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KOMPATSCHER/SPETH

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Verfasser Kompatscher Thomas, Speth Michael
Betreuer Mair Michaela
LV HBSE
Thema Behausung in der Natur
Titel Shitsu
Semester 14WS
Image Bild:Hb2 shitsu kompatscher.speth 013.1.jpg

Shitsu ist ein Meditationsraum in der Sillschlucht bei Innsbruck, der den Besuchern mittels Gewichtsausgleich eine Fahrt in die Schlucht ermöglicht. Die Behausung klammert sich an der Aussichtsplattform Drachenfuß. Der Begriff Shitsu stammt aus dem japanischen und steht für Raum, Leere.


Inhaltsverzeichnis

Thema

Gebautes in extremer Lage, extremen Wetterbedingungen ausgesetzt.

An einem der beiden Standorte (Sillschlucht, Kranebittner Klamm) ist ein Bauplatz zu wählen. Dieser kann unmittelbar am Boden, zwischen den Felsen, an einer Felswand oder am/im Wasser liegen. Die Behausung dient als Rückzugsort, Schlafstätte, Wohnort, Beobachtungsstelle, Aufenthaltsraum, Meditationsraum, Hochstand, ... Dabei ist die Natur Herausforderung und Möglichkeit zugleich. Das Gebäude soll vor Sonne, Wind, Kälte, dem Wechsel der Jahreszeiten usw. schützen. Gleichzeitig soll die Natur mit einbezogen werden. Die Phänomene der Natur sollen gestalterisch genutzt werden, es sind die Besonderheiten des Ortes aufzunehmen. Unberücksichtigt bleibt der gesellschaftliche Aspekt des Bauens bzw. der außenstehende Mensch. Die Gestaltung der Behausung erklärt sich ausschließlich aus den Bedürfnissen der Bewohner/innen. Nur die Anliegen der NutzerInnen sind für gestalterische Entscheidungen von Bedeutung. Die Wetterbedingungen am Bauplatz zwingen Planende und Bauende zu soliden und dauerhaften Lösungen. Anschlusspunkte und Materialwahl sind dementsprechend vorzusehen. Die Schnittstelle Innen- zu Außenraum ist einer der bestimmenden Faktoren des Projekts. Sie muss den/die Bewohner/in vor Kälte, Hitze, Wind, Schnee und Regen ganzjährig schützen. Die Lage der Behausung bedarf Überlegungen bezüglich Zugangs, Konstruktion und Fixierung. Es besteht die Möglichkeit, die Geometrie der Behausung veränderlich zu gestalten. Höhlen als Behausung und Baumhäuser sind nicht erlaubt. Die Größe der Behausung darf maximal 25 m³ und minimal 5,5 m³ betragen.

Standortwahl

Zur Auswahl standen 2 Standorte: Die Sillschlucht und die Kranebitter Klamm. Wir teilten uns um einen besseren Einblick der Bauplätze zu haben. Michael erkundete die Klamm, Thomas die Sillschlucht. Dabei wurden die Skizzen vor Ort gezeichnet, um Eindrücke und Situationen so gut wie möglich aufnehmen, und auf Papier übertragen zu können. Nach einer gemeinsamen Auswertung der Skizzen, Fotos und Erfahrungen haben wir uns für die Sillschlucht entschieden. Die Aussichtsplattform “Drachenfuß” (<-- Link) hatte dabei unser Hauptaugenmerk. Schnell stand fest, dass wir diesen gerne eine weitere Qualität geben würden.

Konzept

Der Panoramaweg um den Berg Isel ist ein beliebtes Ziel für Innsbrucker, um mit einer kleiner Wanderung um den für Tiroler historisch wichtigen Berg Ruhe zu finden. Der “Drachenfuß” dabei eine Attraktion, um in schwindelerregender Höhe die ganze Sillschlucht von oben betrachten zu können. Wanderer und Besucher verweilen hier gerne für einige Zeit um das Panorama zu genießen. Shitsu dockt sich an der Plattform an, um dem idyllischen Moment eine weitere Qualität zu geben. Der Meditaitationsraum soll von jeden frei benützt werden können und den Besucher von der Außenwelt abschirmen. Die fast senkrechte Schlucht bietet dabei die Möglichkeit, die Behausung in die Schlucht senken zu lassen.

Standort

Der Bauplatz des Projektes befindet sich am Wanderweg überhalb der Sillschlucht und ist über die Aussichtsplattform (Drachenfuß) begehbar.

Formfindung

Wir waren bemüht die Natur so stark wie möglich in das Projekt einfließen zu lassen. Neben einer eleganten Form und klaren Aufbauten sollte Shitsu noch mehr können.

Das System

Shitsu lässt sich ohne Hilfe von externer Energiezufuhr, sondern rein durch das Gewicht des Besuchers in die Schlucht senken und nach beliebiger Zeit wider hoch fahren. Die Lösung des Problems fanden wir einerseits in der Seilbahntechnik und andererseits während eines Berttspiels: Die Sanduhr. Die physikalische Lösung dahinter ist das Prinzip des Drehmoments. Über eine Rolle ist mittels Stahlseil auf der Bergseite ein Stein, auf der Talseite Shitsu befestigt. Dabei hat der Stein das Gewicht Shitsus und 2 Personen plus 10kg. Somit ist bei Nichtbesuchtung die Ausgangslage (und somit die gleiche Höhe wie die Aussichtsplattform) gewährleistet. Der Stein ist schwerer als Shitsu und somit das Drehmoment in Richtung Bergseite. Beim Besuch der Behausung steht die Berg- und Talseite fast im Gleichgewicht, um schwerer zu sein, und somit Shitsu ins Tal zu senken, nehmen die beiden Besucher einen Sack Sand mit um mittels mehr Gewicht das Drehmoment an die Talseite zu vergrößern und die Fahrt in die Schlucht zu ermöglichen. Sollte die Fahrt wider nach oben geben, schütten die Besucher den Sand in eine kleine Öffnung durch einen Auffangbehälter unter dem Fussboden, der wiederrum eine kleine Öffnung enthält wo der Sand im Sanduhrprinzip langsam ausläuft, sich somit das Gesamtgewicht verringert bis das Höhere Gewicht wider an der Bergseite befindet, der Stein sich wieder senkt und automatisch Shitsu wider nach oben zieht.

Die Gestalt

Nach mehreren nicht zielführenden Experimenten mit Formen haben wir uns mit der Benützung selbst ausernandergesetzt. Was soll Shitsu können? Eine klare geometriche Form, ein äußeres Bild das dem inneren entspricht und ein “leerer” Innenraum waren dabei die Hauptkriterien. Shitsu ist ein Meditationsraum, ein Raum wo man sich hinsetzen oder liegen kann, indem man nicht Erdrückt wird, ein Lichtspiel als Belichtung und Stille im Vordergrund sein sollte. Somit sind wir auf die 7-eckige Form gestoßen die an einem Diamant errinnert. “Sieben als Additon von Drei und Vier, von Geist und Seele einerseits und Körper andererseits, also das Menschliche“. Im innerern beitet die “Diamantform” eine Rückenlehne, kleine Fensterschlizte ermöglichen ein Lichtspiel bei Drehung der Behausung durch Wind sowie Einblicke in die Schlucht.

Die Befestigung

Ein Stahlrahmen stabilisiert und fixiert die Behausung, sie steht leicht über um die markante Form zu verstärken. Der Anschluss am Stahlseil ist mit einem Klemmbolzen gelöst.

Stützen

Die beiden Stützen sind Pendelstäbe welche durch Knicklängenanalyse optimiert wurden. Druckkräfte werden über diese mittels Pfahlfundament in das Erdreich abgeleitet. Weiters nehmen 2 Stahlseile, welche am oberen Ende der Stützen befestigt sind, die auftretenden Zugkräfte auf. Auch diese sind mittels Pfahlfundament im Erdreich verankert.


Beispielbilder verwendeter Materialien

Foamglas

Foamglas (zu deutsch Schaumglas) ist ein aufgeschäumtes Glas, aus diesem Grund ist es zu 100% undurchdringlich für Wasser und Dampf. Es ist nicht brennbar, besitzt eine hohe Druckfestigkeit und behält über längere Zeit seine Form bei. Hinzu ist es auch Säurebeständig, weil es fast jeder Lösung stand hält. Da es hauptsächlich aus Flachglasrecyclat hergestellt wird und keine ozonschädigenden Treibgase enthält, wird es als sehr ökologisch Material eingestuft.

Herstellung

Die Herstellung von Foamglas erfolgt durch ein thermisches Verfahren bei dem Flachglasrecyclat (Recyclematerial aus z.B. Auto- oder Fensterscheiben) in Niedergtemperaturöfen geschmolzen und anschließend aufgeschäumt wird. Durch die Verwendung von Recyclematerial entfällt die energieaufwändige Vorstufe der Glasherstellung aus Quarzsand und Zusatzstoffen. Weiters werden Rohstoffe wie Feldspat, Dolomit, Eisenoxide, Mangandioxid und Natriumkarbonat (ca. 30%) eingesetzt um die technischen Qualitäten zu erreichen. Die erkaltete Glaschmelze wird mittels Kugelmühlen zermahlen, mit Kohlenstoff versetzt und in Formen gegossen, welche anschließend in Aufschaumöfen gegeben wird. Hier entsteht eine aufgeschäumte geschlossene Zellstruktur mit dünnen Zellglaswänden. Dieser bleibt beim kontrollierten Abkühlen erhalten sowie ein Unterdruck in der Form von ca. 0.5bar welcher die Wärmeleitfähigkeit zusätzlich herabsetzt.

Verwendung

Durch seine Eigenschaften kann Foamglas eigentlich überall eingesetzt werden, wo auch andere Dämmstoffe eingesetzt werden. Foamglas verbindet alle positiven Eigenschaften ihrer. Allein der Preis ist ausschlaggebend dafür, dass der Einsatz nicht sehr häufig ist. Besonders in druckbelasteten Situationen (z.B. im Fundamentbereich oder Tiefgaragen) oder als Zwischendämmung im leicht und Massivbau findet Foamglas Anwendung.

Warum wir Foamglas wählen

Bei unserem Projekt wird die Konstruktion von der Gebäudehülle getrennt. Dies hat den gestalterischen Grund um die Form noch expliziter darzustellen und den technischen Grund die Wärmebrücken zu umgehen. Somit kann man von einer abgeleiteten Innendämmung sprechen. Die Folge davon war jedoch ein sehr breiter Wandaufbau. Durch den Einsatz von Foamglas ersparten wir uns neben der Dampfbremse auch einige cm an Wärmedämmung, sodass wir einen Wandaufbau von 11cm (ohne Dachhaut) erreichten. Zudem hat uns die schalldämpfende Wirkung von Foamglas zugespielt, da es sich um einen Meditationsraum handelt. Natürlich haben wir uns auch wirtschaftliche gedanken gemacht, jedoch ist unsere verwendete Menge an Foamglas im Verhältnis zu gering um einen wesentlichen Preisunterschied zu anderen Dämmstoffen zu haben, bedenkt man auch die zusätlich benötigten Schichten. Zudem ist unser Zuschnitt der 6 Wandsegmente durch verschiedene Winkel kompliziert, die Wahl eines harten druckfestem Dämmstoffs ist somit sinnvoll.

Quellen: wikipedia.com, at.foamglas.com

Modellbau Entwicklung



Pläne Zwischenpräsentation Dezember


Pläne Zwischenpräsentation April


Pläne Stand 04.05


Pläne Stand 25.05


Pläne 08.06




Pläne Endpräsentation 22.06



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