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Eva Lenz-Jeschko

betreut von: Prof. Patrik Schumacher, Arch DI Michael Budig, DI Markus Malin, Arch DI MArch AA Robert Neumayr


Inhaltsverzeichnis

Idee

Idee meiner Arbeit war es, Tierfelle auf ihre architektonischen Qualitäten zu überprüfen und diese konzeptuell für den Entwurf von Villen und Villenkolonien zu verwerten.


Tierfellanalyse

Felle erfüllen bei Tieren mehrere Funktionen. Manchen Tieren dienen sie als Tarnung, wobei die Qualität des Felles vor allem in Bezug auf die optimale Anpassung an den Lebens- raum gemessen wird. Anderen Tieren dient das Fell als Warnsignal – derartige Felle zeichnen sich zumeist durch starke farbliche Kontraste sowie eine klare Linienführung in Bezug auf das jeweilige Muster aus, wobei diese jedoch zumeist nicht auf einer simplen Addition von einzelnen Ornamenten beruht.


Neben den Regulationsvorgängen, die die Pigmentzellen selbst in ihrer Arbeit steuern, beeinflussen auch Dicke, Länge, Haaraufbau sowie die Wachstumsgeschwindigkeit der Haare die Fellfarbe. So werden z.B. durch eine schnellere Teilung der Matrixzellen weniger Pigmente in die Haarrinde eingelagert – schnell gewachsene Haare sind somit heller.


Da langes Haar Licht anders reflektiert als kurzes, entstehen häufig Farbunterschiede zwischen Winter- und Sommerfell eines Tieres.


Dickere Haare erscheinen dunkler, da die reflektierende Oberfläche sich im Verhältnis zur Pigmentmenge verkleinert.


Sämtliche dieser genannten Eigenschaften von Tierfellen versuchte ich in einem ersten Schritt unter zur Hilfenahme diverser Skripts auf deren architektonische Qualitäten zu untersuchen.


Villenkolonie

Dieser ersten Analyse folgend wurde das Fell in der Projektumsetzung sowohl zur Entwicklung der Villenkolonie eingesetzt als auch in weiteren Schritten die vorgefundenen Qualitäten des Fells auf das Subsystem übertragen.


Zunächst wurde jedoch der Farbcode eines Leopardenfelles mittels Skript 3dimensional übersetzt und damit die einzelnen Villenformen definiert.



Durch diesen Prozess wurden ebenso die Abstände zwischen den einzelnen Objekten festgelegt und in einem weiteren Arbeitsschritt für die Ausbildung eines Wegesystems herangezogen.


Wege- & Flächensystem

Zur Bestimmung eines Wege- & Flächensystems wurden zunächst die Abstände der einzelnen Objekte zu den Mittelpunkten der faces der Grundfläche ermittelt und je nach gegebener Distanz den einzelnen faces unterschiedliche Materialien zugeordnet. Hierdurch ergab sich zunächst eine Trennung zwischen öffentlichen und privaten Erschließungsflächen.


In einem weiteren Schritt wurden Bereiche, welche sich durch ihre vollständige Umschließung mit privaten Erschließungsflächen bereits separiert hatten, als private Ruhezonen deklariert (hier als Grünflächen eingezeichnet). Wie aus den Abbildungen ersichtlich, wurden hierdurch nicht ausschließlich Atrien zu begrünten Bereichen, sondern ebenso Freiflächen zwischen den Gebäuden als solche definiert.



Durch großflächige Aussparungen der Objekthüllen in Nord-Süd-Richtung sollen sowohl die Orientierung in der Kolonie erleichtert als auch die Gebäudeerschließung akzentuiert werden.


Villen-/Objekttypen

Trotz klar strukturierter Musterung des Ausgangsfelles (Leopardenfell) finden sich in der gesamten Kolonie keine zwei deckungsgleichen Objekte. Jedes Gebäude stellt ein Unikat dar. Trotzdem folgt jedes Objekt den Regeln der Kolonie und kann einer der folgenden Typologien zugeordnet werden:


  • die kompakte Villa


  • die Atriumvilla


  • die Doppelvilla

weitere Variante


  • die Multivilla


Zudem bieten sich speziell größere Objekte zur Nutzung als Multifunktionsobjekt (Gemeinde-/Veranstaltungszentrum udgl.) an.

  • das Multifunktionsobjekt


Subsystem

Wie bereits erwähnt, wurden die Objekte mit Hüllen versehen, welche sich als Subsysteme nicht nur an der Form des jeweiligen Ausgangsobjektes orientieren sondern ebenso den Kontext zur Umgebung darstellen. Um diese Bedingung bestmöglich zu erfüllen, wurde das System zweigeteilt.


Systemteilung


Während der untere Bereich der Hüllen – also der Bereich in Sichthöhe des öffentlichen Raumes - auf die Distanz zu Nachbarobjekten reagiert, bildet sich der obere Bereich – Dachbereich - in Abhängigkeit von Sonne und Mond aus. Wie sich die Reaktion des Hüllsystems im Detail äußert, soll durch folgende Darstellungen verbildlicht werden.



In Abhängigkeit von der jeweiligen Entfernung erfolgt die Extrusion der einzelnen faces des Hüllsystems in unterschiedlicher Intensität, sodass sich Opazität und Transparenz des Gebäudes in jedem Bereich unterschiedlich gestalten, wodurch sich der untere Bereich des Systems zu Freiräumen (Landschaft) hin öffnet und gegenüber Nachbarobjekten, je nach Entfernung, mit vollständiger Schließung der Flächen oder reduzierter Extrusion reagiert.


Durch selbige Reaktion gestaltet sich ebenso der Dachbereich der Gebäude. Hier bietet das System Schutz vor unerwünschter Hitze und Blendung, ohne damit Ausblicke in den Himmel vollständig zu unterbinden.


Das angewandte Skript bedient sich der Hüllfläche (Polygonfläche) und einer Reihe von gewählten Nachbarobjekten bzw. eines Objektes (Sonne) und extrudiert die einzelnen faces in Abhängigkeit der Distanz. Sowohl der Grenzwert für den Abstand, wie auch die maximale Extrusion können dabei benutzerspezifisch bestimmt werden.


Lichtsystem

Um selbst bei vollständiger Schließung der Hülle durch das System einen ausreichenden Tageslichtanteil im Gebäudeinneren zu gewährleisten, besteht die Möglichkeit, die Hüllfläche mit einer gewissen Transluzenz zu versehen.


Zudem bedient sich jedes Objekt der Eigenschaften des bereits angewandten Wege- und Flächensystems, wonach jeder face der Grundfläche ein bestimmtes Material zugewiesen wurde. Somit sorgt die festgelegte Distanz des Hüllsystems von der Grundfläche in weiterer Folge in Kombination mit reflektierenden Flächen in den Randzonen der Objekte für eine Reflexion des Tageslichtes in die Räume (indirekte Beleuchtung).


Umgekehrt sorgt diese Ausführung von Hüllfläche und Wegesystem nachts ebenso für eine Erhellung des Außenbereiches und verleiht den Objekten eine gewisse Leichtigkeit.


Tageslichtsystem
Kunstlichtsystem


Impressionen & Resümee


Die Kombination der einzelnen Objekte mit Hüll- und Wege-/Flächensystem schützt den Bewohner ebenso vor sommerlicher Überwärmung, wie auch vor Blendung und dient gleichzeitig als Belichtungs-, wie Beschattungs- und Sichtschutzsystem und schafft klare Grenzen zwischen öffentlichen und privaten Bereichen.


Je nach Standort und Blickrichtung des Betrachters werden durch das Hüllsystem Einblicke gezielt verhindert sowie Ausblicke gelenkt.


Ähnlich dem Tierfell reagiert somit jede Villa auf seine „natürliche Umgebung“ und dient dazu, die jeweilige Situation für seinen Nutzer zu optimieren.



Attribute

Lenz-Jeschko Eva | Schumacher Patrik | Neumayr Robert | Budig Michael | Malin Markus | EM2 | Interiorities | Dist| 08WS | Bild:09_Rendering.jpg

Fakten zu DistRDF-Feed
BetreuerSchumacher Patrik  +, Neumayr Robert  +, Budig Michael  + und Malin Markus  +
Image09 Rendering.jpg  +
LVEM2  +
Semester08WS  +
ThemaInteriorities  +
TitelDist  +
VerfasserLenz-Jeschko Eva  +
Persönliche Werkzeuge