exp.wiki NEU
WICHTIG: Das exp.wiki wurde aktualisiert und ist ab sofort unter einer neuen Adresse zu erreichen: https://exparch-www.uibk.ac.at/testwiki
Bitte das Anlegen neuer Seiten oder die Änderungen bestehender ab sofort ausschließlich dort durchführen.
Bestehende Projektseiten wurden/werden migriert und sind auch auf der neuen Plattform vorhanden.

LaTEXtile

Aus exp.wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

von Petra Zugal

betreuerin: Valentine Troi



Inhaltsverzeichnis

Konzept


Inspiriert zu meinem Projekt wurde ich von rollenden Kletten.
Mein Ziel war es dieses Rollen und „Sich-zu-Agglomerationen-Zusammenhäufen“ in ein Stadtmöbel zu übersetzen.


Entwicklung

Erste Überlegungen waren einen Körper zu entwickeln, der klettende Elemente aufsammelt, so selbst zur Klette wird und sich dadurch mit anderen verbinden kann.

Eine weitere Überlegung war den Körper selbst als Klette auszubilden …

… und ihm einen Gegenspieler aus Plüsch zu geben.



Dies führte zu Konstruktionsüberlegungen der Haken. Diese können – je nach Befinden des Bewohners – geöffnet oder abgewinkelt werden. Wegen der gewünschten Einfachheit des Objekts ließ ich diese Überlegung allerdings als Variante stehen.

Die Modellversuche führten schließlich zu 2 unterschiedlichen Typen: den Gewebten und den Wirren.


Konstruktion

Der Gewebte


Bild:laTEXtile_gewebt.jpg


Entwicklung Modellbau


  • Modell 1: Raumbildung durch Auseinanderziehen der Fäden eines Jute-Gewebes
  • Modell 2: 3D weben um Luftballon / Probleme: Enden, verschiebbare Knoten
  • Modell 3: aus durchgehenden Spagat gewebt / in Latex getaucht / Problem: zu weich
  • Modell 4: Lösung mit Nylonfaden / Häutebildung durch Eintauchen in Latexmilch (Objekt d~9cm)
  • Modell 5: Modellversuch größer (Objekt d~20cm)/ Problem: Selbstbildung der Häute nicht mehr möglich / Lösung: Beschichtung des Luftballons mit Trennmittel und aufsprühen von Latex
  • Modell 6: Modellversuch groß (Objekt d~65cm) mit eingefärbtem Latex


Anleitung Modellbau

  • Luftballon auf gewünschte Größe aufblasen
  • mit Trennmittel bestreichen (z.B. Sprühkleber) (oder nach dem Umweben und Fixieren der Knoten auslassen und durch ablösbaren Plastiksack ersetzen)
  • mit Silikon-Schlauch (d=8/5mm bzw. 5/3mm) mit innenliegendem Federstahl (d=1.5mm bzw. 1mm) umweben - Der Federstahl übernimmt die tragende Wirkung. Der umhüllende Schlauch dient zur Vergrößerung der Oberfläche um ein Ausreißen zu verhindern.
  • in Latex tauchen/mit Latex besprühen
  • trocknen lassen
  • Luftballon auslassen/Plastiksack entfernen
  • Auftragen weiterer Schichten bis die gewünschte Dicke erreicht ist
  • Innenseite ebenfalls mit Latexhaut besprühen
  • trocknen lassen
  • Das Gewebe ist jetzt teilweise mit einer Gummihaut überzogen, die den Regenmantel bildet. Andere Stellen bleiben offen um den Einstieg zu ermöglichen. Die Verbindungen sind dort gelöst, um die Fäden verschiebbar zu machen. Die Fäden stellen sich nach der Krafteinwirkung durch den Gummi-Effekt wieder in ihre vorherige Position zurück.



Interieur


Das Sitzmöbel (fatboy) dient als Schwerpunkt. Bei Regen wird die geschlossene Seite nach oben gedreht – bei Sonnenschein genau umgekehrt – und die Lage mit dem Sitzsack „fixiert“. Gleichzeitig erhöht der fatboy den Liegekomfort.



Konstruktion





Der Wirre

Bild:laTEXtile_wirr.jpg


Entwicklung Modellbau


  • Modell 1: 3D spinnen um einen Luftballon / mit Latexmilch fixiert / Luft ausgelassen / Schlitze für Löcher
  • Modell 2: sehr dünne Fäden / weit aufgeblasener Luftballon / Problem: fast kein Innenraum
  • Modell 3: Verwendung von Sprühkleber als Hilfsmittel / Problem: Ballon löst sich ab
  • Modell 4: Zusatz von Polypropylen-Fasern / dicke Nylonfäden / Problem: zu stabil
  • Modell 5: Zusatz von Ruß / Verbesserung der UV-Beständigkeit
  • Modell 6: Versuch mit anderer Spinnmethode
  • Modell 7: Modellversuch M1:2


Die Form des Wirren ergibt sich aus dem Gleichgewicht des Zusammenziehens des Luftballons und der mit ihm verbundenen verstärkten Silikon-Schläuche, die dem Zusammenziehen entgegen wirken.


Anleitung Modellbau

  • den Luftballon nicht zu viel aufblasen – auf das etwa 1.7 fache.
  • mit Silikon-Schlauch (d=8/5mm) mit innenliegendem Federstahl (d=1.5mm) umwickeln - Der Federstahl übernimmt die tragende Wirkung. Der umhüllende Schlauch dient zur Vergrößerung der Oberfläche um ein Ausreißen zu verhindern.
  • mit Latex bestreichen/besprühen
  • Vorsicht bei der Verwendung von Klebern. Nur Kleber verwenden, die zur Verbindung von Gummi geeignet sind. Alle anderen wirken als Trennmittel, wodurch sich der Ballon von der Latexschicht löst.
  • etwas trocknen lassen
  • Vorgang wiederholen bis gewünschte Dichte erreicht ist
  • Silikon-Schläuche müssen mit einer ausreichenden Schicht Latex überdeckt sein, damit diese nicht ausreißen.
  • Nach dem Trocknen werden Schlitze in die Latex-Haut geschnitten, die sich durch das Zusammenziehen des Luftballons von selbst zu Löchern erweitern. Diese dienen als Einstiegsluke bzw. als visuelle Verbindung zum Außenraum.



Interieur



Der Sitzsack (fatboy) dient der Lagestabilisierung sowie dem erhöhten Liegekomfort.



Konstruktion




Material: Latex

Gummi ist als Elastomer extrem dehnbar. Reines Naturgummi ist 7-10fach dehnbar und somit den meisten synthetischen Kautschuken überlegen.
Die einfachste Form von Naturgummi ist eine Mischung aus Naturkautschuk, Wasser und Schwefel. Durch den Zusatz von Ammoniak wird die Mischung basisch und bleibt somit flüssig und lagerfähig. Verdunstet der Ammoniak beginnt die Vulkanisierung.
Reines Naturgummi ist ein nachwachsender Rohstoff, ungiftig und kompostierbar und somit recht umweltfreundlich.
Naturkautschuk ist bernsteinfarben. Bei starker Dehnung durch Kristallisation wird er fast völlig transparent. Feuchtigkeit und Umwelteinflüsse lassen den Naturkautschuk nachdunkeln. Durch den Zusatz von Pigmenten erhält man andere Farben.


Probleme

  • Umwelteinflüsse:
Gummi wird durch alle Öle und Fette (außer Silikonöl), Weichmacher (z.B. aus Kontakt mit Weich-PVC) und sogar Dauernässe zu einer klebrigen Masse zersetzt.
Ozon (UV-Licht und Sauerstoff) sowie der Kontakt mit reaktiven Materialien (z.B. Kupfer, Silber) lässt Latex spröde und leicht reißbar werden.
Reines Naturlatex ohne Zusatzstoffe ist nicht beständig gegenüber UV-Licht. Es zersetzt sich zu einer klebrigen Masse.
  • Verkleben mit sich selbst:
Diese Molekülvernetzungen bis zu dauerhaften Verwachsungen treten speziell in frisch hergestellten oder durchnässten Zustand auf.
In meinem Fall stellt diese Tatsache einen großen Vorteil dar: Es entstehen bei der Produktion keine Schichten, die sich ablösen können, weil es ein durchgehendes Material bleibt!
Mögliche Trennmittel sind z.B.: Silikonöle, Puder oder feste Beschichtungen.
  • Gummi verträgt keine lang andauernde starke Dehnung oder Punktbelastung – es führt zur Materialermüdung. Die Zersetzung wird durch :Umwelteinflüsse extrem verstärkt. (Ein aufgeblasener Luftballon übersteht nur Tage bis wenige Wochen – ein ungedehnter viele Jahre.)
  • Angerissenes oder –geschnittenes Gummi reißt bei Dehnung extrem leicht weiter – es entsteht spontanes Totalversagen nur leicht beschädigter Teile (z.B. durch Nadelstich platzender Ballon).


Verbesserung der Materialeigenschaften

  • Vulkanisierung: Zusatz von Schwefel unter Hitze und Druck: Gummi wird resistenter gegen Hitze und Kälte. (Unvulkanisierter Kautschuk hätte die Konsistenz von Lakritzschnecken: bricht bei Kälte, klebt und zersetzt sich bei Hitze – als Werkstoff unbrauchbar.)
  • Zusatz von Ruß (Kohlenstoff) – vgl. Reifenherstellung
absorbiert UV-Strahlen – Latex wird dadurch nicht angegriffen
  • Zusatz von Silica (Salz der Kieselsäure): verbessert Festigkeit des Materials
  • Zusatz von Polypropylenfasern: Festigkeit wird sehr viel verbessert – Elastizität leidet darunter allerdings stark
  • Zusatz von Antioxidantien: verbessert Beständigkeit des Materials
  • Oberflächenbeschichtungen:
    • Titanoxid (Nanotechnologie) – Auswirkungen auf den Menschen sind allerdings noch nicht erforscht.
    • Silikonspray: absorbiert UV-Strahlen
  • oder Verwendung alternativer Stoffe - synthetischer Kautschuke:
Sie bestehen meist aus Styrol und Butadien. Andere Rohstoffbasen sind: Styrolacrylat, Reinacrylat, Vinylacetat. (z.B. Neopren oder Silikonkautschuk)


Schlagwörter

Stadtmöbel, Latex, weben, spinnen, rollen, Bewegung, zorbing

Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Gummi

http://de.wikipedia.org/wiki/Naturkautschuk

http://de.wikipedia.org/wiki/Luftballon

http://www.luftballon.at

http://www.gummiwerk.at

http://www.schmiede.ca

http://www.zorb.com/

wpe:Zorbing


zurück zur Liste der Studentenprojekte

Attribute

Zugal Petra | Troi Valentine | HB2 | LaTEXtile | 07WS

Fakten zu LaTEXtileRDF-Feed
BetreuerTroi Valentine  +
LVHB2  +
Semester07WS  +
TitelLaTEXtile  +
VerfasserZugal Petra  +
Persönliche Werkzeuge