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Brunswick Centre

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Architekt Patrick Hodgkinson
Detail
Fertigstellung 1972
Image Bild:Brunswick_Centre_1.jpg
Ingenieur nicht bekannt
Auftraggeber Marchmont Properties Ltd.
(1. Auftraggeber)
Ort London, Bloomsbury
Primärtragstruktur Betonbau
Gebäudetyp Mischnutzung

Das Brunswick Centre ist ein Grade II gewertetes Wohngebäude und Shoppingcenter in Bloomsbury, Camden, London zwischen Brunswick Square und Russell Square.
Imposant, kompromisslos und grau ist das Brunswick Centre bei denen die dort leben oder arbeiten gleichzeitig geliebt und gehasst. Dennoch gilt es als eines der bekanntesten und architektonisch anspruchsvollsten Wohnbauprojekte.
Es ist ein hybrides Gebäude aufgrund:
- seiner verschiedenartigen Nutzung, inklusive als Wohnkomplex
- aufgrund verschiedener kommerzieller Einrichtungen
- der öffentlichen Nutzung

Architekt: Patrick Hodgkinson

Bauherr: Marchmont Properties Ltd. (1. Auftraggeber),
McAlpine, Allied London (Restaurierung)

Projektierungsdauer: 1960-1968

Bauphase: 1968-1972

Restaurierungsphase: 2002-2006

Inhaltsverzeichnis

Konzept und Nutzung

Das Brunswick Centre, abgeleitet von Hodgkinsons typischem urbanistischen Modell der „City of Towers“, besteht aus zwei parallelen A-förmigen Gebäudeblöcken, die sich gegenüberstehen und durch einen erhöhten Innenhof verbunden sind und beidseitig mit der Straße in Verbindung stehen. Insgesamt weist dieser Komplex drei Niveauebenen auf, die sich über die gesamte Länge des Gebäudes erstrecken.
Sämtliche Einrichtungen, welche nicht für Wohnzwecke verwendet werden, befinden sich auf der Ebene die an den öffentlichen Platz anschließt, die Büros befinden sich im 1. Stock . Darüber erstrecken sich die Wohnungen über 5 Stockwerke auf der Innenseite und über 4 Stockwerke an der Außenseite.
Das Brunswick umfasst 560 Wohneinheiten für 1644 Personen, verschiedene Geschäfte, Cafés und Restaurants, einen Supermarkt der Waitrose Kette und das Renoir Kino.
Anfänglich wurden die Wohnungen dem Sozialwohnbau zugeführt, mittlerweile wurden sie privatisiert. Im Jahre 2006 wurde der gesamte Komplex einer ausgedehnten Renovierung unterzogen, wobei der öffentliche Platz restauriert und Raum für eine große Geschäftseinrichtungen geschaffen wurde, und die Geschäftseinrichtungen renoviert wurden.

Wohneinheiten

Die Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen sind eher klein, aber gemütlich und sehr hell. Die Besonderheit des Wohnzimmers ist die Glasfront und die teilweise verglaste Decke zum Innenhof hin. Die Küche grenzt an den Wohnraum und ist nur durch eine Theke davon getrennt. Von allen Räumen gelangt man ins Freie auf den Balkon.
Die abgestufte Terrassenform war eine Möglichkeit die Wohnungen in den Kontakt mit dem Himmel zu bringen. Hodgkinson: „Für uns war es wichtig, dass der Himmel nicht einfach als Decke behandelt wird, sondern dass der Bewohner sich als Teil der Natur fühlen kann.“
Ca. 100 Wohnungen sind im Privatbesitz, viele von Architekten und Designern. Wohnungen die Anfang 2000 um 180.000 € verkauft worden waren, waren Mitte 2000 schon beinahe doppelt so teuer.

Grundgedanke

Hodgkinson erinnert sich: „Die Zone war überbevölkert und zahlreiche Gebäude wiesen noch Bombenschäden auf. Zu dieser Zeit dachte niemand daran die Bausubstanz zu erhalten, sie wurde einfach niedergerissen. Ich habe ein Gebäude entworfen, das 70% mehr Raum für 25% mehr Menschen bietet. Der Hintergedanke war extrem gewinnorientiert, auf diese Weise haben wir die Projektierungsgenehmigung erst erhalten.“

Projektierungsgeschichte

Als direkter Nachkomme, von Stilrichtungen wie Bauhaus angesehen, wollten die Planer ein Beispiel für Modernismus entwickeln und dabei die neuesten Bautechniken anwenden.
Hodgkinson hat das Brunswick Centre als modernes Dorf im städtischen Umfeld von London mit Wohnungen, Kino, Geschäften und Einrichtungen für die Gesundheitsfürsorge konzipiert. Es wurden 16 verschiedene Wohnungstypen geplant, vom eleganten Penthouse zu einfachen Unterkünften für Studenten.
Das gesamte Projekt wurde aber aufgrund von Gesetzesänderungen zum Mieterschutz über Nacht unrentabel. Der Verwaltungsbezirk Camden sollte im Sinne Hodgkinson die Wohnungen übernehmen, wollte aber nur möblierte Zimmer, und Wohnungen mit einem oder zwei Schlafzimmer um den Anforderungen einer differenzierteren Wohnbevölkerung gerecht zu werden. In Wirklichkeit wurde aber daraus ein Getto aus Sozialwohnungen.
Der neue Eigentümer MC Alpine bestand auf einer billigen und schnellen Fertigstellung, worauf Hodgkinson das Handtuch warf. Bei Einweihung im Jahre 1972 erwies sich die ursprüngliche Idee stark beeinträchtigt, das Design des gesamten Gebäudes blieb unvollendet. Abnehmer für die Geschäftseinrichtungen blieben fern.

Konstruktion

Der ursprüngliche Gedanke war das Gebäude aus Ziegelsteinen zu errichten, aber die Bauherren waren sich nicht sicher für das gesamte Gebäude ausreichend gleiche Ziegelsteine zu finden und befürchten, dass dadurch eine inhomogene Fassade entsteht. Letztlich wurde für die Konstruktion Beton als Baumaterial verwendet.
Das Brunswick Centre ist ein radikales Gebäude, es würde sich hervorragend als Set für einen Science-Fiction-Film eignen. Mit seiner gewaltigen Betonstruktur, den erhöhten Fußwegen, den abgestuften Stockwerken mit Appartements und eigenartig verwinkelten Fenstern, Rampen und in die Höhe ragenden Servicetürme, erinnert es an das fantastische Design des italienischen Futuristen Antonio Sant’Elia.
Vereinfacht ist es durch seine Sichtbetonstruktur ein Vertreter für die neue Schule des Brutalismus, einem Architekturstil der Moderne, dessen Bezeichnung sich von beton brut, dem französischen Ausdruck für Sichtbeton, ableitet.
In der Anfangsphase, für die Britische Nachkriegs- und Nachkolonialidentität als Nonsens empfunden, ist dieser Stil aber ehrlich im Ausdruck der verwendeten Materialien, praktisch, populistisch, billig und zukunftsorientiert. Dieser Stil hat Großbritannien aber nicht in die Moderne gebracht, sondern eher zur Ausbildung von „Crap Towns“ (unattraktive, gesichtslose Vororte) geführt, besonders in dem Moment als dieser Stil zum Standard für Architektur im Sozialbereich geworden ist.
Der Architekt Patrick Hodgkinson sieht aber keine Verbindung zu diesem architektonischen Stil und drückt dies folgendermaßen aus: „Ich habe es nicht so mit dem neuen Brutalismus, ich habe darum gebeten, dass der Tag kommt, an dem wir die Struktur bemalen können.“ Was zunächst aus Kostengründen nicht erfolgte.

Restaurierung

Es fanden viele Versuche statt dem Brunswick Centre Leben einzuhauchen, aber erst in den späten 90ern waren die Versuche von Erfolg gekrönt. Einer der Gründe dafür war, dass der aktuelle Eigentümer Allied London, Hodgkinson wieder engagierte; dieser brachte auch David Levitt und David Bernstein, die mit ihm das ursprüngliche Projekt ausgearbeitet hatten, zurück ins Boot.
Die Arbeiten umfassten unter anderem das von der Künstlerin Susanna Heron entworfenen Wasserkonzept mit Brunnen und Wasserläufen und die ursprünglich vorgesehene cremefarbige Bemalung der Fassaden, welche typisch für das Georgianische Zeitalter ist und an die Gebäude erinnern, die vorher an diesem Ort standen. Die rund 25 Mio. € schweren Restaurierungsarbeiten dauerten von November 2002 bis Ende 2006. Die Restaurierung hat gezeigt, dass viele Mängel nur kosmetischer und nicht struktureller Natur waren.

Fotos

Lageplan

Brunswick Centre

Weblinks

wikipedia

bruswick.co

thebrunswick.org

artcile from the Guardian 10/2006

susannaheron

levittbernstein

timeout

bluesprintmagazine

telegraph

camdennewjournal

skoob.com


Quellen

http://en.wikipedia.org/wiki/Brunswick_Centre wikipedia

http://thebrunswick.org/ thebrunswick.org

http://www.guardian.co.uk/artanddesign/2006/oct/23/architecture.communities artcile from the Guardian 10/2006

http://www.thecnj.com/review/101906/feat_bloom101906_05.html camdennewjournal

http://aplust.net/permalink.php?atajo=patrick_hodgkinson__unswick_centre_hy_id_or_social_condenser a+t

Fakten zu Brunswick CentreRDF-Feed
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AuftraggeberMarchmont Properties Ltd.
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PrimärtragstrukturBetonbau  +
Persönliche Werkzeuge