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Fenster (Kunststoff, Stahl, Alu, Holz, Holz/Alu)

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Bearbeitet von: Markus Gerstgrasser


Bei Fenstern handelt es sich um Maueröffnungen, die Licht und Luft in ein Gebäude einlassen, Lärm und Wind abhalten und einen Blick nach Außen ermöglichen.


Inhaltsverzeichnis

Aufgaben und Formen

Fenster als Öffnungen in einer Wand verbinden Außen- und Innenraum, Öffentlichkeit und Privatsphäre, erlauben Ein- und Ausblicke. Als eines der wesentlichen Elemente einer Fassade sind die Aufgaben eines Fensters ebenso wie die gestalterischen Ausformungen nahezu unbegrenzt, und zwar in baugeschichtlicher, architekturtheoretischer genauso wie in konstruktiv - entwurflicher Hinsicht. Auch die soziokulturellen und politischen Aspekte und wechselnden Bedeutungen des Begriffs Transparenz spielen in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Innerhalb dieser Vielfalt sind bei Planung und Realisierung von Fenstern Entscheidungen u.a. in folgenden Kriterien zu treffen:


• die Form und Größe der Fassadenöffnung

• die Art der Fassadenöffnung und die Verbindung von Fenster und Fassade

• die Art und Anzahl der gewünschten Teilungen (Rahmenteilung, Sprossenteilung)


• die Öffnungsart der Fensterflügel

• die Art und Funktionsweise der Lüftung

• die Art und Funktionsweise der Beschläge, von manueller über Sensorsteuerung bis zu kompletter digitaler Kontrolle

• die Wahl und meist komplexe Kombination der Materialien

• die Oberflächengestaltung, sowohl nach außen und innen, ggf. auch in Fassadenzwischenschichten

• die Art der gewählten Verglasung

• die Wahl des Sonnen- und Blendschutzes

• die Art des Sichtschutzes

• die Gewährleistung des Wärmeschutzes

• die Art des Schallschutzes

• die Beteiligung des Bauteils Fenster am Energiekonzept des gesamten Gebäude


Folgende Fensterformen lassen sich in einem groben Überblick unterscheiden:


• Rundfenster

• Radfenster

• Lanzettfenster

• Trapezfenster

• Fenster mit feststehendem Oberlicht

• Rundbogenfenster mit Sprossen

• zweiflügeliges Segmentbogenfenster mit feststehendem Setzpfosten

• Fenster mit kippbarem Oberlicht

• Fenster mit feststehendem unteren Teil

• doppelflügeliges Segmentbogenfenster mit Oberlicht und Stulpflügel

• Fensterwände

• Fenstertüren

• Deckenoberlichter und Überkopfverglasungen

• rahmenlose Festverglasungen

• begehbare Glasböden

• Kombinationen dieser zuvor genannten Formen mit Pfosten-Riegel-Glas-Fassaden

• als Elemente von Structural-Glazing-Systemen

• als Elemente von Double-Skin-Fassaden


Eigenschaften von Fenstern

An Fenster werden folgende Anforderungen gestellt:


• natürliche Belichtung

• natürliche Belüftung

• Wetterschutz

• Wärmeschutz

• solare Wärmegewinne

• Sonnen- und Sichtschutz

• Schallschutz

• Brandschutz
Flächenversetzt

• Schutz gegen Einbruch und ggf. Beschuss



Fensterprofil

Im Zusammenhang mit Sicherheit spielt das Fensterprofil eine entscheidende Rolle. Wie in vielen Kaufsituationen muß man auch beim Kauf eines Fensters Preis und Nutzen (Qualität) vergleichen. Hochwertige Fenster bieten geprüfte und durchdachte Sicherheitslösungen. In die stabilen und hochschlagzähen Kunststoff-Mehrkammerprofile werden Stahlverstärkungen integriert, die dem unerwünschten Gast das Aushebeln des Fensterflügels enorm erschweren.


Man unterscheidet grundsätzlich in 3 Profilgeometrien:

Flächenbündig


Flächenversetzt

Die flächenversetzte Anordnung des Flügels kennzeichnet den klassischen Fenstertyp mit den Profilproportionen herkömmlicher Holzfenster. Ein Einsatzschwerpunkt des flächenversetzten Flügels ist die Renovierung. Wahlweise kann mit zusätzlichen Wetterschenkeln oder Zierleisten die Gestaltung variiert werden.

Flächen-halb-versetzt


Flächenbündig


Die äußeren Profiloberflächen von Rahmen und Flügel liegen auf einer Ebene, sie sind "flächenbündig". Diese klare Profilansicht ergänzt ideal moderne Fassaden auch bei farblicher Gestaltung. Diese durchdachte Profilkonzeption ermöglicht die unterschiedlichsten Fenstertypen.


Flächen-halb-versetzt


Der Flächen-halb-versetzte Flügel, welcher die ideale Alternative zu flächenversetzten bzw. flächenbündigen Fenstern darstellt, bietet die verschiedensten Möglichkeiten im Profildesign.




Öffnungsarten

Neben allen anderen Gestaltungselementen kommt den Öffnungsarten in zweierlei Hinsicht eine große Bedeutung zu:

1. Durch die gewünschte Fensteröffnung wird das gestalterische Element definiert.

2. Durch bauphysikalische Grenzen lassen sich nicht immer die gewünschten Konstruktionen herstellen. So werden beispielsweise bei breiten Fenstern sogenannte Mittelpfosten oder Kämpfer aus Stabilitätsgründen notwendig.

Folgende Öffnungsarten werden unterschieden:


Festverglasung im Rahmen

Selbstverständlich steht es Ihnen frei, neben Fensteröffnungen auch feste Elemente in Ihr Objekt einzubauen. Bei letzteren spricht man von Festverglasungen. Während bei der letzteren Art noch gewisse Hilfselemente (i.d.R. aus Aluminium oder Stahl) verwendet werden, werden die Verglasungselemente beim structual glazing nur "geklebt".

Drehfenster

Das Drehfenster läßt sich vertikal öffnen. Diese Öffnungsart ist in Deutschland recht beliebt. In der Regel ist das Drehfenster außenöffnend.

Kippfenster

Das Kippfenster läßt sich nach innen kippen. Diese Öffnungsart ist ideal für Fenster, die zwar gelüftet werden müssen, die aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht ganz zu öffnen sein sollen.

Dreh-/Kippfenster

Das Dreh-/Kippfenster zählt zu den Standartfenstern in Deutschland. Wie dem Namen zu entnehmen, bietet ein solches Fenster a) die Möglichkeit es zu Kippen, b) läßt es sich auch öffnen. Die Öffnung in den Innenräumen zählt dabei gerade bei Fenstern zu den gängigsten Öffnungsarten. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit einer Außenöffnung.

Parallel-Schiebe-Kipptür

Parallel-Schiebe-Kipptüren sind durch die geringe Bautiefe und die schlanken Profile für kleinere Schiebeelemente eine ideale Ergänzung zu den bewährten Hebeschiebetüren. Abwechselnd zu diesen lassen sich bei den Parallel-Schiebe-Kipptüren die Flügel in Kippstellung bringen.

Hebeschiebetür

Wohnen im Grünen, aber vom Wetter unabhängig sein, war schon immer der Wunsch jedes Eigenheimbesitzers. Mit Hebeschiebetüren erreichen Sie die dafür erforderliche großzügige Raumgestaltung. Wohnräume öffnen sich zum Garten, Terrassen werden zu Wohnräumen. Unterschiedliche Ausführungsvarianten sowie die außergewöhnliche Abmessungen, die mit der Parallel-Schiebe-Kipptür möglich sind, bieten die besten Voraussetzungen für eine individuelle Architektur.

Falt-Schiebeanlagen

Mit der konstruktiven und systemtechnischen Weiterentwicklung hat diese Schiebetürvariante eine enorme Aufwertung erfahren und bietet sich als interessante Gestaltungs- bzw. Funktionsalternative an. Falt-Schiebeanlagen werden aus den üblichen Fensterprofilen gefertigt. Moderne Beschläge sorgen für eine komfortable Bedienung. Es können Laufschienen-Varianten mit Lastabtragung zur Decke oder zum Boden eingesetzt werden. Bei dieser Ausführung können sowohl Falt-Schiebetüren als auch Falt-Schiebefenster hergestellt werden. Durch den "Faltmechanismus" der Öffnungsflügel wird im Gegensatz zu den bekannten Konstruktionen erreicht, daß nahezu die gesamte Öffnungsfläche freigegeben wird. Auf einer Seite, wahlweise links oder rechts, befindet sich ein Drehflügel, die anderen Flügelelemente falten sich zusammen.

Schwingfenster
Kunststofffenster

In früheren Jahren war das Schwingfenster die gängige Öffnungsart. So findet man diese Fenster noch heute in älteren Gebäuden vor.

Wendefenster

Auch das Wendefenster ist eine Öffnungsart, die in früheren Jahren gängig war.


Rahmenmaterialien

Im Fensterbau unterscheidet man grundsätzlich drei Arten von Rahmenmaterialien: Holz, Kunststoff und Aluminium. Jeder Werkstoff hat seine ganz spezifischen Vor- und Nachteile, wobei das Kunststoff-Fenster mittlerweile den größten Marktanteil erreicht hat.

Fenster aus Kunststoff
Holzfenster

Aus der Vielzahl der Kunststoffe, die sich in ihren Eigenschaften sehr stark unterscheiden, hat sich bis heute als Fensterrahmenwerkstoff mit einem Anteil von 98% eindeutig das Polyvinylchlorid-hart (PVC-hart) durchgesetzt. PVC wird ebenfalls, in modifizierter Form, in vielen anderen Bereichen, in denen langlebige und technisch vielseitige Kunststoffe benötigt werden, eingesetzt. PVC ist nicht verrottbar und als thermoplastischer Kunststoff unter Beibehaltung aller technischen Eigenschaften recycelbar. Fenster aus PVC-hart überzeugen durch ihre lange Lebensdauer und den geringen Pflegeaufwand. Sie werden nicht nur in PVC-weiß angeboten sondern auch in vielen Farben und Holzdekoren. Auf diese Weise kann man Häuser mit farbigen Fenstern gestalten, ganz ohne Anstreichen oder Schutzlackierungen. Fenster aus PVC-hart sind witterungsbeständig, licht- und farbecht. Dank der speziellen Mehrkammer-Konstruktion ist ihre Schall- und Wärmedämmung ausgezeichnet und entspricht allen Anforderungen an ein modernes Fenster. Alle Arten von Schallschutz- und Wärmedämmgläsern sind einsetzbar. In die Profile eingeschobene Stahlverstärkungen sorgen für die nötige Statik und ermöglichen die Realisierung nahezu aller Fensterkonstruktionen.

Fenster aus Holz

Holz ist ein natürlich gewachsener Werkstoff, der jedoch einer gewissen Pflege bedarf und je nach Holzart mehr oder weniger gegen Umwelteinflüsse geschützt werden muss. Deshalb brauchen Fenster aus Holz in regelmäßigen Abständen einen Schutzanstrich gegen Feuchtigkeit und Pilze. Farbige Holzfenster bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten, müssen aber entsprechend lackiert und gepflegt werden. Holzfenster halten, bei regelmäßiger Wartung, viele Jahre und erfüllen die Anforderungen hinsichtlich Wärmedämmung und Schallschutz. Alle Arten von Schallschutz- und Wärmedämmgläsern sind einsetzbar. Ein Recycling ist derzeit noch nicht möglich und Altfenster werden entweder deponiert oder thermisch verwertet.

Aluminiumfenster

Fenster aus Aluminium


Fenster aus Aluminium bieten sich überall da an, wo erhöhte Anforderungen an die Statik gestellt werden oder schlanke Konstruktionen gefordert sind. Deshalb dominiert dieser Werkstoff im Fassadenbau. Fenster aus Aluminium sind in der Anschaffung teurer als Fenster aus anderen Werkstoffen. In Bezug auf Schall- und Wärmedämmung sind sie etwas schlechter als Holz- und Kunststoff-Fenster. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen, müssen Alumiumprofile durch Kunststoffstege aufwändig thermisch getrennt werden. Die Oberflächen sind in der Regel eloxiert oder mit einer Einbrennlackierung beschichtet. Sie sind in hohem Maße korrosionsbeständig und dauerhaft farbecht.


Historische Fenster

Das Wort Fenster stammt vom lat. Begriff „fenestra“. In der Gotik sprach man dagegen vom „windauga“, im Althochdeutschen von „augadoro“ (Augentor). Ursprünglich wurden Maueröffnungen mit gegerbtem oder geöltem Pergament, Schweineblase, Leinenstoff, Glimmer- oder Alabasterplatten verschlossen und dies ergab ein diffuses Licht. Das heute übliche Glas erlebte seine erste Blüte als Fensterglas bei den Römern. Die wohl ältesten „Fenster“, lichtundurchlässige Verschlüsse, bestanden aus hölzernen Fensterläden oder Sandsteinplatten, besonders für Kellerräume, welche verschoben werden konnten. Nach dem Verfall des römischen Reiches war Glas lange Zeit zu teuer, so dass es nur in Kirchen, Schlössern und bei betuchten Bürgern zu finden war. Erst ab dem 13./14. Jh. kam Glas wieder vereinzelt zum Einsatz, zumeist als kleines Fensterchen nur in der Stube. In der Barockzeit werden große Fensteröffnungen immer beliebter, wie beim Kreuzstockfenster. Die bis um 1800 üblichen Butzenscheiben werden später durch das teurere Flachglas verdrängt. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts werden zunehmend Sprossenfenster verwendet. Im Klassizismus sollte das Glas möglichst über die ganze Flügelbreite gehen. Quersprossen ließen sich aber aufgrund der Tafelglasgröße kaum vermeiden. Erst mit der halbindustriellen Glasproduktion um 1900 waren Fensterflügel aus einer Scheibe, ganz ohne Sprosse möglich. Das dreiteilige Galgenfenster ohne Sprossen wird zum Standard. Im Jugendstil bzw. um 1940/50 erlebt die Sprosse regional eine kurze Renaissance. Neben der ungefärbten Scheibe treten in der Zeit des Historismus und im Jugendstil auch Buntverglasungen an zumeist städtischen Wohnhäusern auf.


Quellen

fenster.de

infoline-fenster.de

Fachzeitschriften

Persönliche Werkzeuge