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Ibrahim El Ghoubashy Phänomen und Paradigma Seite

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Inhaltsverzeichnis

Aufgabe 1 - Phänomen? Paradigma? Digital?

Was, wer, wo - von wem hast du das?


PHÄNOMEN

[griech. phainómenon 'das Erscheinende'] das, -s/-e,

1) allg.: 1) Erscheinung; 2) etwas, das in seiner Erscheinungsform ungewöhnnlich ist, auffällt; 3) Mensch mit außergewöhnlichen Fähigkeiten.

2) Philosophie: das sich Zeigende im Sinne der wahrnehmbaren Erscheinung oder als bloßer Schein. Zunächst vom sinnlich Wahrnehmbaren gebraucht, oder innerer Erfahrung in das Bewußtsein Tretende, die Gegenstände der Vorstellung und Erkenntnis überhaupt. - Bei PLATON wird die veränderl, Welt der sinnl. Erscheinungen durch die nicht sinnl. Urbilder (Ideen) begründet. Für I. KANT ist P. das von den Erkenntnisformen des menschl. Subjekts Bestimmte, das sich damit so zeigt, wie es für den Menschen erscheint, nicht aber, wie es 'an sich' ist. Bei G. W. F. HEGEL sind P. die Gestaltungen des absoluten Geistes auf dem Wege zu seiner vollen Selbst-Identität in der absoluten Idee. In der von E. HUSSERL begründeten Phänomenologie ist P. das sinnlich Faßliche in seiner evidenten Selbstgegebenheit, wie es in der unmittelbaren Beschreibung erfasst wird. Empirismus und Positivismus sehen den phänomenalen Bereich des sinnlich Gegebenen als Grundlage jegl. wissenschaftlichen Erkenntnis an.


Quelle: Brockhaus Enzyklopädie: in 24 Bd. - 19., völlig neubearb. Aufl. Bd. 17. Pes. - Rac. - 1992 F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1992


PARADIGMA

[griech] das, -s/...men. auch –ta

1) allg.: Beispiel, Muster.

2) antike Rhetorik: als (positiver oder negativer) Beleg für eine Argumentation angeführte Begebenheit.

3) Philosophie und Wissenschaftstheorie: Nach PLATON sind P. die Urbilder der sinnlich wahrnehmbaren Dinge. Sie werden für ewig, unveränderlich und ermöglichend gehalten, während die nach ihnen gestalteten innerweltl. Dinge veränderlich und vergänglich sind. ARISTOTELES überträgt den Begriff P. in den Bereich der Rhetorik, in der es ein rhetor. Schlussverfahren und einzelne Fälle von ihm bezeichnet. In der Spätphilosophie von L.Wittgenstein sind P. >Muster< oder >Standards<, nach denen die Erfahrung verglichen und beurteilt wird. Die P. gehen der Erfahrung voraus und ermöglichen unsere Orientierungen. - In der modernen Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte ist P. ein von T. S. KUHN eingeführter Begriff, der die Gesamtheit aller eine Disziplin in einem Zeitabschnitt beherrschenden Grundauffassungen hinsichtlich Gegenstandsbereich und Methode bezeichnet. Das P. ist für eine Disziplin konstitutiv, insofern es festlegt, was als wissenschaftlich befriedigende Lösung angesehen werden kann und welche Fragestellungen wissenschaftlich zulässig sind. Kontroversen löste KUHNS These aus, in der Wissenschaftsgeschichte träten >wiss. Revolutionen< im Sinne von P.-Wechseln auf, die zur Inkommensurabilität der beteiligten Theorien führten. Sie hat u. a. aber auch Eingang gefunden in die Ansätze des New Age aufgreifende zeitkrit. Diskussion (u. a. F. CAPRA). Dem von Kuhn angeführten Beispiel des Übergangs von der klass. zur relativst. Mechanik in der Physik entspricht demnach ein sich in der Gegenwart anbahnender Übergang von dem auf mechanist. Denken und den cartesian. Subjekt-Objekt-Dualismus gegründeten Wissenschatsmodell, das für die neuzeitl. Wiss. im allgemeinen konstitutiv sei, zu einem ökolog. und integralen Denken.

4) Sprachwissenschaft: 1) Muster einer bestimmten Deklinations- oder Konjugationsklasse, das beispielhaft für alle gleich flektierten Klassen steht


Quelle: Brockhaus Enzyklopädie: in 24 Bd. - 19., völlig neubearb. Aufl. Bd. 16. Nos. - Per. - 1991 F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1991


DIGITAL

[lat. digitalis]

1. (Medizin) mithilfe des Fingers erfolgend

2.a. (Physik) in Stufen erfolgend; in Einzelschritte aufgelöst

2.b. auf Digitaltechnik, Digitalverfahren beruhend

3. (Technik) in Ziffern darstellend; in Ziffern dargestellt


Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/digital




Aufgabe 2 - Persönliche Phänomene und Paradigmenwechsel

PHÄNOMENE

Lachen, beim lesen verschiedener Artikel über das Kitzeln

Ursprünglich hatte ich mich damit beschäftigt, dass es eine Art von Phänomen ist, dass man nicht lachen muss, wenn man sich selber kitzelt. Jedoch stellte sich folgendes als größeres Phänomen heraus: Während meiner Recherche, beim Lesen verschiedenster Artikel über das Kitzeln, fühlte ich mich im wahrsten Sinne des Wortes "gekitzelt" und musste lachen.


Gerüche wecken intensivere Erinnerungen als Fotos, Videos, Geschichten usw.

Mehrere Studien zu dieser Thematik ergaben, dass sich die Probanden bei Gerüchen lebhafter und detaillierter an bestimmte Ereignisse erinnerten, als nach der Betrachtung von Fotos oder dem Hören einzelner Wörter. Der Grund dafür sei möglicherweise, dass der Teil des Gehirns, der Gerüche verarbeitet, eng mit anderen Hirnbereichen verbunden ist, in denen Erinnerungen gespeichert werden, jedoch wurde dies bisweilen noch nicht bestätigt.


Bei Aktivitäten, die einem Spaß bereiten, vergeht die Zeit schneller, als bei Aktivitäten, die einen nicht ansprechen


Tiere spüren Erdbeben im Voraus

Die Ursache für das ungewöhnliche Verhalten der Tiere vor einem Erdbeben war lange unklar. Anfangs glaubte man, sie würden mit ihren feinen Sinnen leichte Vorbeben spüren. Diese treten jedoch erst Sekunden vor der eigentlichen Erschütterung auf, während manche Tiere bei einem großen Beben durchschnittlich 20 Stunden vorher Alarm schlagen. Laut dem heutigen Stand der Wissenschaft weiß man, dass die Veränderung der Luftelektrizität vor einem Erdbeben Auswirkungen auf den Organismus hat: Wenn Lebewesen positiv geladene Aerosole einatmen, wird das Nervenhormon Serotonin freigesetzt, das Stimmungsschwankungen und Übelkeit hervorruft. Bei Tieren wird zudem das Fell elektrostatisch aufgeladen; deshalb reagieren kleine Tiere, deren Körperoberfläche im Verhältnis zu ihrem Volumen relativ groß ist, besonders »gereizt« Wie viel elektrische Ladung aus dem Boden austritt, hängt von der Gesteinsart und den Wetterverhältnissen ab. Bei Regen werden die Aerosole neutralisiert und die alarmierenden Signale deutlich abgeschwächt. Bleibt die Frage, wie die elektrostatischen »Wolken« im Erdinneren überhaupt entstehen. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Quarzgestein durch den zunehmenden unterirdischen Druck vor einem Beben so genannte Piezoelektrizität erzeugt wird. Diese kann durch Glimmentladung Wassermoleküle zertrümmern und dadurch positiv geladene Ionen freisetzen. Kritiker dieser Theorie wenden jedoch ein, dass sich die durch Piezoelektrizität erzeugten elektrischen Felder gegenseitig neutralisieren, noch bevor Energie in die Atmosphäre abgegeben werden kann.


Wenn man über ein Wort nachdenkt und es öfter wiederholt, fängt es an komisch zu klingen

Des Öfteren habe ich bei dem Gedanken an ein Wort erlebt, dass es nach mehrfacher Wiederholung seine Bedeutung verliert und sich "fremd" bzw. "künstlich" anhört.


PARADIGMENWECHSEL

Zusatzaufgabe - Wiener Kreis, Grenzen der Sprache als Kommunikationsmittel, Diskurs

WIENER KREIS

Wiener Kreis (Wiener Schule), Gruppe neopositivistischer Philosophen um M. Schlick, F. Waismann, R. Carnap, O. Neurath, V. Kraft, K. Menger, K. Gödel, H. Hahn, E. Zilsel und anderen in Wien 1922-38, zeitweise in gewissem Nahverhältnis zu L. Wittgenstein. Der Wiener Kreis trat mit der 1929 erschienenen Programmschrift "Wissenschaftliche Weltauffassung. Der Wiener Kreis" (herausgegeben von Hahn, Neurath und Carnap) hervor. Das Ziel der Philosophie des Wiener Kreises war - im Anschluss an die Forschungen von E. Mach - die Vereinigung von Empirismus und moderner Logik zu einer Einheitswissenschaft, wobei die Metaphysik abgelehnt wurde. Grundlegend war das Bemühen, alle wissenschaftlichen Aussagen in eine umfassende formale Sprache (zum Beispiel in die der Mathematik oder der Physik) zu übersetzen, um die Objekte der Philosophie (die Sätze, Begriffe und Theorien der Wissenschaft) darzustellen. Der Wiener Kreis erreichte bald internationale Geltung, bis seine Arbeit in Wien durch Austrofaschismus und Nationalsozialismus unterbrochen wurde. Die namhaften Vertreter des Wiener Kreises emigrierten in die angelsächsischen Länder, wo ihr Einfluss zusätzliche Verbreitung fand und auch nach 1945 die Entwicklung der Wissenschaftstheorie maßgeblich beeinflusste. Als publizistische Organe des Wiener Kreises dienten die Zeitschrift "Erkenntnis" (ab 1937 "Journal of Unified Science") sowie die Schriftenreihen "Schriften zur wissenschaftlichen Weltauffassung" und "Einheitswissenschaft"; im Exil wurde die "International Encyclopedia of Unified Science" herausgegeben. Seit 1991 besteht in Wien ein Institut "Wiener Kreis", das sich der Dokumentation, Erforschung und Weiterentwicklung der Philosophie des Wiener Kreises widmet. (Quelle: http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.w/w603197.htm)


Grenzen der Sprache

Über die möglichen Grenzen dieses unhintergehbaren Mediums haben auf sehr unterschiedliche Weise Ludwig Wittgenstein und Samuel Beckett gegrübelt. Die Titelfrage dieses Beitrags beruht auf Wittgensteins These 5. 6 in der Logisch-philosophischen Abhandlung:

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

Und in der Einleitung dieser Abhandlung heißt es: um dem Denken eine Grenze zu ziehen, müßten wir beide Seiten dieser Grenze denken können (wir müßten also denken können, was sich nicht denken läßt). Die Grenze wird also nur in der Sprache gezogen werden können und was jenseits der Grenze liegt, wird einfach Unsinn sein.

Samuel Beckett, der wie kein anderer die Begrenztheit sprachlicher Mitteilbarkeit in seinen Stücken erkundet hat, schreibt 1937 an seinen Freund Axel Kaun:

And more and more my own language appears to me like a veil that must be torn apart to get at the things (or the Nothingness) behind it. ... As we cannot eliminate language all at once, we should at least leave nothing undone that might contribute to its falling in disrepute. To bore one hole after another in it, until what lurks behind it – be it something or nothing – begins to seep through; I cannot imagine a higher goal for a writer today.

(Und mehr und mehr erscheint mir meine eigene Sprache wie ein Schleier, der zerrissen werden muß, um heranzukommen an die Dinge (oder das Nichts) dahinter. ... Da wir die Sprache nicht auf einen Schlag auslöschen können, sollten wir zumindest nichts unversucht lassen, was dazu beitragen kann, sie in Verruf zu bringen. Ein Loch nach dem anderen hineinbohren, bis das, was dahinter lauert – sei es etwas oder nichts – durchzudringen beginnt; ich kann mir heute kein höheres Ziel für einen Autor denken.)

Allerdings ist in diesen wie in vielen anderen Erörterungen in diesem Umfeld keineswegs klar, ob es um die jeweils gegebene Einzelsprache oder um die generelle Sprachlichkeit des Menschen geht – eine Unterscheidung, die deutliche Folgen sowohl für Wittgensteins These wie für Becketts Intention hat. Deshalb geht es zunächst um die sachliche und terminologische Klarstellung, was mit Sprache und Sprachfähigkeit gemeint sein soll.

Aus: Manfred Bierwisch - Bedeuten die Grenzen meiner Sprache die Grenzen meiner Welt?

Link der Arbeit: http://www.zas.gwz-berlin.de/fileadmin/mitarbeiter/bierwisch/14_Bierwisch_2008_Grenzen_Sprache.pdf


„Anrennen gegen die Grenze der Sprache“

Im Tractatus logico-philosophicus, in dem Wittgenstein den Versuch unternimmt, die Voraussetzungen des sinnvollen Sprechens über „die Welt“ festzulegen, stößt der Sprachphilosoph immer wieder auf Unaussprechliches, Bereiche, die auf der Grundlage des im Tractatus entwickelten referenzsemantischen Konzepts nicht klar erfaßt werden können, jedoch für den Menschen von größter Wichtigkeit sind, da in ihnen Voraussetzungen des sinnvollen Sprechens oder andere grundlegende menschliche Erklärungsbedürfnisse berührt werden. Als unaussprechlich, weil transzendental, erweisen sich die Felder der Logik18, Ethik und Ästhetik.

Unter Abschnitt 6.421 heißt es lapidar:

Es ist klar, daß sich die Ethik nicht aussprechen läßt.

Die Ethik ist transzendental.

(Ethik und Ästhetik sind Eins.) (TLP, 83)


Wie die Logik liegen auch die Bereiche Ethik und Ästhetik jenseits der Grenzen des – gemäß der im Tractatus entwickelten Bildtheorie – Abbildbaren. Zwar bezeichnet Wittgenstein unter Abschnitt 6.51 den „Skeptizismus“ als „offenbar unsinnig“ (TLP, 84), da gelte: „Zu einer Antwort, die man nicht aussprechen kann, kann man auch die Frage nicht aussprechen“ (TLP 6.5, 84), doch bleibt trotz dieser entschiedenen Feststellung beim Leser ein Unbehagen zurück, auf das Wittgenstein dann auch in einem anschließenden Paragraphen zu sprechen kommt: „Wir fühlen, daß, selbst wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind.“ (TLP 6.52, 85)

Das „Mystische“

Doch macht Wittgenstein unmittelbar anschließend, in dem berühmten Absatz über das Mystische, auch deutlich, daß, obwohl das referenzsemantische Konzept des Tractatus bestimmte Bereiche nicht erfaßt, es Unaussprechliches gebe, das sich zeige und damit auch zeigen lasse: „Es gibt allerdings Unaussprechliches. Dies zeigt sich, es ist das Mystische.“ (TLP 6.522, 85). Wie genau dieses Zeigen/Sich-Zeigen von Unaussprechlichem vonstatten geht, inwieweit ‚die Mystik‘ als Konzept zur Überwindung semantischer Sprachskepsis in Frage kommt, läßt Wittgenstein jedoch weitgehend offen. Auch diese Zusammenhänge scheinen unaussprechlich. Daß die Mystik Konzept zur Überwindung von Sprachskepsis ist, stelle ich dabei als These auf, auch wenn Wittgenstein am Schluß des Tractatus das Aussagbare vom Zeigbaren trennt und dadurch den Eindruck erweckt, als sei die Mystik sprach-los.


Aus: „Anrennen gegen die Grenze der Sprache“ Strategien zur Überwindung von Sprachskepsis im deutschen Drama

Link der Dissertation: http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-133/ue535.pdf


Diskurs

Seit den 1960er Jahren wird der Begriff zunehmend in so genannten Diskurstheorien untersucht und erhält in den verschiedenen Theorien eine unterschiedliche Bedeutung. Diskurstheorien versuchen zu beschreiben, wie Folgen von Äußerungen konstituiert werden. Die Form der Untersuchung kann philosophisch, linguistisch oder auch literaturwissenschaftlich sein.

Diskursbegriff nach Foucault

Grob vereinfacht meint Michel Foucault mit Diskurs das in der Sprache aufscheinende Verständnis von Wirklichkeit einer jeweiligen Epoche. Die Regeln des Diskurses definieren für einen bestimmten Zusammenhang oder ein bestimmtes Wissensgebiet, was sagbar ist, was gesagt werden soll, was nicht gesagt werden darf und von wem es wann in welcher Form gesagt werden darf (zum Beispiel nur in Form einer wissenschaftlichen Aussage).


Diskurs im Sinne Foucaults ist ein „sprachlich produzierter Sinnzusammenhang, der eine bestimmte Vorstellung forciert, die wiederum bestimmte Machtstrukturen und Interessen gleichzeitig zur Grundlage hat und erzeugt“. Soweit „Diskurs“ in der öffentlichen Diskussion mit „Diskussion“ gleichgesetzt wird, geht ein entscheidender Bedeutungsaspekt verloren: die Eigenschaft des Diskurses, Realität zu erzeugen und zu strukturieren. Foucault selbst beschreibt in Archäologie des Wissens sein Vorhaben, den Diskurs zu untersuchen folgendermaßen: „Es [ist] eine Aufgabe, die darin besteht, nicht - nicht mehr - die Diskurse als Gesamtheit von Zeichen [...], sondern als Praktiken zu behandeln, die systematisch die Gegenstände bilden, von denen sie sprechen. Zwar bestehen diese Diskurse aus Zeichen; aber sie benutzen diese Zeichen für mehr als nur zur Bezeichnung der Sachen. Dieses mehr macht sie irreduzibel auf das Sprechen und die Sprache. Dieses mehr muß man ans Licht bringen und beschreiben.“


An einem Beispiel soll die Möglichkeit zur konstruktiven Verwendung des Diskursbegriffs deutlich gemacht werden: Der Begriff „Ausländerflut“ ist eine Konstante im „Immigrations-Diskurs“ in Deutschland, ein Begriff, der impliziert, Immigranten träten in „Fluten“ und damit z. B. als Naturphänomen und Naturkatastrophe auf. In der Analyse des Diskurses zeigt sich, in welcher Weise wir über die Welt nachdenken – in diesem Fall über das als Immigration problematisierte Phänomen der Überschreitung von (eigentlich auch nur gedachten) Grenzen. Wenn Einwanderung häufig in Verbindung mit Flut in unserem Denken und Reden auftaucht, so hat das tiefergehende Bedeutung.

Aufgabe 3 - Architectural design / City planning

Im Zuge meiner Recherchearbeit habe ich den Fokus auf die Elbphilharmonie von Herzog & de Meuron in der Hafen City in Hamburg gelegt, das mittlerweile weltweite Beachtung erreicht hat. Terminverzögerungen, Kostenexplosionen, Baumängel, ein Untersuchungsausschuss und interne Kommunikationsschwierigkeiten sorgten dafür, dass sich dieses Prestigeträchtige Bauprojekt zum Negativbeispiel für Projektmanagement entwickelt hat.

Die Fertigstellung des Gebäudes war zunächst für 2010 geplant, dann mehrfach verschoben worden. Im März 2011 wurde die Eröffnung für 2013 angekündigt, doch im August 2011 kam es zu einer weiteren Verzögerung, so dass seitdem von 2014 oder 2015 ausgegangen wird. Ein weiteres Politikum des Baus sind die steigenden Kosten, so ging man in den ersten Planungen von 77 Millionen Euro aus. Bei Vertragsabschluss 2007 betrugen die Kosten für die Stadt 114 Millionen Euro, die im Jahr 2008 auf 323 Millionen Euro stiegen. Im Jahr 2011 wurden die Gesamtkosten auf 476 Millionen Euro veranschlagt. Diese Schätzungen basieren auf Mehrkostenforderungen und Kosten durch die Bauverzögerung, die von der Stadt nicht anerkannt werden.


DIE ELBPHILHARMONIE – DATEN & FAKTEN

Bauherrin Elbphilharmonie Hamburg Bau GmbH & Co. KG vertreten durch die ReGe Hamburg Projektrealisierungsgesellschaft GmbH, Veritaskai 2, D-21079 Hamburg, info@rege-hamburg.de

Generalplaner Herzog & de Meuron, Rheinschanze 6, CH-4056 Basel / Höhler + Partner Architekten und Ingenieure, Rödingsmarkt 9, D-20459 Hamburg

Gesamtgewicht des Hauses ca. 200.000 t

Gesamt Bruttogeschossfläche ca. 120.000 m²

-Speicher ca. 58.000 m²

-Neubau ca. 62.000 m²

Gesamt Bruttorauminhalt ca. 485.000 m³

Verbauter Stahl ca. 8.000 t

Verarbeiteter Beton ca. 63.000 m³

Höchster Punkt 110 m

Höhe Plaza 37 m

Konzertsaal in Höhe von 51 - 88 m

Länge der Rolltreppe ca. 82 m

Plätze im Großen Konzertsaal ca. 2.150

Plätze im Kleinen Konzertsaal ca. 550

Plätze im Dritten Konzertsaal ca. 170

Wohnungen geplant ca. 45

Hotelzimmer geplant ca. 250

Stellplätze geplant ca. 510

Zahl der Fassadenelemente ca. 1.096

Baubeginn April 2007

Nutzer HamburgMusik gGmbH – Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft c/o Laeiszhalle, Johannes-Brahms-Platz, 20335 Hamburg


ENTWICKLUNG DER ELPHILHARMONIE

Die Planungen für die Elbphilharmonie in der Hamburger Hafencity reichen zurück bis ins Jahr 2001. Damals präsentierte der Investor und Architekt Alexander Gérard vor dem Hamburger Senat seine Idee einer Konzerthalle auf dem Kaispeicher A. Nach einem ersten Entwurf durch die Architekten Herzog & de Meuron im Jahr 2003 nimmt das Projekt Gestalt an, eine Machbarkeitsstudie zwei Jahre später macht endgültig den Weg frei für die Elbphilharmonie.

-Die Wichtigsten Etappen: [1]

-Zeitleiste: [2]


FINANZIERUNG

Im Mai 2004 wurde die ReGe Hamburg, eine städtische Projekt-Realisierungsgesellschaft, als Bauherrin der Elbphilharmonie eingesetzt. Nachdem die Machbarkeit des Projektes geprüft und ein Nutzungskonzept erarbeitet war, wurden im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung mit der Commerz Real AG und der Hochtief Solutions AG private Partner für den Bau, die Finanzierung und den 20-jährigen Betrieb gefunden. Innerhalb der für die Elbphilharmonie gegründeten Objektgesellschaft Adamanta GmbH & Co. Objekt Elbphilharmonie KG verantwortet die Commerz Real AG die Finanzierung und den Betrieb des kommerziellen Mantels, die Hochtief Solutions AG die Bauausführung sowie das Facility Management. Gemeinsam mit der Quantum AG entwickelt Hochtief zudem als Bauträger in der Skyliving GmbH die ca. 45 Eigentumswohnungen.


Die Elbphilharmonie wäre ohne die großzügigen Spenden Hamburger Mäzene nicht denkbar. Mittlerweile sind knapp 70 Mio. Euro an Spenden zusammengekommen, darunter Großspenden vom Unternehmerehepaar Hannelore und Helmut Greve, von Michael Otto und von der Reemtsma-Stiftung. Über 6000 Privatsponsoren beteiligten sich – nur bei der Restaurierung der Dresdner Frauenkirche ließ sich ein ähnliches Engagement beobachten. Der große Rückhalt in der Bevölkerung, den diese Spendenbereitschaft signalisiert, hat allerdings einige Dämpfer erhalten. Maßgeblich zu nennen ist der Anstieg der Kosten für die öffentliche Hand. Als die Hamburgische Bürgerschaft 2007 einstimmig den Bau der Elbphilharmonie beschloss, waren die sehr optimistischen Hochrechnungen der Planungsphase längst einer vermeintlich fixen Summe gewichen: gut 114 Mio. Euro sollte die Stadt zu den avisierten Gesamtbaukosten von ca. 280 Mio. Euro beisteuern. Im November 2008 einigten sich die Stadt Hamburg und die Baugesellschaft Hochtief auf die bislang einzige (allerdings saftige) Erhöhung des Preises: Der öffentliche Anteil stieg auf 323 Mio. Euro, die Gesamtkosten werden nun auf 480 Mio. Euro geschätzt. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Listenpreis eines Airbus A380 beläuft sich auf 327, 4 Mio. USD (2008). Das weltweit einzigartige Vorhaben, einen Konzertsaal in einem Hochhaus auf historischer Bausubstanz unterzubringen, noch dazu akustisch vom Lärmpegel des Hafens isoliert, erwies sich als noch komplizierter als gedacht. Der konsequente Anspruch, hier eines der besten Konzerthäuser der Welt entstehen zu lassen, das von der Rolltreppe über die Fassade bis hin zur Saalkonstruktion ein Unikat der Sonderklasse darstellt, stellt eine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Im (zu Recht) kritischen Hamburg werden zwei Aspekte allerdings gerne übersehen. Erstens: Keine andere kulturelle Institution oder Initiative in Hamburg leidet finanziell unter der Elbphilharmonie. Die finanziellen Mittel zum Bau der neuen Konzerthalle werden nicht von anderen Kulturbereichen abgezogen, sondern stammen aus einem unabhängigen Investitionstopf für städtebauliche Entwicklung. Das gleiche gilt für die Elbphilharmonie Konzerte: Der Kulturhaushalt wurde exakt um das Budget der neuen Konzertreihe erhöht. Zweitens: Die internationale Strahlkraft der Elbphilharmonie ist ungebrochen. Ob in München, wo (mit der Elbphilharmonie im Blick) eifrig über eine Alternative zum Gasteig debattiert wird, ob auf der Expo in Shanghai, wo die Elbphilharmonie den Deutschen Pavillon ziert: Hamburg hat sich allein mit der Konstruktion der neuen Konzerthalle internationale Aufmerksamkeit gesichert und ist auf dem besten Weg zur musikalischen Weltstadt. - Artikel aus der Offizielen Projekthomepage: [3]


Kostenexplosion: [4]



PARLAMENTARISCHER UNTERSUCHUNGSAUSSCHUSS

Artikel zum Untersuchungsausschuss (Stand: 05.05.2010): [5]

Wiki-Seite des Ausschusses: [6]



Quellen

http://www.hamburg.de/elbphilharmonie/324020/elbphilharmonie-daten-fakten-hamburg.html

http://www.ndr.de/regional/dossiers/elbphilharmonie/chronologie/elbphilchronologie100.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Elbphilharmonie

http://issuu.com/gruene_hamburg/docs/zeitleiste_elbphilharmonie#download

http://www.elbphilharmonie-erleben.de/de/projekt/


ARTIKEL "ETHIK RANKING" UND "FERRARIS FÜR ALLE"

Ethik-Ranking durch die Konsumenten

Ich finde den Ansatz einer Ethik Rankingagentur zwar sehr interessant, jedoch glaube ich, dass ich als Konsument dennoch Probleme hätte, solchen Kennzeichnungen zu vertrauen. Vorgeschädigt durch das "Bio" Siegel, das man mittlerweile auf fast jedem Produkt vorfinden kann, würde ich als Konsument jedoch dennoch Probleme haben, solch einer Ethik-Kennzeichnung zu vertrauen. Im Falle "Bio" mussten wir leider feststellen, dass Etikettenschwindel Gang und Gebe ist und eine Lücke in der EU-Bio-Verordnung es den Herstellern ermöglicht, legal Aromastoffe aus dem Labor in Bio-Produkten zu verwenden (So muss zum Beispiel Bio-Erdbeer-Joghurt keine einzige Erdbeere enthalten!).

Es ist zwar äußerst wichtig als Konsument gewissenhaft und bewusst zu konsumieren, jedoch sollte die Verantwortung nicht alleine bei diesem bleiben. So sollten meiner Meinung nach die EU-Auflagen strenger sein und schon beim Import von Produkten auf Ethische Richtigkeit geachtet werden.

Ferraris für alle

"Materieller Fortschritt ist unverzichtbar für das menschliche Wohlergehen... Wachstum ist aber auch die Voraussetzung dafür, unsere Umwelt so um zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen der Menschheit besser dient." Diese Aussage am Ende des Artikels ließ mich stutzen, denn sie impliziert ausgesprochenen Materialismus, und rücksichtslosen Bilderbuch-Konsumismus. Ich bin zwar kein Gegner von materiellem Fortschritt, finde es jedoch äußerst kritisch, Glück alleine anhand diesem zu definieren, ohne dabei an den geistigen Fortschritt zu denken.

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