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E1 Bio(tro)nic Gardens

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Betreuer Colletti Marjan, Grasser Georg, Griebel Peter, Luckeneder Daniel, Malin Markus
LV E1
Semester 12SS
LV-Code
Typ
ECTS-AP
Thema Bio(tro)nic Gardens

Architekturdarstellung: Martina Moll
Arduinosupport: Romedius Weiss


Plakat

Bio(tro)nic Gardens

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Inhaltsverzeichnis


Bio(tro)nic Gardens

Gewächshäuser in botanischen Gärten zeigen eine lange Tradition von innovativen und teils extremen Strukturen auf. Großzügig, leicht, transparent, dünn, elegant, artifiziell. Die Typologie an sich erlaubt zunächst mal einen interessanten Exkurs in die Geschichte. Gärten zum Anbau von Pflanzen gibt es schon seit Jahrtausenden, mit den ersten Beispielen aus Ägypten und Mesopotamien. Die Römer waren auch Hobbygärtner und interessierten sich für die medizinischen Eigenschaften von Pflanzen. Die mittelalterlichen Mönche pflegten die Botanik natürlich noch exzessiver, und verstanden auch die Schönheit der Pflanzen und Blumen als ein Fest Gottes. Die erste dieser klösterlichen Gärten wurde im 8. Jahrhundert geschaffen. Wissenschaftliche Gewächshäuser treten aber erst später auf. Der weltweit erste botanische Garten waren die Physic Gärten Italiens des 16. und 17. Jahrhundert. Insbesondere die an der Universität von Pisa , die von Luca Ghini im Jahre 1543 erstellt wurden. Später dann in Padua (1545), Florenz (1545) und Bologna (1547) und dann in ganz Mitteleuropa. Diese Gärten waren rein für das akademische Studium der Heilpflanzen gedacht.

Botanische Gärten erlebten dann eine Nutzungveränderung während des 16. und 17. Jahrhundert. Dies war das Zeitalter der Entdeckungen und die Anfänge des internationalen Handels. Gärten wie den Royal Botanic Gardens in Kew und der Real Jardin Botánico de Madrid wurden gebaut, um die neuen Arten, welche aus den Expeditionen in die Tropen in die Heimat zurückgebracht wurden, anzupflanzen. Die Briten bauten dann überall tropische Gärten. Aber v.a. (ganz im Sinne der Victorianischen Industriellen Revolution) zu kommerziellen Zwecken um Nutzpflanzen wie Nelken, Tee, Kaffee, Brotfrucht, Chinarinde, Palmöl sowie Schokolade anzupflanzen. Man soll nicht vergessen, dass diese Glashäuser absolut High-Tech waren: sie waren riesige gusseiserne Hallen. Zu dieser Zeit war Joseph Paxtons Konservatorium das größte Glas-Gebäude in der Welt (obwohl die größte Glasscheibe die man damals zur Verfügung hatte kaum 1 m groß war). Und sie waren auch technologisch avant-garde im Bereich der Gebäudetechnik: sie waren beheizt (von acht Kesseln mit 11 km Eisenrohre). Und auch sehr theatralisch: es gab eine zentrale Fahrbahn und als die Königin zu Besuch kam wurde es von zwölftausend Lampen beleuchtet (allerdings war es unerschwinglich teuer im Unterhalt und deshalb während des Ersten Weltkriegs nicht beheizt; die Pflanzen starben und es wurde in den 1920er Jahren abgerissen). So haben auch unsere Bio(tro)nische Gärten nicht nur einen romantischen Appeal. Genauso wie die Landschaft innerhalb dieser Struktur vorgezeigt wird, aber in Wirklichkeit artifiziell, fast synthetisch ist, werden wir die Architektur verstehen. Sie noch leichter, dünner, durchsichtiger, intelligenter machen. Konzeptionell, gestalterisch und hochbautechnisch werden wir eine Synthese zwischen Natur, Umwelt und Architektur anstreben. Eine Symbiose, aufbauend auf Wechselwirkungen und Interrelationen. Form und Kräfte beeinflussen sich gegeneinander.

Im E1 werden wir environmental capsules entwerfen. Im EM1 hingegen schon einen ganzen Cluster an verschiedenen Bionischen Biosphären. Die Bionik (auch Biomimikry, Biomimetik oder Biomimese) beschäftigt sich mit der Entschlüsselung von 'Erfindungen der belebten Natur' und ihrer innovativen Umsetzung in der Technik. Dabei liegt die Annahme zugrunde, dass es in der Natur durch evolutionäre Prozesse (relativ) optimierte Strukturen, Prozesse etc. gibt. In der Bionik werden für technische Probleme gezielt Lösungen in der Biologie gesucht (top-down-Prozess). Alternativ werden Prinzipien von biologischen Modellsystemen produktunabhängig abstrahiert (vom biologischen Vorbild losgelöst) die dann als Ideenvorlage für vorher nicht festgelegte technische Problemlösungen dienen können (Bionik als bottom-up-Prozess). Nachdem diese neuen Prinzipien in der Technik etabliert sind, können die Anwendungen in jedem geeigneten Bereich stattfinden. Diese Herangehensweisen werden auch dadurch begründet, dass im Laufe der Evolution viele biologische Lösungen optimiert wurden. Aber Optimisierung bedeutet nicht unbedingt Reduktion, Minimalisierung. Im Gegenteil. Biologische Systeme sind mannigfaltig und erlauben ein viel größeres Architekturvokabular als bisher verwendet. Gekoppelt mit aktivem oder/und passivem environmental engineering, gebunden an eine adaptive Interaktion mit der Umwelt, mit der Umgebung, mit den Pflanzen und Machinerie, werden wir innovative Konzepte ausarbeiten, wo bionisch z. B mechatronisch wird. Die Mechatronik beschäftigt sich interdisziplinär mit dem Zusammenwirken mechanischer, elektronischer und informationstechnischer Elemente und Module in mechatronischen Systemen. Z.B. Digitalkameras. Oder sogar biotronisch: also abgestimmt auf das Zusammenwirken von biologischen, elektronischen und informationstechnischen Elementen und Modulen. Der Botanische und Hydrobotanische Garten wird uns nämlich die Chance geben, anhand von biomimetischen Ausgangspunkten unglaubliche Variation in unsere Architektursprache zu bringen. Blumen, Pflanzen, Fische haben die verschiedensten Formen, Farben und Größen. So auch unsere Projekte. Pflanzliche Prozesse wie Photosynthese, physische Prozesse wie Metabolismus, und gebäudetechnische Systeme wie Klimakontrolle usw. werden ebenso wichtige strategische Richtlinien aufzeichnen wie die sonstigen Faktoren Bauort, Geschichte, Geometrie usw., die strukturell und umwelttechnisch (also im Sinne von environmental engineering) vorteilshaft umgesetzt werden können. Denn Architektur ist nicht nur das was man sieht, sondern auch das was man fühlt: Licht, Temperatur, Feuchtigkeit Gerüche. Architektur muss darauf reagieren, u.z. schon im Entwurfsprozess. Architektur muss atmen!


Projekte

9 Entwerfen Projekte

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Wikiseite Vorschau Titel VerfasserIn LV
Actio et Respiratio! Aktio et respirato.jpg Actio et Respirato! Czarnecka Lucyna
Gsaller Manuel
Mayr Pia
Michelitsch Marion
E1
Bionic Tandril Form.jpg Bionic Tandril Liner Theresa
Enz Vanessa
Speiser Patrick
Metzler Daniel
E1
Bullet with Butterfly Wings 01.jpg Bullet with Butterfly Wings Rysskamp David
Schickermueller Barbara
Stampfl Manuela
E1
CAMO Camo.jpg CAMO Pedja Gavrilovic
Kathrin Rauter
Marius Vieweg
Lukas Strigl
E1
PneuMose IMG 5120.JPG PneuMose Verena Schweigl
Lara Leonardi
Fabian Stuffer
Maximilian Unterfrauner
E1
Bio(tro)nic Gardens - Pneumatic Rose of Jericho Rendering4 copy.jpg Pneumatic Rose of Jericho Angermann Johannes
Bacher Katharina
Jovljevic Zeljka
Premstaller Alexander
E1
Pneustatic E1 pneustatic bild 01.jpg Pneustatic Sadi Özdemir
Stian Holte
Roy Ostrowski
Chris Mellin
E1
Resonance Chamber Resonance Chamber-10.jpg Resonance Chamber Zißler Andreas
Fischer Julia
Blaschke Benjamin
Gros Nicole
Huff Beatrice
E1
Osculo.inflato OsculoInflato025.jpg osculo.inflato Köll Hannah
Hofbauer Natalie
Zeinhofer Alexandra
Zebec Sara
E1


Tutorial

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