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Klettern - höttinger steinbruch

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von Clemens Angerer

Betreuer: Erich Gutmorgeth


Inhaltsverzeichnis

ORT:

Höttinger Steinbruch

Höhe: ca. 30 m


DATEN:

Wandfläche Innen: 1264.00 m²

Wandfläche Außen: 1970.00 m²

Wandfläche gesamt: 3234.00 m²

Höchster Punkt: + 50.20 m


ENTWURF:

Ausgangspunkt war die Überlegung einer Kletterhalle, die einen Felsen einhaust bzw. daran anschließt, um das Klettern auf Naturfelsen und Indoor-Klettern zu verbinden und Ersteres ganzjährig (witterungsgeschützt) zu ermöglichen; wobei sich mehr und mehr die Übersetzung der Situation am Felsen auf eine künstliche Kletterwand durchsetzte. Im Laufe diverser Studien und Entwürfe kristallisierten sich die drei entscheidenden Kriterien heraus:

>> „Maßstabslosigkeit“: durch die Annäherung bis an den Fuß der Wand wird die wahre, vorn fern meist unterschätzte, Dimension eines Felsens ersichtlich…

>> lokale Gegebenheiten wie Pflanzenwelt, Sonnenstand, Windrichtung

>> „Innen – Außen“: der Weg des Kletterers ans Äußerste, das Gefühl zunehmender Ausgesetztheit; räumlich gesprochen: die Bewegung aus einem Innenraum in einen Außenraum (und diesen zu verlassen heißt Absturz)



Der Entwurf reduziert sich auf 3 Flächen. Durch deren Krümmung bildet sich der Innenraum, der im Winter durch das Anbringen einer Membran zusätzlich vor Witterung geschützt wird. Jede der drei Halbröhren besteht aus einzelnen Konussegmenten, deren Durchmes-ser im unteren, eher geschlossenen Bereich bei ca. 7.50 m (+/-0.50) liegen, und an den oberen Enden der „Türme“ auf min. 5.50 m zurückgehen; wobei diese Halbröhren nach oben hin zu „Viertelröhren“ werden und sich schließlich in einzelne Flächen auflösen. Die gekrümmte Form verringert optische Einflüsse auf den Kletterer, was das Gefühl des „Alleinseins in der Wand“ empfindbar machen soll, und sorgt für eine besondere Akustik, die Reduktion der Röhren bzw. Auflösung spiegelt die zunehmende Ausgesetztheit wieder. Die Röhren schlingen sich den Felsen hoch und wachsen darüber hinaus, sie schließen jeweils einmal an die Wand an und durchdringen einander, wodurch ein (mit Membran) schließbares Volumen entsteht – die ursprünglich geplante „Kletterhalle“ mit einer Route am natürlichen Felsen. Vielmehr aber eine „Skulptur“, innen und außen kletterbar, die zugleich den Extremsport Klettern verdeutlichen soll.


TAG:


NACHT:


SICHERUNGSSCHEMA:

In vertikaler Richtung sind alle 1.50 m Sicherungspunkte angebracht, horizontal ca. 3.00 m Abstand (entspricht der minimalen Bahnbreite bei Wettkämpfen). Bis zu einer Höhe von ca. 20 m kann ohne Sichtbeeinträchtigung mit Vorstiegssicherung geklettert werden – „ das Seil kommt von unten“ im Gegensatz zur Toprope-Sicherung. Das vollständige Durchklettern einer Route erfordert eine „Zweierseilschaft“, d.h. Vorstieg bis zu einem Standplatz, der zuerst Sichernde „steigt nach“, überholt, und übernimmt den Vorstieg zum nächsten Standplatz usw.


DETAILS:

ÜBERSICHT:



D 01 FUNDAMENT:

Das Erdreich wird bis zum felsigen Untergrund abgetragen, der Schalenform entsprechend wird der Fels geschlitzt und die Schale eingesetzt. Anschließend wird die Ausnehmung mit Polymerbeton ausgegossen, damit das Bauteil gleichmäßig auf dem Untergrund aufliegt. Nach der Fertigstellung bleibt im Inneren der Felsuntergrund erhalten, außerhalb wächst im Laufe der Zeit etwas Boden an.


D 02 STOSS:

Im Werk werden mehrere Lagen Parabeam-Abstandsgewebe von je 22 mm maximaler Stärke zu einem Bauteil laminiert; ein Fertigteil entspricht der Form nach mehreren "übereinandergestapelten" Konussegmenten, wobei sich das vollständige Schalenprofil aus jeweils 2 vorgefertigten Bauteilen zusammensetzt. Die beiden Schalenhälften werden vor Ort aneinandergefügt, die Stöße werden mit Senkkopfschrauben verschraubt und die Fugen mit Polymerbeton verspachtelt. An-schließend werden die Stöße mehrlagig - laut Laminierplan - überlaminiert, wodurch die Schale einteilig erscheint. zu beachten: Stöße bei Bauteilen aus Parabeam niemals fräsen oder dergl. - die Fasern werden geschnitten, wodurch die Festigkeit des Bauteils geschwächt wird.


D 03 CRASH-PUFFER:

An der Stirnseite werden 2 Distanzhalter - Holz oder Kunststoffplatte – einlaminiert, in deren Zwischenraum die elektrischen Leitungen gelegt werden. Am Schalenrand – Innen wie Außen - wird ein Klettband aufgeklebt, ebenso an der Aussparung im "crash-puffer" - aus PE-Schaum, mit kompaktem PUR-Schaum be-spritzt - ca. 2-3 mm - zur Wasserdichtheit und als Klebegrund für das aufzubringende Klettband Die Griffspuren aus Polymerbeton werden aufgespachtelt und verschwinden samt LED-Schlauch in Aussparungen des Puffers. Der "crash-puffer" wie die Schale be-sandet und koloriert.


D 04 PUFFER – PLEXIGLAS:

Nähert die Schale sich dem Felsen, verjüngt sich der "crash-puffer", der an dieser Stelle über ein Klettband an der Stirnseite der Scha-le befestigt ist. Ab dem folgenden Segment schließt ein Plexiglas zum Fels hin ab. Die "Griffspuren" laufen vor dem Puffer auf Null aus.


D 05 PLEXIGLAS – FELS:

Oberhalb und unterhalb des Auflagers wird der Fels geschlitzt, das Plexiglas eingeschoben und mit dauerelastischem Kitt geschlossen. Das Plexiglas wird an die Parabeamschale geklebt und überlaminiert, stellenweise gebohrt und die LED-Schläuche durchgezogen. Es entsteht ein Lichtband, das vom Felsen und der Geradlinigkeit der Schale gerahmt ist.


D 06 FELSAUFLAGER:

An den Felsauflagern wird der Fels ebenfalls geschlitzt und je Auflager 2 Anker gesetzt. Der Bolzen zur Befestigung des Stahlseils kann mit-tels Langloch justiert werden. Durch ein Kupferrohr wird das Seil um ein in die Schale eingelegtes Aluminiumprofil herumgeführt und mit einer Überschubhülse am Bolzen befestigt. Entstehende Fugen zwischen Schale und Fels werden mit Polymerbeton ausgegossen. Über eine mit Klett befestigte Wartungsklappe bleibt der Befestigungspunkt zugänglich. Die "Griffspuren" laufen bis zum Felsen.


D 07 GRIFFSPUREN – LED:

Die gesamte Beleuchtung, Innen wie Außen, übernehmen LED-Schläuche, die in die Griffspuren eingearbeitet sind und von einem Schalenrand um das gesamte Profil zum anderen laufen, und so Fläche gleichmäßig erhellen. Der LED-Schlauch wird an der Schale fixiert – geklebt – und ca. 2/3 mit Polymerbe-ton eingespachtelt. Nach Reinigung werden die Fugen mit UV- und witterungsbeständigem sowie pilzhemmendem Silikon geschlossen. Zum Schutz vor Verschmutzung bei der abschließenden Oberflächenbehandlung werden die LED´s abgeklebt; Besandung und Kolorierung mit Quartzsand (0.3mm) und 2-lagigem Epoxydlack.


D 08 MEMBRAN:

Zum Witterungsschutz im Winter können die „Halbröhren“ mit Membranelementen ergänzt werden, sodaß bis auf Höhe der Felswand ein abgeschlossener Raum entsteht. Die Puffer werden abgenommen, und die Membran am Klettband an der Schaleninnenseite befestigt. Die Membran besteht aus 2 Lagen durchsichtiger PVC-Folie und gewebtem Polyester, dazwischen werden zur Verstärkung Kevlarfäden eingebracht, auch die Rand- und Eckbereiche werden ver-stärkt, die Form- und Verstärkungslatten erhöhen die Formstabilität der Membran. In den beiden Elementen, die zum Boden hin abschließen, befinden sich augenförmige Öffnungen, durch die der Kletterer durch Laschen ins Innere „schlüpfen“ kann.




WEBLINKS:

http://www.kws.at/start.htm
http://artrock.klettershop.at/
http://www.parabeam.nl/
http://www.3m.com/
http://www.surfsegel.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Beton#Polymerbeton_.28PC.29
http://www.moltoplast.com/
http://www.nbgsintl.com/



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Attribute

Angerer Clemens | Gutmorgeth Erich | HB2 | Klettern - höttinger steinbruch | 08SS | Bild:innen - geöffnet.jpg

Fakten zu Klettern - höttinger steinbruchRDF-Feed
BetreuerGutmorgeth Erich  +
ImageInnen - geöffnet.jpg  +
LVHB2  +
Semester08SS  +
TitelKlettern - höttinger steinbruch  +
VerfasserAngerer Clemens  +
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