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Brandschutz

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Unter dem Begriff Brandschutz versteht man alle Maßnahmen zur Vermeidung von Bränden und zur Minimierung von Brandschäden. Der Brandschutz umfasst damit vorbeugende und abwehrende Brandschutzmaßnahmen.


Inhaltsverzeichnis

Vorbeugender Brandschutz

Die Bauordnungen beziehen sich vorwiegend auf den vorbeugenden Brandschutz. Sinngemäß müssen bauliche Anlagen so beschaffen sein, dass der Entstehung eines Brandes vorgebeugt wird und dass im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und Rauch vermindert wird sowie wirksame Löscharbeiten und die Rettung von Menschen und Tieren möglich sind.

Struktur des Brandschutzes

Baulicher Brandschutz

  • Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
  • Brandabschnitte
  • Flucht und Rettungswege
  • Zufahrtsmöglichkeiten
  • Gebäudeabstände
  • Löschwasserversorgung

Technischer Brandschutz

  • Brandmeldeanlagen
  • Brandrauchentlüftungsanlagen
  • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
  • Druckbelüftungsanlagen
  • Löscheinrichtungen (Sprinkleranlagen, Gaslöschanlagen,...)
  • Wandhydranten
  • Handfeuerlöscher
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Abwehrender Brandschutz

Die Bereitstellung von Mitteln für die erste und erweiterte Löschhilfe sowie die Versorgung mit Löschmitteln und Vorbereitungen zum Einsatz derselben gehören zum abwehrenden Brandschutz.

Organisatorischer Brandschutz

  • Verordnung über Arbeitsstätten
  • Unterweisung der Belegschaft
  • Brandmeldeanlagen
  • Brandschutzorganisationen
  • Brandschutzordnung
  • Betriebs- und Werksfeuerwehr


Öffentlicher Brandschutz


Ziele des Brandschutzes

Schutzziele von Brandschutzmaßnahmen

Dabei geht es nicht nur um den direkt betroffenen Personenkreis, sondern auch um Interessen der Nachbarschaft; dem s.g. Nachbarschaftsschutz. Die Brandsicherheit ergibt sich aus der Summe der vorbeugenden und der abwehrenden Brandschutzmaßnahmen.

  • Personenschutz
  • Sachwertschutz
  • Umweltschutz
  • Sicherstellung der Versicherbarkeit des Bauwerks


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Bauliche Brandschutzmaßnahmen

Gebäudeklassen
Nicht geradlinig geführte Feuerwehrzufahrt
Bemessung der Tiefe der Abstandsflächen
Kennzeichnungsschilder Rauchschutztüren

Darunter versteht man alle Maßnahmen die bereits bauseits getroffen werden können, um die Ziele des Brandschutzes zu erreichen. Sie ergeben sich aus dem Gefahrenpotenzial das von einem Gebäude im Brandfall für Bewohner, Nachbarschaft und Umwelt ausgeht.


Gebäudeklassen

Die Höhe und die Größe der Nutzungseinheiten haben direkten Einfluss auf mögliche Lösch- und Rettungsmaßnahmen. In den Bauordnungen wird das Kriterium der Größe der Nutzungseinheiten (maximal 400 m²) mit der Gebäudehöhe kombiniert, wodurch es zur Bildung von fünf Gebäudeklassen kommt.


  • Gebäudeklasse 1: freistehende Gebäude mit einer Höhe bis 7 m und max. zwei Nutzungseinheiten von insgesamt max. 400 m² und land- und forstwirtschaftlich genutzte Gebäude
  • Gebäudeklasse 2: nicht freistehende Gebäude mit einer Höhe bis 7 m und max. zwei Nutzungseinheiten von insgesamt max. 400 m²
  • Gebäudeklasse 3: alle übrigen Gebäude mit einer Höhe bis 7 m
  • Gebäudeklasse 4: Gebäude mit einer Höhe bis 13 m und Nutzungseinheiten bis jeweils max. 400 m² (wurde eingeführt um bis zu dieser Höhe die Holzbauweise zuzulassen)
  • Gebäudeklasse 5: alle übrigen Gebäude, einschließlich unterirdischer Gebäude


Da die Länge der den Feuerwehren zur Verfügung stehenden Hubrettungsgeräten (z.B. Drehleitern) max. 23 m beträgt, werden von hier ab verschärfte Anforderungen an Zahl und Ausführung der Rettungs- und Fluchtwege gestellt. Diesen Grenzwert bezeichnet man als Hochhausgrenze. Natürlich genügt es nicht ein Hochhaus mit einer Höhe von 130 m mit den gleichen brandschutztechnischen Sicherheitsvorkehrungen zu versehen, wie ein Hochhaus mit einer Höhe von nur 30 m. Deshalb werden die Anforderungen mit zunehmender Gebäudehöhe verschärft.


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Gebäudeanordnung

Die Gebäudeanordnung auf dem Grundstück hinsichtlich des Brandschutzes wird im Wesentlichen von zwei Forderungen beeinflusst.

  • Vorhandensein von Zugängen bzw. Zufahrten sowie Bewegungs- und Abstellflächen für die Feuerwehr
  • Abstand zum Nachbargebäude bzw. Grenze des Nachbargrundstücks um einen Feuerüberschlag zu vermeiden


Zugänge und Zufahrten für die Feuerwehr:

  • geradliniger Zu- oder Durchgang von der öffentlichen Verkehrsfläche zur Vorderseite von rückwärtigen Gebäuden
  • Zu- oder Durchgänge müssen min. 1,25 m breit sein und dürfen durch Einbauten nicht eingeengt werden. Die lichte Höhe muss min. 2,0 m betragen.
  • bei Brüstungshöhen über 8 m ist bereits eine Zu- und Durchfahrt von der öffentlichen Verkehrsfläche zur Vorderseite von rückwärtigen Gebäuden vorzusehen. Bei geradliniger Führung muss eine Breite von min. 3,0 m vorhanden sein; bei nicht geradliniger Führung muss der Radius der Kurve min. 10,5 m und die anschließende Breite min. 5 m betragen. Vor und hinter der Kurve müssen Übergangsbereiche von min. 11,0 m vorhanden sein. Die lichte Höhe muss min. 3,5 m betragen.
  • bei Hochhäusern ist eine Zufahrt zu den für die Feuerwehr geeigneten Eingängen, zu den Treppenräumen und bis zu den Einspeisungsstellen der Steigleitungen vorzusehen
  • für jedes Feuerwehrfahrzeug sind auf dem Grundstück ausreichend große Bewegungsflächen zu schaffen, deren Größe im Regelfall von den örtlichen Feuerwehren festgelegt werden und Bestandteil der Baugenehmigung sind


Abstandsflächen:

Um ein Übergreifen des Feuers auf ein Nachbargebäude bzw. Nachbargrundstück zu verhindern schreiben die Bauordnungen Mindestabstände zu den Nachbargebäuden vor. Straßenseitig ist dieser Abstand meist gegeben. Baut man jedoch unmittelbar an seitliche und rückwärtige Grundstücksgrenzen ist je nach Lage der Gebäude auf dem Grundstück zwischen der offenen Bauweise (Gebäude stehen mit einem Abstand zueinander) und der geschlossenen Bauweise (Gebäude sind aneinander gebaut) zu unterscheiden. Bei der offenen Bebauung sollten die Abstandsflächen auf dem Grundstück selbst liegen und von oberirdischen Gebäuden freigehalten werden Bei der geschlossenen Bauweise wird der Feuerüberschlag durch Brandwände verhindert.


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Feuerschutzabschlüsse

Wände und Decken im brandschutztechnischen Sinn sind nur dann raumabschließend, wenn sie keine Öffnungen aufweisen. Öffnungen sind aber Voraussetzung für die Nutzung eines Gebäudes. Wände benötigen Türen und Fenster, durch Decken und Wände werden Kabel, Lüftungs- und Rohrleitungen sowie Installationskanäle geführt.

Das Abschottungsprinzip ist nur dann wirksam, wenn auch alle Öffnungen in den abschottenden Bauteilen keine Schwachstellen darstellen. Entsprechend der Feuerwiderstandsfähigkeit der Wand bzw. Decke müssen die Öffnungen durch geeignete Öffnungsverschlüsse geschlossen werden.

Feuerschutzabschlüsse sind dicht- und selbstschließende Türen, Klappen, Rollläden und Tore, die im eingebauten und geschlossenen Zustand den Durchtritt eines Feuers durch Öffnungen in Raumabschließenden Gebäudeteilen zu verhindern. Unterschieden wird zwischen feuerhemmenden, hochfeuerhemmenden und feuerbeständigen Feuerschutzabschlüssen, die selbst- und dichtschließend sein müssen (z.B.: T30, T60 oder T90).


Feststellanlagen


Aus betrieblichen Gründen kann es notwendig sein, Feuerschutzabschlüsse ständig geöffnet zu halten. Hier kommen Feststellanlagen zum Einsatz. Diese Anlagen führen die Türschlussfunktion nur bei Auftreten von Feuer und Rauch aus. Sie bestehen aus Branderkennungseinrichtungen (Rauchmelder), der Auslösevorrichtung, der Feststellvorrichtung (Wandmagnete) und der Energieversorgung. Feststellanlagen müssen allerdings auch per Hand ausgelöst werden können.


Türen


Türen in Trennwänden müssen mindestens feuerhemmend, dicht- und selbstschließend sein. Die geringere Anforderung als an die Wände selbst wird damit begründet, dass im Brandfall

  • Wände einer längeren, intensiveren Beanspruchung ausgesetzt sind
  • die Konzentration der Brandlast im Bereich der Türen geringer ist
  • die Feuerwehren durch die Türen ihren Löschangriff vornehmen


Türen in Brandwänden sind in jedem Fall feuerbeständig, dicht- und selbstschließend auszuführen.

An Türen in raumtrennenden Wänden werden auch Anforderungen an ihre Rauchdichtheit gestellt:

  • dichtschließende Türen (D-Türen)
  • dichtschließende und selbstschließende Türen (DS-Türen)
  • rauchdichte und selbstschließende Türen (Rauchschutztüren, RS-Türen)


Rauchschutztüren behindern den Durchtritt von Rauch so lange, dass der dahinterliegende Raum im Brandfall für eine Zeitspanne von etwa zehn Minuten zur Rettung von Menschen ohne Atemschutz genutzt werden kann.

Rauchschutztüren müssen dort eingebaut werden, wo sie nach bauaufsichtlichen Vorschriften für Rauchschutztüren gefordert werden:

  • In Geschossen mit mehr als vier Wohnungen oder Nutzungseinheiten vergleichbarer Größe müssen allgemein zugängliche Flure angeordnet sein, die vom Treppenraum rauchdicht mit Rauchschutztüren abzuschließen sind.
  • Flure von mehr als 30 Meter Länge sollen durch nicht abschließbare, rauchdichte Türen unterteilt werden.


Eine Tür, die als Rauchschutztür geeignet ist, muss ein entsprechendes Kennzeichnungsschild tragen.


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Brandabschnitt

Brandabschnitte und Brandwände 1
Brandabschnitte und Brandwände 2


Um die Brandübertragung auf ein angrenzendes Gebäude oder auf einen anderen Nutzungsbereich innerhalb eines Gebäudes zu verhindern werden Brandabschnitte geschaffen. Unter Brandabschnitt wird ein Gebäude (äußerer Brandabschnitt) oder ein Bereich innerhalb eines Gebäudes (innerer Brandabschnitt) verstanden, der in brandschutztechnischer Hinsicht von seinen Nachbarbereichen abgeschottet ist. Ein Brandabschnitt darf in der Regel nicht länger und breiter als 40 m sein. Seine Größe ist also auf 1600 m² beschränkt.

Innere Brandabschnitte werden angeordnet:

  • zur brandschutztechnischen Abtrennung großflächiger Gebäudebereiche
  • zur Trennung von Wohnteil und angebautem landwirtschaftlichen Betriebsteil
  • zur Trennung unterschiedlich gefährdeter Gebäudeteile


Brandwände


Eine Außenwand ist dann als Brandwand zu errichten, wenn der Abstand der Außenwand eines Gebäudes zum Nachbargebäude kleiner als 5,0 m oder zur Grundstücksgrenze kleiner als 2,50 m ist. Eine Brandschutzwand ist eine besonders feuerwiderstandsfähige Wand, die ihre Standsicherheit auch dann beibehält, wenn im Brandfall Bauteile auf sie stürzen.


Für die Ausführung gelten folgende Regeln:


  • Brandwände sind in der Regel 30 cm über Dach zu führen, um einen Feuerüberschlag durch Flammen oder Wärmestrahlung auf die Dachhaut des angrenzenden Brandabschnittes zu verhindern. Wenn der Dachüberstand nicht angeordnet werden kann, muss der Dachabschluss in Höhe der Dachhaut durch eine beiderseits der Brandwand um 50 cm auskragende feuerbeständige Platte erfolgen.
  • Öffnungen in Brandwänden sind grundsätzlich unzulässig, können jedoch gestattet werden, wenn die Nutzung des Gebäudes dies erfordert. Die Öffnungen müssen dann aber durch dafür zugelassene feuerbeständige, dicht- und selbstschließende Verschlüsse abgeschlossen werden. Der Verschluss von Öffnungen in inneren Brandwänden durch feuerbeständige Verglasungen ist nur zulässig, wenn sie auf die für die Nutzung erforderliche Zahl und Größe beschränkt sind.


Bei Brandwänden, welche Gebäude oder Gebäudeteile trennen, die in einem Winkel ≤ 120° zusammenstoßen, muss ihr Abstand von der inneren Ecke mindestens 5m betragen.


Soll ein höheres von einem niedrigeren getrennt werden, so gibt es folgende Möglichkeiten:


  • die Brandwand wird 30 cm über die Dachhaut des höheren Gebäudes geführt, wenn der Höhenunterschied kleiner als 2m ist
  • die Brandwand wird bis unter die Dachhaut des niedrigeren Gebäudes geführt wenn der Höhenunterschied mindestens 2 m beträgt
  • die Brandwand wird nur bis unter die Dachhaut des niedrigeren Gebäudes geführt. Dann muss jedoch die daran anschließende Dachdecke bis zu einem bestimmten Abstand öffnungslos und feuerbeständig ausgebildet werden. Dieser Abstand a entspricht dem Höhenunterschied h und beträgt mindestens 5,0 m und maximal 15,0 m.


Alternativ zu Brandwänden können auch folgende Wände verwendet werden:


  • Wände in Gebäuden der Gebäudeklasse 4, die auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung noch hochfeuerhemmend sind
  • Wände in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, die hochfeuerhemmend sind
  • Gebäudeabschlusswände von Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 die von innen nach außen feuerhemmend und von außen nach innen feuerbeständig sind



Komplextrennwände


Komplextrennwände haben zwar die gleiche brandschutztechnische Funktion wie Brandwände, müssen aber aus versicherungstechnischen Gründen jedoch höhere brandschutztechnische Anforderungen erfüllen. Sie unterteilen ein Gebäude in brandschutztechnisch abgeschottete Komplexe, d.h. in einen oder mehrere Brandabschnitte, die versicherungstechnisch einen Gefahrenbereich bilden. Für die Feuer- und Betriebsunterbrechungsversicherung stellt dder jeweilige Komplex die Grundlage zur Beurteilung des wahrscheinlichen Höchstschadens im Brandfall dar, woraus eine risikogerechte Prämie abgeleitet wird. Für den Bauherrn/Investor ist es daher eventuell kostengünstiger, einen höherwertigen baulichen Brandschutz zu realisieren, dessen Mehrkosten sich durch günstigere Versicherungsprämien kompensieren lassen.

Soll ein höheres von einem niedrigeren Gebäude durch eine Komplextrennwand getrennt werden, so ist im Unterschied zur Brandwand zu beachten, dass sie entweder mindestens 50 cm über die Dachhaut des höheren Gebäudes zu führen ist oder der Abstand mindestens 7 m beträgt.


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Rettungswege

Rettungszeichen


Für die Nutzer und Besucher eines Gebäudes ist im Brandfall die Sicherheit der Rettungswege, d.h. der Treppenhäuser und Flure von entscheidender Bedeutung. Grundsätzlich sollen Personen im Gefahrenfall von jedem Aufenthaltsraum über allgemein zugängliche Flure und notwendige Treppen sicher und schnell unmittelbar ins Freie gelangen können. Darüber hinaus haben Rettungswege eine wichtige Funktion im Rahmen der Brandbekämpfung zu erfüllen. Von ihnen aus werden Löschangriffe vorgenommen.

Bei Rettungswegen ist vor allem die Rauchfreiheit und die Standsicherheit zu gewährleisten. Die Verwendung von brennbaren Baustoffen für Decken und Wände und ihrer Dämmstoffe, Verkleidungen, Putze sowie Unterdecken und Einbauten ist verboten. Da die Wärmeentwicklung vorwiegend nach oben gerichtet ist, werden an Bodenbeläge nicht so strenge Anforderungen gestellt. Sie müssen mindestens schwerentflammbar sein. Durch fehlende Brandlasten können in den Rettungswegen auch keine Brände entstehen. Der Brand selbst tritt nur in angrenzenden Räumen auf, wobei der Rauch trotzdem in Flucht- und Rettungswege gelangen kann. Die Abführung des eingedrungenen Brandrauches ist durch konstruktive Maßnahmen des baulichen Brandschutzes (z.B. Anordnung von Fenstern oder Rauchabzügen) zu gewährleisten.

Gefordert sind immer zwei voneinander unabhängige Rettungswege, wobei zwischen horizontalen und vertikalen Rettungswegen unterschieden wird.


Vertikaler Rettungsweg


Darunter versteht man die notwendigen Treppen. Bei mehrgeschossigen Gebäuden ist der 1. Rettungsweg immer eine Treppe in einem eigenen Treppenraum. Der 2. baulich unabhängige, vertikale Rettungsweg kann erfolgen


  • durch zusätzliche notwendige Treppen (die erforderliche Anzahl ergibt sich aus der Gebäudenutzung)
  • durch Rettungsgeräte der Feuerwehr


Kann der 2. vertikale Rettungsweg nur durch das Rettungsgerät der Feuerwehr sichergestellt werden, so ist darauf zu achten, dass die zum Ableitern vorgesehenen Öffnungen eine ausreichende Größe haben. Fenster die als Rettungswege dienen, müssen im lichten mindestens 0,90 m × 1,20 m groß sein, dürfen nicht mehr als 1,20 m über OK-Fussboden angeordnet sein und müssen sich in voller Breite öffnen lassen (keine Schwingflügelfenster).

Menschen müssen sich von diesen Fenstern aus zu öffentlichen Verkehrsflächen oder zu Flächen für die Feuerwehr bemerkbar machen können. Ist dies nicht möglich, wie bei rückwärtigen Nutzungseinheiten, sind Hinweisschilder an der Straßenseite des Gebäudes anzubringen, die auf entsprechende Anleiterstellen aufmerksam machen.

Weitere Möglichkeiten der Gestaltung eines 2. Rettungsweges sind Fluchtleitern, außenliegende Fluchttreppen sowie umlaufende Rettungsbalkone. Sie sind jedoch nur zulässig, wenn sie zu ebener Erde führen oder an Gebäudeteile anbinden, die mit Leitern der Feuerwehr erreichbar sind. Da nicht jeder Personenkreis (z.B. Menschen mit Behinderung) diese Rettungswege nutzen kann, sind diese Alternativen mit den Behörden bzw. der Feuerwehr abzustimmen.


Horizontaler Rettungsweg


Darunter versteht man die notwendigen Flure für die Verbindung zwischen Treppenraum und Nutzungseinheiten sowie vom Treppenraum ins Freie. Flure sind durch nichtabschließbare, rauchdichte und selbstschließende Türen in Rauchabschnitte zu unterteilen. Die Rauchabschnitte sollten nicht länger als 30 m sein. Die Wände notwendiger Flure sind in feuerhemmender und in Kellergeschossen in feuerbeständiger Bauweise herzustellen. Türen zu den einzelnen Nutzungseinheiten müssen dicht schließen, zu Lagerbereichen in Kellergeschossen feuerhemmend, dicht- und selbstschließend sein.

Bis auf die Gebäudeklasse 1 und 2 muss in der Regel jede notwendige Treppe in einem eigenen durchgehenden Treppenraum liegen, der direkt ins Freie führen und in der Regel an einer Außenwand liegen soll.


Die tragenden Teile notwendiger Treppen müssen


  • in Gebäuden der Gebäudeklasse 5 feuerhemmend und aus nichtbrennbaren Baustoffen,
  • in Gebäuden der Gebäudeklasse 4 aus nichtbrennbaren Baustoffen,
  • in Gebäuden der Gebäudeklasse 3 feuerhemmend oder aus nichtbrennbaren Baustoffen


hergestellt werden.


Außenliegender Treppenraum


Aus Gründen der ausreichenden natürlichen Belichtung und der Belüftung sowie zur Durchführung von Rettungs- und Brandbekämpfungsmaßnahmen und zur Entrauchung sollen Treppenräume möglichst an einer Außenwand liegen und Fenster enthalten. Die notwendigen Fenster sind in jedem Geschoss anzuordnen, müssen ein Mindestmaß von 0,50 m² (z.B. 0,60 m × 0,90 m ) aufweisen, eine Brüstungshöhe von nicht mehr als 1,20 m haben und ohne Hilfsmittel zu öffnen sein.


Die Treppenraumwände müssen als raumabschließende Bauteile ausgebildet werden:


  • Gebäudeklasse 5: in der Bauart von Brandwänden
  • Gebäudeklasse 4: hochfeuerhemmend auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung
  • Gebäudeklasse 3: feuerhemmend


An Türen in Treppenräumen werden besondere Anforderungen gestellt:


  • Türen zu Wohnungen oder sonstigen Räumlichkeiten müssen dicht- und selbstschließend sein
  • Türen zu Kellergeschossen und nicht ausgebauten Dachgeschossen, Werkstätten, Läden, Lager- und ähnlichen Räumlichkeiten sowie zu sonstigen Nutzungseinheiten mit einer Fläche von mehr als 200 m², ausgenommen Wohnungen, müssen feuerhemmend, rauchdicht und selbstschließend (T 30) sein.
  • Türen zu erforderlichen Fluren müssen rauchdicht und selbstschließend (RS) sein



Fenster in den Außenwänden von Treppenräumen sorgen im Brandfall für eine Verdünnung des eindringenden Rauches. Da aber Feuer und Rauch aus benachbarten Öffnungen überschlagen können stellen sie auch eine Schwachstelle dar. Aus diesem Grund sind Mindestabstände von mindestens 1,5 m von Fenstern in derselben Wand und mindestens 5,0 m von Fenstern in gegenüberliegenden Wänden einzuhalten. Eine verglaste Treppenhausaußenwand ist nur zulässig wenn ihr keine ungeschützten Fensteröffnungen oder brennbare Bauteile gegenüberliegen.



Bei einer Gebäudehöhe von mehr als 13 m ist eine Rauchabzugseinrichtung an der obersten Stelle des Treppenraumes vorzusehen. Der lichte Querschnitt muss mindestens 1 m² betragen und die Abzugseinrichtung muss vom Erdgeschoss und vom obersten Treppenabsatz aus öffenbar sein.


Innenliegender Treppenraum


Bei innenliegenden Treppenraumen wird das Fehlen einer natürlichen Belüftungsmöglichkeit (Fenster) durch eine Rauchabzugseinrichtung ersetzt. Es wird dabei frische Luft in den Raum gepresst um durch den entstandenen Überdruck das Eindringen von Rauch zu verhindern. Der erzeugte Überdruck darf nicht größer als 50 Pa betragen, damit alle Türen der Obergeschosse noch ohne Anstrengung geöffnet werden können.


Sicherheitstreppenraum


Ein Sicherheitstreppenraum ist immer dann notwendig, wenn der 2. Rettungsweg nicht sichergestellt werden kann. Dieser Treppenraum stellt dann die einzige Verbindung von den Obergeschossen ins Freie dar. Im Brandfall muss er daher immer begehbar bleiben. Je nach Lage unterscheidet man:


  • außenliegende Sicherheitstreppenräume mit offenem Gang; der Zugang zum Treppenraum erfolgt über einen offenen Gang, der nur durch eine 1,10 m hohe Brüstung und einen maximal 20 cm unter der Decke gezogenen Sturz eingeschränkt sein darf
  • innenliegende Sicherheitstreppenräume mit Lüftungssystem und Sicherheitsschleuse
  • innenliegender Treppenraum an einem Schacht mit natürlicher Lüftung. Man erreicht den Treppenraum nur durch einen mindestens 3 m langen Gang, der einseitig in den Schacht mündet.


Alle Rettungswege sind eindeutig zu kennzeichnen. Bei bestimmten Sonderbauten müssen diese genormten Kennzeichen beleuchtet und an eine Notstromversorgung angeschlossen sein. Dies gilt vor allem für innenliegende Rettungswege.



Aufzüge


Aufzüge gelten nicht als Rettungswege und ihre Benutzung im Brandfall ist untersagt. Schachttüren und andere Öffnungen in den Schachtwänden müssen so ausgeführt werden, dass Feuer und Rauch nicht in andere Geschosse gelangen können. Die Fahrschächte müssen belüftet werden können und mit Rauchabzugsanlagen versehen sein. Bei Hochhäusern, deren Fußboden wenigstens bei einem Aufenthaltsraum mindestens 30 m über Oberkante Gelände liegt und bei bestimmten Sonderbauten (z.B. Krankenhäuser) sind Feuerwehraufzüge bzw. Rettungsaufzüge vorzusehen. Wegen ihrer speziellen Bauweise sind sie auch im Brandfall nutzbar.


Rettungstunnel


werden erforderlich, um bei völlig freier Grundrissgestaltung schwierige Rettungswegsituationen zu entschärfen. Zum Beispiel wenn der zu einem Ausgang ins freie führende Fluchtweg aus einem innenliegenden Treppenraum über eine Halle führt, in der sich Brandlasten befinden.


An Rettungstunnel werden hohe Anforderungen gestellt:


  • geradlinige bzw. stufenlose Ausführung zum Ausgang
  • keine Brandlasten im Rettungstunnel
  • Breite ≥ 2,50 m, Höhe ≥ 2,30 m, Länge ≤ 50 m
  • feuerbeständige und öffnungslose Abtrennung gegen andere Nutzungseinrichtungen
  • nur Leitungen einbauen die dem Betreib des Tunnels und der Brandbekämpfung dienen
  • Verbindung zu Rettungswegen nur über Sicherheitsschleusen
  • Notstromanschluss
  • natürliche oder maschinelle Entlüftung
  • Ausgang des Tunnels ins Freie oder in Bereiche außerhalb brandschutztechnischer Risiken


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Brandschutzverglasung

Brandschutzverglasung von Schott Glas
Kabelabschottung mit Brandschutzschaum
Rohrabschottung Manschette
Abschottung mit Brandschutzstein
Abschottung mit Fugenmasse

Brandschutzverglasungen sind Bauteile, die aus lichtdurchlässigen Elementen, einem Rahmen mit Halterungen und vom Hersteller vorgeschriebenen Dichtungen sowie aus Befestigungsmitteln für den Anschluss an umgebende Gebäudeteile bestehen.


Man unterscheidet zwischen F- und G-Verglasungen:


  • F-Verglasungen verhindern den Durchtritt von Feuer, Rauch und Wärmestrahlung. Im Brandfall werden sie undurchsichtig. Brandschutztechnisch könne an sie die gleichen Anforderungen wie an Wände gestellt werden. Sie werden mit dem Buchstaben F gekennzeichnet.


  • G-Verglasungen verhindern den Durchtritt von Feuer und Rauch bieten aber keinen Schutz vor Wärmestrahlung. Sie werden dort eingesetzt wo Wärmestrahlung unbedenklich ist:

- an Gebäudefassaden, wo sie den Feuerüberschlagsweg vergrößern sollen

- in Außenwänden von Treppenräumen, die Gebäudewinkel bilden, um das Treppenhaus vor Feuer zu schützen

- bei übereck zusammenstoßenden Gebäudeteilen, um eine innere Brandwand auf der Außenseite des Gebäudes fortzuführen

- in Wänden von Fluren, die als Fluchtweg dienen, ab einer Höhe von 1,80 m über OK-Fußboden. Wenn Wand- und Deckenbekleidungen aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen, bleibt der Flur im Strahlungsschatten noch benutzbar.


Sie werden mit dem Buchstaben G gekennzeichnet. Ihre Verwendung muss in jedem Einzelfall behördlich abgestimmt sein.

Da Brandschutzverglasungen nicht als Bauteile genormt sind, muss der Verwendbarkeitsnachweis in Form einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung geführt werden. Darüber hinaus müssen sie ein entsprechendes Kennzeichnungsschild tragen.


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Installation und Gebäudeversorgung

Werden durch Wände oder Decken Rohrleitungen, Installationsschächte o.ä. geführt oder sind Öffnungen in diesen vorgesehen, darf die brandschutztechnische Qualität der raumabschließenden Bauteile nicht verloren gehen. Durchbrüche müssen so geschlossen werden, dass die Ausbreitung von Feuer und Rauchweiterhin für eine bestimmte Zeitdauer nicht möglich ist.

Grundsätzlich sollten die Öffnungsverschlüsse immer die gleiche Feuerwiderstanddauer haben, wie das raumabschließende Bauteil.


Rohrabschottung


Bei nichtbrennbaren Rohren (z.B. für Wasser oder Abwasser) müssen keine besonderen Vorkehrungen getroffen werden. Das Rohr ist lediglich mit Filzstreifen zu umwickeln und der Zwischenraum im Decken- oder Wandbereich mit Mörtel oder Beton auszufüllen.

Bei Rohren aus brennbaren Materialien sind besondere Abschottungsmaßnahmen zu treffen. Sie werden z.B. mit einer "Brandschutzmanschette" umhüllt, die sich im Brandfall um ein Vielfaches ihres ursprünglichen Volumens ausdehnt. Dabei wird das Rohr zusammengequetscht und so der Raumabschluss gewährleistet.


Kabelabschottung


Bei einzelnen elektrischen Kabeln kleineren Durchmessers reicht in der Regel eine saubere Vermörtelung völlig aus. Bei Kabeln größeren Durchmessers sowie bei Kabelbündeln und Kabeltrassen müssen "Kabelabschottungen" verwendet werden. Sie verhindern die Rauchausbreitung zwischen den einzelnen Kabeln und stellen sicher dass sich der Brand durch das Abrennen der Kabelisolierung oder durch Wärmeleitung in den Kabeln nicht fortpflanzen kann.


Installationsschächte und Installationskanäle


Um die Ausbreitung von Feuer und Rauch über Installationsschächte und Installationskanäle in andere Bauwerksbereiche zu verhindern, kommen Abschottungssysteme zum Einsatz. Die Feuerwiderstandsdauer ist dabei wieder auf die umliegenden Bauteile abzustimmen.


Lüftungsleitungen


Es besteht die Gefahr, dass im Brandfall statt der Zu- oder Abluft heiße Brandgase und Rauch in andere Räume, Geschoss oder Brandabschnitte transportiert werden. Um das zu verhindern müssen Lüftungsleitungen entweder so ausgeführt sein, dass sie die Ausbreitung von Feuer und Rauch für eine bestimmte Zeitdauer verhindern oder die Lüftungsleitung ist dort, wo sie die raumabschließenden Bauteile durchdringt mit Brandschutzklappen zu versehen, die im Brandfall selbsttätig schließen


Löschwasserversorgung


Die Löschwasserversorgung fällt in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinden. Der Löschwasserbedarf wird im Regelfall durch die öffentliche Trinkwasserversorgung sichergestellt. Die Gemeinden sind verpflichtet, Löschwasser im verbauten Gebiet in ausreichender Menge bereitzustellen, jederzeit erreichbare Löschwasserentnahmestellen zu errichten und zu erhalten. Grundsätzlich wird zwischen einem Grundschutz und einem Objektschutz unterschieden.

Grundschutz meint die Deckung der allgemeinen Risiken durch die Gemeinde in Abhängigkeit der Bebauungsart. Die erforderlichen Richtwerte werden von den kommunalen Wasserversorgungsbetrieben und den Feuerwehren einvernehmlich festgelegt (ÖVGW Österreichische Vereinigung für Gas- und Wasserfach - Richtlinie W 77 März 2000).


Objektschutz ist der über den Grundschutz hinausgehende objektbezogene Brandschutz:


  • für Objekte mit erhöhtem Brandrisiko (z.B. Holzlagerplätze, Parkhäuser, Betriebe zur Herstellung und Verarbeitung von Lösungsmitteln, Lagerplätze für leicht entzündbare Güter)
  • für Objekte mit erhöhtem Personenrisiko (z.B. Versammlungsstätten, Geschäftshäuser, Krankenhäuser, Hotels, Hochhäuser)


Die Maßnahmen erfordern die Abstimmung zwischen dem jeweiligen Inhaber oder Eigentümer des Objektes mit der zuständigen Behörde und den für die volle oder anteilige Bereitstellung des Löschwassers zuständigen Stellen.


Löschwasserleitungen


Können in Gebäuden fest installiert und über alle Geschosse geführt werden. An mehrere absperrbare Wandhydranten können im Ernstfall ein Löschschlauch angeschlossen werden. Im Brandfall ist das Löschwasser somit direkt am Einsatzort.

In Abhängigkeit von der Anzahl der Wandhydranten haben die Leitungen einen Durchmesser zwischen 50 mm und 80 mm. Entsprechend der Gebäudeart und den örtlichen Gegebenheiten werden nasse oder trockene Steigleitungen eingebaut:


  • Nasse Steigleitungen sind mit Wasser gefüllt und stehen ständig unter Druck. Dieses System kann jedoch nur in beheizten Räumen betrieben werden.
  • Trockene Steigleitungen werden in frost- oder überhitzungsgefährdeten Bereichen eingebaut. Die Feuerwehr speist bei diesem System erst im Ernstfall das Löschwasser in die Leitungen ein.


In hohen Gebäuden oder Gebäudeteilen (z.B. Türmen) ist eine Steigleitung unerlässlich.


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Technische Brandschutzmaßnahmen

Funktionsschema einer Brandmeldeanlage


Technische Brandschutzmaßnahmen ergänzen den baulichen Brandschutz dort, wo die Zweckbestimmung des Bauwerks ein erhöhtes Brandrisiko beinhaltet (z.B. Geschäftshäuser, Verkaufsstätten, Versammlungsstätten, gewerblich oder industriell genutzte Gebäude u.a.). Aber auch bei denkmalgeschützten Gebäuden soll durch den Einabu brandschutztechnischer Anlagen ein erforderlich Mindestniveau erreicht werden.

Technische Brandschutzmaßnahmen umfassen nicht nur die ortsfesten automatischen Brandmelde-, Lösch- sowie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, sondern auch die klassischen Handfeuerlöscher.


Brandmeldeanlagen

Mit Brandmeldeanlagen sollen Brände frühzeitlich erkannt und gemeldet werden. Es werden sowohl betroffene Personen alarmiert als auch Löschmaßnahmen eingeleitet und die Löscheinsätze koordiniert. Die einzuleitenden Maßnahmen wie z.B. die Öffnung von Rauchklappen oder die Steuerung automatischer Lösch- und Rauchabzugsanlagen sind abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und der technischen Ausstattung.


Eine Brandmeldeanlage besteht im wesentlichen aus:


  • einzelnen Brandmeldern
  • einer Brandmeldezentrale zur Koordination aller Anlagenteile
  • einer Steuereinrichtung zur Auslösung von Alarmierungseinrichtungen (optischer oder akustischer Signalgeber)
  • den automatischen Brandschutzeinrichtungen (=Löschanlagen)
  • einer Übertragungseinrichtung zur Alarmierung der Feuerwehr


Neben den bekannten Druckknopf-Feuermeldern wurden Brandmelder mit unterschiedlicher Auslösetechnik entwickelt:


  • Ionisations-Brandmelder: Sie arbeiten mit radioaktiven Substanzen und unterliegen damit der Strahlenschutzverordnung. Sie werden in Räumen eingesetzt, die normalerweise staub- und rauchfrei sind und bei denen die Raumluft durch einen Brand nur langsam erwärmt wird (z.B. Museen, Schlösser,...)


  • Rauchmelder: Sie werden eingesetzt zur Überwachung von Kabelkanälen, Schächten, Lüftungsleitungen und Klimaanlagen. Betriebsbedingt auftretender Feinstaub kann Fehlalarm auslösen.


  • Wärmemelder: Es handelt sich um ein sehr träge reagierendes System, das Brände mit geringer Hitzeentwicklung (Schwelbrände) gar nicht oder erst sehr spät registriert. Sie werden daher vorwiegend in staubigen Werkstätten und Gaststätten angewendet.


  • Flammenmelder: Sie sprechen auf die von Bränden ausgehende Strahlung an. Da energiereiche Strahlung und Rauch sowie einige Industriegase das Ansprechverhalten verändern, ist ihr Einsatzgebiet jedoch beschränkt. Man setzt sie hauptsächlich zur Überwachung von sauberen Arbeitsbereichen ein, bei denen im Brandfall mit offenen Flammen gerechnet werden muss.


Manchmal ist die Kombination verschiedener Modelle sinnvoll.


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Löschgeräte und Löschanlagen

Man unterscheidet zwischen selbsttätigen ortsfesten Löschanlagen, die mit einer automatischen Auslöseeinrichtung versehen sind, und handbetätigte ortsfeste Löschanlagen, deren Auslösung von Hand erfolgt. Das einzusetzende Löschmittel sollte der Löschaufgabe angepasst sein, um möglichst geringe Folgeschäden zu verursachen.


Löschmittel


  • Wasser: seine Löschwirkung beruht auf der Abkühlung der brennenden Stoffe unter seine Mindest-Verbrennungstemperatur. Die Mehrzahl der Brände mit glutbildenden Stoffen (z.B. Holz, Papier, Textilien,...) ist damit zu löschen. In denkmalgeschützten Bauwerken, Museen, Bibliotheken, Archiven u.a. kann Löschwasser größeren Schaden verursachen als der Brand selbst. Deshalb sollten in extrem wasserempfindlichen Bereichen CO2-Löschanlagen installiert werden.


  • Löschpulver: damit können sowohl normale Brände als auch Brände von flüssigen und gasförmigen Stoffen gelöscht werden. Aufgrund der hohen Schwermetallbelastung sind die Reste dieses Löschmittels als Sondermüll zu entsorgen.


  • Kohlendioxyd (CO2) als Gas oder Schnee: Seine Löschwirkung beruht allein auf dem Ersticken der Flammen. Es verdampft restlos und hinterlässt keinen Rückstand. Es wird u.a. bei Bränden mit flüssigen oder gasförmigen Stoffen eingesetzt.


  • Löschschaum: wird hauptsächlich zur Brandbekämpfung von flüssigen Stoffen eingesetzt. Er ist leichter als alle brennenden Flüssigkeiten und schwimmt daher auf der brennenden Oberfläche. Seine Löschwirkung beruht auf dem Ersticken der Flammen. Aufgrund der chemischen Zusammensetzung stellt dieses Löschmittel eine enorme Belastung für die Umwelt dar. Bei größeren Mengen brennbarer Flüssigkeiten ist die Verwendung jedoch unerlässlich.


bei ortfesten Löschanlagen kommen zum Einsatz:


  • Sprinkleranlagen
  • CO2 Feuerlöschanlagen
  • Pulver - und Schaumlöschanlagen
  • Inertgas-Löschanlagen


Sprinkleranlagen (ÖNORM EN 12845)

Aufbau eines Sprinklers
Sprinkleranlage Schema
Ampullenreaktion
Ampullen
Sprinklerbauarten
Sprinklerzubehör
Sprühwasserlöschanlage Schema
Fernschaltventil einer Sprühwasserlöschanlage Schema
Handfeuerlöscher


sind automatische Löschanlagen. Sie durchzieht alle zu schützenden Gebäudeteile mit einem Netz aus Rohrleitungen mit Sprinklern. In Bereitschaft ist der Sprinkler von einer mit Flüssigkeit gefüllten Ampulle verschlossen. Überschreitet die Lufttemperatur einen festgelegten Grenzwert, sprengt die sich ausdehnende Flüssigkeit die Ampulle und löst den Sprinkler aus. Das Löschwasser trifft auf einen Sprühteller und verteilt sich gleichmäßig über den Brandherd. Dabei wird das Feuer im Normalfall von einem oder wenigen Sprinklern gelöscht und der Schaden auf ein Minimum reduziert. Gleichzeitig erfolgt eine Alarmierung interner und externer Rettungskräfte. Die Reaktionstemperatur der Sprinkler beträgt normalerweise 68°C, bei höheren Umgebungstemperaturen sind auch 79°C, 93°C oder 141°C möglich. Sie muss jedenfalls mindestens 18 K über der höchsten zu erwartenden Umgebungstemperatur liegen.


Nach der Berechnung der erforderlichen Wassermenge und den örtlichen Gegebenheiten werden folgende Sprinklertypen unterschieden:


  • Normalsprinkler mit einer max. Schutzfläche von 9 m² und einem kugelförmigen Sprühbild
  • Schirmsprinkler mit einem paraboloidförmigen Sprühschild und einer max. Schutzfläche zwischen 9 und 21 m²
  • Flachschirmsprinkler mit einem besonders flachen Sprühbild und einer max. Schutzfläche zwischen 9 und 21 m²
  • Seitenwandsprinkler mit einem halbparaboloidförmigen Sprühbild und einer max. Schutzfläche von 12 m²
  • Weitwurf-Seitenwandsprinkler mit einem halbparaboloidförmigen Sprühbild und einer max. Schutzfläche von 21 m²
  • ESFR-Sprinkler (Early Suppression Fast Response), für ein frühzeitiges Unterdrücken eines Entstehungsbrandes durch schnelle Reaktion bei einer max. Schutzfläche von 12 m², für spezielle industrielle Anwendungsfälle.


Das Wasser setzt die Temperatur des brennenden Stoffes unter die Mindest-Verbrennungstemperatur herab und führt gleichzeitig durch den entstehenden Wasserdampf eine Sauerstoffveränderung herbei. Rund um den Brandherd wird brennbares Material mit Wasser benetzt und damit eine Ausbreitung des Brandes verhindert.


  • Nassanlage:

das Rohrnetz ist vollständig mit unter Druck stehendem Wasser gefüllt. Platzen die Ampullen tritt sofort Wasser heraus.


  • Trockenanlagen:

die Rohre sind mit Druckluft gefüllt. Das Löschwasser steht bis zur Trockenalarmventilstation an. Durch den Druckabfall beim öffnen eines Sprinklers öffnet sich automatisch das Trockenalarmventil und das Rohrnetz wird geflutet.


  • Vorgesteuerte Trockenanlage:

ist eine Kombination aus Brandmelde- und Sprinkleranlage. Bevor Löschwasser austreten kann, muss sowohl die Brandmeldeanlage ansprechen als auch ein Sprinkler öffnen. Diese Anlage eignet sich vor allem für sensible Bereiche wie EDV-Einrichtungen oder hochwertige Maschinen, aber auch historische Gebäude, Museen oder Bibliotheken. Wegen ihrer geringen Größe lassen sich Sprinkler harmonisch in die Gebäude integrieren.


Sprinkleranlagen werden aus baurechtlichen sowie versicherungstechnischen Gründen eingesetzt. Baurechtliche Gründe liegen meist vor, wenn gesetzliche Anforderungen an die Gebäudekonstruktion nicht eingehalten werden oder überdurchschnittlich hohe Brandlasten vorliegen:


  • Hochhäuser
  • Überschreitung von Brandabschnittsgrößen
  • Anordnung von Verkaufsflächen unterhalb des Erdgeschosses
  • überdachte Einkaufspassagen (Mall)
  • zu lange Fluchtwege
  • fehlende Brandschutzqualität von Wänden und Decken
  • geschossverbindende Öffnungen in Decken
  • keine ausreichende Sicherheit gegen Brandüberschlag an der Fassade
  • große Lagerhöhen brennbarer Materialien in der Industrie und in der Logistik
  • zu geringer Gebäudeabstand
  • Verarbeitung/Handhabung feuergefährlicher Stoffe
  • hohe und höchste Brandlasten


Bei Einbau von risikogerechten Sprinkleranlagen gewähren die Versicherer erhebliche Rabatte auf Haftpflichtversicherung, Feuerversicherung und Betriebsunterbrechungsversicherung.


Zusätzlich zu den oben genannten Punkten können auch folgende Gründe zum Einbau einer Sprinkleranlage führen:


  • erhöhte Anforderungen an den Personenschutz
  • Risiko von Produktionsausfall und Lieferunfähigkeit nach einem Brand und damit der Verlust von Kunden - Insolvenzrisiko
  • hohe ökologische Anforderungen, z.B. bei der Gefahr der Entstehung


Der Einbau einer Sprinkleranlage lohnt sich möglicherweise auch in finanzieller Hinsicht. Oft sind durch den Einsatz einer Sprinkleranlage an anderer Stelle bauliche Vereinfachungen möglich. Deutliche Vereinfachungen sind oft in der Entrauchung, der Brandmeldetechnik, der Gestaltung von Wänden, Türen, Fenstern Wanddurchdringungen, Decken, abgehängten Decken und Fassaden möglich. Viele neue architektonische Ansätze werden durch die Sprinkleranlage überhaupt erst realisierbar.


Eine Sprinkleranlage untergliedert sich in zwei hauptsächliche Bestandteile: die Sprinklerzentrale und das Rohrnetz mit den eigentlichen Sprinklern. Die Zentrale umfasst die erforderliche Wasserversorgung der Anlage und muss der maximal vorliegenden Brandgefahrenklasse angepasst ein. Die Einstufung der Anlage in die Brandgefahrenklassen erfolgt meist tabellarisch. Dabei gilt je, je höher das Risiko einer Brandausbreitung, umso höher ist auch die Brandgefahrenklasse. Aus den Brandgefahrenklassen leiten sich dann weitere technische Auslegungsdaten ab, wie Wasserbeaufschlagung und Wirkflächen. Alle weiteren erforderlichen Angaben zu Sprinkleranlagen sind der ÖNORM EN 12845: Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen, Automatische Sprinkleranlagen, Planung und Installation zu entnehmen.


Aufgrund der enormen Bedeutung für die Sicherheit von Menschen und Sachwerten müssen Sprinkleranlagen nach der Montage sachverständlich geprüft werden. Um die Funktionssicherheit von Sprinkleranlagen nicht zu gefährden, ist es notwendig diese Anlage einer regelmäßigen Wartung und bei Bedarf einer Instandhaltung zu unterziehen.


Sprühwasserlöschanlagen


Sie bestehen ebenfalls aus einem fest verlegten Rohrleitungsnetz. An den Rohrleitungen befinden sich jedoch offene Düsen. Das Rohrnetz ist in mehrere kleine Sektionen unterteilt, wobei jede an ein eigenes Fernschaltventil angeschlossen ist. Die Auslösung erfolgt über eine seperate Einrichtung, die hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch erfolgen kann.

Sprühwasserlöschanlagen kommen dort zum Einsatz, wo das Risiko besteht, dass en Feuer sich schneller ausbreiten kann als eine Sprinkleranlage reagiert oder in Bereichen, in denen sich der für die Sprinkleranlage notwendige Wärmestau nicht entwickeln kann.

Sprühwasserlöschanlagen wirken immer in ganzen Sektionen. Aus allen Düsen einer Sektion wird Wasser versprüht. Durch eine Aufgliederung in viele einzelne Sektionen ist eine Selektivität möglich. Eine Kopplung mehrerer Sektionen ist möglich und manchmal auch notwendig.


Inertgas - Löschanlagen


Sie arbeiten mit gasförmigen Löschmitteln wie Argon oder Stickstoff (als reine Gase) bzw. Inergen (als Gasgemisch aus Stickstoff, Argon und Kohlendioxyd). Die Löschwirkung dieser Gase ist gleichwertig und sie verursachen keine Löschschäden an Einrichtungsgegenständen. Im Vergleich zu reinen Kohlendioxyd-Löschanlagen sind die gesundheitlichen Risiken gering.

Die Löschwirkung beruht auf Sauerstoffverdrängung. Sie werden hauptsächlich in Bereichen mit empfindlichen elektronischen Geräten, wie Serverräume oder elektrische Steuerungen von Industrielagern, eingesetzt. Es können ganze Räume aber auch nur einzelne Geräte (z.B. Steuerschränke) geschützt werden.

Ein Nachteil ist der relativ große Platzbedarf für den Löschmittelvorrat, welcher in Stahlflaschen unter einem Druck bis 300 bar gespeichert wird. Für größere Räume bieten sich Löschanlagen an, bei denen das Inertgas platzsparend in Niederdruck-Flüssigtanks bevorratet ist.

Inertgas-Löschanlagen werden durch Brandmeldeanlagen gesteuert und ausgelöst. Bei der Errichtung ist auf eine ausreichende Druckentlastung der geschützten Bereiche zu achten, um einen Überdruck auf die Wände zu vermeiden. Sie dürfen nur von dafür zugelassenen Errichtern geplant und ausgeführt werden.

Koppelt man eine sog. Frühwarnanlage mit einer ortsfesten Löschanlage, hat die Feuerwehr Gelegenheit, Löschmaßnahmen zu ergreifen, bevor die ortsfeste Löschanlage in Aktion tritt.


Handfeuerlöscher


Handfeuerlöscher sind tragbare, nicht ortsfeste Löschgeräte. Damit könne Brände in ihrer Entstehungsphase von Laien gelöscht werden. Der Brandbekämpfung sind jedoch durch den begrenzten Löschmittelvorrat von 2 bis 12 kg enge Grenzen gesetzt. Es ist wichtig das Stadium des Feuers richtig einzuschätzen. Mit einem Handfeuerlöscher gegen ein größeres Feuer vorzugehen, ist sinnlos und außerdem gefährlich. Das Löschmittel eines Handfeuerlöschers sollte auf die in der unmittelbaren Umgebung befindlichen brennbaren Materialien ausgerichtet sein.


Sie werden in vier Brandklassen unterteilt:


  • Brandklasse A: Brände fester (organischer) Stoffe, flammen- und glutbildend, z.B. Holz, Stroh, Heu, Faserstoffe, Kohle, Kfz-Reifen, Kunststoffe u.a.
  • Brandklasse B: Brände flüssiger oder flüssig werdender (organischer) Stoffe, flammenbildend, z.B. Paraffin, Wachs, Harz, Fett, Öle, Lacke, Teer, Motorenkraftstoffe, Äther, Alkohol u.a.
  • Brandklasse C: Brände von Gasen, flammenbildend, z.B. Azetylen, Methan, Propan, Wasserstoff, Stadtgas
  • Brandklasse D: Brände von Metallen, stark glutbildend, z.B. Aluminium, Magnesium und deren Legierungen, Natrium, Kalium (ausgenommen die Alkalimetalle Lithium, Rubidium, Cäsium, die einer Sonderregelung unterliegen.)


Handfeuerlöscher sollten im Gebäude gut sichtbar platziert sein. Dies ermöglicht auch ortsfremden Personen einen raschen Zugriff und vermittelt ein sicheres Gefühl. Die Geräte sollten nach Angaben des Herstellers regelmäßig überprüft und gewartet werden. Tragbare Feuerlöscher werden in der ÖNORM EN 3 behandelt.


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Rauch- und Wärmefreihaltungsanlagen

Die meisten Brandtoten kommen nicht durch das Feuer selbst ums Leben, sondern durch den toxischen Rauch der zum Erstickungstod führt. Rauch, der bei einem Brand entsteht, ist ein Gemisch aus festen und flüssigen Partikeln wie Ruß, Staub und Kondensat in Verbindung mit gasförmigen Stoffen, wie Schwefeldioxyd, Wasserdampf, Stickstoff und bei unvollkommener Verbrennung auch Kohlenmonoxyd. Die Zusammensetzung des Brandrauches ist abhängig von dem brennenden Material, der Frischluftzufuhr und der sich einstellenden Temperatur. Bei einer Verbrennung von 1 kg Holz kommt es zu einer Rauchmenge von ca. 5 bis 6 m³. Bei der Verbrennung der gleichen Masse Textilien ist mit dem doppelten und bei synthetischen Stoffen mit einem Vielfachen des o.a. Rauchanfalls zu rechnen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Rauchfreihaltung zumindest der Flucht- und Rettungswege eines Gebäudes zu treffen.

Aufgrund der thermischen Einwirkungen bei einem Brand kommt es bei ungeschützten Gebäudeteilen zu starken mechanischen Beanspruchungen, mit möglichem Verlust der Tragfähigkeit. Um die Wärme, sowie den Rauch abzuführen, werden Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) eingebaut. Sie bestehen aus einzelnen Abzugsgeräten, die sich im Fall automatisch und/oder manuell öffnen lassen. Dies gewährleistet dass Rettungs- und Angriffswege der Feuerwehr so lange wie möglich rauchfrei bleiben. Durch die Wärmeabführung soll ein flash over (schlagartiges entflammen aller Materialien) erschwert bzw. verhindert werden.


Folgende Arten des Rauch- und Wärmeabzuges werden unterschieden:


  • Natürliche Rauchabzugsanlagen (NRA), die dem Rauchabzug aus einem Gebäude dienen
  • Wärmeabzüge (WA), die die Wärmeableitung ermöglichen
  • Maschinelle Rauchabzugsanlagen (MRA), die für einen maschinellen Rauchabzug sorgen
  • Rauchschutz-Druckanlage (RDA), die das Eindringen von Rauch verhindern bzw. ihn mittels Druckdifferenz ableiten.


Die Aufgaben von NRA und WA werden in der Praxis meist gemeinsam durch Bauelemente in Form von speziellen Decken- oder Wandöffnungen wahrgenommen


Anlagen zur Rauch- und Wärmeableitung bestehen aus den Branderkennungselementen, den Betätigungs- bzw. Auslösevorrichtungen, den Öffnungsaggregaten und den Betätigungs- bzw. Auslösevorrichtungen, den Öffnungsaggregaten und den Energiezuleitungen. Bei größeren Räumen gehören auch feuerfeste Vorhänge als Rauchschürzen dazu, die durch Meldeanlagen aktiviert werden und den Raum in möglichst kleine Brandabschnitte unterteilen. Rauch und Wärmeableitungen sind so zu bemessen dass Rauch- und Brandgase den Raum nicht vollständig füllen können und immer eine mindestens 2,50 m hohe rauchfreie Schicht am Boden erhalten bleibt, dass Flucht und Rettungswege noch nutzbar sind. Bei einer NRA sind beispielsweise die Räume auf eine Größe von 1600 m² beschränkt oder sie werden durch Rauchschürzen in maximal 1600 m² große Rauchabschnitte unterteilt - vgl. ÖNORM EN 12101-2. Alle Anlagen zum Rauch- und Wärmeabzug unterliegen der technischen Prüfordnung. Mit ihrer Hilfe sollen im Brandfall Rauch und Wärme auf kürzestem Weg ins Freie geführt werden, bei einem gleichzeitigen Nachströmen von Zuluft.


Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

Die Wirkung natürlicher Rauch- und Wärmeabzugsanlagen hängt ab von:


  • der aerodynamischen wirksamen Öffnungsfläche
  • dem Windeinfluss
  • der Größe der Zuluftflächen
  • dem Öffnungszeitpunkt
  • der Einbausituation


Sie werden in eingeschossigen Gebäuden, in Treppenräumen und in den obersten Geschossen mehrgeschossiger Gebäude eingesetzt.


Maschinelle Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

Sie werden bei mehrgeschossigen Bauwerken oder in Kellerräumen sowie größeren innenliegenden Räumen eingesetzt, wobei zwei Methoden unterschieden werden:


  • Rauchabzug mit Hilfe von saugenden Ventilatoren, entweder direkt oder über Leitungen
  • Rauchfreihaltung eines Bereiches (z.B. Treppenraum, Schleuse,...) in dem eine Luftströmung erzeugt wird, die gegen die Rauchgasströmung wirkt (Druckbelüftung).


Sie bestehen aus folgenden Komponenten:


  • Entrauchungsventilatoren
  • Leitungssystem
  • Energieversorgung
  • Einrichtungen die das Nachströmen von Außenluft sicherstellen


Flucht- und Rettungswege in einem Bauwerk müssen rauchfrei gehalten werden. Besteht keine Möglichkeit diese Forderung durch natürliche Lüftung oder maschinelle Entlüftung zu erfüllen, muss das Eindringen von Rauch durch die Erzeugung eines Überdrucks (≤ 50 Pa) verhindert werden. In dicht besiedelten Stadtzentren sind häufig nicht überdachte Innenhöfe vorhanden, die von Gebäuden allseitig umschlossen sind. Es hat sich gezeigt, dass durch die Abkühlung des Rauches an den Innenhofwänden der thermische Auftrieb mit zunehmender Höhe abnimmt und es so zu einem Rauchstau kommen kann. Solchen und ähnlichen Situationen sollte diesbezüglich besondere Beachtung zukommen.


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Betrieblicher Brandschutz

Feuerwehrplan

Grundsätzlich liegt die Verantwortung für Brandsicherheit eines Betriebes bei der Geschäftsleitung. Sie hat sowohl für den Schutz der Mitarbeiter und Besucher sowie für den Schutz der Sachwerte zu sorgen. Zu ihren Pflichten gehört:


  • die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen sicherzustellen,
  • eine Brandschutzorganisation aufzubauen und
  • die Mitarbeiter durch Schulungen in der Brandverhütung und Brandbekämpfung zu unterweisen


Brandschutzordnung

Die Betriebsleitung hat ein Sicherheitskonzept für den Personen-, Sachwert- und Umweltschutz zu erarbeiten, dass alle zur Verhütung von Bränden erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen berücksichtigt, sowie die zur Brandbekämpfung erforderlichen Einrichtungen beschafft und unterhält. Die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen sollte in Form einer Brandschutzordnung erfolgen. Darunter versteht man die objektbezogene Zusammenstellung von Regeln zur Brandverhütung und Menschenrettung sowie einer zielgerichteten Brandbekämpfung. Damit die Feuerwehr schnell handeln kann, ist es empfehlenswert, die Alarmpläne und die Brandschutzordnungen mit dieser abzustimmen. Bei unübersichtlichen Gebäuden muss ein Feuerwehrplan Bestandteil der Brandschutzordnung sein. Er beinhaltet Fluchtwege, besondere Gefahrenbereiche, Art und Lage der Löschgeräte und Löscheinrichtungen sowie sonstige für die Brandbekämpfung wichtige Orte. In Gebäuden, in denen sich viele ortsfremde Personen aufhalten ist ein Auszug der Brandschutzordnung mit den wichtigsten Passagen an gut sichtbaren Stellen (z.B. im Eingangsbereich) anzubringen.


Brandschutzbeauftragter

In Abhängigkeit von der Organisationsstruktur des Betriebes kann die Koordinierung der Brandschutzaufgaben einem Brandschutzbeauftragten übertragen werden, wobei der Zuständigkeitsbereich an der fachlichen Eignung und Ausbildung der betreffenden Person gebunden ist. Die Verteilung des Umfanges der Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten sollte klar geregelt sein, wobei die Weisungsberechtigung gegenüber anderen Mitarbeitern eine entscheidende Rolle spielt.


Betriebliche Feuerarbeiten (z.B. Schweiß-, Schneid-, Lötarbeiten) sind oftmals Ursache kleiner, unentdeckter Schwelbrände, die sich zu Großbränden weiterentwickeln. Einschlägige Unfall- und Sicherheitsvorschriften müssen unbedingt eingehalten werden. Dabei ist zu beachten, dass


  • die Arbeiten nur von Fachpersonal ausgeführt werden und eine zusätzlich, nicht mit der Arbeitsausführung betraute Person, ausgestattet mit den entsprechenden Löschgeräten, den Fortgang der Arbeiten beobachtet.
  • brennbares Material vor Beginn der Arbeiten entfernt wird und ortsfeste brennbare Bauteile mit nicht brennbaren Baustoffen geschützt werden.
  • Gas- und Ölleitungen sowie Behälter mit anderen feuergefährlichen Stoffen vor Beginn der Arbeiten ggf. durch Entleeren und Verfüllung mit Wasser oder einem geeigneten Gas gesichert werden.
  • abgelegte Werkzeuge, die noch heiß sind, besonders sorgfältig beobachtet werden.
  • nach Fertigstellung sowohl die Arbeitsstelle als auch die angrenzenden Räumlichkeiten auf einen möglichen Schwelbrand untersucht werden.


Organisatorischer Brandschutz

Eine wichtige Voraussetzung zur Minimierung der Brandgefahr sind Ordnung und Sauberkeit im Betrieb und die Beschränkung der Brandlasten auf ein Mindestmaß. Es ist darauf zu achten dass


  • anfallendes Verpackungsmaterial sofort entsorgt wird
  • Arbeitsplätze und sonstige Betriebsräume regelmäßig gereinigt werden, Staubablagerungen in Zwischenböden, Kabelkanälen, Lüftungsleitungen wegen der Gefahr von Schwelbränden und möglichen Staubexplosionen sowie Ablagerungen in Absauganlagen, Lüftungsleitungen, Farbspritzständen und Absauganlagen regelmäßig beseitigt werden
  • Abfälle täglich aus den Betriebsräumen entfernt und bis zur Entsorgung brandsicher gelagert werden
  • ölige Lappen in nicht brennbaren Behältern gesammelt werden
  • brennbares Material mindestens 5 m von den Außenwänden entfernt gelagert wird
  • Hydranten deutlich gekennzeichnet und freigehalten werden
  • Feuerwehrzufahrten sowie Angriffswege und Zugänge zu Brandschutzanlagen freigehalten werden
  • bauliche und technische Brandschutzeinrichtungen funktionsfähig gehalten, regelmäßig geprüft und gewartet werden


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Brandschutz auf Baustellen

Nach einer weit verbreiteten Ansicht können Brände in Rohbauten mangels vorhandener Brandlast nicht entstehen oder sind ungefährlich. Dennoch kommt es dort durch Unachtsamkeit bei der Lagerung brennbarer Stoffe, beim Umgang mit offenem Feuer und unsachgemäßer Bedienung von Geräten immer wieder zu Bränden. Da vielfach bauliche und betriebliche Brandschutzmaßnahmen während der Bauzeit fehlen, weiten sich Baustellenbrände häufig zu regelrechten Großbränden aus. Zwar ist bei Rohbauten die als Brandlast bezeichnete Masse der brennbaren Materialien kleiner als nach Fertigstellung des Bauwerks, jedoch können je nach Situation Teile der baulichen Schutzmaßnahmen fehlen. Daher sind Bauteile in ihrer Feuerwiderstandsfähigkeit u.U. erheblich reduziert. Im Rohbau fehlende Feuerschutzabschlüsse oder Wände führen zu einer raschen Ausbreitung von Feuer und Rauch. Verantwortlich für das Erstellen und die Einhaltung eines Brandschutzkonzeptes ist die Bauleitung. Weitere Informationen sind hier zu finden.


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Temperaturverhalten ausgewählter Baustoffe

Die folgenden Baustoffe zeigen bei einer Hochtemperaturbeanspruchung signifikante Unterschiede in ihrem Verhalten. Generell lässt sich feststellen, dass sich ein Baustoff mit steigender Temperatur ausdehnt, während gleichzeitig seine Festigkeit abnimmt. Brandbeanspruchte Bauteile können sich in der Regel nicht unbehindert ausdehnen, da sie in fester Verbindung mit anderen Bauteilen stehen. Dadurch kommt es zum Aufbau von erheblichen Zwangskräften. Diese und der Festigkeitsabfall der Baustoffe sind im Brandfall meist Ursache für das Versagen einer Konstruktion. Die Zeitdauer, nach der brandbeanspruchte Bauteile versagen ist daher von erheblicher Bedeutung. Denn davon hängt ab, wie viel Zeit für Rettungsmaßnahmen zur Verfügung steht. Die Zeitdauer bis zum Versagen der Bauteile wird als Feuerwiderstandsdauer bezeichnet und wird in Minuten angegeben.


Stahl

Bauteile aus Stahl sind nicht brennbar und tragen weder zur Brandbelastung noch zur Brandentwicklung bei. Die mechanischen Eigenschaften von Stahl sind jedoch temperaturabhängig. Die rechnerische Streckgrenze der Elastizitätsmodule reduziert sich mit steigender Temperatur. Die muss bei der Bemessung von Stahlkonstruktionen berücksichtigt werden. Die kritische Temperatur des Stahls ist jene, bei der die Streckgrenze auf die im Bauteil vorhandenen Spannungen absinkt. Da ein Bauteil meist so bemessen wird, dass die vorhandenen Spannungen ca. 60 % der Streckgrenze bei 20 °C ausmachen, fängt der Stahl bei einer Temperatur von ca. 500 °C an zu fließen und beginnt zu versagen. Erfahrungsgemäß erreichen ungeschützte Stahlbauteile, die einem Vollbrand ausgesetzt werden, nach maximal 25 Minuten die kritische Stahltemperatur und verlieren dann ihre Tragfähigkeit. Ihre Feuerwiderstandsdauer erreicht nicht einmal 30 Minuten. Für die Erwärmung einer Stahlkonstruktion, welche dem Feuer ausgesetzt ist, ist der Profilfaktor als Verhältnis von feuerbeanspruchter Oberfläche zum Volumen eines Profils von Bedeutung. Nach dem Wert des Profilfaktors richtet sich die Verkleidungsdicke bzw. die Schichtstärke von dämmschichtbildenden Anstrichen. Eine Übersicht über die Profilfaktoren der gebräuchlichsten Stahlprofile und andere Informationen zu diesem Thema finden sich unter www.bauen-mit-stahl.de

Eine Verbesserung der Tragfähigkeit von Stahlbauteilen im Brandfall erfolgt daher meist durch eine als Brandschutzbekleidung ausgeführte Wärmedämmung, welche die Stahlkonstruktion gegen ein zu schnelles Aufwärmen schützt. Auch Brandschutzanstriche und Spritzputze kommen zur Anwendung. Bei ungeschützten Stahlbauteilen kann in manchen Fällen durch statische Überdimensionierung der Konstruktion ein Feuerwiderstand von 30 Minuten erreicht werden.

Die bei der Erwärmung von Baustahl entstehende Festigkeitsminderung bildet sich bei Abkühlung zurück, sodass er seine Ausgangssteifigkeit wieder erreicht.


Beton

Wird Beton (Normalbeton, Leichtbeton) erwärmt, so ändert sich seine Struktur. Dies führt ab 200 °C zu einem Abfall der Betondruckfestigkeit, die dann bis 500 °C annähernd linear bis auf etwa 50 % ihres ursprünglichen Wertes absinkt. Der Abfall des Druck-Elastizitätsmoduls setzt bereits bei 50 °C ein und fällt dann ebenfalls annähernd linear ab, bis er bei einer Temperatur von 500 °C noch etwa 15 % des Ausgangswertes hat. Das Brandverhalten von Beton wird in erster Linie von der Art der Zuschläge, der Rohdichte, der Festigkeit und dem Feuchtigkeitsgehalt bestimmt. Weiterführende Informationen finden sich auf der Homepage der VÖZ


Stahlbeton

Stahlbeton ist ein Verbundbaustoff aus Beton und Stahl. Verantwortlich für das Versagen im Brandfall ist in den meisten Fällen der Bewehrungsstahl. Wenn er sich zu stark erwärmt, ist er nicht mehr in der Lage, die angreifenden Zugspannungen zu übertragen. Ist seine kritische Temperatur erreicht, beginnt die Bewehrung plastisch zu werden und das Bauteil versagt. Besondere Bedeutung für das Brandverhalten von Stahlbetonkonstruktionen hat das Abplatzen von Beton. Der freigelegte Bewehrung ist einer Feuerbeanspruchung ungeschützt ausgesetzt, was die Zeitdauer bis zum Erreichen der kritischen Stahltemperatur erheblich verkürzt.

Das Brandverhalten von Stahlbetonbauteilen hängt ab von

  • der Form und Größe des Bauteilquerschnitts,
  • den Beton- und Stahlspannungen zum Zeitpunkt der Brandeinwirkung,
  • der Art und Dauer der Beanspruchung,
  • dem statischen System,
  • der Betondeckung der Bewehrung (von ihr hängt die Aufheizgeschwindigkeit der Bewehrung ab)
  • der Art und dem Herstellverfahren der Betonstähle (warmgewalzt oder kaltverformt).


Spannbeton

Spannbeton ist eine Variante des Stahlbetons. Die erhöhte Biegetragefähigkeit vorgespannter Betonbauteile muss prinzipiell auch bei einer Brandbeanspruchung erhalten bleiben. Maßgebend ist hier also die Wirkung auf den Spannstahl, wobei dessen Lage im Betonquerschnitt von Bedeutung ist. Je größer die Betondeckung ist, desto länger bleibt im Brandfall die Vorspannkraft infolge verzögerter Erwärmung erhalten. Bei dünnen Betonquerschnitten in Verbindung mit hohen Betondruckspannungen (z.B. Schalen oder Faltwerke), besteht die Gefahr plötzlicher, explosionsartiger Abplatzungen großer Betonflächen. Wird hierbei der Spannstahl freigelegt, so kann das Bauteilversagen unmittelbar danach eintreten. Um dies zu vermeiden, wird empfohlen die Unterseite derartiger Bauteile mit einer Brandschutzbekleidung zu versehen.


Holz

Abbrandgeschwindigkeit verschiedener Holzarten

Holz ist zwar brennbar und mit steigender Temperatur nimmt seine Festigkeit ebenfalls ab, trotzdem können sich Bauteile aus Holz oder Holzwerkstoffen als äußerst widerstandsfähig gegen eine Brandbeanspruchung erweisen. Bauteile aus Holz und Holzwerkstoffen können bei entsprechender Dimensionierung ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen einer längeren Brandbeanspruchung als z.B. ungeschützte Stahlkonstruktionen standhalten. Die Holzoberfläche brennt zwar, gleichzeitig verwandelt sich aber die darunter liegende Schicht durch die thermische Zersetzung in eine nur langsam verbrennende Holzkohleschicht, die für den unverbannten Restquerschnitt eine natürliche wärmedämmende Schutzschicht darstellt. Die Abbrandgeschwindigkeit von Holz wird angegeben durch das Verhältnis der Abbrand- oder Verkohlungstiefe pro Zeiteinheit. Eine Entzündungstemperatur von unbehandeltem Holz und Holzwerkstoffen ist als Materialkonstante nicht angebbar, da sie von verschiedenen Einflussgrößen abhängig ist, wie beispielsweise:

  • von der Holzart,
  • der Holzfeuchte,
  • der Rohdichte,
  • von den Abmessungen des Bauteils,
  • und der Erwärmungsdauer.


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Literatur

  • Löbbert, Pohl, Thomas: Brandschutzplanung: für Architekten und Ingenieure mit beispielhaften Konzepten für alle Bundesländer. Köln: Rudolf Müller 4.Auflage 2004, ISBN 3-481-01922-X
  • Bock, Clement: Brandschutzpraxis für Architekten und Ingenieure. Berlin: Bauwerkverlag 2.Auflage 2006, ISBN 3-89932-076-X
  • Merschbacher, Adam: Brandschutz. Köln: Rudolf Müller 1. Auflage 2006, ISBN 3-481-02054-6
  • DETAIL 7/8 2007 Bauen mit Stahl


Weblinks

Persönliche Werkzeuge