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Das Dach der strickenden Männer

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Verfasser Damhofer Andreas, Faber Laurent
Betreuer Ender Ursula, Luckeneder Daniel
LV HBM
Thema Weitgespannte Konstruktionen
Titel Das Dach der strickenden Männer
Semester 09WS
Image Bild:M2_Damhofer_Innenansicht.jpg

von Damhofer Andreas, Faber Laurent

betreuer: Luckeneder Daniel, Ender Ursula



Inhaltsverzeichnis

Projektbeschreibung

Um dem gestellten Thema, „Weit gespannt“ und „Nachhaltig“ gerecht zu werden, haben wir die Begriffe zum Ausgangspunkt unserer Überlegungen gemacht. Wir vertreten die Meinung dass weit gespannt ein sehr relativer Ausdruck ist, wobei die wohl wichtigsten Parameter das Konstruktionsmaterial und die Konstruktionsart sind! Vom Metall bis hin zum Schilf verändert sich die Bedeutung des Begriffes kontinuierlich. Um auf das Thema der Nachhaltigkeit einzugehen ist eine genauere Auseinandersetzung mit dem Begriff nötig: Def.: Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen kann. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit) Des weiteren soll die beigeführte Darstellung den Begriff weiter erklären.

Der Grundgedanke besteht daraus, ein alt bewehrtes Bauprinzip für eine neue Architektur heranzuziehen. Schilf, mit seinen Eigenschaften, wie schneller Wachstum (bis zu 4cm/Tag), das Wachsen in sogar vergifteter Umgebung wie z.B. Kläranlagen, des schnellen biologischen Abbaus, soll als Grundbaustoff für eine weitgespannte, nachhaltige Konstruktion benutzt werden. Leitbilder lassen sich in mehreren nativen Bauformen wiederfinden (Mudhifs im Irak oder auch Schilfhütten am Titicaca-See). Der Ort des Geschehens befindet sich auf 3.810m über dem Meersspiegel am Titicaca-See an der Bolivisch-Peruanischen Grenze in Latein Amerika. Die ökonomische Abhängigkeit vom Tourismus, der native Kontext und das Klima welches sich durch eine trockene Luft, geringe Windstärken, sehr wenig Niederschläge und viel Sonne auszeichnet haben zu der Funktion des Tragwerkes geführt: Sonnendach als Überdachung für die Produktionsstätte von ortstypischen roten Mützen, einem kleinen Markt, einer Anlegestelle für Boote und als Veranstaltungsstätte für touristische und kulturelle Ereignisse. Es soll ein partizipatorisches Projekt von und für die lokale Gemeinschaft entstehen, welches auf mehreren Ebenen als Nachhaltig gilt. Das Material und das entwickelte Bausystem ermöglichen sehr materialspezifische Geometrien, wobei das Haupt-Tragwerkskonzept der Konstruktion auf dem der Schalen und Raumfachwerke basiert.


Schilf-Composite Werkstoff als Baumaterial

Als Klebematerial kommen Holzkalt-Leim (PVAC-Leim) sowie ein Naturharzkleber auf Latex Basis (Firma Biofa) in Frage. Beide zeigen im Versuch ähnlich hohe Festigkeiten, wobei der Naturharzkleber auch nach dem Trocknen noch leicht elastisch bleibt. Aus ökologischer Sicht wäre der Naturharzkleber vorzuziehen, jedoch ist der Preis gegenüber Holzkalt-Leim um ca. 50% höher.


  • Blattansätze werden durch Aneinanderreiben entfernt um eine wirksame Verklebung der Halme zu gewährleisten
  • Leim wird gleichmäßig auf den Halmoberflächen verteilt
  • Einschnürung als mechanische Aktivierung des Leims
  • kleine Bündel bilden die Grundstruktur; mehrere kleine Bündel werden durch hinzufügen von Füllmaterial zu größeren zusammen geschnürt;

Dimension kann beliebig vergrößert werden

  • spiralförmige Anordnung der Stöße um Bruchstellen zu vermeiden


Statisches System

Die elastischen Eigenschaften des Schilfs werden dazu eingesetzt, ein Raumfachwerk mit räumlich gekrümmten Elementen zu erzeugen. Die Problematik der Knotenausbildung bei „herkömmlichen“ Raumfachwerken wird dadurch umgangen, dass die gekrümmten Stabe sich in den Knoten tangential berühren. Solche Knoten lassen sich leicht herstellen und können vollkommen in Schilf, ohne die Zuhilfenahme anderer Materialien, ausgeführt werden.









Entwurf


Kontext


Die Insel „Taquile“ im Titicacasee, auch Insel der strickenden Männer genannt, bildet den Kontext für den Entwurf. Trotz der ausdrucksstarken Formensprache gliedert sich das Objekt durch seine Materialität in den farblichen Kontext der Landschaft ein. Die Geometrie der Struktur wird somit nur in umittelbarer Nähe erfassbar.


Aufbau

Der Aufbau der Konstruktion erfolgt von „Innen“ heraus. Das hat den Vorteil, dass ein Großteil der handwerklich geprägten Arbeit auf dem Boden erfolgen kann. Im ersten Schritt werden die inneren Fachwerksstrukturen hergestellt. Die Leichtigkeit des Materials erlaubt das Anheben der gesamten Konstruktion, um die Stützen von oben nach unten „wachsen“ zu lassen. Nach dem Bau der beiden „Dreibeine“ wird die Hängekonstruktion dazwischen eingehängt.
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VerfasserDamhofer Andreas  + und Faber Laurent  +
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