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HBSE BB PAULUS/ROHRMOSER

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Verfasser PAULUS michele, ROHRMOSER sandra
Betreuer Mair Michaela
LV HBSE
Thema Baustellenbericht
Titel Lehrbauhof Modul 3 Estrich Bodenaufbau
Semester 14WS
Image Bild:Bodenaufbau.JPG


Inhaltsverzeichnis

Lehrbauhof Modul 3

Tag 1

Bodenmarkierung

Am ersten Tag war es unsere Aufgabe jeweils 4 Kojen zu je 2,50 m * 2,50 m auf den Boden mit blauem Kreidepulver auf den Boden aufzureißen. Dieser Vorgang wird auch als Spicken bezeichnet. Diese 4 Kojen bildeten die Grundlage für den weiteren Arbeitsverlauf für Estrich und Bodenaufbau. Für das Modul 3 waren insgesamt 12 Teilnehmer eingeteilt die für den Bodenaufbau in 3er Gruppen eingeteilt wurden.

Pythagoras

Um für den abgeteilen Arbeitsbereich exakt einen rechten Winkel zu erhalten haben wir den Satz des Phytagoras im Verhältnis 3:4:5 angewannt (Bsp.: 40*3 = 120; 40*4 = 160; 40*5 = 200). Mit Trockenbauziegel haben wir den Raum von 2,50 m * 2,50 m aufgerissen, wobei immer eine Öffnung für eine eventuell später eingesetzte Tür freigehalten worden ist. An den 4 Ecken haben wir mit den Trockenbauziegeln Pfeiler die mindestens 1 m hoch sind hergestellt. Auf den 4 Ecksäulen wird mit einem Nivelliergerät ein Meterriss innen mit der Wasserwaage abgetragen von dem alle Maße ausgehen (TBOK, DUK, STUK usw.:)

Am Lehrbauhof werden vermehrt halbe Ziegel eines kleineren Formates verwendet, da die Ziegel mehrfach in Verwendung sind (sie werden mehrfach zum Mauern verwendet und dadurch werden die Hohlkammern mit Mörtel gefüllt und somit schwerer, je größer das Format ist).

Reihenfolge der Arbeitsaufträge:

1. an Ziegelsäulen Höhen anzeichnen 1 m, 5 cm, 3 cm, 5-6 cm

2. Kies

3. Randdämmstreifen: sind meist 8-10 mm dick und dienen zum Schallschutz.

4. Folie

5. Zementestrich: -Zementestrich wird erdfeucht angerichtet um das Abziehen mit einer Schleifscheibe zu ermöglichen. Estrich benötigt in der Regel ohne Zusatzstoffe 14 Tage um auszutrocknen. Estrich darf einen Restfeuchtegehalt von maximal 20 % bevor der abschließende Bodenbelag darauf verlegt wird. Mittlerweile werden auf dem Bau fast 3/4 mit Fließestrich ausgeführt, da sich dieser durch die Konsistenz zu 100 % eben einstellt. Der Zementestrich besteht aus einem Teil Zement und zu 4 oder 4 Teilen feinkörnigem Sand (Spezialmischmaschine: zuerst Trockenmaterial und danach Wasser; bei einer normalen Mischmaschine: zuerst Wasser, danach Zement, Sand-eher flüssig) - 1 Kubikmeter Zement füllt ca. 13 Schubkarren, das sind ca. 100 Liter - 2,50 m *2,50 m ( zu füllende Fläche) * 0,05 m (Höhe des Estrichs) = 1/4 Kubikmeter

Tag 2

Markierung Mauerstück

Am zweiten Tag bestand unsere Aufgabe darin ein 90 cm * 90 cm Mauerstück zu mauern, welches im vollendeten Zustand einer realen Hausecke gleichen soll. Das Mauerstück bestand im fertigen Zustand aus 8 25er Ziegelreihen und betrug eine Höhe von ca. 123,2 cm. Wichtig war beim Mauern, dass in der Ecke immer ein halber Eckstein eingesetzt wurde, da es sich anders mit den versetzen Fugen nicht ausgegangen wäre und der Mauerabschluss nicht bündig gewesen wäre. Begonnen haben wir indem wir zuerst eine Lagerfuge und Flucht für unser Mauerstück erzeugt haben. Die Bodenmarkierung haben wir zuvor mit Kreidepulver abgetragen. Vorstellen kann man sich das so, dass in der Ecke ein 12,5 cm breiter Ziegel (halber) gesetzt wurde und parallel dazu 3 Stück 25er Ziegel. Besonders wichtig war, dass alle Ziegel in der Flucht lagen und mit der Wasserwaage kontrolliert wurden.

Flucht

Auf einer Baustelle wird beispielsweise bei einer 10 m langen Mauer nur der erste und letzte Ziegel genau in die Waage gebracht und dazwischen eine Schnur gespannt. Eine 20er Wand könnte als tragende Zwischenwand verwendet werden.

Ebenfalls wurden uns an diesem Tag einige Fakten nahegebracht. Unter anderem, dass Zement aus 90 % Kalk und 10 % Sand besteht. Früher hat man Fundament und Mauerwerk in einem durchbetoniert bzw.: nichts dazwischen gelegt. So konnte sich das salzhaltige Wasser ungehindert bis zu 1,5 m die Mauer hoch ziehen und nach außen an die Fassade treten. Um einen solchen Schaden zu beheben muss die Fassade abgestemmt werden (sehr aufwendig).

Daher wird heute bevor man ein Mauerwerk beginnt zwischen Boden- oder Deckenplatte eine Unterlegbahn aus PVC oder Dachpappe angebracht. Momentan wird auf Baustellen sehr viel mit Planziegel gearbeitet, da man sie nicht mit Mörtel mauern muss, sondern entweder mit PU-Schaum schäumt oder klebt. Zum Kleben verwendet man eine befüllbare Kleberrolle, die den Kleber hauchdünn aufträgt. Planziegel haben den Vorteil, dass sie so genau abgeschliffen werden, dass sie 100%ig im rechten Winkel sind und daher muss nur die erste Reihe exakt in der Waage sein.

Eine weitere Neuentwicklung ist der Styropordämmstein, welcher aus rechts und links 6 cm Styropor besteht. Dieser Dämmstein hat eine Größe von ca. 90 cm * 40 cm. Die Steine werden untereinander mit Plastikstiften verbunden und die Hohlräume an der Baustelle mit Ortbeton betoniert. Des Weiteren haben wir uns über die Arten von Verputz unterhalten, wovon es insgesamt 4 gibt.

Grobputz
Feinputz


  1. Maschinenputz
    1. Selten, dass Maurer verputzt
    2. Kalk-Gipsputz ca. 1 cm
    3. Oder Zement-Kalkputz
  2. Händisch -> ganz selten
    1. Grobputz 2 cm
    2. Deckputz (Edelputz, Innenfeinputz, glatter Putz)
  3. Dünnschichtputz
    1. Netz (Kleber, Glasseidengewebe) Kunstharzanstrich
  4. Trockenputz
    1. Gipskartonplatten; 1 oder 2 Schichten angeschraubt an Leistenunterkonstruktion angebracht an Boden und Decke (kann auch mit Steinwolle ausgedämmt werden)



Tag 3

Am dritten und somit letzten Tag machten wir uns daran das am Vortag erstellte Mauerstück zu verputzen. Heutzutage wird fast nur noch maschinell verputzt, doch wir führten das manuelle Verputzen mit Kelle und Wischbrett durch.

Bevor wir zu verputzen begannen wurden vorerst links und rechts an unserem Mauerstück zwei Bretter mit Kanteisen in Fugen befestigt und mit der Wasserwaage in die Waage gebracht. Der Abstand zur Wand wurde der späteren Putzdicke angepasst. Diese Bretter dienten dazu eine glatte Oberfläche zu erhalten, der überschüssige Putz wurde mit einer nassen Metalllatten abgezogen. Damit der Hauptputz außen Edel-, innen Feinputz besser haftet wurde vorerst mit einem eher dünnflüssigen Mörtel die Wand vorverputzt. Der Mörtel wurde mit schwungvollen Bewegungen aus dem Armgelenk mit einer Kelle auf die Wand geworfen.

Diese Schicht lässt man trocknen und danach tragt man den Endputz auf die Selbe Art und Weise auf. Auf der Innenseite unseres Mauerstückes und somit auch in Innenräumen wurden sogenannte „Fatschen“ hergestellt. Dabei wurden zwei zueinander vertikal parallele Kanteisen soweit in die Fuge geschlagen wie dick später unser Putz werden sollte, dann wurde in dem Bereich dazwischen Putz aufgetragen und an den Kanteisen abgezogen. Zum Trocknen der Fatschen wurden die Kanteisen entfernt. Im getrockneten Zustand kann man diese gleich verwenden wie die zwei Bretter.

Putzträger-Heratekta


Als Verputzträger dienen:

  1. Heraklith
  2. Kompination aus Heraklith und Styropor = Heratekta (Pfeiler stehen 10 cm in das Gewebe)
  3. Stauss-Ziegelgewebe


Unter anderem gibt es sehr dünnflüssigen Mörtel, diesem wird Zement beigemischt, andererseits gibt es sehr dickflüssigen Mörtel, welcher mit Styroporgranulat angereichert ist und schnell trocknend ist. Dieser schnelltrocknende Putz kann bis zu 10 cm dick aufgetragen werden. Laut ÖNORM benötigt Putz 2 Wochen bzw.: 28 Tage Trockenzeit. Zuletzt mussten wir den Putz abtragen und das Mauerwerk abbauen.


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