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Biomimetik

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These

Die Moderne Architektur hat sich schon seit 80 Jahren von traditionellen Typologien und tektonischen Prinzipien emanzipiert. In den letzten 10 Jahren ist diese Emanzipation noch einmal radikalisiert worden. Die architektonische Formfindung scheint unbegrenzt zu sein. Diese Freiheit soll nicht in Willkuer umschlagen. Es gilt den Raum der unbegrenzten Gestaltungsmoeglichkeiten nach potentiell innovativen Gestaltungsprinzipien hin auszuloten. Systematisch erarbeitete Analogien mit der unerschoepflichen – aber immer gesetzmaessigen - Vielfalt der Naturformen soll die architektonische Innovationsarbeit sowohl inspirieren, als auch zugleich disziplinieren.

In den vergangenen 10 Jahren war war die Analogie mit Landschaftsformen eine Inspiration fuer neue architektonische Ordnungs- und Gestaltungsprinzipien. Diese Analogiebildung hat bereits - im Zusammenhang mit der Einfuehrung der neueren digitalen Modellierungsverfahren (splines, nurb-surfaces) - zu einer neuen, weithin tragfaehigen Architektursprache beigetragen, zur sogenannten Architektur der Faltung. Hier wird die Raumartikulation aus der Faltung einer kontinuierlichen Oberflaeche gewonnen. Die Entwicklung des architektonischen Gestaltungsrepertoires geht weiter. Die Vielgestaltigkeit der organischen Natur kann einen weiteren Entwicklungsschub anregen.


Struktur des Semesters

Das Entwurfs-seminar ist in 2 Phasen geteilt. In einer, dem eigentlichen Entwurf vorgeschalteten Forschungsphase soll die organische Natur als Quelle fuer architektonische Analogien untersucht und ausgebeutet werden. In einer zweiten Phase geht es dann darum, die Resultate der bio-mimetischen Analogiebildung in einer konkreten Entwurfsaufgabe anzuwenden. Diese Entwurfsaufgabe ist so gewaehlt, dass sie moeglichst schnell und reibungslos die Anwendund der bio-mimetischen Analogien erlaubt. Die Demonstration der im Analogie-verfahen gewonnenen architektonischen Prinzipien bleibt das eigentliche Anliegen der Entwurfsarbeit.


PHASE 1: Bio-mimetische Analogiebildung

Die organische Natur kann auf allen Ebenen und Masstaeben - von Mikro-organismen, ueber Organe und Teilsysteme hoeherer Organismen, bis hin zu komplexen Sozialgefuegen - zur Analogiebildung herangezogen werden. Allerdings kann es jeweils nur um zu abstrahierende Teilaspekte bzw. Prinzipien gehen, die dann die Entwicklung architektonischer Systeme orientieren sollen. Die Analogiebildung soll zunaechst zu generalisierbaren architektonischen Systemen fuehren – nicht schon unmittelbar zu einem bio-morphen Entwurf. Die folgenden Kategorien dienen dazu diese prinzipielle Analogiebildung anzuleiten, indem nach Systemarten unterschieden wird:

1. Geometrische Systeme

2. Organisationssysteme

3. Huellsysteme

4. Tragsysteme

5. Kinetische Systeme

6. Sensorische Systeme


Diese System-typen bezeichnen die Dimensionen unserer Entwicklungsarbeit. Wir hoffen in allen 6 Dimensionen innovative Prinzipien zu entdecken, die sich architektonisch umsetzen lassen. Die Dimension der Geometrie ist die vielleicht offensichtlichste Charakteristik eines organischen Studienobjektes, die sich unmittelbar 3D modellieren laesst. Die exakte geometrische Rekonstruktion der Form des ausgewaehlten organischen Objektes – z.B. eines Knochens - kann in sich schon eine spannende Herausforderung sein. Die Dimension des Organisationssystems ist wohl die umfassendste und abstrakteste der hier angebotenen Kategorien. Hier ist das Arrangement von Teilen zu einem Ganzen gemeint, u.a. Formen des Zusammenschluss, der Aufteilung, z.B. hexagonaler Zellverband, Schachtelung, Veraestelung oder Netzwerk. Huell- und Tragsysteme beduerfen wohl keiner Erklaerung hier. Die Inkludierung von kinetischen und sogar sensorischen Systeme deutet darauf hin, dass wir bereits an eine responsive Architektur denken.

Arbeitsschritte:

Die Ausarbeitung der biomimetischen Analogie sollte in folgenden Arbeitsschritten erfolgen:

1. Auswahl eines biologischen Studienobjektes – Organismus, Teilsystem eines Organismus

2. Abstraktion der relevanten Aspekte in Bezug auf die 6 System-arten

3. 3D Modellierung und Animation der abstrahierten Systeme

4. Untersuchung der Beziehung von Form und Funktion

5. Erklaerung der evolutionaeren Entwicklungsbedingungen der jeweiligen Systeme, eventuell Animation der Morpho-genese

6. Transfer: Uebersetzung der organischen Systeme in architektonische (kuenstliche, technische) Systeme

7. Formulierung genereller Perforanzkriterien fuer diese architektonischen Systeme

8. Entwicklung eines Produktes – z.B. eines(Messe)Bau-systems, Fassaden-systems, Tragwerksystems, Raumzellen, Fertighaussystems etc.

9. Erstellung einer Produktbroschuere fuer das entwickelte System.

Der schwierigste und entscheidenste Schritt ist der Transfer vom biologischen Objekt oder entdeckten organischem Prinzip zur architektonischen Innovation. Dieser Schritt kann nicht “abgearbeitet” werden. Hier ist eine orginale, kreative Idee und eine Entscheidung gefragt.


PHASE 2: Villa als gebautes Manifesto – Entwurf fuer die “Community at the Great Wall”

Die Villa war und ist ein bevorzugtes Medium zur proto-typischen Artikulation von architektonischen Manifesten, man denke an Frank Lloyd Wright, Le Corbusier, Mies, Rietfeld, Neutra, Kiessler, Niemeyer, … or more recently Eisenman, Gehry, Koolhaas, …

Wir werden diese Tradition fortsetzen und unsere bio-mimetisch entwickelten Ideen am Funktionstyp der Villa ausprobieren. Um dieser Intention eine konkrete Situation zu geben, schlagen wir vor, eine kuerzlich in China fertiggestellte Gruppe von Villen zu erweitern: “The Community at the great Wall.” Die Community at the great Wall ist eine Gruppe von 12 architektonisch anspruchsvollen Villen in einem Tal entlang der Chinesischen Mauer bei Peking. Alle 12 Villen stamen von ambitionierten Asiatischen Architekten. Der Bautraeger – Soho China (www.sohochina.com) wurde fuer dieses Projekt mit dem Preis der Architektur-Biennale 2002 in Venedig ausgezeichnet. Derzeit wird eine weitere Gruppe von Villen geplant Die Aufgabenstellung der Villa ist hier kein Selbstzweck, und auch der eigenwillige Charakter des Grundstuecks soll nicht vom eigentlichen Thema ablenken. Entwurfsaufgabe und Grundstueck sind in erster Linie ein Mittel zum ausprobieren der in Phase 1 entwickelten biomimetischen Konzepte. Die Villa ist als Funktionstyp unkompliziert und offen genug um die Fokussierung auf biomimetische Konzepte zu erleichtern. Die nicht unerheblichen Freiraeume, die der Funktionstyp der Villa den Architekten goennt, kann hier produktiv ausgeschoepft werden. Auch wenn es primaer um die Demonstration einer generellen Erweiterung des architektonischen Repertoires geht, ist es nicht auszuschliessen, dass dabei auch die allbekannten Funktionseinheiten der Villa mutieren. Wir wollen durchaus nicht ausschliessen - exemplarisch - zu neuen Funktionskomplexen kommen, und nicht nur zu neuen Formen.. Auch in diesem Sinne moegen unsere Villen-entwurfe als gebaute Manifeste gelesen werden.



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5 Entwerfen Projekte

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Wikiseite Vorschau Titel VerfasserIn LV
Biomimetik Radolarien Es-rittingermueller-02.jpg Biomimetik Radolarien Rittinger Andreas
Müller Julia
HB2
E7
Asteroidea Es-hinterleithnerfelder-10.jpg Asteroidea Felder Michael
Hinterleithner Frank
E7
HB2
Biomimetik eigentler.steurer Es-eigentlersteurer-01.jpg Biomimetik eigentler.steurer Eigentler Christoph
Steurer Silvia
E7
The weekend house Es-molingfeuersteinparsons-05.jpg The weekend house Feuerstein Thomas
Moling Andreas
Parsons Ronnie
E7
Swarmsystems Es-flarerhofer-02.jpg Swarmsystems Flarer Christoph
Hofer Markus
E7
HB2
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