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Die kleine Utopie

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von Katharina Schmiderer

…der Eingang zum Kaninchenbau lief erst gerade aus, wie ein Tunnel, und ging dann plötzlich abwärts; ehe Alice noch den Gedanken fassen konnte sich schnell festzuhalten, fühlte sie schon dass sie fiel, wie es schien in einen tiefen, tiefen Tunnel… (102)

Dystopie und Utopie – zwei Welten die einander anziehen und abstoßen, ohneeinander nicht existieren können und unweigerlich ineinander verwoben sind. Ohne es zu merken fällt man hinein, überschreitet den Moment, der sowohl der letzte im Paradies und gleichzeitig der erste in einem unendlichen Niemandsland darstellt. Wo jedoch verliert man sich selbst, wann vergisst man sich zu erinnern und vor allem: was übernimmt die Kontrolle? Dies sind primäre Ansätze meines Projektes, welches sich zu Beginn stark mit der Beziehung zwischen Utopie und Dystopie auseinandersetzt, sowie der Haltung des Akteurs der sich vom selbstbestimmenden Subjekt zum marionettenartigen Objekt wandelt und umgekehrt. Die Erinnerung, Mythen, Religion, sind Schlagworte die eng mit persönlichen Utopien verbunden sind, und auch kollektive Phänomene auslösen. (001,002,003) Der Akteur verändert durch jeden Atemzug das System, bewusst oder unbewusst. Die Stadt dunkel, belebt, unwillig zu sterben und ich beständig neu erfindend ist ein Puzzle endloser Widersprüche. Die zweite Schiene, welche parallel im Projekt abläuft ist die der Stadt Beirut. Geprägt von Zerstörung und Wiederaufbau, Ruhm und Verfall. Ein besonderer Fokus liegt am Beiruter Stadtzentrum. Auch dort ist deutlich die Symbiose der beiden Zustände der Dystopie und der Utopie sichtbar. (101,102,201,202,203,304,205) Bei der Betrachtung der verschiedenen Ebenen wird der Maßstabssprung augenfällig der zum Kernbegriff des Projektes wird. Von der Wohnzelle des Akteurs bis zum städtebaulichen Konzept finden sich unzählige Untersysteme die sich ineinander verschachteln verändern aufspalten oder unmerklich dahinschleichen. (004,306,309) Einige konkrete Beispiele die mich erst zu diesem ein- und auszoomen bewegten waren unter anderem die Pläne der Wiederaufbaugesellschaft Solidere - im Gegensatz zu einem introvertierten jungen Architekten der die Stadt ohne eine mental map von ihr zu besitzen, von seinem Zimmer aus neu plant, oder Volker Schlöndorff der die Gefechte während des Krieges an Originalschauplätzen nachspielt. (202-205, 401-411)

Demnach findet man im scheinbar geregelten, linearen Stadtsystem das durch eine Aktiengesellschaft im Wiederaufbau begriffen ist, unzählige Untersysteme und Unterebenen, Mikro- und Makroutopien, die in gegenseitiger Interaktion stehen. (301-325) So stellt das Gesamtsystem eine art Nährboden dar, der vielfältige Entwicklungen zulässt. Utopie und können sich darin entfalten. In einer weitern Phase der Projektentwicklung wird näher auf verschiedene Stadtsituationen eingegangen. Zerstörungsgrade werden dokumentiert sowie unterschiedliche religiöse Einrichtungen, die einen wesentlichen Einfluss auf abriss und Neubau der städtischen Struktur haben. Wieder wird der Maßstab zum entscheidenden Thema; 1000fache Verkleinerung wird 1000facher Vergrößerung gegenübergestellt. (501- 700) Die zusammengehörigen Gebäude die aus dem Kontext gerissen, in einem Maßstab betrachtet der nicht mehr greifbar ist. Sie beginnen eine eigene Identität zu entwickeln. Analog dazu werden in derselben Struktur Bakterienkulturen angelegt (der maßstäbliche Gegensatz), die sich in folge des Lichtes, das der Betrachter zu deren Beobachtung benötigt, vermehren. So verändert er das System unbewusst und fast unmerklich nur durch die Benutzung. man ist (un)bewusst Teil des Ganzen.




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Attribute

Schmiderer Katharina | Thorsen Kjetil Troi Valentine, Ender Ursula | E6 | Die kleine Utopie | Visionary Dystopia | 06WS Datei:E6 KatharinaSchmiderer05.jpg

Fakten zu Die kleine UtopieRDF-Feed
BetreuerThorsen Kjetil  +, Troi Valentine  + und Ender Ursula  +
ImageE6 KatharinaSchmiderer05.jpg  +
LVE6  +
Semester06WS  +
ThemaVisionary Dystopia  +
TitelDie kleine Utopie  +
VerfasserSchmiderer Katharina  +
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