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Ploner Gunnar

betreut von: Budig Michael



Das Nest

Webervogel

Die Familie der Webervögel (Ploceidae) gehört zur Ordnung der Sperlingsvögel. Namensgebend für diese Familie ist die Art und Weise des Nestbaus. Verbreitet tauchen die Arten in bewaldeten Gebieten, Buschland oder offenem Grasland Afrikas auf. Nur wenige Arten bewohnen tropische Gebiete in Asien. Die Vögel erreichen eine Körpergröße von 8 bis 24 cm mit einem kurzen und kräftigen Schnabel . Auf dem Speiseplan der Webervögel stehen Insekten, Früchte, Körner und Samen. Viele Arten der Webervögel (Plocepasserinae) brüten in Kolonien, welche mehrere tausend Vögel umfassen können. Die Nester haben meist ein kugelförmiges oder flaschenförmiges Aussehen. Der Eingangsbereich ist entweder seitlich oder nach unten angelegt. Die Form des Nestes und die Technik des Nestbaus ist von Art zu Art verschieden. Bei bestimmten Arten wie beim Kurzflügelweber (Ploceus nigricollis) hat das Nest eine lange abwärts hängende Eingangsröhre. Neben den Einzelnestern werden auch Gemeinschaftsnester erbaut. Bei den Siedlerwebern (Philetairus socius) oder auch bei den Büffelwebern (Bubalornis niger) bauen die Männchen gemeinsam an einem großen Nest. Dieses kann eine Höhe von etwa drei Meter erreichen und eine Breite von etwa 4,5 m. Das Nest ist in abgegrenzte Bereiche unterteilt und wird von mehreren hundert Vögeln bewohnt. Auf Grund des hohen Gewichtes eines solchen Nestes kann es vorkommen, dass Bäume unter dem Gewicht zusammenbrechen.


Nestkonstruktion


Rohbau

  • Knoten

Der Schlüssel zu einem starken, funktionellen Nest liegt im Knoten, der „initialen Verbindung“ des Nests zum Ast des Baumes. Der Knoten wird vorzüglich oberhalb einer Astverzweigung, die das Abrutschen verhindern soll, angebracht. Der Zeitaufwand für die Herstellung des ersten Knoten ist in Relation zu den anderen Nestbauaktivitäten sehr gross, da diese Verbindung mit Schnabel und Krallen geknotet werden muss.

  • Ring

Im Anschluss beginnt das Männchen den Ring zu weben, welcher ihm in weiterer Folge als Konstruktions- und Baugerüst dient.

  • Dach und Seitenwände

Innerhalb des Aktionsradius, der durch die Körpergrösse des Vogels beschränkt ist, werden das Dach und die Seitenwände des Nests eingeflochten. Die Grashalme werden durch Vibrationen des Schnabels solange ineinander verflochten bis diese komplett in das Gewebe verwoben sind.

  • Schale (Boden)

Die Schale bzw. der Boden des Nests wird zum Schluss des Rohbaus in sehr regelmäßigem Muster aus rechtwinkelig verlaufenden Fasern gewebt. Er dient zur Eiablage und als Brutstätte. Der Zugang zum Nest erfolgt meist von unten.

Entscheidung des Weibchens Ja/ Nein

Ist das Nest soweit fertiggestellt beginnt das Männchen ein Weibchen zu werben. Die Geschwindigkeit des Nestbaus, Feinheit der Maschen und Frische der Grashalme hängt von der Erfahrung des Männchens ab. Nester unerfahrener Vögel sind bis zur Fertigstellung bereits braun. Die Evolution hat gezeigt, dass Weibchen grüne Nester, also Nester von bereits erfahreneren Männchen, braunen bevorzugen. Bevor sich das Weibchen endgültig für das Nest entscheidet, wird dieses einer peniblen Überprüfung auf Stabilität, Festigkeit, Lichtdurchlässigkeit, Bewegungsmöglichkeit im Inneren usw. unterzogen. Ist das Weibchen mit dem Nest unzufrieden, so durchtrennt diese die Halterungsfasern und lässt es somit in die Tiefe stürzen.


Ausbau

Entschliesst sich das Weibchen das Nest anzunehmen, folgt der weitere, gemeinsame Ausbau des Nests.

  • Abdichtungsarbeiten an Dach und Boden

Während das Männchen gröbere Arbeiten an der Aussenseite des Nests erledigt, verfeinert das Weibchen das Nest an der Innseite. Das Männchen fädelt breitere Grashalme bzw. mehrere Schichten Fasern von Aussen in das Gewebe, um die Regendichtheit zu verbessern. Diese Arbeit hat dachdeckermäßigen Charakter, da die Grashalme nur mehr sehr grob, mit langen Stichen und ohne Zurückführungen eingeflochten werden. Das Weibchen bettet das Innere mit weichen Materialien zur besseren Isolation aus. Sobald das Weibchen den Bereich oberhalb der Eiablagekammer ausstopft und verfeinert, stoppt das Männchen die Abdichtungsarbeiten am Dach.

  • Verstärken und Ausbau des Eingangsbereich

Der Eingansbereich wird in dieser Phase durch das Einflechten weiterer Grasfasern verstärt und mitunter zu einem Einflugstunnel verlängert. Der Tunnel hat den Zweck Räuber abzuschrecken und vom Nestinneren fernzuhalten. Das Männchen legt die Länge des Tunnels gefühlsmässig fest und stoppt wenn alle hervorstehenden Fasern komplett Verwoben sind.

Literatur: www.uni-heidelberg.de http://elibrary.unm.edu/sora/Auk/v094n01/p0050-p0064.html http://www.animal-behaviour.de/?site=start&mode=&cat=5&nid=&id=&aposition=20 http://www.nenh.com/articles/20040811-04.html Animal Architects – Building and the evolution of intelligence James R. Gould, Basic Books 2007


Modellstudien

Projekt


Städtebau


Der an prominenter Stelle gelegene Bauplatz liegt an einem städtebaulich sehr spannungsgeladenen Ort. Am Südufer des Inn, direkt neben der Kettenbrücke, repräsentiert der Ort eine ausgeprägte Empfangs- und Eingangssituation einerseits als Tor zur Stadt als auch als ehemaliges Tor der Stadt zu den Bergen. Die Funktion als Tor der Stadt zu den Bergen hat die Identität des Ortes durch die Hungerburgbahnbrücke sehr stark geprägt. Durch das Einstellen des Betriebes der Hungerburgbahn verlor der Ort jedoch diese prägende Bedeutung. Lediglich die langsam verfallende Brücke der Standseilbahn erinnert an die ehemalige Besonderheit des Gebietes. Der Inn ist hier die natürliche Grenze zwischen dem klar definierten Bereich des Stadtteiles Saggen mit grün durchwachsener, gründerzeitlicher Villen und Blockrandbebauung und dem strukturellen Mischgebiet des Stadtteiles Mühlau, das ebenso durch gründerzeitliche Wohnhäuser als auch durch Industrie- und Gewerbebauten definiert ist. Städtisches Grün fließt hier, begrenzt durch den Inn, in den umgebenden Naturraum am Fuß der Innsbrucker Nordkette. Prägend für das Areal ist außerdem die Lage am Knotenpunkt dreier wichtiger Verkehrsachsen, die die Stadt ausgehend von Nordost erschließen. In diesem Bereich teilt sich die Bundesstrasse und führt über den Rennweg in die Innenstadt, über die Erzherzog-Eugenstrasse in den Süden in die Gewerbezone und über die Innstrasse in den nördlichen Teil Innsbrucks.

Funktions- und Nutzungskonzept


Die Struktur gibt dem Ort seine ursprüngliche Bedeutung als Tor der Stadt zur Natur und zu den Bergen zurück, die Verbindung zwischen Stadt- und Naturraum wird wieder hergestellt. Der Ort soll aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden und von seinem momentanen Dasein als Durchzugssort erlöst werden. Der Stadtraum verschmilzt mit dem umgebenden Naturraum. Um dieses Konzept umsetzen zu können werden in der Struktur infrastrukturelle Elemente zusammengefasst. Die Morphologie wird durch die verschiedenen infrastrukturellen Elemente und deren Ordnung und Verhältnis zueinander generiert. Die Funktion der Struktur als Aussichtsplattform, Treppe, Überdachung, Wand, Schutzbereich, Weg, Sitzmöbel und Bushaltestelle ermöglicht eine Synthese des städtischen Raumes mit dem Fluss- und Naturraum. Die alte Hungerburgbahnbrücke wird revitalisiert und greift in Form einer urbanen Welle als Erweiterung des städtischen Raumes in den Fluss- und Naturraum.

Morphogenese

Die Konstruktion kann als modifiziertes Aggregatsystem verstanden werden. Es werden verschieden lange Stäbe verwendet, die in drei Bauphasen in unterschiedlicher Art und Weise miteinander kombiniert werden. Daraus ergibt sich eine bauphasenspezifische Konstruktionsequenz der Gesamtstruktur, die in das Gesamtsystem von Ort, Raum und Konstruktionslogik eingewoben ist. Um die komplexe Organisation der einzelnen Stäbe sichtbar, lesbar und steuerbar zu machen, werden konstruktionsspezifische Parameter definiert, die je nach Bauphase unterschiedliche Wertigkeiten und Prioritäten haben. Die Steuerbarkeit wird einerseits durch die Angabe in tabellarischer Form und andererseits durch eine farbliche Codierung erreicht. Jeder Bauphase entspricht eine vordefinierte Konstruktionslogik, die sich innerhalb der jeweiligen Phase wiederholen und selber modifizieren kann.


Primärkonstruktion

Die Primärstruktur dient als statisches Subsystem und als grobe Orientierung für die folgenden Bauphasen. Der Initialstab wird aufgrund der Farbcodierung lokalisiert und ausgerichtet. Die Konstruktionssequenz jeder Phase orientiert sich am jeweils vorhergehenden und nächsten Stab. Aufgrund dieser Konstruktionslogik können komplexe Geometrien mit einfachen Regeln beschrieben werden.


Sekundärkonstruktion

Die Sekundärkonstruktion orientiert sich einerseits am farblichen Kodex dieser Phase und andererseits am Resultat der Primärstruktur. In entstehender Art und Weise knüpft sie an die vorhergehende Strukturbereiche und vordefinierte Punkte an und wirkt in die Tiefe der Konstruktion. In dieser Phase wird die Primärstruktur verfeinert und in kleinere Bereiche gegliedert. Die Formulierung der Konstruktionssequenz der Sekundärphase führt zu einem Unschärfebereich an den Grenzen des Systems. Die Phase endet, sobald die vorgegebene Systemdichte erreicht ist.


Tertiärkonstruktion

Die Konstruktionssequenz diese Bauphase zielt darauf ab, den unscharfen Grenzbereich der Sekundärphase durch eine flächenorientierte Formulierung aufzulösen. Durch die Modulation der Richtungsparameter wird der Struktur ausgehend von wichtigen statischen und strategischen Punkten eine visuelle Richtung gegeben. Entscheidend für die Beendigung der Phase ist ebenfalls die Erfüllung einer vorgegebenen Systemdichte.


Details


Plakate


Weblinks

http://www.achimmenges.net

http://archimorph.wordpress.com

http://www.materialsystems.org

http://www.emergentarchitecture.com

http://www.designtoproduction.com]


Attribute

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Fakten zu Immer am innRDF-Feed
BetreuerBudig Michael  +
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Semester08WS  +
TitelImmer am Inn  +
VerfasserPloner Gunnar  +
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