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Brücke über den Highway am Tafelberg in Kapstadt

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1.Hintergrund

Die südafrikanische Stadt Kapstadt verfügt über viele Kontroversen. Neben dem Großstadtflair einer ständig wachsenden Millionenstadt, der reizvollen Lage zwischen Atlantischem Ozean und Tafelberg, dem durch die Kolonialzeit stark europäisch geprägten Architektur / Ambiente, bleibt das dunkle Gesicht der Apartheid allerorts spürbar. Der Stadtteil Mowbray gehört zu den Südlichen Vororten, die im Schatten des Tafelbergs liegen. Mowbray ist ein stark schwarz geprägter Vorort, der über eine besonders gute Verkehrsanbindung verfügt. Zum einen befindet sich hier einer der größten Umsteigebahnhöfe für den Pendlerverkehr in die Innenstadt. Zum anderen führt der Highway zwischen Table Mountain National Park und Mowbray in Richtung Zentrum. Geographisch gesehen haben die südlichen Vororte somit eine sehr reizvolle Lage angrenzend an das Naherholungsgebiet Table Mountain National Park.

Im Rahmen meines Auslandssemesters an der UCT der University of Cape Town verbrachte ich viel Zeit mit einem städtebaulichen Entwicklungsprojekt in Mowbray. Dabei viel mir eine Sackgasse auf, die vom Bahndrehkreuz in westlicher Richtung durch ein Geschäfts- und Wohnviertel mäandert, bis sie auf den Highway treffend, plötzlich endet. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der atemberaubende Lion’s Head im Table Mountain National Park. Obwohl in direkter Nähe versperrt der Highway den Bewohnern von Mowbray einen sicheren Zugang in die Natur.

Durch eine Fußgängerbrücke über den Highway, könnte das Viertel eine konsequente Aufwertung erfahren, da es über eine direkte Anbindung an den Table Mountain National Park und das Naherholungsgebiet verfügen würde. Durch die vorab beschriebene gute Verkehrsinfrastruktur wäre die Brücke problemlos vom Bahndrehkreuz aus den südlicheren Vororten, durch einen Fußmarsch von ca. 10 – 15 Minuten zu erreichen. Vom Highway aus mündet eine Ausfahrt auf die Gegenspur der Sackgasse. Unbebaute Flächen angrenzend an die imaginäre Kreuzung von Highway und Sackgasse würden sich für Parkflächen eignen. Auch touristisch gesehen würde die Fußgängerbrücke Mowbray erheblich aufwerten. Bekanntermaßen gehört der Table Mountain National Park zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kapstadts, ist heute aber nur über den Highway in südlicher Richtung zu erreichen. Durch die Fußgängerbrücke hätten die ansässigen Hoteliers und Pensionen eine weitere Attraktion in unmittelbarer Umgebung.

2.Klima

In Kapstadt gibt es wegen des gemäßigten subtropischen Klimas keine extremen Wetterschwankungen. Das Klima ähnelt dem am Mittelmeer. Im Sommer herrscht meist ein warmes und trockenes Wetter, welches aber wegen der Trockenheit nicht unangenehm ist. In den Sommermonaten von Dezember bis März liegen die Temperaturen in Kapstadt und in der Küstennähe um die 26-28 Grad. In der Gelegentlich - wenn der Wind nicht von Südosten kommt - steigen auch in Kapstadt einmal die Temperaturen auf 32-35 Grad, dies Luftströmungen sind aber äußerst selten. Temperatureinbrüche - wie in den europäischen Sommern - kommen im Raum Kapstadt gar nicht vor. Im Winter bringen die Tiefdruckgebiete - mit ihren Südwestwinden - Regen nach Kapstadt. Dieser ist meist nicht sehr heftig und oft auch nicht andauernd. Die Vegetation und freut sich darüber, so dass im darauf folgenden Frühjahr alles grünt und blüht. Die Temperaturen sinken im Winter nur ganz selten unter 5 Grad, aber auf den Tafelberg kann dann schon einmal Schnee liegen. Meist liegen die Tageshöchsttemperaturen aber zwischen 15 und 20 Grad.

Entwurf

a.Parameter i.Anbindung: Ausgangspunkt der Brücke soll wie vorab beschrieben, das Ende der Sackgasse sein, die vom Umsteigebahnhof in Richtung Highway verläuft. Der leicht mäandernde Verlauf der Straße wirkt natürlich und ungeplant. Während zuerst noch zahlreiche Geschäfte den Straßenrand säumen wandelt sich die Bebauung in der Nähe des Highways in Einfamilienhäuser mit kleinen Gärten. Die Straßenränder werden zunehmend grüner und die Umgebung ruhiger. Bis der zweispurige Highway das Wohngebiet versperrt. Angepasst an den sich schlängelnden Straßenverlauf soll sich auch die Brücke natürlich in das beschriebene Umfeld einfügen und das unnatürliche Ende der Sackgasse durch den Highway weiterführen. Beim Entwurf der Brücke wurde deshalb ein besonderes Augenmark auf die Einbindung der Brücke in den natürlichen Kontext des Vororts, aber auch des Endpunkts im National Park gelegt. Entsprechend schlängelt sich die Brücke s-förmig von den zwei Pylonen getragen vom Ende der Sackgasse hinüber zu einem der zahlreichen Wander- Spazierwege des Table Mountain National Parks. Als Pylon dient zum einen ein einfacher Stahlpfeiler aufseiten der Autobahn bzw. Mowbrays und die steile Erhebung des Lion’s Head aufseiten des National Parks. Ein Stahlseil verbindet die beiden Pylonen und trägt die an Stahlseilen befestigten Holzrahmen. Um die Stabilität zwischen den Holzrahmen sicherzustellen, wurde mit einer netzförmigen Leimholzkonstruktion gearbeitet, wie Sie auch im Bootsbau Verwendung findet. Die netzförmige Holzkonstruktion wickelt sich schlauchförmig um die aerodynamischen Holzelemente. Durch das Holz bleibt für den Fußgänger die natürliche Verbindung von grünen Gärten und Nationalpark bestehen.

ii.Wind: Je nach Jahreszeit drehen die Winde um die Tafelbergkette von Südost im Sommer auf Südwest im Winter. Was für Windsportarten zu optimale Bedingungen führt, wurde beim Entwurf der Brücke als Problem gesehen. Um den entstehenden Kräften möglichst geringen Widerstand zu bieten, wurde deshalb in Anlehnung an den Flugzeugbau mit aerodynamischen Elementen gearbeitet, die im Verlauf der Brücke Ihre Hauptangriffsfläche von Nordsüd nach Südnord ändern, um somit je nach Jahreszeit die Angriffsmöglichkeiten für den Wind möglichst gering zu halten. Die Verwendung von Holz für den Brückenbau wird aufgrund der klimatischen Verhältnisse (starke Sonneneinstrahlung; feuchte Winter mit hohen Niederschlägen besonders im Schatten des Tafelbergs; salzhaltige Atlantikluft), als kritisch eingeschätzt. Hier soll aus diesem Grund auf japanische Experimente unter ähnlichen Bedingungen mit Epoxy-Glasphaser verstärkten Leimbindern verwiesen werden.

iii.Aussicht: Um eine optimale Verbindung zwischen dem ruhigen, grünen Vorort und dem anschließenden Nationalpark zu schaffen, sollte die Brücke nicht nur durch Ihre organische Form und die natürliche Weiterführung des Straßenverlaufs sowie die Holzelemente bestehen, sondern auch durch eine besonders reizvolle Panoramaspirale, die dem Fußgänger einen ständig wandernden Blick über das Bergpanorama des Nationalparks bietet. Am Brückanfang befindet sich das Panoramafenster in südöstlicher Richtung und bietet einen direkten Blick auf den Lion’s Head. Im Verlauf der Brücke beschreibt das Blickfenster eine Spirale, die dem Betrachter immer neue Ausblicke auf die Bergketten des Nationalparks gewährt. In der Mitte der Autobahn öffnet sich die Panoramaspirale nach oben, um die Geräusche und den Gestank der Strasse möglichst von den Fußgängern fern zu halten. Am Nationalpark angekommen, öffnet sich das Panoramafenster schließlich in nordwestlicher Richtung nachdem es eine Umdrehung von 540° hinter sich gebracht hat.

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