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CyberBaroque

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Betreuer Colletti Marjan, Troi Valentine, Ender Ursula, Ludin Frank
LV E1, E3, E5, E7
Semester 07SS
LV-Code
Typ EP6
ECTS-AP
Thema CyberBaroque
Projekt Santa Mira la guapa

CyberBaroque

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CyberBaroque - Unterthemen

Von gebauter Wirklichkeit und konstruiertem Schein

Vom barocken Deckenfresko zur modernen Vorstellung der Vorstellung.
Ursula U. Ender

Das barocke Deckenfresko - als künstlerisch, mathematisches Zusammenspiel perspektivisch inszenierter Malerei, plastischem Schmuckwerk und architektonischen Elementen, symbolisiert es die Auflösung der [scheinbar materiellen] Raumgrenzen in eine illusionistische Unendlichkeit. Die Decke wird ins Unendliche aufgehoben und der Blick des Betrachter auf einen scheinbaren Raum im Jenseits gezogen. Das Gesamtkunstwerk zwischen Illusion und Manifestation – zwischen Sein und Schein. [Betrachter und Akteur. Medien und [programmiertes] Material. Technik und Inszenierung. Übergang zwischen transitorischer Illusion und materialisiertem Raum. Das Ephemere in dauerhafter Erscheinung. …]. Dem barocken Deckenfresko wird eine gegenwärtige Inszenierung einer Illusionswelt ’entgegengesetzt’. Diese Welten sollen sich durch Anwendung unterschiedlichster analoger und digitaler Medien ergänzen, durchdringen, umprogrammieren und sich schließlich als Produkt der Produktion manifestieren. Die Vorstellung der Vorstellung soll inszeniert und gebaut werden.

Barock und digitaler Exzess

Im Barock findet der Rausch der Unendlichkeit seine letzte Steigerung - wir gehen einen Schritt weiter.
Frank Ludin

Im barocken Innenraum kommt der Unendlichkeitsdrang der Epoche am stärksten zum Ausdruck. Um die Trennung zwischen unten (Materialität, Körperlichkeit, Funktion) und oben (Manier, Darstellung, Illusion) und Festigkeit (Fleischigkeit der Konstruktion) und Festlichkeit (der Raumauflösung durch Illusion) zu erreichen, dienen räumlich - geometrische und visuelle Tricks sowie deren Maßstab als berauschendes Hilfsmittel in die Unendlichkeit des unbegrenzten barocken Innenraums.

Beschleunigung der Perspektive, Anamorphose und Reliefperspektive vereinen Tektonik und Textur, Bewegung und Statik, Verknotung und Geschmeidigkeit sowie die Plastizität und Texturierung von Licht und Schatten. Die totale Abtrennung und Selbständigkeit von Fassade (Expression, Empfang, Masse) und Innenraum (Einwirkung, Handlung, Raum) wird durch klare Trennung von Innen und Außen erreicht. Die Falte galt als Gestaltungsprinzip von Topologien (Multiplizität von Geometrie und Methode) und Entfaltung von Unendlichkeit (Konvolute, Faltung, Illusion)

Explosionszeichnung eines barocken Gebäude (Gesamtkunstwerkes) Perspektive, Standort des Betrachters und Explosionsrichtung ist frei wählbar. Die Explosion ist mehr Aufschlüsselung, Zerklauben und Auseinanderreißen als eine Sprengung. Als Werkzeug dient uns der Nachbau (Interpretation) der tektonischen Grundstruktur (mit variablem Detaillierungsgrad), die Bearbeitung der Geometrie mit Papiermodellen (http://www.tamasoft.co.jp/pepakura-en/) und das Rückführen der Modelle durch Digitalisierung.

Auf der Ebene der Textur ist die Bedeutung von Ornament, Material und Oberfläche, Form und Inhalt, Architektur und Projektion, Formalisieren und Informieren von Material zu untersuchen. Barock im Kontext.auf Realitätsflucht


Theatralmaschinisten entwerfen Wirklichkeitsprothesen

Valentine Troi

"Die virtuelle Realität vietet wie keine andere Form der Realitätsflucht die Möglichkeit, eine unüberschaubar gewordene Welt innerhalb von Sekunden gegen ein wunschgemäßes Universum mit phantastischer Ästhetik und überschaubaren Grenze einzutauschen.“ (Stanislaw Lem, zur Phantomatik)

Barock als epochales Ereignis. Keine Epoche der europäischen Kulturgeschichte ist so von Widersprüchen geprägt wie das Zeitalter des Barock. Und doch hat es durch die dauernde Synthese der unterschiedlichen Elemente kaum je einen derart dichten Zusammenhang in Literatur, Malerei und Musik gegeben. Hatten Humanismus und Renaissance den Blick auf das Diesseits gelenkt und ein säkularisiertes Weltbild entworfen, so verändert das Barock, ganz im Zuge der Gegenreformation, wieder die Perspektive: der Tod ist allgegenwärtig, die durchaus vorhandene Weltlust ist stets von der Gewißheit ihrer Endlichkeit überschattet. Die Welt wird zwar nicht mehr wie im Mittelalter als Jammertal gesehen, aber ihre Freuden und ihre Schönheit haben keinen Bestand. Für das transzendente Bewußtsein der Epoche ist alles Irdische nur Schein und Trug – und dennoch wird es nicht negiert, sondern gerade aufgrund seiner fehlenden Dauerhaftigkeit zum Objekt des gesteigerten Interesses, ja der Begierde. Die Begierde veranlasst den Menschen im Barock, den rein materiellen, aufs notwendige reduzierten Layer zu verlassen,und die Grenzen der Realität durch phantastischen Illusionismus,durch sensitive und imaginäre Layer, zu erweitern. Ob Perückenkult oder Essensorgie – die Flucht ins und die Lust zum künstlichen Paradies prägen das barocke Bild.

„Natürlich genügt das Weltall kaum, was künstlich ist, verlangt geschloßnen Raum“ (J.W.v. Goethe, Faust II)


e1.CyberBaroque.Baumhaus

e3 - e5 - e7.CyberBaroque

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Wikiseite Vorschau Titel VerfasserIn LV
A new Chapel for Asamkirche Max6c.jpg A new Chapel for Asamkirche von Malm Oliver E3
Die Erleuchtung V4V.jpg Die Erleuchtung Kaufmann Claudia E5
Projekt projektion Cyberbarock k r e 1.jpg Projekt projektion Riedl Katharina E5
Hacking barock 006-51.jpg Hacking Barock Franz Fabian E7
Raumkleid Innenraum1.jpg Raumkleid Schgör Christian E7
Leerer Schein Entwurf12.jpg Leerer Schein Bertignoll Brigitte E7
Virreale Synthese Hoelbling simon 19 6 2.jpg Virreale Synthese Hölbling Simon E7
Dornröschenschlaf Sib9mit-staffagen-fertig.jpg Dornröschenschlaf Heinz Sibylle E7
Ghost in the chapel Snowcrystal-inside the tower.jpg Ghost in the chapel Bachmann Judith E7
Skins KR Skins plakat fix.jpg Skins Rössner Karina E7
Santa Mira la guapa CYB peter griebel 011.JPG Santa Mira la guapa Griebel Peter E7
Resurrection Innenraum1.jpg Resurrection Klettenhammer Myriam E7
Strange quarks Cb stq 19.jpg Strange quarks Hörl Andreas E7
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