exp.wiki NEU
WICHTIG: Das exp.wiki wurde aktualisiert und ist ab sofort unter einer neuen Adresse zu erreichen: https://exparch-www.uibk.ac.at/testwiki
Bitte das Anlegen neuer Seiten oder die Änderungen bestehender ab sofort ausschließlich dort durchführen.
Bestehende Projektseiten wurden/werden migriert und sind auch auf der neuen Plattform vorhanden.

Bent Wood

Aus exp.wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

von wolfgang schmidts

betreuer: Michael Budig

der baustoff holz gehört zweifelsohne sowohl zu den ökologischsten als auch ökonomischsten materialien unserer zeit. obwohl die formensprache der architektur des 21. jahrhunderts längst das orthogonale raster durch zweifachgekrümmte freiformflächen ersetzt hat, steckt der holzbau diesbezüglich immernoch in den "kinderschuhen". er birgt aber weitaus mehr potential als heutzutage eingesetzt wird, vor allem unter dem gesichtspunkt der verfügbarkeit von computerunterstützten entwurfs- & konstruktionsapplikationen. diese "computer aided design" (CAD) programme verlassen zunehmend den zweidimensionalen (dem reissbrett nachempfundenen) bereich hin zu parametrischen, dreidimensionalen volumenmodellern, wie sie heute schon im maschinen- und anlagenbau eingesetzt werden (computer aided engineering,CAE). dabei dreht sich auch der verfahrensweg um, d.h. statt bisher die geometrie in einzelnen, voneinander unabhängigen plandarstellungen zu beschreiben, werden diese direkt und automatisch von einem dreidimensionalen, parametrischen modell (eigtl. von einer 3d-einzelteildatenbank) abgeleitet und generiert. ausserdem kann dieses "digital Mock-up" modell (DMU) als grundlage für finite elemente analysen (FEA) und schliesslich zur maschinellen fertigung des jeweiligen produkts dienen (CAM). auf diese weise lassen sich durch die vollständige simulation vor der tatsächlichen fertigung der entwicklungsaufwandt und damit die kosten minimieren. die unter den studenten und in vielen kleineren architekturbüros so beliebten polygonbasierten-modeller (z.b. 3dsmax,C4D,Blender,usw.) eignen sich nur bedingt für die erzeugung von DMUs, da sie einerseits nicht in der lage sind den konstruktionsprozess parametrisch (d.h. änderungen in jedem konstruktionsschritt zu jeder zeit) zu erfassen und andererseits nicht die nötige akkuranz bieten. nurbsbasierte-modeller (z.b. xsi,houdini,maya,usw.) verfügen zwar über parametrische ansätze und eignen sich so deutlich besser für den einsatz in einer CAE umgebung, allerdings lässt auch hier die genauigkeit der geometrie zu wünschen übrig und ein assemblierungsmodus fehlt meistens ganz oder ist nur ansatzweise vorhanden. auch die simulations-module solcher eigentlich für die computerspiel- bzw. filmeffektindustrie entwickelten algorithmen lassen sich nur ansatzweise einsetzen, da sie u.U. bei jeder simulation voneinander abweichende ergebnisse liefern. die meisten der am markt verbreiteten und in architekturbüros eingesetzten programmpakete lassen sich eigentlich nur unter grösstem zeit- und ressourcenaufwand für den dreidimensionellen (vor-)entwurf einsetzen, da man davon ausgehen muss, spätestens bei der ausführung alles nocheinmal in einem "grossen" CAD programm nachzukonstruieren. zu ihnen zählen die im maschinen- und anlagenbau häufig eingesetzten programme wie z.b. catia, pro engineer oder die (open source software) brlcad.


das brett - gebogen und verdreht

ein einfaches brett,bevorzugt aus einem sog. weichen holz (z.B. lärche oder douglasie, auf grund des generell höheren elastizitätsmoduls gegenüber dem hartholz), wird in einem CAE programm parametrisch eingegeben, d.h. alle definitionen wie z.b. länge,breite,tiefe,biege- und verdrehungswinkel lassen sich im nachhinein ändern bzw. über eine tabelle steuern. es ist ratsam, schon im vorhinein an nötige bezugspunkte, achsen und dergleichen für das später folgende zusammensetzen (assemblieren) der einzelteile zu denken.

fig.1: brett mit zugehöriger (parametrischer) tabelle


die anschlüsse - so einfach wie möglich, so differenziert wie nötig

die anschlüsse müssen so simpel wie möglich gestaltet sein, um so kosten bei der fertigung aber auch schon in der entwicklung einzusparen.

fig.2: parametrische konstruktionsskizze und zugehöriges gebogenes stahlblech

fig.3: bodenanschluss 75°, untergeordnetes stahlblech

natürlich lassen sich einzelanfertigungen nicht gänzlich verhindern, dennoch gilt auch hier deren anzahl so gering wie möglich zu halten.

fig.4: brettschichtholzteil, dreidimensional gefräst

die krümmung der bauteile entsteht durch die eigenflexibilität des verwendeten materials (nur dünne furnierschichthölzer als panele verwenden (maximale dicke steht in direkter proportion zur fläche, z.b. 12mm dicke bei panelgrössen zwischen 2 und 4 quadratmeter)).

fig.5: gebogenes und verdrehtes brett, rechts rot hervorgehoben


das projekt - der inoffizielle em 08 fan-pavillion

rechtzeitig zur fussball europameisterschaft wurde diese temporäre architektur für die jeweiligen fan-meilen entwickelt. eine geschwungene bar, flankiert von zwei weiteren, überdacht mit einem rundem luftkissen, das wiederum von einem regulären fünfeck eingefasst ist. es handelt sich um eine dynamische installation, i.e. die "dachkonstruktion" befindet sich in stetiger bewegung (angeregt durch den wind oder übermütige fussballfans) und sollte sich innerhalb der eigenfrequenz von ca. 1/2 bis 3/4 Hz einpendeln.



Abgabeplakat


zurück zur Liste der Studentenprojekte

Attribute

Schmidts Wolfgang | Budig Michael | HB2 | Bent Wood | 07WS

Fakten zu Bent WoodRDF-Feed
BetreuerBudig Michael  +
LVHB2  +
Semester07WS  +
TitelBent Wood  +
VerfasserSchmidts Wolfgang  +
Persönliche Werkzeuge