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London 2012 URBAN HISTORY

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GRÜNDERZEIT

Der Legende nach wurde London nach dem Sieg über die Riesen Gog und Magog von Brutus, einem Trojaner, gegründet. Die Stadt hieß anfangs „Troia Nova“, woraus sich der spätere Name „Trinovantum“, der sich auf einen in der Gegend siedelnden keltischen Stamm, die „Trinovaten“ bezieht, ableitet.

Basierend auf der Auswertung archäologischer Funde gilt 47 n.Ch. als vermutliches Gründerjahr der Siedlung „Londinium“ durch die Römer nach der vorangegangenen Eroberung Englands im Jahr 43 n. Ch. (keltisch: „lond“= wild, bewachsen). Die Stadt erstreckte sich damals über etwa eine Meile in der Länge und eine halbe Meile in der Breite. Latein war die damalige Amtssprache.

60 n. Ch. wurde die Stadt von den Icanern unter König Boudicca überfallen und angezündet, jedoch kurze Zeit später wiederaufgebaut um aufgrund konstanten Wachstums bald „Camulodunum“ (Colchester) als Hauptstadt Britanniens zu ersetzen. 120 n.Ch. lebten bereits 60.000 Menschen in London.

Mitte des 2. Jhdts. n. Ch. erlebte London seine erste Blütezeit. Dies zeigte sich durch den Bau einer riesigen Basilika, sowie einer Festung für städtische Garnisionen, eines Regierungspalastes, aber auch von Thermen.

Nach der Aufteilung Britanniens in „Britannia Superior“ und „Britannia Inferior“ 197 n. Ch. demonstrierte der „London Wall“, eine Befestigungsmauer an der flussabgewandten Seite des Flusses in den folgenden Jahrhunderten die Ausdehnung der Stadt.

Der Niedergang „Londoninium“ begann im 3. Jhdt. n. Ch., bedingt durch politische Instabilität und wirtschaftliche Krisenjahre. Nach der Neuaufteilung der Provinz um 300 n. Ch. war „Londinium“ Hauptstadt der Provinz „Maxima Caesariensis“.

410 n. Ch. beendeten die Römer die Besetzung der Stadt, welche inzwischen um eine Mauer an der flusszugewandten Seite verstärkt worden war. Mit dem Ende der Besetzung begann die Zeit „Londiniums“ als autonome Stadt.

Nach zahlreichen Überfällen germanischer Stämme auf die keltoromanische Bevölkerung, bestand „Londinium“ Ende des 5. Jhdts. n. Ch. nur mehr aus Ruinen.

Bischof Melitus legte 607 n.Ch. den Grundstein der „St. Paul`s Cathedral“.

Im 7. Jahrhundert existierten unweit der Stadt bereits zwei weitere Dörfer. Eine Seehandelsbasis wurde bei „Lundenwic“ (Siedlung London) am „River Fleet“ aufgebaut. 825 n. Ch. wurde die Herrschaft über das Dorf durch das Königreich Wessex übernommen.

871 n. Ch. drangen die Wikinger bis „Londinium“ vor. 7 Jahre darauf wurden die Angriffe mit einem Frieden zwischen König Alfred dem Großen und Guthrum, dem Führer der Wikinger“ für beendet erklärt. Daraufhin wurde das Gebiet innerhalb der römischen Stadtmauer wieder besiedelt und erhielt den Namen „Lundenburgh“.

866 n. Ch. wurde eine Brücke über die Themse errichtet, welche am Südufer von der Siedlung „Suthringa Gewarc“, dem späteren „Southwark“ aus kontrolliert wurde. Die am Nordufer gelegene „City of London“ erhielt im selben Jahr das recht zur Selbstverwaltung.

Nach knapp einem Jhdt. unter englischer Herrschaft, war London Anfang des 10. Jhdts. zu einem bedeutenden Handelszentrum aufgeblüht, wodurch auch seine politische Bedeutung zunehmend stieg. In dieser Zeit erhielt die Stadt unter anderem das Münzprägungsrecht.

1013 wurde London erneut von den Wikingern belagert, was König Aethelred zur Flucht in die Normandie veranlasste.

1016 wurde London von den Wikingern unter Knut dem Großen erobert, bevor die Stadt 1042 erneut von den Angelsachsen übernommen wurde.


MITTELALTER

1066 wurde London von den Normannen erobert. Nach der Niederbrennung Southwarks wurde Wilhelm („der Eroberer“) am 24.12.1066 in der Westminster Abbey zum König gekrönt.

Um weitere Angriffe durch die Wikinger zu verhindern ließ Wilhelm in London mit dem „Tower of London“, „Maynard`s Castle“ und „Montfitschet Castle“ drei Festungen errichten.

1067 erhielt London das formelle Stadtrecht, die Privilegien aus der Zeit der angelsächsischen Herrschaft wurden bestätigt.

1097 wurde durch Wilhelms Sohn der Bau des ältesten Teils des „Palace of Westminster“, der „Westminster Hall“ veranlasst, welcher zur königlichen Hauptresidenz wurde.

Von 1179 bis 1209 wurde die „London Bridge“, die erste Brücke über die Themse, neu errichtet. Diese ging durch einen verheerenden Brand mit vielen Toten im jahr 1212 in die Geschichte ein.

1189 ernnante Richard Löwenherz den ersten „Lord Mayor“ (Bürgermeister).

Der florierende Handel und damit verbundene wirtschaftliche Aufschwung führten zu einer starken Bevölkerungszunahme. Während um 1100 15.000 Menschen in London lebten, waren es 1300 bereits 80.000. Organisiert wurden Handel und Stadt damals von Gilden (verbindung von Kaufleuten).

Dennoch bargen die engen, verwundenen Gassen der damaligen Stadtstruktur, welche dicht mit Häusern aus leicht brennbaren Materialien bebaut waren, erhebliche Gefahren in Form Großbränden oder Krankheiten aufgrund der prekären hygienischen Bedingungen. 1348 forderte die erste Pestwelle 30.000 Todesopfer.

1381 wurde London während der „Peasants Revolt“ erneut besetzt. Die revoltierenden Bauern exektutierten Minister und plünderten und brandschatzten die Stadt.

1485 wurde Heinrich der VII. zum neuen Herrscher und weitete daraufhin die Macht des Königshauses aus.Obwohl der Handel ausgebaut wurde, unterließ die Krone notwendige Erweiterungen der Infrastruktur.


16.JAHRHUNDERT

Das 16. Jahrhundert in London war geprägt von der Reformation, während der der roßteil der Oberschicht zum Protestantismus konvertierte, nachdem bis 1538 kirchliche Immobilien und Land besitze beinahe ausnahmslos in die Hand der Krone, an die Stadt oder Adelige übergegangen waren. Der „York Palace“ wurde nach der Enteignung umgestaltet und unter der Namen des „Palace of Whitehall“ zur neuen Hauptresidenz des Königs umgestaltet. Der „Hyde Park“, sowie der „St. James`s Park“ wurden zu königlichen Jagdgebieten erklärt.

Zur Zeit der Herrschaft Elisbeths I. stieg London zu einem der bedeutendsten europäischen Handelszentren auf, besonders die Webereien bedingten den wirtschaftlichen Aufschwung, der zur Ausweitung der Handelsbeziehungen bis nach Russland und in die USA führte. Die Zerstörung Antwerpens 1572 ließ London zur wichtigsten Hafenstadt an der Nordsee werden.

1605 betrug die Einwohnerzahl Londons bereits 225.000.

Obwohl zur damaligen Zeit neben Shakespeare zahlreiche weitere Künstler in London lebten, war die Errichtung von Theatern und kulturellen Vergnügungsstätten aus Angst vor von Bürgermassen ausgelösten Aufständen stark eingeschränkt.


17.JAHRHUNDERT

Anfang des 17. Jahrhunderts dehnte sich London nur in Richtung Süden und Westen aus, der Norden galt aufgrund der krankheitserregenden Moorlandschaft („Moorfields“) als unbesiedelbar, im Osten grenzte landwirtschaftliches Gemeinschaftseigentum an die Stadt.

Das Zentrum der Stadt bildete damals die St. Paul`s Cathedral, welche als Verkaufsfläche, Gericht, Arbeitsamt und Buchhandlung zugleich fungierte.

Auch kulturell entwickelte sich die Stadt im 17. Jahrhundert weiter. Die Theater gewannen an Bedeutung, nicht zuletzt aufgrund der Abwanderung des Landadels in repräsentative Häuser im Londoner Westend.

Im August 1642 brach der „Englische Bürgerkrieg“ aus. Dies führte zur Erweiterung der städtischen befestigungsanlagen, welche sich von der City of London bis Westminster und Southwark erstreckten. Von Kampfhandlungen blieb die Stadt verschont.

Unter der Herrschaft Oliver Cromwells als Lordprotektor über die englische Republik wurde das kulturelle Angebot der Stadt erneut aufgegeben.

In den 1660er Jahren wurde London von zwei großen Katastrophen ereilt: Der Pest und dem „Great Fire“. Die Pest forderte zwischen 1665 und 1660 70.000 Todesopfer. Von 2.-5. September 1666 brannte während eines Großbrandes der Großteil der mittelalterlichen Bauten in der Stadt nieder. 100.000 Beowohner verloren ihre Unterkunft.

Mitte September begann der Wiederaufbau der Stadt. Stein- und Ziegelbauten wurden nach der Genehmigung durch Karl II. entlang der bestehenden, zuvor verbreiterten, Straßen errichtet.

Es begann eine, von der sozialen Zugehörigkeit bestimmte, Abwanderung der Bevölkerungsschichten in eigene Gebiete. Während die Händler die City besiedelten und die ärmeren Bürger das Eastend bewohnten, baute der Adel seine Domizile im Westend. Die königliche Residenz befand sich weiterhin in Westminster.

1685 suchten nach dem „Edikt von Fontainbleau“ viele Hugenotten Zuflucht in London. Der folgende Wirtschaftswachstum resultierte nicht zuletzt aus deren handwerklichen, sowie kaufmännischen Fertigkeiten.

Ende des 17. Jhdts. hatte London den Status des einflussreichstenFinanzzentrums der Welt inne.


18.JAHRHUNDERT

1707 wurde London nach der Vereinigung der Königreiche England und Schottkand zur Hauotstadt des Königreichs Großbritannien erklärt.

Ein Jahr später vollendete Christopher Wren den Wiederaufbau der St. Paul`s Cathedral, welche fortan als Symbol für die aufstrebende Stadt galt.

Mit dem Bau der „Westminster Bridge“, sowie der „Blackfairs Bridge“ wurde eine flächendeckende Erschließung des Gebiets südlich der Themse ermöglicht.

Geprägt war das 18. Jahrhundert zudem von einer extrem ansteigenden Kriminalitätsrate, welche durch die Errichtung von Gefängnissen und öffentlichen Hinrichtung gesenkt werden sollte.

Zwischen 1760 und 1766 erfolgte die Entfernung der letzten verbliebenen Elemente der Stadtmauer.

Im Juni 1780 versuchten die „Gordon Riots“ die Katholikenemanzipation zu verhindern, indem sie Kirchen und Wohnhäuser von Katholiken zerstörten.

Im 18. Jhdt. gewann das Zeitungswesen Bürgertum zunehmend an Bedeutung. Die „Fleet Street“ entwicklete sich zum Zentrum der britischen Presse.


19.JAHRHUNDERT

Das 19. Jhdt. zeigt den Aufstieg Londons zur Hauptstadt des „British Empire“. London ist damals mit 6,7 Millionen Einwohnern die größte Stadt der Welt. Die Welthauptstadt ist führend in Handel, Finanzwesen und Politik.

Die Stadt war geprägt von extremen sozialen Disparitäten. Die weltweite Bedeutung der Stadt führte zu Wohlstand, dem jedoch die Armut und prekäre gesundheitliche Situation in den Slums gegenüberstand.

Seit 1829 verfügte London mit der „Metroploitan Police“ über eine eigene Polizeibehörde zur Verbrechensbekämpfung.

Eine wesentliche Veränderung des Stadtaufbaus bedingte der Ausbau von Eisenbahnstrecken im 19. Jhdt, der die Basis der Pendlerbewegungen aus den Grafschaften im Umland bildete und London mit ganz Großbritannien verbanden. Gleichzeitig behann damit auch die Segregation. Die oberen Bevölkerungsschichten wanderten in die Vorstädte ab, das Stadtzentrum wurde von den Armen bewohnt.

Ab 1861 verkehrte die Straßenbahn in London. Die Einführung der „Metropolitan Railway“ (U-Bahn) erfolgte 1863. Diese bildete zusammen mit der elektrisch betriebenen „City and South London Railway“ den „London Underground“.

1855 wurde das Bauwesen mittels der Einführung des „ Metropolitan Board of Works“ (MBW) zentralisiert.

1889 wurde durch die „County of London“ die Verwaltung zentralisiert.

Choleraepidemien waren eine Folge der durch das starke Bevölkerungswachstum ausgelösten Umweltbelastung. Unter der Leitung des Ingenieurs Joseph Bazalgette wurde ein ausgedehntes unterirdisches Kanalisationssystem geplant und gebaut, welches Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Stadtbewohner gewährleistete.

Während der „Potatoe Famine“, der großen irischen Hungersnot flohen zahlreiche Iren nach London. Einwanderer aus der ganzen Welt hofften auf ein besseres Leben in London.

Die gegenwärtige bauliche Struktur Londons ist geprägt von zahlreichen, während des 19. Jhdts. errichteten, Bauwerken. Dazu zählen, neben dem „Trafalgar Square“ und der „Royal Albert Hall“, der Wiederaufbau des „Palace of Westminster“, sowie die „National Gallery“ und die „Tower Bridge“.

Ein wesentliches Ereignis des 19. Jhdts. fand mit der „Great Exhibition“, der großen Weltausstellung 1851 im „Hyde Park“ statt, in der der berühmte „Crystal Palace“ von J. Paxton präsentiert wurde.


20.JAHRHUNDERT

Auch im 20. Jhdt. nahm die Bevölkerung Londons weiter zu.

Gekennzeichnet war die Zeit durch den Ausbau der Elektrifizierung und der Erweiterungd er Infrastruktur. 1902 verkehrte der erste motosorieierte Omnibus.

1908 war London Austragungsort der IV. Olympischen Spiele.

Während des I. Weltkrieges war London der Bombardierung durch Luftschiffe ausgesetzt, denen ca. 700 Menschen zum Opfer fielen.

In der Zwischenkriegszeit erfolgte die Ausdehnung des Siedlungsgebietes auf die Vororte. Die zunehmende Mobilisierung durch die Metropolitan Railway, sowie Automobile ermöglichte die Abwanderung in neue Gebiete außerhalb des County of London.

Die Zeit der „Great Depression“, der Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren war gerpägt von einer hohen Arbeitslosenquote und politischen Unruhen. Gleichzeitig flohen jedoch viele Juden vor den Folgen des Nationalsozialismus aus dem deutschen Reich nach London.

Im September 1939 erreichte die Bevölkerungszahl mit 8.615.050 im Stadtgebiet einen neuen Rekord.

Während des II. Weltkrieges wurde London 1940 über 76 Nächte hinweg erneut von der Luftwaffe bombardiert. Zwischen Juni 1944 und April 1945 erfolgte eine weitere Angriffswelle mit verheerenden Folgen für Stadt und Bevölkerung.

1948 war London zum zweiten Mal Austragungsort der damals XIV. Olympischen Spiele. Für diese Veranstaltung wurde der Flughafen London-Heathrow neu errichtet.

Zu Beginn des 20. Jhdts. war London durch den aus den Heizungen und I)ndustrieabgasen entweichenden Rauch und Nebel zumeist mit einer schädlichen Smog Schicht überzogen. Um das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung zu minimieren, wurde der „Clean Air Act“, der Smog-Bildung verhindert, erlassen.

Die Wohnungsnot in den Nachkriegsjahren führte zum Bau von Wohnblocks. Zusammen mit den, während des Wirtschaftsaufschwunges entstehenden, Bürotürmen veränderten diese die Stadtstruktur Londons grundlegend. Durch gezielte Kampagnen wurden die Bewohner zudem zur Umsiedelung in nahe Satellitenstädte angeregt. Strenge Vorschriften verhinderten einen großflächigen Zersiedelungsprozess. Um die Stadt wurde zudem der sogenannte „Green Belt“, ein 5-10 km breiter Grünstreifen, angelegt.

Nach Kriegsende enstanden östlich der Stadt neue Hafenanlagen, um dem Bedeutungsverlust Londons als Hafenstadt entgegenzuwirken. Mit dem Stadtentwicklungsprogramm von 1981 wurden Arbeitsplätze aus dem Dienstleistungssektor an die ehemaligen Docks verlagert. 1987 folgte die Eröffnung des „Flughafens London City“ in den östlichen Docklands.

London wurde in der Nachkriegszeit zur Zielstadt von Einwanderern aus unabhängig gewordenen Commonwealth-Staaten, aber auch aus dem Rest der Welt. Die Stadt entwickelte sich zu einem Melting Pot der Kulturen. Damit verbunden waren jedoch auch rassistische Tendenzen gegenüber pigmentierten Bevölkerungsmitgliedern.

Als Folge des Nordirland Konflikts wurde London in den 1990er Jahren mehrmals zum Ziel von Anschlägen der IRA.

Die Auflösung des „Greater London Council“ (GLC) während der Herrschaft Margaret Thatchers führte zur Dezentralisierung der Verwaltung der Metropole. Als Ersatz für den GLC führte Tony Blair 2000 die „Greater London Authority“ ein.


21. JAHRHUNDERT

Im Jahr 2003 wurde von Bürgermeister Ken Livingstone eine Maut für die Innenstadt, die „London Congestion Charge“ eingeführt, um die Verkehrsstaus im Zentrum zu reduzieren.

2012 wird London zum dritten Mal Gastgeberstadt für die Olympischen Sommerspiele sein.

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