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von Karin De Sisti, Magdalena Schwarz

betreut von Ursula Ender


Als Ziel unserer Hochbau 2 Übung wollten wir etwas aus einem Werkstoff bauen, der faszinierend, außergewöhnlich und für die Menschen als Baustoff ungewohnt ist. Und so kamen wir auf die Idee etwas aus Eis zu planen. Dieser Werkstoff ist Temperaturabhängig und deshalb vergänglich. Wir stellten uns zur Aufgabe die Vergänglichkeit des Eises einzufangen und festzuhalten.

Es gibt schon zahlreiche Bauten aus Eis. Bei deren Analyse haben wir festgestellt dass das Eis meist massiv in Form von Eisblöcken eingesetzt wurde. Wir wollten aber die Eleganz des Eises durch Filigranität und Dynamik zum Ausdruck zu bringen, seine Eigenschaften ausnutzen bis wir an seine Grenzen stoßen.


Inhaltsverzeichnis

Modellstudien

Eismodelle:

Wir haben anhand von verschiedenen Eismodellen die Eigenschaften von Eis getestet und uns mit dem Material vertraut gemacht. Dabei haben wir Netze zu einem Hyperbolischen Paraboloid, einer Freiformfläche und einer Zeltkonstruktion im kleinen Maßstab eingespannt und in einer kalten Winternacht regelmäßig mit Wasser besprüht und frieren lassen. Es ergaben sich Filigrane, durchlöcherte Strukturen mit sehr schönen Lichtreflexen. Außerdem experimentierten wir die verschiedenen Belastbarkeiten der Modelle und machten interessante Erfahrungen. Aber vor allem brachten uns die Versuche dem Werkstoff Eis näher.



Wir verstanden schon bald, dass Eis alleine bei nicht konstanten Temperaturen, nicht das von uns erwünschte Ergebnis erzielen würde. Somit suchten wir eine Interaktion mit einem anderen Material, das unterstützend wirkt aber nicht mit dem Eis in seiner Schönheit konkurriert. Dieses Material soll das Eis einfassen aber seine Struktur trotzdem durchscheinen lassen. Das Eis soll eingesperrt werden, damit wir es bewusst in Position bringen können. Dafür erschien uns das Prinzip Vakuum sehr geeignet.

Durch die Evakuierung von Luft aus den Hohlräumen entstehen durch den Luftdruck von Außen Druckkräfte, die auf die Außenhülle wirken. Das Material der Außenhülle legt sich um die Unebenheiten der innen liegenden Form und es entstehen Zugkräfte in dem Membranmaterial. Diese zieht sich, je nach Beschaffenheit und Festigkeit des Materials, um die hineingegebenen festen Stoffe. Es entsteht ein Druck, der auf die eingelagerten Stoffe wirkt. Die festen Stoffe werden in dem Außenmaterial fixiert und die Außenfolie dehnt sich um die festen Stoffe, wodurch diese mit der Außenfolie fest aneinander liegen.

Vakuummodelle:

In der Versuchsreihe haben wir mehrere Materialien einvakuumiert und so verschiedene Verformungen festgestellt. Die Form kann vom Inhalt bestimmt werden oder von der Folie selbst. Um so fester das innenliegende Material, desto mehr bestimmt es die Form des gesamten beim Vakuumieren. Man ist sehr gut in der Lage die Endgültige Form während des Vakuumierens zu bestimmen. Da der Vakuumierprozess steuerbar ist und man die Luft sehr langsam entziehen kann, wird die Möglichkeit geboten das Objekt in die persönliche, gewünschte Position zu bringen. Dies verleiht dem Ganzen eine gewisse Individualität.



Eis-Vakuummodell:

Bei den Eisvakuummodellen haben wir versucht unsere Ergebnisse aus den Vakuum- und Eisversuchen zusammenzufassen. Der innenliegende Schlauch wurde mit Wasser gefüllt, vereist und dann vakuumiert. Wir stellten fest dass das Vakuum zusätzlich eine stabile Hülle für die Konstruktion ist. Die Schläuche aus Eis werden in Position gebracht und durch das zusätzliche Vakuum in Position gehalten. Es folgt ein harmonisches Zusammenspiel beider Komponenten, die dann gemeinsam die endgültige Form und das Erscheinungsbild bestimmen.


Zum Projekt:

Wir schaffen eine Überdachung im Winter für die Fußgängerzone in St. Ulrich, Gröden. Die Ortschaft befindet sich auf 1.236 m.ü.d.M. und hat ca. 5.500 Einwohner. St. Ulrich ist der Hauptort des Grödnertales und wegen seinem umliegenden Dolomiti-Superskigebietes ein sehr beliebtes Urlaubsziel für Jung und Alt. Im Dorfzentrum befinden sich sehr viele Geschäfte, Bars und Restaurants. Dort soll sich auch unsere Konstruktion von November bis März befinden. Die Fußgängerzone, genannt Via Rezia ist ca. 800m lang und verläuft vom Kirchplatz bis zum Antoniusplatz. Die Überdachung soll die Besucher vor der eisigen Kälte, dem Schnee und dem oft stürmisch, kalten Wind schützen, aber auch die Möglichkeit zum Sitzen, sich zu treffen und verweilen bieten. Es soll ein Blickfang sein, der durch seine Transparenz den Winter nicht verdrängt, sondern erlebbar im öffentlichen Raum macht.



Die gesamte Überdachung besteht aus der Komposition mehrerer vorgefertigter “Bäume“, welche in ihrer Materialität und Dimension zwar identisch sind (serienmäßig hergestellt), aber im Laufe des Aufstellungsprozesses ein individuelles, beeinflussbares Erscheinungsbild erhalten.

Das vorgefertigte Objekt besteht aus 3 Komponenten, Sockel, Baum und Vakuumhülle.

Dieses vorgefertigte Objekt wird an den vorgesehenen Aufstellungsort transportiert. Dort wird das Abflussrohr durch den Verteilerring in das Foliengeflecht eingebracht und im Kanaldeckel festgeschraubt, damit der Baum im Boden verankert ist. Die gesamten Zuleitungen von Wasser, Kühlflüssigkeit und Vakuumpumpe werden an den Verteilerring angeschlossen. Das Wasser wird in die Schläuche gepumpt, und diese in die gewünschte Position gebracht und mit Hilfe von Kühlflüssigkeit, die in einem Kreislauf durch die dünneren Schläuche fließt, langsam zum Vereisen gebracht. Gleichzeitig wird die Folie, in der das ganze Objekt eingepackt ist, vakuumiert. Durch das Entziehen der Luft entsteht die endgültige Aussteifung des Objektes. Zum Schluss wird auch das Sockelrohr mit Wasser gefüllt. Dieses kann nach Belieben verschieden eingefärbt werden oder durch andere Elemente in Szene gesetzt werden.


Details


Anwendungsbeispiele

Die Vakuumfolie kann gut bedruckt und durch Beleuchtung in Szene gebracht werden. Deshalb eignet sie sich sehr gut für Werbezwecke oder temporäre Stände. Da die von uns verwendete Folie keine längere Lebensdauer als 2-3 Jahre hat, und die für unsere Bedingungen idealste Folie erst erfunden werden muss ist es unsere Absicht die Folie immer wieder von neuen Werbeträgern sponsern zu lassen.



Da die “Bäume“ vorgefertigt werden, erfolgt eine schnelle Montage. Innerhalb einer kurzen Zeit entsteht eine “leichte“ Konstruktion aus Eis, Schläuchen und Folie. Der Klang des Eises und des Winters soll an eine Winterlandschaft erinnern, die jedoch eine gewisse Vergänglichkeit hat. Solange sich die Temperaturen im kälteren Bereich bewegen, kann unsere Konstruktion bestehen.


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Attribute

De Sisti Karin Schwarz Magdalena Ender Ursula HB2 Keep cool*** 08WS Bild:Mac.jpg

Fakten zu Keep cool***RDF-Feed
BetreuerEnder Ursula  +
ImageMac.jpg  +
LVHB2  +
Semester08WS  +
TitelKeep cool***  +
VerfasserDe Sisti Karin  + und Schwarz Magdalena  +
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