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Memento

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von Petra Cernusca & Birgit Brauner

Hypersurface

Die Idee des Hypersurface stellt das Konzept der kartesianischen Logik grundsätzlich in Frage. Gewöhnliche Vorstellungen und daraus resultiernde Wahrnehmungsgewohnheiten werden irritiert und bekannte Grenzen, zum Beispiel zwischen Innen und Außen, werden aufgehoben und neu definiert. “The ancient private/public occultation and the distinction between housing and traffic are replaced by an overexposure in which the difference between near and far simply ceases to exist.“ Paul Virillio Die Struktur des Hypersurfaces entspricht der eines Netzwerkes, das gekennzeichnet ist durch verschiedene wechselseitige Beziehungen, die gleichzeitig existieren, und dem Prinziep des permanenten Austausches folgen. Es entsteht die Möglichkeit zwischen verschiedenen „Ereignissebenen“ wechseln zu können, wie es aus dem world-wide-web allseits bekannt ist. Das virtuelle im alltäglichen Leben ist gekennzeichnet durch die wechselseitige Vebindung mit der Umgebung, der Beziehung zwischen dem handelnden Körper und den ihn umgebenden Raum. Diese Zusammenhänge sind schwer greifbar, da sie außerhalb der menschlichen Wahrnehmungt liegen. Die Falte liefert ein Modell für Prozesse die einer permanenten Verwandlung unterliegen, und Strukturen in denen ursprünglich nicht benachbarte Bereiche sich berühren. (...falten, entfalten, neufalten...) Auch die herrkömmliche Unterscheidung zwischen Information und Informationsträger wird aufgehoben, da bereits die Struktur der Falte als codierte Information gelesen werden kann. Als Beispiel um die strukturbildenden Eigenschaften eines Hypersurfaces aufzuzeigen wurde der Mazdawerbespot „Coolworld“ von Charly Watson herangezogen. Durch die im Film angewendeten Methodiken der Collage, der Fragmentation und des Morphens werden Sprünge in Zeit, Maßstab, Perspektive und zwischen Innen und Außen erzeugt, wodurch wiederum der Eindruck erweckt wird, daß alles fließend ist.


Die Beziehung zwischen handelndem Körper und seiner Umgebung läßt sich anhand von motorischen Systemen und neuralen Prozessen beschreiben. In beiden Fällen handelt es sich um dynamische Systeme die selbstorganisierenden Prozessen unterliegen und analog zum Hypersurface Netze variabler Beziehungen bilden. In dem sogenannten „biologischen Raum“ werden diese Beziehungen durch Feldzustände definiert. Am Beispiel der Prothese läßt sich ein solcher Zustand anschaulich beschreiben. Ein Patient des Neurologen Oliver Sacks erzählt, dass die Prothese im Moment der Bewegung lebendig wird und ihn laufen läßt. Die mechanische Erweiterung wird durch die Selbstwahrnehmung(Propriozeption) belebt. Das Innere Phantom des Körpers zeigt eine unuterdrückbare Tendenz sich auszudehnen, die Haut weitet sich aus. „Der Körper schafft ein haptisches Feld, dass auf ihn selbst konzentriert ist, in dem äußere Ereignisse in das Netz körperlicher, virtueller Bewegung integriert wird und sich in Form und Handlung aktualisiert.“ Die Prothese Skateboard erweitert das Handlunsrepertoir des Benützers und wird Teil seines haptischen Raums. „Der Körper wird geschmeidig, und zieht so viel wie möglich aus der Umgebung in seine Späre.“ Der Skateboarder erzeugt im Moment seiner Bewegung eine eigene virtuelle Topographie, eine nicht permanente Inskription in die Oberfläche, den Raum. Die Wahrnehmung der Bewegung im Raum wird durch den visuellen Reiz gesteuert. Nur durch das koordinierte Zusammenspiel zwischen Auge und Gliedmaßen ist der Skateboarder in der Lage Punktgenau den Handlauf des Geländers zu treffen.




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Attribute

Cernusca Petra, Brauner Birgit | Budig Michael | HB2 | Memento | 03WS

Fakten zu MementoRDF-Feed
BetreuerBudig Michael  +
LVHB2  +
Semester03WS  +
TitelMemento  +
VerfasserCernusca Petra  + und Brauner Birgit  +
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