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Kreuzweise verleimtes Holz

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Bearbeitet von: Gabriel Doro


KLH-Materialprobe www.klh.at

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Kreuzleimholz oder auch Kreuzlagenholz, kurz KLH, ist eine neue, aber sehr im Trend liegende Massivholzbauweise. Das Konzept sind kreuzweise verleimte Brettlagen. Die KLH-Platten können als Wand- und Deckenelemente eingesetzt werden. Die Holzbauteile werden meist vorgefertigt auf die Baustelle geliefert, wo sie dann nur mehr montiert werden müssen. Das Wandsystem mit KLH-Platten weist einen optimalen Dämmwert auf und kann ein naturnahes Wohnen bieten. KLH-Massivbauweise wird mittlerweile in den Bereichen vom Einfamilienhaus über mehrgeschössige Gebäude bis hin zu Hallen- und Industriebau eingesetzt.


Herstellung

Die Holzplatten können in ihrer Stärke variieren und setzen sich aus mindestens 3 kreuzweise (rechtwinklig) verleimten Brettlagen zusammen. Soll das Holzbauteil stärker werden, so kann man entweder die Dicke der Brettlagen oder die Anzahl der miteinander verklebten Lagen z.B. auf 5 erhöhen. Natürlicherweise wird immer nur eine ungerade Anzahl von Schichten miteinander verleimt. Wichtig dabei ist, dass alle Schichten gleich stark sein sollten. Diese kreuzweise Anordnung der Schichten bringt einen entscheidenden Vorteil mit. Nämlich dehnt sich Holz bei Wasseraufnahme aus. Es kann während der Montage schon vorkommen, dass ein plötzlicher Regenfall die Monteure überrascht und die Holzkonstruktion wird nass. Durch die kreuzweise Anordnung der Längs- und Querlamellen wird das Quellen und Schwinden in der Plattenebene auf ein unbedeutendes Minimum reduziert - die statische Belastbarkeit und Formstabilität erhöht sich beträchtlich. Im Vergleich zu üblichen Holzbauweisen eröffnen sich mit KLH völlig neue Möglichkeiten der Lastabtragung. Lasten können nicht nur, wie beispielsweise bei Stützen oder Balken, in eine Richtung, sondern allseitig abgetragen werden Überlicherweise werden zur Herstellung der Platten im österreichischen Raum die Holzarten Fichte oder Tanne benutzt, da diese reichlich zur Verfügung stehen. Je nach Verlangen des Auftraggebers kann man dies jedoch auch ändern, da man die Holzbauteile auch auf Sicht, d.h. die Innenseite der Wand wird nicht mehr verkleidet, stehen lassen kann.


Vorteile und Eigenschaften von KLH

  • Holz ist ein ökologischer und der einzig nachwachsende Baustoff
  • Holz kann CO2 binden, was bei der derzeitigen globalen Situation durchaus vorteihaft und sinnvoll ist
  • das verwendete Holz muss strengen Qualitätskontrollen unterzogen werden, um den bauaufsichtlichen Zulassungen zu entsprechen
  • KLH-Massivholzplatten gehören zur Emissionsklasse 0 und sind somit umweltfreundlich was Produktion betrifft
  • Vorfertigung der Platten und einfaches montieren wirkt sich positiv auf die Bauzeiten aus
  • im Gegensatz um Holzrahmenbau ist die KLH-Bauweise statisch tragfähiger und auch mehrgeschössige Gebäude sind möglich
  • Einsatz der KLH-Platten als Wand-, Decken- und Dachelementen möglich
  • KLH-Bauteile sind mit allen üblichen Baustoffen wie Glas, Stahl und Alluminium kompatibel
  • im Gegensatz zu anderen Massivbauweisen kann bei den selben bauphysikalischen Anforderungen mit KLH-Bauweise eine schlankere Ausführung der Wand gemacht werden, was einen Raumgewinn erzielt
  • kurze Bauzeit und trockene Bauweise des Rohbaus ermöglichen einen sofortigen Innenausbau
  • KLH-Platten sind in der Lage Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben
  • 3 schichtige KLH-Platten entsprechen einer Brandfestigkeit von F30, während 5 schichtige KLH-Platten F60 erreichen
  • Holz besitzt nach einer deutschen Studie die Eigenschaft schädliche elektromagnetische Strahlen zu absorbieren

Tabelle: Spezifische Eigenschaften


Beispielaufbau Außenwand

KLH-Wandaufbau www.aba-holz.de

Außenwand mit Putzfassade (Aufbau von Innen)

  • 12,5 mm Gipskartonplatte
  • 95 mm KLH 5-Schichtenplatte
  • 120 mm Dämmung
  • 4 mm Putz











Referenzprojekte

Sozialbau Wien www.sozialbau.at

Sozialbau in Wien Eine Wohnanlage mit insgesamt 152 Wohnungen - von denen 112 in KLH-Bauweise ertellt - wurde im Jahr 2004 in Wien gebaut. Zuvor wurde in Wien sehr sparsam mit Holzkonstruktionen umgegangen und so brachte diese Wohnanlage einen regelrechten Aufschwung was den nachwachsenden Baustoff Holz betrifft. Die gesamte Anlage dient als Prototyp für weitere große Projekte in Österreich. In diesem Zusammenhang wurde sogar die Wiener Bauordnung verändert, um den weiteren Einsatz von Holzkonstruktionen im großvolumigen Wohnbau einzusetzen.

Mühlweg Wien www.alpine.at

Haus am Mühlweg Das Projekt wurde im Rahmen eines Bauwettbewerbs unter dem Titel "Holz-Mischbauweise" im Jahre 2006 auf gefördertem Wohnbau entwickelt. Die Wohnanlage besteht aus 70 Wohnungen, die Platz bietet für rund 200 Bewohner. Wie beim Vorgänger sind auch hier Wände und Decken in Massivholzbauweise nach Wiener Bauordnung realisiert. Außerdem besitzt besagte Konstruktion den Passivhausstandart. Die Endsumme für die gesamte Anlage beträgt rund 11 Mio. Euro. Der Wettbewerb, der von der BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH in Zusammenarbeit mit der KLH Massiv-Holz GmbH veranstaltet wurde, soll die Strategie verfolgen, eine ökologisch orientierte nachhaltige Wohnbautypologie als Demonstrationsprojekt zu entwickeln, zu realisieren und in weiterer Folge auch im frei finanzierten Wohnbau zu etablieren.

Murray Grove
Murray Grove


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Schlagwörter

Quellen + Weblinks

  • Quellen:

KLH Massivholz GMBH, Aba Holz van Kempen GMBH, Höck Holzbau, Europäische Organisation für technische Zulassung - Skript

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