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Die Wächte

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von Manuela Kneringer, Julia Kick

betreuer: Erich Gutmorgeth

Toaja


die Gegebenheit
Grundriss OG

Bei unserem Projekt handelt es sich um die Adaption einer bestehenden Bausubstanz im weitesten Sinne. Die Substanz um die es sich handelt ist eine sogenannte alte „Toaja“ – ein Sennhaus – und liegt mitten im Schigebiet Serfaus, zwischen der Bergstation der Komperdellbahn und dem Alpkopf. Das Alter lässt sich schwer abschätzen. Die ersten Aufnahmen der Toaja stammen aus den 1920er Jahren, wahrscheinlich ist sie jedoch noch älter. Es war ein einfaches, einstöckiges Gebäude, mit einem Sennraum, einem Käsekeller im hinteren Bereich und einem Schlafraum. Mitte der 50er Jahre wurde die Toaja aufgestockt, um weitere Schlafplätze zu erhalten. Ab Anfang der 60er Jahre wurde das Gebäude von der Schischule Serfaus genutzt. Zuletzt zur Tagesbetreuung der ganz kleinen, noch nicht Schi fahrenden Kinder. Seit es allerdings einen Schikindergarten im Tal gibt, ist diese Nutzung weggefallen. Zusätzlich wurden die Räume von den Schilehrern bei ganz schlechtem Wetter zum kurzen Aufwärmen mit den Schigruppen genutzt, und die vorhandenen Toiletten konnten beim Vorbeifahren schnell aufgesucht werden. Diese beiden zuletzt genannten Nutzungen sollten auch in Zukunft erhalten bleiben, ansonsten hatte die Schischule keinerlei Vorstellungen als sie mit dem Projekt auf uns zukam.


die Analyse

Wir schauten uns das Gebäude zunächst einmal vor Ort an, maßen es aus und beschlossen daraufhin den unteren, alten Teil der bestehenden Mauer (den Zustand vor dem Aufstocken) zu erhalten und damit weiterzuarbeiten. Anschließend betrachteten wir in einer Analyse das umliegende Schigebiet und etwas genauer die unmittelbare Umgebung des Gebäudes. Dabei stellten wir fest, dass es um diesen Punkt herum sehr viel Bewegung, besonders von den Schigruppen, gibt. In diese Bewegungen ist das Haus auch immer wieder eingebunden. Auffällig dabei ist, dass man sehr oft zum Haus hin fährt, kurz hineingeht (um sich aufzuwärmen oder auf die Toilette zu gehen) und wieder weiter fährt.

Deshalb wollten wir, dass man in Zukunft mit den Schi direkt durch das Haus durchfahren kann.
Längsschnitt


der Weg

Dies sollte über einen durch das Gebäude führenden Weg passieren. Wir legten fest, welche Bereiche es auf diesem Weg geben sollte, wie lange sie dauern sollten, wie viel Platz sie brauchen würden,… Aus der Überlagerung dieser Überlegungen erhielten wir so dann die Form und Gestalt des Weges, auf dem oder entlang dessen Bereiche wie „auftanken, verweilen, Schutz suchen, rasten, einkehren,…“ aber auch „motivieren, animieren, Spaß haben,…“ auf die Kinder warten. Dabei war es uns wichtig, etwas für die bereits etwas größeren Kinder zu schaffen, die den ganzen Tag im Schigebiet unterwegs sind. Für sie soll das kurze Durchfahren durch unser Gebäude ein Highlight sein, eine Abwechslung um wieder Kraft, Energie und Motivation zu tanken.
Querschnitt


das Dach

Da wir nun den Weg hatten, der das bestehende Mauerwerk von hinten nach vorne überbrückt, brauchten wir noch ein Dach über das ganze. Dabei orientierten wir uns an der natürlichen Form der Schneewächte, die an einer exponierten Geländestelle entsteht, sich aufbaut und teilweise darüber hängt. So ließen auch wir an der Kante der bestehenden Mauer eine Wächte entstehen, die sich von hinten her langsam aufbaut und teilweise auch über die Mauer darüber schwappt. Dabei abstrahierten wir die weiche, freie Form der Wächte in eine kantige, kristalline. Weich und rund wird die Form von selbst wieder wenn im Winter Schnee darauf fällt und im Sommer fügt sie sich wie ein Fels optimal in die umliegende Bergwelt ein.
innere Struktur


die innere Struktur

So ist also das äußere Erscheinungsbild unseres Gebäudes entstanden, doch auch im Inneren soll es gewisse Funktionen erfüllen. Dafür haben wir einige Dreiecke als Öffnungen gelöst, damit Licht ins Innere gelangen kann. Im linken Bereich wird eine Ebene auf die bestehende Mauer gelegt und im rechten befindet sich auf einem Sockel der WC-Bereich. Der Weg (das aufgefaltete Diagramm aus der Analyse) überbrückt als eine Art Rampe den Niveauunterschied zwischen dem hinteren Bereich des Gebäudes und dem vorderen. An drei Stellen gelangt man vom Weg unter das Dach in so genannte Zwischenbereiche, wo die Schi abgeschnallt werden können. Nach diesen Zwischenbereichen gelangt man ins warme Innere des Gebäudes. Dort gibt es unter anderem großflächige Elemente, die in Form von Brüstungen, Stiegenverkleidungen und Trennwänden als Leucht- und Heizelemente dienen. Außerdem sind auf zwei Ebenen Sitzelemente zum Ausruhen und eine Art Küchenblock zur Versorgung vorhanden.
Detail


die Umsetzung

In den Grundrissen und Schnitten kann man noch einmal gut die Abstufung vom Außenbereich, den ungedämmten aber schon unter dem Dach befindenden Zwischenbereichen und dem warmen, innen gedämmten Innenraum sehen. Das Dach ist ein Falttragwerk und ist in 15cm WU Sichtbeton ausgeführt. Die Kräfte des Dachs werden einmal über zwei Stützen links und rechts und in der Mitte über die Wegrampe abgeleitet. Die Rampe liegt vorne auf dem Boden, hinten auf dem bestehenden Mauerwerk und in der Mitte ebenfalls auf einer Stütze auf. Die Natursteinmauer schließt ringsherum mit einem aussteifenden Betonkranz an die obere Ebene bzw. das Dach an. Zusätzlich ist die Ebene kraftschlüssig punktweise mit dem Dach verbunden. Die warmen Innenbereiche sind mit 10cm Foamglas gedämmt, welches überall mit weißem Acryl beschichtet wird. Der Fußboden weist überall eine tartanartige Oberfläche auf und ist durch eine Gummigranulat Basisschicht nachgiebig und etwas weich. So können sich die Kinder sowohl mit den Schi als auch mit den Schischuhen gut darauf bewegen. Auch die Sitzelemente sind mit demselben Material überzogen. Der Fußboden ist ebenfalls weiß, da man sich ja unter dem Dach quasi unter der Schneewächte befindet und man dies durch die weißen Oberflächen im Inneren und in den Zwischenräumen spüren soll. Die Heiz und Leuchtelemente im Inneren sind mit weißem GFK beplankt und beleuchten und beheizen großflächig die Räume mit dazwischenliegenden Kappilarheizmatten und Leuchtstoffröhren. Beheizt wird das Gebäude mit Erdwärme kombiniert mit Elektro, wobei sich die Heiztechnik in einem Technikraum unter dem WC-Sockel befindet.


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Attribute

Kneringer Manuela, Kick Julia | Gutmorgeth Erich | HB2 | Die Wächte | 07WS

Fakten zu Die WächteRDF-Feed
BetreuerGutmorgeth Erich  +
LVHB2  +
Semester07WS  +
TitelDie Wächte  +
VerfasserKneringer Manuela  + und Kick Julia  +
Persönliche Werkzeuge