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Walser Thomas

Parametric LANDsc(H)apes_ El Ejido | Almeria | 2030 Betreuer: Architekt DI Markus Malin


Inhaltsverzeichnis

Standort > Almeria

Almeria ist eine Provinz im Süden von Spanien mit einer Fläche von 8.774 km². (Tirol - 12.647 km²) Die Provinz erlebte ab 1960 einen massiven ökonomischen Aufschwung, nachdem die Zentralregierung in Madrid eine großflächige Wasserversorgung der trockenen Gegend initialisierte, um die Landwirtschaft zu fördern. Infolge dessen erhöhte sich zum Beispiel die Einwohnerzahl der, mitten in diesem Gebiet gelegenen, Stadt El Ejido von 1.000, in den 60ern, auf beinahe 80.000 heute.

Der landwirtschaftliche Anbau erfolgt fast ausschließlich in Gewächshäusern aus Kunststoffplanen. Diese nehmen heute eine Fläche von 25.000 Hektar ein. Das ist mehr „Gewächshausfläche“, als in den Niederlanden und Belgien zusammen. Jeder Europäer isst im Durchschnitt 10kg Gemüse aus Südspanien pro Jahr.

In den letzten Jahren entwickelt sich der Tourismus immer mehr als zweites wirtschaftliches Standbein der Provinz. Zum Beispiel schwillt die Bevölkerung der Tourismushochburg Roquetas de Mar jeden Sommer von 70.000 auf 150.000 Personen an.


Nicht nur im Fall der Provinz Almeria bringen solch massive Veränderungen, in verhältnismäßig kurzer Zeit, auch eine Menge schwerwiegender Probleme mit sich. Unter Anderem kommt es immer wieder zu sozialen Spannungen zwischen der einheimischen Bevölkerung und den unzähligen Gastarbeitern. Diese fanden, in Form von tagelangen Ausschreitungen, im Jahr 2000 ihren traurigen, vorläufigen Höhepunkt.

Rückblicken betrachtet war wohl dies für mich einer der Gründe, mich mit dem Zusammenhang von physischer- und sozialer Umwelt näher zu befassen > The Social Logic of Space Bild:Divider.jpg

Almeria im “Atlas of Our Changing Environment“ der Vereinten Nationen

Bild:Divider.jpg


Almeria > Erste Analyse

1km2 Almeria, fast vollständig bedeckt mit Gewächshausern, bildet die Basis für eine erste Analyse. Die geometrischen Eigenschaften (Abmessung/Abweichung vom rechten Winkel) der Gewächshäuser werden in Zahlen gefasst und bilden die Basis für ein Mel Script.

Nachzeichnen/Vektorisieren der Gewächshausumrisse (Quelle: Google Maps)
Die Position der Gewächshäuser spielt keine Rolle, deshalb werden sie alle auf einen Ursprungspunkt verschoben und möglichst in dieselbe Richtung gedreht. Nun lassen sich leicht die minimalen und maximalen Abmessungen in X- und Y-Richtung ermitteln.
Links: Die beiden gelben Rechtecke zeigen den minimalen und maximalen Bereich und das rote Rechteck das arithmetische Mittel der Abmessungen. Rechts: In einem 2. Schritt wird die Abweichung aller einzelnen Kanten vom Rechten Winkel analysiert. Mit dem Befehl "_list" werden die Koordinaten aller Linien vom Autocad ins Excel exportiert und dort umgerechnet. Eine Kante parallel zu einer der Koordinatenachsen ergibt den Wert 0. Die maximale Abweichung davon (+/-45 Grad) ergibt den Wert 1. Das arithmetische Mittel der Abweichung aller Kanten im Projektgebiet ist 0,17.
Das Mel Script erstellt nun Gewächshauskopien, die den Werten der vorherigen Analysen folgen.

Bild:Divider.jpg


Tool & Theorie > Space Syntax

Der Begriff Space Syntax vereinigt mehrere Tools zur räumlichen Analyse unserer gebauten Umwelt und Theorien über die soziale Auswirkung dieser baulichen Konfiguration.

Eines dieser Tools ist die „Axial Space Analysis“ begründet von Prof. Bill Hillier. Dabei wird vom Projektgebiet zuerst eine sog. „Axial Map“ erstellt, ein zusammenhängendes Netzwerk von Sichtlinien. Dann wird mittels verschiedenen Methoden untersucht, in welchem Zusammenhang jede Linie im System mit den Anderen steht.

Eine Untersuchungsmethode hier ist Analyse der „Local Integration“.

Zuerst wird einen Aktionsradius festgelegt und die erste Linie gewählt. Im ersten Schritt (Syntactic step) wird dann die Auswahl um die Linien, die mit der Ursprünglichen direkt verbunden sind, vergrößert. Je nach gewähltem Radius wird diese Vergrößerung dann mehr oder weniger oft wiederholt. Die Anzahl der ausgewählten Achsen, gibt nun den Integrationsgrad der Linie an. Dies wird einzeln für alle Achsen im Netzwerk wiederholt und fertig ist die „Local Integration Analysis“.

A Space Syntax Glossary – Zusammenfassung der wichtigsten Grundbegriffe in der Space Syntax Theorie

In diesem Bild wird in 2 Beispielen ganz links jeweils eine Ausgangslinie gewählt und dann die Auswahl um 3 „Syntatic Steps“ erweitert. Die Ausgangslinie im ersten Beispiel erreicht innerhalb von 3 Schritten mehr Linien, als diejenige des zweiten Beispiels. Die obere Ausgangslinie hat deshalb eine höhere „Integration“ als die Untere.


Dieses Bild zeigt nun die Local Integration Radius 3 der Axial Map. Rot signalisiert eine hohe und blau eine niedrige Integration. Diese Analyse wurde im Programm UCL Dephtmap erstellt.
Links: Local Integration R2 einer Axial Map, gerechnet im UCL Dephtmap Rechts: Local Integration R2 derselben Axial Map, gerechnet mittels eines Mel Scripts

Bild:Divider.jpg


2d > 3d

Das oben gezeigte Mel Script rechnet also die Local Integration eines zweidimensionalen Netzwerks.

Im Nächsten Schritt wird nun festgelegt, dass es sich bei diesem zweidimensionalen Netzwerk um Straßen in einem Stadtgebiet handelt. Das Script soll nun, mit Hilfe der Daten aus der Local Integration Analyse, dreidimensionale Gebäude zwischen diesen Straßen erzeugen. Es folgt dabei folgenden zwei Regeln:

  • Mehr Integration = Mehr Straßenbreite (aufgrund des höheren Verkehrsaufkommens)
  • Mehr Integration = Mehr Geschoßfläche/mehr Gebäudehöhe (aufgrund des höheren Flächenbedarfs)
Zuerst wird vom Anwender die minimale und maximale Gebäudehöhe festgelegt.Das Script errechnet dann für jede Straßenkreuzung ein Mittelwert aus der Integration aller direkt angrenzenden Straßen. Auf Basis diese Mittelwerts zieht es dann die Gebäude hoch.

Bild:Divider.jpg

Im nächsten Schritt wird nun für jedes Gebäude das Verhältnis zwischen Dachfläche und Fassadenfläche berechnet. (Ich werde im folgenden diesen Wert “Hochhausfaktor” nennen.) Je höher und zugleich schlanker ein Gebäude, desto höher ist auch dessen Hochhausfaktor. Nachdem für jedes Gebäude der Hochhausfaktor berechnet wurde, werden sie in 3 Kategorien unterteilt:

  • Die flachsten Gebäude, also diejenigen mit dem niedrigsten Hochhausfaktor, werden jeweils in 4 kleinere Gebäude unterteilt. Der Platz zwischen ihnen wird leicht in Richtung der angrenzenden Straße mit der höchsten Integration verschoben.
  • Die restlichen Gebäude werden abgerundet.
  • 10% der Gebäude mit dem höchsten Hochhausfaktor werden von der angrenzenden Straße mit der geringsten Integration weggeneigt. Sie lehnen sich also in Richtung der höheren Integration.


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Attribute

Walser Thomas | Schumacher Patrik Malin Markus | E4 | Mel is the machine | assoziative prozesse | 07WS Datei:LocalIntegrationCity (2).jpg

Fakten zu Mel is the machineRDF-Feed
BetreuerSchumacher Patrik  + und Malin Markus  +
ImageLocalIntegrationCity (2).jpg  +
LVE4  +
Semester07WS  +
Themaassoziative prozesse  +
TitelMel is the machine  +
VerfasserWalser Thomas  +
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