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Kramerkastl

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von Petra Pichler, Sonja Raffl

betreuer: Erich Gutmorgeth



Konzept

Der Ort unseres Entwurfes ist die Kramergasse in Imst/Tirol. Sie ist das Herzstück von Imst und verbindet die Oberstadt mit der Unterstadt. Die Kramergasse war schon früh ein zentraler wirtschaftlicher Bereich der Stadt und beherbergt auch heute noch über 30 Geschäftslokale und Gastbetriebe. Allerdings leidet die Straße an einer extremen Abwanderung und Umgestaltung der Geschäfte. Zudem gibt es eine große Konkurrenz durch das FMZ (Einkaufszentrum) an der südlichen Stadteinfahrt. Es herrscht ein großes Verkehrsaufkommen und es gibt zu wenig Platz für die Fußgänger. Die Kramergasse kämpft mit einem voranschreitenden Attraktivitätsverlust. Die Ziele bei unserem Projekt liegen in der attraktiven Wiederbelebung der Geschäftsstraße, wobei wir auf die bestehenden Ressourcen eingehen und die vorhandenen Potenziale ausnützen möchten. Die Maßnahmen bestehen darin eine Fußgängerzone zu schaffen und in der Umgestaltung der Geschäfte durch eine einheitliche Präsentationsmöglichkeit mit ausfahrbaren Glaskästen, den „Kramerkastl`n. Durch die Erneuerungen entstehen abwechslungsreiche Wegführungen, sich verändernde Ausblicke, zusätzliche Präsentationsmöglichkeiten für die Geschäfte, eine gemeinsame Gestaltung der gesamten Straße und eine Verbindung zwischen den Verkaufsräumen und dem öffentlichen Außenraum.



Standort

Die Kramergasse ist über die gesamte Länge von ca. 200m links und rechts fast gänzlich von einer geschlossenen Häuserfassade gesäumt, sie ist relativ schmal mit einer maximalen Breite von 11,59m, die engste Stelle beträgt sogar nur 8,85m. Trotzdem wird die Straße als Verkehrsstraße mit Gegenverkehr genutzt. Die Verkehrslast stellt eines der größten Probleme dar und macht eine bessere wirtschaftliche Entwicklung der Gasse unmöglich.

Projekt

Wir haben uns entschieden eine Fußgängerzone in der Kramergasse einzurichten, um den Fußgänger und damit dem Konsument einen attraktiveren Innerstädtischen Treffpunkt zu bieten. Auf die visuelle und bauliche Trennung zwischen Fahrbahn und Gehsteig wird verzichtet, und ein einheitlicher Straßenbelag wird umgesetzt. Die Straße soll als ganzes in Erscheinung treten und als Flaniermeile und Promenade Verwendung finden.

Als bauliche Maßnahmen zur Gestaltung der gesamten Straße haben wir ausfahrbare Schaufenster entworfen. Diesen ist es möglich die Kramergasse immer wieder in ihrem Erscheinungsbild zu verändern. Die Ein- und Ausblicke können immer neu und reizvoll umgewandelt werden. Die Straße wird belebt, durch eine neue Wegführung und die Möglichkeit einer sich immer wieder veränderbaren Situation. Die neuen architektonischen Elemente gestalten den Bereich und verbessern den optischen Gesamteindruck. Die Verwendung des Materials Glas hilft den Bereich aufzuwerten ohne den ursprünglichen Charakter der Straße zu verlieren. Das Kaufverhalten der Menschen kann durch gezielte Lenkung ihrer Aufmerksamkeit gesteuert werden, es ergeben sich damit neue Marketingstrategien für die Kramergasse. Die Geschäfte können ihre Verkaufsflächen je nach Notwendigkeit in den Straßenraum erweitern. Es entsteht eine Verbindung zwischen Innen und Außen, der Käufer wird von der Straße aus in das Geschäft gelenkt. Durch die Rhythmusänderungen wird die Aufmerksamkeit der Käufer stärker auf die angebotenen Produkte gelenkt. Die Geschäfte treten mit einem einheitlichen Konzept auf. Die neu entstandenen zusätzlichen Geschäftsflächen bieten Raum für neue Präsentationsweise, wie z.B. lebende Schaufenster, Modeschauen, Verkostungen usw.


Konstruktion

Bei der Detailplanung gibt es 2 Problemstellungen zum einen der Boden der das geneigte Straßenniveau auf Höhe der Geschäftsebenen ausgleichen muss, zum anderen die Konstruktion und die Bewegung der Kramerkastl´n. Bei allen Aufgaben greifen wir auf Pneumatische Konstruktionen zurück.

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Kramerkastl Film Boden.swf


Boden

Bei der Suche nach einem geeigneten Lösungssystem sind wir auf Bergekissen, wie sie im Rettungswesen verwendet werden gestoßen. Es handelt sich dabei um Niederdruckkissen die mit einem Druck von 0,5 – 1,0 bar arbeiten. Die Vorteile der Niederdruckkissen liegen in der großen Hubhöhe von 110m, einer gleichmäßigen Hubkraft über den gesamten Hubweg hinweg, einer erhöhten Seitenstabilität durch Innenbänderung und einer Hubkraft von bis zu 11,3 Tonnen bei einem Arbeitsdruck von 0,5 bar und einer Hubkraft von 22,6 Tonnen bei einem Arbeitsdruck von 22,3 Tonnen. Sie werden vor allem zum Heben oder Aufrichten von umgestürzten Fahrzeugen, Bussen, Eisenbahnwagons und kleineren Flugzeugen verwendet. Wir benötigen bei unserem Projekt ähnliche Kissen als Tragstruktur für die beweglichen Bodenflächen. Die Hebekissen müssen stark aufgeblasen werden können, sie sollen die großen Lasten die auf den Flächen einwirken tragen. Im Gegensatz zu Bergekissen muss es Möglich sein den Luftdruck über einen Zeitraum von mehreren Stunden zu erhalte. Die Luftkissen bestehen aus einem Hypalon-Neopren Verbundmaterial, das ein sehr haltbares Material für Schlauchboote ist. Das Neopren bildet dabei die gasdichte Schicht und muss durch eine Hypalon (Elastomer der Firma DuPont) Schicht Innen und Außen geschützt werden. Es handelt sich also um eine Mehrlagenverbindung von mindestens 3 Schichten.



Kramerkastl

Bei den Glaskästen kommt eine Pneukonstruktion in Form von Luftschläuchen aus ETFE Folie als Dämm- und Abdichtungssystem zur Verwendung. Unser Entwurf beinhaltet bewegbare Glaselemente deren Anschlussbereiche eine gewisse Flexibilität aufweisen müssen und dabei den Anforderungen an Dichtheit und Wärmedämmung soweit wie möglich genügen sollen. Wir verwenden dabei 3 abgetrennte Luftschläuche die durch Luftzu- bzw. abfuhr ihre Ausdehnung und Größe ändern, der Durchmesser der Schläuche liegt im aufgeblasenen Zustand bei ca. 3cm. Auch bei diesem System muss der Luftdruck über mehrere Stunden aufrechterhalten werden.

Die Bewegung der Glaskästen erfolgt über eine Luftfilmtansportsystem. Ausgangspunkt unserer Ideen waren dabei Hover Crafts, Fahrzeuge, die durch Erhöhung des Luftdrucks unter dem Gerät um ca. 10 bis 25 cm angehoben werden und ohne Bodenkontakt über den „schweben“ und „fliegen“. Verwendung findet in unserem Projekt ein bereits bestehendes Produkt der Firma „AeroGo“. Es handelt sich dabei um den „Aero-Caster“ ein Luftfilmtransporter der es ermöglicht schwere Lasten in jede Richtung von Hand zu schieben. Diese werden nicht sichtbar an 4 Stellen unterhalb der Glaskästen montiert bei Bedarf mit Luft versorgt und ermöglichen das Ausfahren der Glaskästen durch Menschenkraft.



Quellenverzeichnis

Stadtbuch Imst, Stadtgemeinde Imst (Eigenverlag), 1997


Pneumatische Konstruktionen
http://www.aerogo.be
http://www.lks.ch
http://www.solving-gmbh.de
http://www.matlexikon.de/kategorie-kunststoffe,hypalon-csm
http://www.kochmembranen.com
http://www.kav-papke.de/Drucklufttechnik.php
Lehrunterlagen der Berufsfeuerwehr Bozen, Rettungsgeräte
Glas
Schittich, Christian: Glasbau-Atlas / 2., überarb. u. erw. Aufl.: Birkhäuser; München: Ed. Detail , 2006
http://www.fischer.de
http://www.glasid.com


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Attribute

Pichler Petra, Raffl Sonja | Gutmorgeth Erich | HB2 | Kramerkastl | 07WS

Fakten zu KramerkastlRDF-Feed
BetreuerGutmorgeth Erich  +
LVHB2  +
Semester07WS  +
TitelKramerkastl  +
VerfasserPichler Petra  + und Raffl Sonja  +
Persönliche Werkzeuge