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Birgit Ströbitzer Phänomen und Paradigma Seite

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Inhaltsverzeichnis

Aufgabe 01: PHÄNOMEN? PARADIGMA? DIGITAL?

Phänomen

1. Platon unterscheidet zwischen Phänomen (Erscheinung) und Idee. Ein Pferd z.B. gehört zu den Phänomenen, während die Idee des Pferdes in dem besteht, was alle konkreten (und möglichen) Pferde als Pferde auszeichnet, ihrem gemeinsamen Wesen. Die Idee ist ewige Einheit, immer dieselbe und unveränderlich; die Phänomene dagegen sind mannigfaltig, verstreut in Zeit und Raum, verschieden und dauernder Veränderung unterworfen. Nur dem Anschein nach liegt daher in den Phänomenen Wirklichkeit; die eigentliche Wirklichkeit ist die Idee. Sie läßt sich mit Hilfe der Vernunft schauen, während die Phänomene an das unsichere Zeugnis der Sinne gebunden sind. Im Platonismus rückt das Phänomen in eine Nähe zum bloß Scheinhaften; allerdings steht und fällt diese Deutung mit der Lehre von den dahinterstehenden ewigen Ideen als der eigentlichen Wirklichkeit. Wird sie aufgegeben, erhält das Phänomen zwangsläufig einen anderen Status.

2. Für den naiven Realismus gibt es zwischen den wahrnehmbaren Phänomenen und der Wirklichkeit, wie sie an sich ist, keinen Unterschied. Beides ist unmittelbar identisch.

3. Der kritische Realismus definiert dagegen die Phänomene als Bewußtseinszustände, die durch die Wahrnehmung und in ihr gegeben sind. Sie spiegeln die dahinterstehende Wirklichkeit nicht unmittelbar wider. Aber sie sind Zeichen dafür: Aus der Art, in der die Phänomene auftreten, läßt sich die Wirklichkeit erschließen.

4. Eben dies bestreitet Kant. Phänomen ist für ihn "Erscheinung", Gegenstand der Erfahrung, das Ding, wie es sich dem Wahrnehmenden zeigt. Wie es als "Ding an sich", d.h. unabhängig von aller Wahrnehmung, beschaffen ist und welches Verhältnis es zwischen dem Ding an sich und dem Ding als Erscheinung gibt, darüber kann nichts gewusst werden.

5. Noch einen Schritt weiter geht der Phänomenalismus. Er verneint sogar die Existenz des Dings an sich. Die Wirklichkeit besteht in nichts anderem als den wahrgenommenen (oder wahrnehmbaren) Phänomenen selber.

6. Die Phänomenologie des 20. Jh. klammert die Frage, ob es über die Phänomene hinaus etwas gibt, ein. Zugleich wird der Begriff Phänomen ausgeweitet und umfasst nun alles, was einem Bewusstsein direkt gegeben sein kann.


(http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at: H. Barth: Philos. der Erscheinung, 2 Bde., 1947/59.; J. Mittelstraß: Die Rettung der Phänomene, 1963.; H. R. Schweizer/A. Wildermuth: Die Entdeckung der Phänomene, 1981; Philosophielexikon/Rowohlt-Systhema)


Paradigma

1. Paradigmen sind Lehrsätze, Hypothesenbündel oder theoretische Konzepte. Sie werden von bestimmten Wissenschaftsrichtlinien oder Forschergruppen für gültig gehalten. Das Paradigma gewinnt an Bedeutung, da oftmals Untersuchungsansätze sowie methodische Gestaltungen von ihm bestimmt werden, folglich führt dies zu sich selbst erfüllende Vorhersagen. Kommen vom Paradigma widersprüchliche Ergebnisse, wird es nicht aufgegeben. Stattdessen wird für Erklärungen für die Widersprüchlichkeit gesucht, damit diese nicht mehr existieren. Objektive Forschung wird, da sie sich oftmals durch Theorien festsetzt, durch Paradigmen erschwert. (Kuhn, 1979, Seite 160 -161)

2. Ein Paradigma ist ein symbolisches Modell oder Diagramm, das es uns erleichtert, die wesentlichen Merkmale eines Prozesses zu verstehen. (Wulf, 1995, Seite 266)

3. Als Paradigma versteht man den begrifflichen Rahmen, in dem ein Wissenschaftler arbeitet. Paradigmen teilen auch mit, welche Begriffe verwendet werden dürfen und welche nicht, um diese in der Folge interpretieren oder sammeln zu können. Ein Paradigma kann auch durch den Begriff „Betrachtungsweise“ ersetzt werden. Viele Autoren sprechen anstatt von Paradigmen von Modellen, andere von Theorien als Rahmenkonzepte für die Forschung. (Michel & Novak, 1991, Seite 286)

4. Der Begriff Paradigma stammt aus dem Griechischen, in der Mehrzahl spricht man von Paradigmen. Eingeführt wurde der Begriff von T. S. Kuhn, der die in einer Gruppe beispielsweise von Wissenschaftlern geltenden Grundannahmen als Paradigmen bezeichnet. Paradigmen festigen sich durch die gemeinsame Erarbeitung von Problemen und Überlieferungen von Problemstellungen und Lösungswegen. (Lexikon-Institut Bertelsmann, 1995, Seite 347)

5. Nach der Philosophie und Wissenschaftstheorie von Platon sind Paradigmen als Vorbilder zu verstehen von sinnlich Wahrnehmbaren. Sie sind als ewig, unveränderlich und ermöglichend zu sehen. Laut Ludwig Wittgenstein sind Paradigmen als Muster oder Standards zu verstehen, nach denen Erfahrungen verglichen und betrachtet werden. (Brockhaus, 1998, Seite 554)

(http://lexikon.stangl.eu)


Digital

1. Das Wort digital kommt aus dem Lateinischen und ist abgeleitet von digitus, was Finger bedeutet.

2. In der Technik handelt es sich um die diskreten Ziffern, die keine zeitkontinuierlichen Veränderungen haben, wie analoge Werte. Zeitdiskret bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Digitalwert für eine bestimmbare Zeit einen festen Wert repräsentiert. Die digitalen Ziffern können in allen Zahlensystemen dargestellt werden: im Dezimalsystem ebenso wie im Oktal- oder Dualsystem.

3. Nach DIN 44300 ist digital eine Darstellungsart von Daten mit den Ziffern eines Zahlensystems, bei der die einzelnen Zeichen voneinander abgrenzbar sind.

4. In der Computertechnik werden die diskreten digitalen Zustände von Logiken miteinander verknüpft. Mit diesen Verknüpfungen können mathematische Operationen nachgebildet werden. (http://www.itwissen.info)


Aufgabe 02: PHÄNOMEN 5.1 PARADIGMA

Feuerwerk/Farben

Seltenes Erlebnis, bei dem mich immer wieder die Farben faszinierten.

Der Farbeindruck, welcher beim Abbrennen eines Feuerwerks entsteht, beruht hauptsächlich auf dem Effekt der induzierten Emission, also der Abgabe von Photonen mit einer spezifischen Wellenlänge durch energetisch angeregte Atome. Die chemischen Elemente, die für die Farbgebung verantwortlich sind, werden, um eine vorzeitige Reaktion zu vermeiden, in Form von Metallsalzen, zum Beispiel Strontiumnitrat für eine karminrote Färbung, beigemischt. Die Hitze die durch die Verbrennung des Schwarzpulver entsteht, führt unter anderem dazu, dass die Atome des farbgebenden Elements angeregt werden. Das bedeutet, dass den äußersten Elektronen der Atome eine spezifische Energiemenge zugeführt wird, wodurch sie auf ein höheres Energieniveau angehoben werden. Dieser Zustand ist jedoch nicht stabil, daher fällt das Elektron bereits nach kurzer Zeit in den ursprünglichen Zustand (Grundzustand) zurück. Die Energie, die es dabei abgibt, wird in Form eines Photons emittiert, welches auf Grund der spezifischen Energiedifferenz zwischen dem Grundzustand und dem angeregten Zustand eine spezifische Wellenlänge hat. Dieser Vorgang wird vom Beobachter als als farbiges Leuchten wahrgenommen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerwerk)


Erinnerung an die Geburt, erste Lebensjahre

Schade, dass man sich an viele Ereignisse der ersten Lebensjahre nicht erinnern kann.

Infantile Amnesie:

1. Psychoanalyse: Sigmund Freud brachte diesen Vorgang in Zusammenhang mit Verdrängung. Dieser Annahme widerspricht jedoch, dass nicht nur negative Erinnerungen, sondern alle Erinnerungen vergessen werden.

2. Hirnreifung: Die für bewusste Erinnerung notwendigen Hirnstrukturen sind bei Geburt noch nicht vollständig entwickelt (Schachter, Moscovitch, 1984). Hierzu gehören subkortikale limbisch-dienzephalische Strukturen, die erst im Alter von 2 bis 3 Jahren voll ausgereift sind (umstritten) und neokortikale Areale (z.B. im inferotemporalen Kortex) (McKeeund, Squire, 1993)

3. Enkodierung: Frühe Erinnerungen werden nur als Handlungen oder Empfindungen enkodiert. Sie sind später nicht mehr abrufbar, da sie in einem anderen Format als spätere Erinnerungen (vorwiegend sprachlich) gespeichert wurden (Howe, Courage, 1993)

4. Etwa ab dem 2. Lebensjahr entwickelt das Kleinkind eine eigenständige Persönlichkeit (es erkennt sich selbst im Spiegel). Seine Erfahrungen werden ab diesem Zeitpunkt als persönliche ICH-Erlebnisse abgespeichert (Ich, meine Hand, meine Mama,...). Wenn das Ich-Bewusstsein voll ausgeprägt ist, erinnert man sich nicht mehr bewusst an frühere Erlebnisse, die nicht ICH-kodiert sind (da diese ohne ICH-Code im Gedächtnis abgespeichert sind). (Kinseher, 2008)

5.Entwicklungsstand der Wissensstrukturen (Fivush, Hammond, 1990): Infantile Amnesie beruht nach dieser Annahme auf dem Fehlen distinktiver Abrufreize und auf der Tatsache, dass kleine Kinder erst noch Rahmenstrukturen erwerben müssen, um Ereignisse nachzuerzählen und in ihr Gedächtnis aufzunehmen. So konzentrieren kleine Kinder sich auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Ereignissen, dies ist jedoch schlecht dazu geeignet, das Abrufen später zu erleichtern. Außerdem verfügen sie noch nicht über eigene Rahmenstrukturen um Erinnerungen zu konstruieren. Aus diesem Grund sind diese frühen Erinnerungen fragmentiert, was das spätere Abrufen erschwert. Infantile Amnesie ist somit auf das Bemühen um die Bildung von Skripts und das Vergessen von aus dem Rahmen fallenden Ereignissen zurückzuführen.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Infantile_Amnesie)


3D-Bilder

Die Punktmuster waren in meiner Kindheit sehr beliebt. Lange hat es gedauert, bis ich es schaffte, diese Bilder zu "entziffern".

Um den korrekten räumlichen Eindruck zu erhalten, muss der Blick des Betrachters auf das Bild ins Unendliche gerichtet werden. Schielen ergibt einen invertierten 3-D Eindruck: eigentlich im Vordergrund befindliche Bildelemente erscheinen im Hintergrund und umgekehrt. Nach einiger Eingewöhnungszeit werden dann die eingebetteten Konturen sichtbar. (http://de.wikipedia.org/wiki/Stereoskopie)


Unfälle in der Kindheit

Bis zu meinem 14. Lebensjahr hatte ich so viele Sportunfälle. Bis auf blaue Flecke bin ich immer gut davongekommen.

Viel Sport in der Kindheit und Jugend verbessert die Knochendichte und das Knochenwachstum. Eine erhöhte Knochenbruchgefahr ist mit dem vermehrten Training nicht verbunden, wie schwedische Wissenschaftler jüngst in einer Studie herausgefunden haben. "Die ersten 20 Lebensjahre bestimmen die Knochendichte eines Menschen", sagt auch Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. "Vor allem Bewegungen gegen die Schwerkraft wie Ballspiele, Laufen und Hüpfen wirken sich positiv aus", weiß die Kinder- und Jugendärztin.

In der Studie haben während eines Beobachtungszeitraums von vier Jahren circa 800 Schüler zusätzlich zum normalen Sportunterricht wöchentlich 200 Minuten Laufen, Springen, Seilklettern und Ballsportarten trainiert. Die Vergleichgruppe, rund 1 500 Schüler aus benachbarten Schulen, haben neben dem Schulsport von 60 Minuten in der Woche kein zusätzliches Training absolviert. Das Ergebnis: Bei den intensiver trainierten Kindern haben sich die Knochendichte und das Knochenwachstum verbessert, ohne dass es öfter als bei den anderen Schülern zu Knochenbrüchen gekommen ist. (http://news.gesundheitkompakt.de/Stabile-Knochen-durch-Sport-Kindheit-und-Jugend)


Wiederholungsträume

Im 5. Lebensjahr hatte ich gefühlte 6 Monate jede Nacht denselben Traum, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist.

Der Traum ist für Jung, anders als für Freud nicht in erster Linie ein Mittel des Unbewussten, unterdrückte oder nicht ausgelebte Libido deutlich zu machen, sondern ganz allgemein nächtliche Aufarbeitung von Alltagsproblemen, die er die "unbedeutenden" Träume nannte, bis hin zu den "bedeutenden", welchen natürlich sein Hauptinteresse galt.Zu letzteren gehören die Wiederholungsträume, welche durch eine immer wiederkehrende psychische Situation hervorgerufen werden. Der Traum will dem Menschen die Aufarbeitung dieser speziellen Situation ins Bewusstsein bringen und trägt zudem meistens auch schon Lösungsvorschläge in sich. Bei der Deutung dieser Träume muss tief in die Erinnerung gegriffen werden, denn Auslöser für das spezielle Problem und auch Grund für die speziellen Traumbilder dazu liegen meistens weit zurück. (http://www.oana.de/cgjung4.htm)


Persönlicher Paradigmenwechsel

Paragliden gehörte für mich immer zu den Sportarten, bei denen ich wusste, dass ich es nie betreiben werde, da es für mich immer als extrem lebensgefährlich galt. Nun praktiziere ich diesen Sport und weiß, dass er nicht gefährlich ist, solange man sich selbst unter Kontrolle hat.


Aufgabe 03: Ethik-Ranking durch die Konsumenten / Ferraris für alle

Die Idee von Thomas Herzig von Ratingagenturen für Konsumenten finde ich sehr gut, jedoch nicht durchdacht. Es wird jetzt schon sehr viel gelogen, was die Durchsichtigkeit von Produktionsfirmen betrifft. Eine genauere Kennzeichnung auf Artikeln würde in dem Sinne vielleicht nicht viel bringen. Man weiß so schon nicht, was man glauben soll. Falls dies doch nachvollziehbar gelingen sollte, würden jene Firmen noch mehr Geld für ihre Produkte verlangen und das Problem von "ich kaufe nur billige Produkte" würde noch mehr anwachsen. Vielen ist es einfach nicht möglich, nur das Beste zu konsumieren. Es wird teilweise bereits darauf geachtet, dass "faire" Produkte gekennzeichnet werden (Eier, AMA, BIO,...), ich denke nur, dass es in dem Ausmaß, welches Thomas Herzig gern würde, nicht möglich ist.

Beim Artikel von Daniel Ben-Ami denke ich, dass wir schon lange in einer Überflussgesellschaft leben. Ich empfinde dieses übertriebene Wachstum als schlecht. Tiere brauchen Jahrhunderte, um sich an neue Lebensumstände anzupassen. Wir Menschen sollen es in kürzester Zeit schaffen. In den letzten 200 Jahren ist meiner Meinung nach alles viel zu schnell vorangeschritten. Anscheinend zählen nur mehr materielle Dinge, nicht mehr die Werte selber. Ich denke, dass es sich schon bei vielen Menschen erkennen lässt, dass die mit den gegebenen Umständen überfordert sind.

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