidung erforderlich, Gerüstabdeckung
Niederdruck-Wirbel-Strahlverfahren alle Naturwerksteine Abradieren, Granulat entfernen, Nachwaschen sehr geringer Subastanzverlust, gute Reinigungswirkung, geringer Wassereinsatz Schutzkleiung
Nassreinigung ohne chemische Zusätze
Kaltwasser, drucklos alle Naturwerksteine Vornässen, Reinigen nicht für starke Verschmutzungen Schutzkleiung; schadhafte Fugen an Mauerwerksöffnungen und Werksteinen abdichten
Kaltwasser, Sprühverfahren alle Naturwerksteine Langzeiteinwirkung von Wasser durch Sprühstrahl hohe Durchfeuchtung des Untergrundes, schonende Reinigung Schutzkleiung; schadhafte Fugen an Mauerwerksöffnungen und Werksteinen abdichten
Kaltwasser unter Druck alle Naturwerksteine Vornässen, Reinigen bei hohem Druck Substanzverlust an verwitterten Natursteinoberflächen möglich Schutzkleiung; schadhafte Fugen an Mauerwerksöffnungen und Werksteinen abdichten
Heißwasser unter Druck alle Naturwerksteine Vornässen, Reinigen guter Reinigungseffekt Schutzkleiung; schadhafte Fugen an Mauerwerksöffnungen und Werksteinen abdichten, Verbrühungsgefahr
überhitztes Wasser mit geringem Druck alle Naturwerksteine Vornässen, Reinigen guter Reinigungseffekt, geringe Wasser- und Druckbelastung
Chemische Reinigungsverfahren
organische Säuren vorwiegend silikatisch gebundene Naturwerksteine (Lösung von Kalk- und Mörtelschleim) Vornässen, Absäuern, Nachwaschen für schwächere Verschmutzungen; geringerer Substanzverlust; Arbeitsproben anlegen Schutzkleidung, Augenschutz
anorganische Säuren Entfernen von Rostflecken Vornässen, Absäuern, Nachwaschen für schwächere Verschmutzungen; geringerer Substanzverlust; Arbeitsproben anlegen Schutzkleidung, Augenschutz
Laugen alle Naturwerksteine Vornässen, Reinigen, Nachwaschen

Schäden an Naturwerksteinen


Prinzipiell ist die Verhinderung der untenstehenden Möglichkeiten von Schäden nur vorbeugend durch sachgemäße Konstruktion und geeignete Gesteinswahl möglich.

  • Schäden durch Wasser

Wasser ist einer der gefährlichsten Hauptverursacher von Schäden am Naturwerkstein. Wasser kann Bindemittel aus Gesteinen herauslösen. Wasser transportiert bauschädliche Salze, Verunreinigungen oder Gase in den Stein, die wiederum chemische Veränderungen bringen können. Ausblühungen entstehen, wenn der kapillare Feuchtetransport die gelösten Stoffe (Salze) an die Oberfläche transportiert und diese dort durch Verdunsten kristallisieren. Soweit diese Auskristallisierung nur auf der Oberfläche stattfindet kommt es zu keiner Baustoffzerstörung. Es kann jedoch durch Bildung einer Kruste an der Oberfläche zu Absprengungen und somit zur Schädigung der Steinoberfläche kommen. Es können durch Wasser auch Frostschäden entstehen, da Wasser beim Eindringen Hohlräume ausfüllt und es dann beim Gefrieren zu Absprengungen kommt. (Volumenvergrößerung von Eis gg. Wasser 1/11). Auch Tauwasser kann zu erheblichen Problemen führen, da es Dauerdurchfeuchtungen hervorrufen kann, z.B. an Fensterbänken, Bodenbelägen, nicht hinterlüftete Außenwandkonstruktionen oder in unterkellerten Räumen.

  • Verwitterung

Es gibt zwei unterschiedliche Verwitterungsvorgänge laut Prof. Helmut Weber: Dichte Materialien verwittern von der Oberfläche weg, was zu Substanzverlust der Oberfläche führt (= Marmore, dichte Kalksteine) Bei saugfähigen Materialien hingegen können die Schädlinge tiefer in den Naturstein eindringen, was Bindemittelumwandlungen und Bindemittelverluste verursacht.

  • Baukonstruktive Schadensursachen

Beim Zusammenbau mit anderen Materialien ist auf die Verträglichkeit Acht zu geben. Gefährlich ist zum Beispiel rostender Stahl der zu Volumsveränderungen und folglich zu Absprengungen führen kann. Alle Befestigungen sind somit mit rostfreien Stählen zu planen. Hölzer können durch ihre Inhaltsstoffe Verfärbungen auf dem Naturstein hervorrufen.

  • Erosion

Erosion kann durch Wind und dessen mitgeführten Sand, Ruß, und Staub zu Schäden führen. Es entstehen dauerfeuchte Schichten und diese wiederum können abplatzende Schalen hervorrufen.

  • Schäden durch Tiere und Pflanzen

Kotablagerungen von Tieren, vor allem Vögeln, sowie die Wurzelbildung der Pflanzen können zu erheblichen Schäden führen. Bakterien, Algen, Flechten führen zu chemischen Umwandlungsvorgängen.

  • Thermische Schäden

Extreme Temperaturunterschiede können zu Rissen führen. Durch Dehnfugen soll die Längenänderung durch Sonneneinstrahlung oder ähnliche Einwirkungen kompensiert werden. Weiters sind nur wenige Natursteine von Haus aus feuerbeständig.



Natursteinvorkommen in Österreich

Fakten Fakten Fakten
Aalfanger Granit aus Aalfang/Niederösterreich, mittel- bis großkörnig, frost- und tausalzbeständig Hartberger Granit aus Hartberg/Niederösterreich, mittel- bis grobkörnig, frost - und tausalzbeständig Schremser Feinkorn aus Schrems/Niederösterreich, feinkörnig, frost - und tausalzbeständig
Gebhartser Syenit aus Gebharts/Niederösterreich, fein- bis grobkörnig, frost - und tausalzbeständig Herschenberger Granit aus Herschenberg/Niederösterreich, mittel - bis grobkörnig, frost - und tausalzbeständig Neuhauser Granit aus St.Martin im Mühlkreis/Oberösterreich, besonders gleichmäßig, fein - bis mittelkörnig,
Schärdinger Granit aus Schärding/Oberösterreich, mittel - bis grobkörnig, frost - und tausalzbeständig Rauchkristall dunkel Marmor aus Villach/Kärnten, polierfähig, aus einer der wenigen Untertagbrüche Österreichs, grobe Struktur, frost - und tausalzbeständig Rauchkritall hell Marmor aus Villach/Kärnten, polierfähig, aus einer der wenigen Untertagbrüche Österreichs, grobe Struktur, frost - und tausalzbeständig
Sölker Marmor grün aus Kleinsölk/Steiermark, hochkristallin, frost - und tausalzbeständig Sölker Marmor rosé aus Kleinsölk/Steiermark, hochkristallin, frost - und tausalzbeständig Wachauer Marmor aus Wachau/Niederösterreich, polierfähig, http://www.wachauermarmor.at/wer_sind_wir.htm
Adneter Lienbacher Marmor Kalkstein aus Adnet/Salzburg, polierfähig Adneter rot-grau Schnöll Marmor Kalkstein aus Andet/Salzburg, polierfähig Schwarzenseer Grau Kalkstein aus Schwarzensee/Oberösterreich, polierfähig
Schwarzenseer Rot Kalkstein aus aus Schwarzensee/Oberösterreich, polierfähig St.Magarethener Kalksandstein aus St.Margarethen/Burgenland, bekanntestes Bauwerk: Wiener Staphansdom Untersberger Marmor aus Salzburg, polierfähig
Lindabrunner Konglomerat aus Lindabrunn/Niederösterreich, offen Ternitzer Konglomerat aus Niederösterreich Carat Blaugrün Metadiabas aus Kärnten
Dorfergrün Chloritschiefer aus Tirol Tauerngrün Serpentinit aus Tirol, keine oder wenig und recht dünne Adern aus Calcit; massiges Gestein ohne erkennbare Schieferung Pannonia Grün
Gamser Hartgneis Orthogneis aus Steiermark Rauriser Grün Quarzit aus Salzburg, http://www.rauriser.at/deutsch/privat/wir/produkt.htm

Fassade aus Naturstein

vorgehängte Fassade


Als ersten Schritt müssen Plattenformat und Plattendicke, bezogen auf ihr Material, bestimmt werden. Die Verankerung dieser hinterlüfteten Fassade muss rechnerisch nachgewiesen werden. Prüfzeugnisse über Biegefestigkeit, zulässige Ausbruchslast am Ankerloch, usw. sind erforderlich. Die Plattendicke ist abhängig von der Neigung der zu befestigenden Fassadenplatte – bei senkrecht stehenden Platten bzw. bei einer Neigung von bis zu 60° ist eine Mindestdicke von 30 mm nötig. Bei flacher Geneigten steigt die Dicke bis zu 40 mm. Bei einer horizontal liegenden Platte oder einer Platte mit 15° Neigung gegen die Horizontale erhöht sich die Dicke nochmals, aufgrund von Dauerlasten und dynamischen Beanspruchungen.


Befestigung der Platten

'Die Befestigung der Platten erfolgt an mindestens drei Punkten mit zwei Trag- und zwei Halteankern. Aufgabe der Traganker ist es das Eigengewicht über Querkräfte und die Windlasten über Längskräfte in den Verankerungsgrund zu leiten. Die Platte muss so angebracht werden, dass sie sich, je nach Temperatur und Feuchte wölben kann [Temperaturdifferenz von ± 35K, Wärmedehnzahl von alpha t = 0,00001 mm/(mmK) ]. Die Ankerdorne der Trage- und Halteanker greifen ca.25 mm in die Dornlöcher, die mit einem um ca. 1,5mm größeren Durchmesser in die Stirnflächen der Platten gebohrt sind. In einem festen Auflager wird der Ankerdorn eingemörtelt. Das bewegliche Auflager besteht aus Gleithülsen, die in die Bohrlöcher geklebt werden. Der Abstand zwischen Bohrloch und Plattenfläche beträgt meistens das 2,5 – fache der Plattendicke selbst.' [1] Gebräuchliche Ankerdorntypen sind Flachstahlprofile, bei Vertikalfugen mit waagrechten Dornen hochkant zur Belastung angeordnet bzw. bei Horizontalfugen in Hochkantposition. Die Größe des Bohrloches sowie die Einbindetiefe des Ankers sind vorgeschrieben.

Je nach Beschaffenheit des Verankerungsgrundes werden unterschiedliche Verankerungsarten gewählt. Besteht die tragende Unterkonstruktion aus Mauerwerk,eignen sich Einmörtelanker die in vorgebohrte Löcher mit einem Spezialmörtel eingesetzt werden. Die zulässigen Belastungen der Anker werden durch typengeprüfte Berechnungen nachgewiesen, wobei die Kenndaten des Untergrundmaterials berücksichtigt sind. Einmörtelanker werden bei Plattengewichten bis ca. 4 kN und Auskragungen bis ca. 300mm verwendet.

Bei Unterkonstruktionen (Wänden, Stützen, Balken) aus Beton werden zunehmend anzudübelnde Einzelanker mit Justiermöglichkeit bevorzugt. Der Vorteil liegt in der Schnelligkeit der Montage durch den geringen Bohraufwand bei Verwendung von Dübeln M8 bis M12. Der wirtschaftlichste Einsatz liegt bei Plattengewichten von ca.1,2 kN bzw. von ca. 2,4kN bei Anordnung der Anker in der Horizontalfuge.

Alternativ zur Dornmontage werden Hinterschnitt-Dübel angeboten, die für die Montage von 2 cm dicken Natursteinplatten aus Granit bauaufsichtlich zugelassen sind. Sind Naturwerkstein-Fassaden in großem Abstand vor der tragenden Unterkonstruktion zu montieren oder steht nicht ausreichend tragfähiges Untergrundmaterial für die Verankerung zur Verfügung, wird eine separate Unterkonstruktion aus z.B.Hängeschienen gebildet, an die wiederum die einzelnen Trage- und Halteanker für die Natursteinplatten justierbar angeschraubt werden. Die Aufhängung dieser Konstruktion erfolgt in der Regel an den Geschoßdecken-Stirnseiten aus Stahlbeton. Die Übertragung der horizontalen Windlasten in die Gebäudeaußenwände wird durch Abstandhalter erreicht, die an die Wände angedübelt werden. Neben Schienen-Unterkonstruktionen aus nichtrostendem Stahl werden zunehmend auch Traggerüste aus Aluminium- Profilen eingesetzt, die insbesondere für leichtere Fassaden (bis ca. 0,5kN/m2) geeignet sind.

Fugen

Die Ankerstege der Befestigung, die Bewegungen und die Maßtoleranzen der Platten müssen in die Größe der Fugen mit einberechnet werden. Die Normalfugenbreite beträgt 8mm, besser 10mm. Offene Fugen müssen mittels konstruktiven Maßnahmen sichergestellt werden (Schlagregenschutz). Die Entwässerung des untersten Anschlusses ist zu regeln. Die Fugendichtstoffe müssen entsprechend der Normen weichelastisch sein und bleiben, sowie eine praxisbezogene Bewegungsaufnahme von 20 bis 25% besitzen. Anschlussfugen sollten eine Mindestbreite von 10 mm haben. Bauwerksfugen (für Dehnung oder Setzung) sind zu beachten.

Hinterlüftung

Diese Luftschicht (ca. 20mm) zwischen Fassadenplatten und Außenwand bzw. Wärmedämmplatte dient dazu, den eingedrungenen Niederschlag und das Tauwasser abzuleiten. Ein weiterer Punkt ist die Verringerung des Transmissionswärmeverlustes, da die Luftschicht um 3° höher ist, als die Außenluft.


Natursteinböden

Natursteinböden kommen in repräsentativen Bereichen, sowie auch in nass belasteten Räumen (Bäder, Küche, Vorräume) vor. Sie werden sowohl häuslich, gewerblich als auch industriell genutzt. Früher wurden sie hauptsächlich in südlichen Ländern verwendet, da sie in unserer Gegend durch ihre höhere Wärmeableitfähigkeit eine niedrigere Oberflächentemperatur mit sich brachte. Mit der Entwicklung der Fußbodenheizung veränderte sich dies schnell. Natursteinbeläge eignen sich sehr gut für die Verlegung auf Heizestrichen, da sie die Wärme optimal an den Raum weiterleiten. Steinbeläge haben im Vergleich zu Teppichböden zum Beispiel zwar eine gewisse lastverteilende Wirkung, sind jedoch empfindlich gegenüber Scherspannungen aus dem Untergrund. Risse im Estrich lassen sich normal deckungsgleich in den Natursteinbelägen nachvollziehen. Die Ursache der Rissbildung kann sowohl in der Estrich-, als auch in der Oberbodenkonstruktion zu suchen sein. Vor der Verlegung des Bodenbelags sollte der Estrich je nach Ausbildung seiner Oberfläche und Ebenheit geschliffen, grundiert und gespachtelt werden (kommt in der Praxis nicht immer vor). Bei der Belagsverlegung sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass die Randfuge zwischen Estrich und aufgehenden Bauteilen frei von Spachtelmasse, Klebstoff und Verfugmasse bleibt. Ansonsten besteht die Gefahr einer Einspannung der Fußbodenkonstruktion, was zu einer Reihe von Schadensbildern führen kann. In nass belasteten Räumen ist es notwendig, dass eine dichtende Massnahme zwischen Bodenbelag und Estrich eingeführt wird (i.d.R.eine Verbundabdichtung).

Die gebräuchlichsten Naturwerkstein-Bodenbeläge sind Granite, Kalksteine und Marmore. Die Plattendicke richtet sich prinzipiell nach der Beanspruchung, nach dem Plattenformat und nach dem Verlegeuntergrund: häufigste Materialstärken sind zwischen 10mm und 40mm. Oberflächenbearbeitungen beschränken sich hier auf die feineren, wie poliert, feingeschliffen, geschliffen, geschurt, gesandelt, beflammt oder spaltrauh (siehe oben)

Verlegetechniken

Grundsätzlich unterscheidet man verschiedene Verlegetechniken:

  • Dickbettverlegung: ist das konventionelle Verlegen der Bodenfliesen direkt im Mörtelbett und wird aufgrund der hohen Verlegegenauigkeit und wenn bauseitig kein Putz oder Estrich vorhanden ist vielfach eingesetzt.
  • Dünnbettverfahren: ist die modernere Möglichkeit, d. h. das Verkleben der Bodenfliesen mit einem Dünnbettmörtel beschleunigt die Ausführung der Fliesenarbeiten, wenn Putz und Estrich schon vorhanden sind. Für die Dünnbettverlegung bedarf es jedoch ebener und normgerechter Untergründe, die für die Fliesenverlegung geeignet sind. Für einen einwandfreien Haftverbund der Fliesen ist die Tragfähigkeit, Festigkeit und Formstabilität der Verlegeuntergründe von besonderer Wichtigkeit.
  • Mittelbett: Sind die Unebenheiten des Untergrundes oder beim Plattenmaterial für das Dünnbett zu groß, verlegt man im Mittelbett, das bis zu 15 mm dick sein kann. Durch die Dicke werden sowohl Höhendifferenzen im Untergrund als auch Toleranzen im Plattenmaterial zuverlässig ausgeglichen. Das Mittelbett braucht man zum Beispiel bei Spaltplatten mit starker Rückseitenprofilierung, bei Handformsteinen, Ziegelfliesen, Naturwerksteinplatten mit unterschiedlichen Dicken oder bei Steinzeugplatten.[1]
  • Fließbettmörtel: Dabei handelt es sich um ein relativ neues System zur Verlegung von Naturstein. Sie sind vor allem dort von Vorteil, wo es auf eine möglichst hohlraumfreie Verlegung ankommt. Es wird bereits eine Vielzahl von Mörtel angeboten, die teilweise durch unterschiedliche Wasserzugabemengen vom Verleger in ihrer Konsistenz beeinflusst werden können. Es kommt hier zu einer hohen Benetzung der Plattenrückseite, wodurch Hohllagen so weit wie möglich vermieden werden. Bei einer Verlegung auf Fußbodenheizung wird aufgrund des hohlraumfreien Mörtelbettes ein besserer Wärmedurchgang erzielt.
  • Buttering-Floating-Verfahren: Hierbei handelt es sich um ein sehr aufwändiges Verfahren, wo Kleber bzw. Mörtel sowohl auf den Untergrund als auch auf die Rückseite der Bodenplatten aufgetragen wird. Das Buttering-Floating-Verfahren wendet man vor allem im Außenbereich an, da es ein Eindringen von Feuchtigkeit zwischen Belag und Untergrund weitestgehend verhindert.
Formate

Polygonalplatten
Bahnenware
Natursteinmosaik

Bei Naturstein besteht die Möglichkeit, im Gegensatz z.B. zu keramischen Belägen, die industriell gefertigte Formate haben, die Formate, Oberflächen und Formen frei zu wählen.

  • Polygonalplatten: solche Platten können natürliche Bruchkanten haben oder "Abfallprodukte" von einem Sägeabschnitt sein. häufigsten Materialien: Porphyr, Glimmerquarzit oder Glimmerschiefer; sehr preiswert, der Verlegeaufwand ist jedoch enorm, da man so wenig wie möglich Fugenanteil haben soll, das bei diesen unregelmäßigen Formen aber gar nicht so einfach ist
  • Bahnenware: dabei handelt es sich um Platten, die unterschiedliche, freie Längen aufweisen. Ökologisch gesehen gut, da der geringe Verschnitt die Ressourcen schont. Meist beträgt die Breite der Bahnenware 30cm, man kann sie jedoch beliebig anfertigen lassen
  • Natursteinfliesen: werden handelsüblich meist in den Abmessungen 30,5x30,5 cm, 30,5x61,0 cm, 40x40 cm und 61x61 cm gefertigt. Großformatige Bodenbeläge aus Naturstein werden im Obejektbereich meist als Formatplatten mit 2cm Dicke verlegt.
  • Mosaik:

Negativ-Verfahren: Hierbei müssen die Mosaiksteine bei der Verklebung mit der Sichtfläche nach unten aufgebracht werden, was spiegelbildliches Arbeiten erfordert. Die Einzelnen Mosaiksteine werden mit einem wasserlöslichen Kleber auf ein Papier oder Gewebe geklebt. Die unregelmäßigen Höhen der Mosaiksteine werden im Mörtelbett ausgeglichen. Positiv-Verfahren: hier werden die Mosaiksteine in den frischen Verlegemörtel eingesetzt. Das Problem dabei ist, dass das Eindrücken einzelner Mosaiksteine bereits verlegte Steine in ihrer Lage verändert.

Nachfolgende Plattenformate sind für Bodenbeläge standardisiert:

  • Bodenbelag in Bahnen: 1,5 cm; 2,0 cm, 3,0 cm Stärke: Die Platten sind in der Länge unterschiedlich, jedoch sind Bahnenbreiten von 15,0 cm, 20,0 cm, 25,0 cm, 30,0 cm, 40,0 cm üblich.
  • Natursteinfliesen mit 10 mm Stärke: 30,5×30,5 cm; 61,0×30,5 cm, 30,0×15 cm. Auch hier sind andere Fofrmate erhältlich.
  • Natursteinpflaster: Als Großsteinpflaster, Kleinpflaster, Mosaikpflaster zwischen ca. 18×18 und 4×4 cm, oder als Steinplatte, daneben auch in Naturform.
Natursteinpflaster
Verlegung im Außenbereich

Bei Arbeiten im Außenbereich ist vor allem auf eine hohlraumfreie Verlegung zu achten, da sich ansonsten in den Hohlräumen unterhalb des Belages Wasserlinsen ansammeln können, die bei Frost-/Tauwechsel zu einer Schädigung des Belages führen können. Es ist deshalb besonders wichtig, Wasser das über die Fugen in die Konstruktion eingedrungen ist, möglichst rasch abzuleiten. Eine Vielzahl verschiedener Systeme, die auf dem Wirkungsprinzip einer Flächendrainage basieren sind derzeit am Markt erhältlich.

Bei Natursteinplatten besteht darüber hinaus die Möglichkeit einer losen Verlegung. Für Natursteinbeläge die auf Kies- oder Splittbett verlegt sind, ist eine Mindestdicke von 30 Millimeter und eine Kantenlänge von mindestens 30 Zentimetern (bei einem Mindestflächeninhalte von 0,16 m²) gefordert. Die verwendeten Natursteine für die Bodenplatten-bzw.steinverlegung im Außenbereich sind: Granite, Grauwacke, Lavabasalt, Kalkstein, Quarzit, Kalkstein und Porphyr


wichtige Anforderungen bei der Verlegung von Naturstein im Aussenbereich:

  • Frost-Tau-Widerstand

für Aussenbereiche müssen Natursteinpflaster- bzw. platten unbedingt frost-tau-beständig sein.

  • Biegebruchlast

Bei Belastung (vor allem bei Verkehrsflächen) werden die Natursteine auf Biegung beansprucht. Die DIN EN 1344 unterscheidet 5 Klassen für die Biegebruchlast.

  • Abriebwiderstand

Der Widerstand gegen Tiefenverschleiß darf den vorgeschriebenen Wert nicht überschreiten

  • Gleit-, Rutschwiderstand

wird mit einem Pendelgerät (Skid Resistance Tester SRT) nach gewissen Prüfkriterien bestimmt

Skid Resistance Tester SRT



  • weitere Anforderungen

weitere Anforderungen beziehen sich auf Brandverhalten, die Asbestemission (Asbest = ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene, natürlich vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale, die an vielen Stellen der Erde in der Erdkruste eingebettet sind), die Wärmeleitfähigkeit und die Säurebeständigkeit

Europäische Normen für Naturstein

Die Europäische Union sieht vor, dass auf Grundlage der Bauproduktlinie für jedes Bauprodukt technische Regeln geschaffen werden. Diese europäischen Normen ersetzen oder ergänzen bestehende nationale Normen. Als Nachweis wurde das CE-Zeichen eingeführt. Nachstehend die wichtigsten europäischen Normen für Naturstein (Stand Oktober 2008):

  • EN 1925, Prüfverfahren von Naturstein — Bestimmung des Wasseraufnahmekoeffizienten infolge Kapillarwirkung
  • EN 1926, Prüfverfahren von Naturstein — Bestimmung der einachsigen Druckfestigkeit
  • EN 1936, Prüfung von Naturstein — Bestimmung der Reindichte, der Rohdichte, der offenen Porosität und der Gesamtporosität
  • EN 12370, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung des Widerstandes gegen Kristallisationen von Salzen
  • EN 12371, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung des Frostwiderstandes
  • EN 12372, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung der Biegefestigkeit unter Mittellinienlast
  • EN 12407, Prüfverfahren von Naturstein — Petrographische Prüfung
  • EN 13161, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung der Biegefestigkeit unter Drittellinienlast
  • EN 13364, Prüfung von Naturstein — Bestimmung der Ausbruchlast am Ankerdornloch
  • EN 13373, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung geometrischer Merkmale von Gesteinen
  • EN 13755, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung der Wasseraufnahme unter atmosphärischem Druck
  • EN 13919, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung der Beständigkeit gegen Alterung durch SO2 bei Feuchteeinwirkung
  • EN 14066, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung des Widerstandes gegen Alterung durch Wärmeschock
  • EN 14146, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung des dynamischen Elastizitätsmoduls (durch Messung der Resonanzfrequenz der Grundschwingung)
  • EN 14147, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung der Beständigkeit gegen Alterung durch Salzsprühnebel
  • EN 14157, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung des Widerstandes gegen Verschleiß
  • EN 14158, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung der Bruchenergie
  • EN 14205, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung der Härte nach Knoop
  • EN 14231, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung des Gleitwiderstandes mit Hilfe des Pendelprüfgerätes
  • EN 14579, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung der Geschwindigkeit der Schallausbreitung
  • EN 14580, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung des statischen Elastizitätsmoduls
  • EN 14581, Prüfverfahren für Naturstein — Bestimmung des linearen thermischen Ausdehnungskoeffizienten
  • Produktnormen:
    • EN 1467 Rohblöcke
    • EN 1468 Halbfertigerzeugnisse (Rohplatten)
    • EN 1469 Fertigerzeugnisse, Bekleidungsplatten (Fassadenplatten)
    • EN 12057 Fertigerzeugnisse, Fliesen
    • EN 12058 Bodenplatten und Stufenbeläge
    • DIN EN 12059 Fertigerzeugnisse, Steine für Massivarbeiten (Entwurf)
    • EN 771–6 Festlegung für Mauersteine – Natursteine

Anwendungsbeispiele und Referenzprojekte

Einzelverweise


Weblinks

Quellen

  • Mentlein, Horst: Pflaster Atlas. Planung, Konstruktion und Herstellung. Köln: Rudolf Müller 2.Auflage 2007, ISBN 978-3-481-02347-8
  • Hugues, Theodor; Steiger, Ludwig; Weber, Johann: Naturwerkstein. Gesteinsarten Details Beispiele. Baden-Baden: Institut für Internationale
Architektur – Dokumentation 1.Auflage 2002, ISBN 3-920034-06-6
  • Mojon, Alex: Steinkunde kompakt. Grundwissen. Gwatt/Thun: Weber 1.Auflage 2006, ISBN 3-909532-34-9
  • Friedrich, Volker: Alles über Naturstein. Pflaster, Mauern, Treppen im Garten. Stuttgart: Eugen Ulmer 2007, ISBN 978-3-8001-4439-6
  • Wanetschek, Margret und Horst: Naturstein und Architektur. Fassaden Innenräume Außenanlagen Steintechnik. München: Georg D.W. Callwey
2000, ISBN 3-7667-1438-4
  • Hegger, Manfred: Baustoff-Atlas. 1. Aufl. Birkhäuser; München, 2005 ISBN 3-7643-7272-9
  • Unger, Alexander: Fussboden-Atlas.Fußböden richtig planen und ausführen; 6. Aufl.; 2008 ISBN 978-3-00-067469-3
  • Reul, Horst: Handbuch Bautenschutz und Bausanierung. Schadensursachen, Diagnoseverfahren, Sanierungsmöglichkeiten. Köln, freiburger graphische betriebe 5.Auflage 2007, ISBN 978-3-481-02162-7

Attribute

Birgmann Gisela Bablick Heike HBM 08WS

Fakten zu NaturwerksteinRDF-Feed
BetreuerBablick Heike  +
LVHBM  +
Semester08WS  +
VerfasserBirgmann Gisela  +
Persönliche Werkzeuge