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Design objects

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MODELLIEREN - ABSTRAHIEREN - EXTRAPOLIEREN

Architektur ist eine Design-disziplin, die immer wieder mit neuen Entwurfsaufgaben konfrontiert wird, und die auch fuer bereits bekannte Entwurfsaufgaben immer wieder neue Loesungen sucht. Das hat mit Modezyklen sehr wenig zu tun, sondern ist Ausdruck einer staendigen Weiterentwicklung sowohl auf der Seite der gesellschaftlich gegebenen Aufgaben, als auch auf der Seite der konzeptionellen, formalen und methodischen Mittel der Aufgabenbewaeltigung. Architektur zu studieren bedeutet zunaechst die Aneignung dieser konzeptionellen, methodischen, und formalen Resourcen der Bewaeltigung von Entwurfsaufgaben. Es geht um die Aneignung eines moeglichst reichen Repertoires an Gestaltungsresourcen. Eine solche Aneignung geht nur im entwerferischem Ausprobieren von Konzepten, Entwurfsmethoden, und Formen – anhand von exemplarischen Aufgabenstellungen. Allerdings sind die “akademischen” Aufgabenstellungen, die innerhalb der Universitaetsausbildung gestellt werden nicht unbedingt realistische Simulationen von Realaufgaben. Vielmehr werden hier didaktisch Aspekte als einzig relevante hervorgehoben, andere derweil ausgeklammert. Die hier gestellte Aufgabe hat auch einen gewissen Grad der Abstraktion und Fokussierung, und ist auf die Aneignung eines Repertoires von Konzepten, Formen und Arbeitsweisen zugeschnitten. Es sollen die folgenden Arbeitsschritte durchlaufen werden:


MODELLIEREN

Hier geht es um die Aneignung von fundamentalen Entwurfswerkzeugen und Fertigkeiten. Ganz konkret um das 3D modellieren im Computer, und dann auf der Basis von geometrisch praezisen Computermodellen, soll auch ein physisches Modell erstellt werden. Wir haben einen Katalog an Design-objekten zusammengestellt: konzeptionell und formal interessante Moebelstuecke. Jedes Studenten-team soll sich ein Stueck aus diesem Katalog auswaehlen und modellieren.


ABSTRAHIEREN

In der zweiten Arbeitsstufe der hier zusammenfassend als Abstraktion bezeichnet wird, geht es darum, von der offensichtlichen Gegenstaendlichkeit und alltaeglichen Nuetzlichkeit der Objekte abzusehen, um vielmehr zu versuchen, die dahinter liegenden Form- und Gestaltunsprinzipien zu benennen. Dazu braucht man geignete Begriffe bzw. Unterscheidungen. Man kann nun versuchen derartige Begriffe von Prinzipien aus einer vergleichenden Beschreibung der Objekte zu gewinnen. Dazu sind sie hiermit eingeladen. Sie werden dabei merken, dass es gar nicht so einfach ist derartige abstrakte Prinzipien zu abstrahieren, die eine kreative Entwurfsarbeit effektiv anleiten koennen. Viele Architekten und Designer arbeiten intuitive ohne Reflektion auf Prinzipien. Das geht offensichtlich. Die begriffliche Reflektion erlaubt das Repertoire der Moeglichkeiten zu erweitern. Hat man einmal Prinzipien formuliert kann man Alternativen dazu suchen, Antithesen formulieren und ausprobieren. Man kann auch neue Kombinationen, Mischformen, oder die Gegensaetze ueberwindende dritte Moegichkeiten aus Gegenueberstellungen erzeugen. Begriffliche Manoever werden dann Wegweiser und Ansporn zu einer kreativen Entwicklung von neuen Ideen und Erweiterungen des Repertoires. Deshalb stellen wir hier schon ein paar geignete Begriffe zur Verfuegung: Man kann z.B. die Design-objekte des hier angebotenen Katalogs an Hand des folgenen Gegensatzpaars unterscheiden und bezeichnen: Fuegung diskreter Teile vs Modulation eines Kontinuums Marcel Breuer’s “Wassily Chair” ist ein Beispiel von Fuegung diskreter Teile und Verner Pantons “Panton Chair” ist ein Beispiel fuer die Modulation eines Kontinuums. Dieses Begriffspaar unterscheidet einander entgegengesetzte Prinzipien der Formerzeugung einer komplexen Form. Diese Entgegensetzung schliesst die Kombination dieser Prinzipien in einem komplexen Objekt nicht aus. Diese Kombination koennte hierarschisch aufgebaut sein, indem die Gesammtkomposition als Fuegung diskreter Teile aufgefasst ist, wobei allerdings die jeweilig diskreten Teile je als Modulation eines Kontinuums ihre komplexe Form gewinnen. Ein Beispiel hierfuer waere Eames “Upholstered Loungechair and Ottoman”. Man kann sich vielleicht auch eine Art Synthese dieser Anti-thesen vorstellen: Man koennte sich vornehmen die visuelle Wirkung eines Kontinuums mittels der Fuegung diskreter Teile zu erzielen. Dazu sollten sich die Teile aneinanderschmiegen, sich zueinander und aneinander “verformen” und aufeinander beziehen. Ein Beispiel hierfuer ware Ross Lovegroves

Sky Sleeper, oder sein Go Chair. Es koenten aber auch noch weitere Gestaltungsmittel, die eine solche Verschmelzung von Teilen leisten, in Ansatz gebracht werden: So koennte man z.B. sagen, dass im Rokokostil die Durchgaengikeit eines ornamentalen Musters ueber Moebelteile, sogar ueber verschieden Moebelstuecke hinweg, diese Teile bzw. Stuecke zu einem visuell Kontinuum zusammembinden. Das Begriffspaar Fuegung diskreter Teile vs Modulation eines Kontinuums ist auf einem sehr hohen Generalisierungsniveau angesiedelt. Es zeigt eine erste Entscheidende Weichenstellung an. Daran lassen sich natuerlich noch viele andere Unterscheidungen anknuepfen, die je weitere Alternativen begrifflich aufbereiten. Gehoeren die Teile der gefuegten Form zu einer Form-kategorie, oder gehoeren sich zu unterschiedlichen Formkategorien? Homogene vs heterogene Fuegung Charles Eames “Upholstered Loungechair and Ottoman” ist eine heterogene Fuegung, insofern Schalenformen, Blasenformen und Stabformen hier verknuepft sind. Jeyzt liese sich noch zwischen Materialhomogenitaet/heterogenitaet und Formhomogenitaet/heterogenitaet unterscheiden. Das besagte Eames object is sowohl material-heterogen als auch form-heterogen. (Es koennten aber natuerlich auch ganz andere Gesichtspunkte zum Ausgangspunkt der Formulierung von Prinzipien und Grundentscheidungen gemacht werden.)


EXTRAPOLIEREN

Das kreative Potential der Abstraktion zeigt sich am besten wenn die gewonnenen Prinzipien zum einen radikalisiert werden und wenn sie dann auf weitere Entwurfsaufgaben ausgeweitet werden. In dieser Phase, der eigentlichen Gestaltungsphase, soll das ausgewaehlte, modellierte und nach Prinzipien hin ausgwertete Objekt durch weitere, neu zu entwerfene Objekte ergaenzt werden. Auf diese Weise entstehen Ensembles – homogen oder heterogen – die ein Feld aufspannen. Fuer diese Ensembles ist dann auch ein die Objekte umschliessender Raum zu entwerfen, verstanden als die Extrapolation der abstrahierten Prinzipien.


DESIGN OBJECTS

01 Aalto, Alvar Paimio Chair

02 Arad, Ron oh void chair + rocking chair – paper series

03 Arad, Ron nino rota e none rota

04 Asymptote HomeOffice

05 awg TURNON

06 Breuer, Marcel Wassily chair

07 Eames, Charles/Ray La Chaise

08 Eames, Charles/Ray Upholstered Lounge Chair and Ottoman, 1956

09 Ghyczy, Peter egg garden chair

10 Jacobsen, Arne Egg Chair

11 Korban, Janos & Flaubert, Stefanie Membrane

12 Lorenz, Catherina + Kaz, Steffen Aspetto

13 Lovegrove, Ross Go chair

14 Lovegrove, Ross Sky Sleeper

15 Lynn, Greg Alessi Coffee and Tea Towers

16 Newson, Marc Nimrod Chair

17 Newson, Marc Wicker Lounge

18 Ocean North Extraterrain

19 Pamintuan, Ann Cocoon Chair

20 Panton, Verner Panton Stuhl

21 Peyricot, Olivier Körperstützen

22 Rashid, Karim Krysalis

23 Zaha Hadid Architects z-scape


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12 Entwerfen Projekte

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Wikiseite Vorschau Titel VerfasserIn LV
Egg chair Arne Jacobsen Eggchair schneidermoosb 09.jpg Egg chair Arne Jacobsen Moosburger Emanuel E1
Nimrod chair Marc Newson Nimrod-ProfanterWohlgemuth-13.jpg Nimrod chair Marc Newson Profanter Andreas
Wohlgemuth Hannes
E1
Wassily chair Marcel Breuer Wassily-SchaffererRothbacher-22.jpg Wassily chair Marcel Breuer Schafferer Melanie
Rothbacher Katharina
E1
Extraterrain Ocean North Extraterrain troyerweiss 06.jpg Extraterrain Ocean North Troyer Sandra E1
Wicker lounge Marc Newson WickerLounge-HoferReichBaur 010.jpg Wicker lounge Marc Newson Hofer Matthias
Reichegger Michael
Baur Matthias
E1
La chaise Ray + Charles Eames Lachaise mitterer 12.jpg La chaise Ray + Charles Eames Mitterer Elisabeth
Mitterer Wolfgang
E1
Z-scape Zaha Hadid Architects Zscape-KoehlerGrawe-04.jpg Z-scape Zaha Hadid Architects Köhler Arnold
Grawe Maximilian
E1
Nino rota e none rota Ron Arad Nino-rota mosermanzl 04.jpg Nino rota e none rota Ron Arad Moser Daniela
Manzl Andreas
E1
Aspetto Catherina Lorenz-Steffen Kaz Asphetto keitelhaidacher 09.jpg Aspetto Catherina Lorenz-Steffen Kaz Keitel Moritz
Haidacher Florian
E1
Oh void rocking chair Ron Arad Ohvoid winkelgartmann 03.jpg Oh void rocking chair Ron Arad Winkel Christoph
Gartmann Valentin
E1
Panton chair Verner Panton Panton fringerbuechel 19.jpg Panton chair Verner Panton Fringer Isabell
Büchel Katharina
E1
Go chair Ross Lovegrove Gochair .PlanerTrentinaglia 01.jpg Go chair Ross Lovegrove Planer Christoph
Trentinaglia Andreas
E1
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