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Baustoff-Ökologie

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Inhaltsverzeichnis

Begriffsdefinition

Nachhaltigkeit

Der Begriff Nachhaltigkeit hat seinen Ursprung in der Forstwirtschaft und beschreibt eine Form der Bewirtschaftung bei der nur so viel Holz entnommen wird wie wieder nachwachsen kann. Umfassender betrachtet bedeutet Nachhaltigkeit die Befriedigung der Bedürfnisse der heutigen Generation ohne die Chancen der zukünftigen Generationen zu gefährden.

In Bezug auf Materialien wird Nachhaltigkeit zum Beispiel durch den schonenden Umgang mit den vorhandenen Ressourcen definiert. Wie oben bereits erwähnt soll im Sinne der Nachhaltigkeit nicht mehr entnommen werden wie auch wieder „nachwachsen“ kann. Bei Roheisen wird die Rohstoffverfügbarkeit beim derzeitigen Rohstoffverbrauch auf 81 Jahre geschätzt. Weiters spielt die sogenannte graue Energie eine Rolle für die Bestimmung der Nachhaltigkeit eines Materials. Unter grauer Energie versteht man den indirekten Energieverbrauch eines Produktes. Dabei wird der Energieaufwand für die Gewinnung, Herstellung, den Transport, Verkauf und die Entsorgung berücksichtigt. Wenn zur Herstellung Maschinen o.ä. verwendet werden wird auch anteilsmäßig deren Energieverbrauch miteinbezogen. Um ein Material als Nachhaltig zu bezeichnen ist auch die Lebensdauer beziehungsweise die Instandhaltung von Bedeutung.

Ökologisch

  • Ökobilanz

Die Ökobilanz eines Baustoffes erfasst die Umweltauswirkungen eines Baustoffes über seinen ganzen Lebensweg. Dieser beinhaltet die Gewinnung des Rohstoffes, die Herstellung von Zwischenprodukten, die Nutzung beziehungsweise den Gebrauch und die Entsorgung. Eine ökologische Untersuchung gemäß ISO 14040 [18.22] (Life Cycle Assessment, LCA) umfasst 4 Schritte.

nach Scholz Wilhelm, Baustoffkenntnis:

  • Festlegung des Ziels und Untersuchungsrahmens
In der Zieldefinition einer Ökobilanz sollten folgende Komponenten enthalten sein:
    • Festlegung der funktioniellen Äquivalenz, d. h. der nutzen- und leistungsbezogenen Vergleichseinheiten
    • Festlegung des Bilanzraums hinsichtlich der räumlichen, geographischen und der zeitlichen Systemgrenzen
    • Festlegung der Systemgrenzen bezüglich der Sachbilanz (Abschneidekriterien) und der Wirkungsabschätzung (Kuppelprodukte etc.)
    • Datenanforderung (Datenqualität), Annahmen und Einschränkungen
    • Aufbau der Studie
  • Sachbilanz, Input-Output-Analyse

Die Sachbilanz enthält eine Zusammenfassung und Quantifizierung der wesentlichen Stoff- und Energieströme (Input-Output-Analyse) in Abhängigkeit von den definierten Bilanzgrenzen. Sie umfasst eine vertikale und eine horizontale Betrachtung des Produkts. Die vertikale Betrachtung beschreibt den gesamten Lebensweg des Produkts (Rohstoffe, Herstellung etc.). Die horizontale Betrachtung erfasst die mit dem Lebensweg des Produkts verbundenen Wechselbeziehungen mit der Umwelt. In der Sachbilanz wird der Lebensweg Baustoffes in Module (abgrenzbare Untersuchungseinheiten) unterteilt. Jedes Modul ist mit Nachbarmodulen und der Umwelt durch Stoff- und Energieströme verbunden und wird mit den entsprechenden Stoff- und Energiedaten gefüllt. Am Schluss werden die Einzelstoffe aller Module summiert, woraus sich eine Input-Output-Analyse ergibt. Das Ergebnis einer Sachbilanz ist eine Matrix unterschiedlicher Daten, wobei das Ergebnis wesentlich vom gewählten Bilanzrahmen und der Datenqualität abhängig ist.

  • Wirkungsabschätzung

Das Ziel der Wirkunsabschätzung ist die Erfassung der wesentlichen Umweltwirkungen eines Produkts unter Verwendung der Ergebnisse der Sachbilanz. Es ist dabei zu bedenken, dass die Definition, was unter einer Umweltwirkung (Umweltschaden) zu verstehen ist, von unserem derzeitigen Wissensstand über die Wechselwirkungen bzw. Zusammenhänge in der Natur abhängt. Entsprechend dieser Problematik gibt es noch kein allgemein gültiges Modell zur Erfassung der Umweltwirkungen, aber eine Vielzahl von Ansätzen (…).

  • Auswertung

In der Auswertung werden die Ergebnisse der Sachbilanz und der Wirkungsabschätzung den Zielen der Ökobilanz gegenübergestellt. Die Erkenntnisse dieser Interpretation können in Form von Zusammenfassungen und Empfehlungen für die Anwender in Übereinstimmung mit der Zieldefiniten zusammengefasst werden. Die Interpretation sollte auch die Schwachstellen der durchgeführten Untersuchungen hervorheben. [1]

2006 wurden die Einzelnormen ISO 14041 (Zieldefinition, Sachbilanz), ISO 14042 (Wirkungsabschätzung)und ISO 14043 (Auswertung) durch die ISO 14044 ersetzt. Die ISO 14040:1997 wurde durch die ISO 14040:2006 ersetzt. Die neuen Editionen wurden eingeführt um die Lesbarkeit zu verbessern wobei der Inhalt weitgehend gleich blieb.


Materialien

  • Zeichenerklärung
Zeichen
A Ampere
J Joule
kJ Kilojoule
MJ Megajoule
K Kelvin
N Newton
MN Meganewton
W Watt
CO2 Kohlendioxid
SO2 Schwefeldioxid
PO4 Phosphat
C2H4 Ethen


Naturdämmstoffe

Schafwolle

Schafwolle
Dämm-Matte aus Schafwolle
Wollband aus Schafwolle
  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Schafwolle ist ein nachwachsender Rohstoff und ist ausreichend vorhanden. Zur Zeit besteht sogar ein Überangebot da die Wolle oft nur ein Neben- oder Abfallprodukt der Mutterschafhaltung ist. Im deutschsprachigen Raum wird mittlerweile hauptsächlich Schafwolle aus europäischen Provinzen verwendet. Auch in Australien und Neuseeland fällt viel Schafwolle als Nebenprodukt an, doch durch den weiten Weg nach Europa fällt ein hoher Anteil an Transportaufwand an.

  • Abbau, wie? werden dabei umwelt-, menschenbelastende Materialien freigesetzt?

Die Schafe werden halbjährlich oder jährlich geschoren wobei bei der halbjährlichen Schur pro Schaf und Jahr 7kg Rohwolle gewonnen werden. Als Schurwolle oder reine Schurwolle wird die neue Wolle, die unmittelbar vom lebenden Schaf kommt, bezeichnet.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Die Rohwolle wird in der Wäscherei von Verunreinigungen wie Staub, Salz, Wollfett, Schweiß,.. mit Schmier- oder Kernseife und Soda gründlich gewaschen und mehrfach gespült. Hier erfolgt auch die Zugabe von Mitin FF. Nach dem Trocknen werden Knäuel und Verschmutzungen die beim waschen nicht gelöst wurden entfernt. In der Kardiermaschine werden die Fasern ausgerichtet und danach zu Vliesen verarbeitet. Die Vliese werden übereinandergelegt und vernadelt. Bei der Herstellung wird Staub aus der Schafwolle und aus Verunreinigungen freigesetzt, bei der Verwendung als Wärmedämmung sind keine Freisetzungen von Staub bekannt. Die beim Verarbeitungsprozess anfallende Feinwolle wird entstaubt und als Stopfwolle verwendet. Ab einer Dicke der Matten von 100mm werden sie zusätzlich mit Polyesterfasern stabilisiert.

Mitin FF steht für die Substanz Sulcofuron und wird als Mottenschutzmittel eingesetzt. 'Ökologische Relevanz besitzt das in Schafwolle-Dämmstoffen eingesetzte Mottenschutzmittel Mitin FF, das als „giftig für Wasserorganismen bei direktem Eintrag in Gewässer“ eingestuft ist.' Die letzten Jahre zeigen, dass ein Schutz vor Motten unbedingt nötig ist. [1] 'Da Schafwolle sehr gute Brandschutzwerte aufweist, kann B2-Qualität („normal brennbar“) ohne Brandschutzmittel erreicht werden. Nur bei sehr leichten Produkten, die auch geringeren Wärmeschutz aufweisen, finden daher Borsalze als Flammschutzmittel Einsatz.' [1] Bei Schafwolle liegt die Selbstentzündungstemperatur bei 560°C und ist im Bereich der Naturfasern am schwersten entflammbar.

  • Nutzung

Verwendung für Wärme- und Schallschutzzwecke, auch erhältlich als Dichtungszöpfe oder lose Wolle.

  • Produkte, Beispiele

Daemwool.Schafwoll.Daemwool (Material)

  • Entsorgung

Sauberes Material kann wiederverwendet werden, zerstörte Dämmmatten können als Stopfwolle wiederverwendet werden, ansonsten erfolgt die Beseitigung in Müllverbrennungsanlagen.

  • Kennwerte für Schafwolle nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 30kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,040W/(mK)
    • spezif. Wärmespeicherwert c ca 0,9kJ/(kgK)
    • Temperaturleitzahl a 0,01359m²/h
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl μ 1-2
    • dynamische Steifigkeit MN/m³ k.A.
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) 7,29kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,164kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,007kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,020kg/m³
    • Graue Energie 493MJ/m³


Flachs

Flachsfeld
  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? wo?

Der größte Produzent von Flachs in der EU ist Frankreich, gefolgt von Belgien, den Niederlanden und der Tschechischen Republik. 2006 wurden in Frankreich 76.278 ha, in Belgien 15.919, in den Niederlanden 4.366 und in der Tschechischen Republik 2.736 ha angebaut. In Österreich wurden nur 129 ha angebaut. 2006 betrug die Gesamtanabufläche in der EU 102.740 ha. Weltweit ist China mit 161.000 ha Flachs das größte Anbauland.

  • Abbau, wie?, werden dabei umwelt-, menschenbelastende Materialien freigesetzt?

Flachs ist ein einjähriges Gewächs, dass eine Wuchshöhe von 20 – 100 cm erreicht. Nach der Aussaat wird nach zirka drei bis vier Monaten geerntet. Die Ernte erfolgt bei Gelbreife, zirka sieben bis zehn Tage vor der Vollreife. Dabei werden die Pflanzen mit einer Maschine samt der Wurzel aus dem Boden gerissen, da beim Mähen die Fasern beschädigt würden. Anschließend wird das Flachsstroh für zirka sechs bis acht Wochen zur Tauröste aufgelegt, dabei werden die Faserbündel vom übrigen Gewebe durch Bakterien und Pilze gelöst. In manchen Gebieten wird die Warmwasserröste angewandt wobei das Flachsstroh in 28-40°C warmen Wasserbecken geröstet wird. Diese Methode führt aber zu relativ hohen Umweltbelastungen durch Abwässer und ist daher aus ökologischer Sicht abzulehnen.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Nach der Röste werden die Flachsstängel mechanisch gebrochen. In der sogenannten Schwingerei erfolgt die Trennung der Kurz-, Langfasern und Schäben. Die Kurzfasern werden für Dämmstoffe verwendet. In einer Vliesstoffkrempel werden aus den Kurzfasern dünne Faserbahnen, sogenannte Flore, gebildet. Diese werden zu verschieden dicken Dämmplatten geschichtet, mit Kartoffelstärke verbunden und in handliche Formate geschnitten. Telweise werden die Platten mit bis zu 20% Polyesterfasern stabilisiert. Als Flammschutzmittel werden abhängig vom Hersteller Borax, Ammoniumsulfate beziehungsweise Ammoniumphosphate verwendet. Beim Einbau kann es eventuell zu einer Feinstaubbelastung. Flachs ist nicht von Mottenbefall gefährdet da er keine tierischen Eiweiße enthält.

Zusatzstoffe: Ammoniumsulfate, Ammoniumphosphate, Borax, Borax-Wasserglaslösung, Polyesterfasern

  • Nutzung
Dämmplatte aus Flachsfasern

Zusätzlich zu den Dämmplatten wird Flachs auch als Stopfmaterial, als Flachsstreifen und Flachsvliese angeboten. Die Dämmplatten werden für Wände Decken und den Dachausbau verwendet. Das Stopfmaterial wird im Bereich der Fenster und Türabdichtungen eingesetzt und die Falchsstreifen und –vliese werden hauptsächlich im Fußbodenbereich eingesetzt.

  • Produkte, Beispiele

Dämmstoff aus Flachs.Flachshaus GmbH (Material)

  • Entsorgung

Flachswerkstoffe könne prinzipiell wiederverwertet werden, ansonsten ist Flachs kompostierbar oder kann in Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden.

  • Kennwerte für Flachsfaserdämmstoffe nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 15-30kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,040W/(mK)
    • spezif. Wärmespeicherwert c ca 0,9kJ/(kgK)
    • Temperaturleitzahl a 0,01359m²/h
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl μ k.A.
    • dynamische Steifigkeit MN/m³ k.A.
  • Flachsfaser mit Polyester gebunden:
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) 11,1kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,318kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,024kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,035kg/m³
    • Graue Energie 1062MJ/m³
  • Flachsfaser stärkegebunden:
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) 6,9kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,234kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,020kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,035kg/m³
    • Graue Energie 994MJ/m³
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Hanf

Nutzhanf
  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Ursprünglich war der Anbau von Hanf verboten, doch in den 90er Jahren wurde aufgrund steigender Nachfrage der Anbau von Nutzhanf in der EU mit geringem THC-Anteil legalisiert. 2005 wurden weltweit zirka 115.000ha Nutzhanf angebaut. Der größte Teil, nämlich 80.000ha, wurde in Asien angebaut, in EU-Ländern 14.000ha und in anderen europäischen Ländern 5.700.

  • Abbau, wie? werden dabei umwelt-, menschenbelastende Materialien freigesetzt?

Hanf ist eine sehr anspruchslose Pflanze und gilt als Beikraut unterdrückend, da sich Unkraut durch seine Schnellwüchsigkeit aus Mangel an Licht nicht ausbreiten kann. Das heißt dass unter guten Bedingungen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden müssen. Die Ernte erfolgt gleich wie bei Flachs. Nachdem der Hanf gemäht wurde verbleibt er noch zur Röste auf dem Feld.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Im Werk werden dann die verschiedenen Bestandteile voneinander getrennt. Für die Weiterverarbeitung als Dämmstoff wird der Faseranteil verwendet. Gleich wie Flachs enthält Hanf keine tierischen Eiweiße und ist somit nicht anfällig für Motten- beziehungsweise Schädlingsbefall. Als Flammschutzmittel werden meistens Sodalösungen oder Ammoniumpolyphosphat verwendet. Teilweise werden auch Polyesterfasern als Stützfasern verwendet. Dabei werden die Hanf- und Kunststofffasern gemischt und durch Vliesbildner geschickt. In einem Thermobondierofen werden die Hanffasern verbunden indem der Mantel der Kunststofffasern schmilzt. Der Kern der Kunststofffasern schmilzt dabei aber nicht und gibt der Platte somit Stabilität.

  • Nutzung
Dämm-Matte aus Nutzhanf

Als Wärme und Schalldämmung für Wände, Decken, Böden, Dächer. Auch die beim Produktionsverfahren anfallenden Schäben können als Schüttung verwendet werden.

  • Entsorgung

Bei Zerstörungsfreiem Ausbau kann sauberes Material wiederverwendet werden, ansonsten kann man es mit thermischem Gewinn in Müllverbrennungsanlagen verbrennen.

  • Kennwerte für Hanffaser nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 25kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,45W/(mK)
    • spezif. Wärmespeicherwert c kJ/(kgK) k.A
    • Temperaturleitzahl a m²/h k.A.
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl μ 1-2
    • dynamische Steifigkeit MN/m³ k.A.
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) –13,7kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,168kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,019kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,022kg/m³
    • Graue Energie 375MJ/m³

Perlit

Perlite-Dämmstoffschüttung

Perlit ist ein alteriertes vulkanisches Glas und zählt zu den anorganischen Rohstoffen. Perlit entsteht bei vulkanischen Vorgängen unter Wasser oder Eis.

  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Vorkommen gibt es in Ungarn, Griechenland, Sizilien, Rumänien, Bulgarien, der Türkei und der Ukraine.

'Bei vulkanischen Tätigkeiten werden zusammen mit Wasserkontakt (unterseeisch oder unter Eis) wasserhaltige, glasige Perlitgesteine laufend neu gebildet, so dass der Rohstoff auf lange Sicht ausreichen vorhanden ist.' [1]

  • Abbau, wie? werden dabei umwelt-, menschenbelastende Materialien freigesetzt?

Der Abbau erfolgt bergmännisch im Tagebau. Beim Abbau kann es zu Staub- und Lärmbelastungen kommen.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

In Herstellwerken wird das Perlitgestein zerkleinert und anschließend auf über 1000°C erhitzt bis es zähflüssig wird. Dabei verdampft das eingeschlossene Wasser und bläht das Gestein auf das 15- bis 20fache seines Volumens auf. Abhängig vom Einsatzzweck wird expandiertes Perlit rein oder mit Zusatzstoffen angeboten. Bei den Zusatzstoffen handelt es sich zum Beispiel um eine Silikonimprägnierung oder um Ummantelungen aus Bitumen, Naturharzen, Paraffin. Perlit ist resistent gegen Mikroorganismen und auch ohne Zusatzstoffe Ungezieferbeständig, Nagetiere können in loser Schüttung keine Gänge und Nester bauen.

  • Nutzung

Perlite finden Anwendung als Schüttung für Wärme- und Trittschalldämmung, als Ausgleichsschüttung, als Leichtzuschlag für Mörtel und Beton, als Perlitedämmplatten. Bei der Dämmplattenherstellung werden Blähperlite, Bindemittel und organische oder anorganische Fasern zu Platten geformt.

  • Produkte, Beispiele

Bituperl.Perlite.Knauf (Material)

Estroplan.Perlite.Knauf (Material)

Nivoperl.Perlite.Knauf (Material)

Siliperl.Perlite.Knauf (Material)

  • Entsorgung

Bei Perlite als Schüttung ist der Rückbauaufwand gering. Sauberes Material kann problemlos als Schüttmaterial oder Zuschlag wiederverwendet werden. Bei Zusatzstoffen wie Bitumen ist die Wiederverwertung eingeschränkt möglich. Deponiert wird Perlit auf Inertstoffdeponien.

Kennwerte für expandierte Perlite nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb

    • Rohdichte ρ 90kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,05W/(mK)
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) –13,7kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,168kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,043kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,085kg/m³
    • Graue Energie 1225MJ/m³


Zellulosefasern

Zellulosefaserdämmflocken

Zelluloseflocken
  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Zellulosedämmstoffe basieren auf Sekundärrohstoffen, das sind Rohstoffe die durch Recycling als Ausgangsstoffe für neue Produkte dienen. Für die Herstellung von Zellulosefaserdämmstoffen wird in der Regel recyceltes Altpapier, beispielsweise Tageszeitungen, verwendet, das ausreichend vorhanden ist.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Das Altpapier wird in mehrstufigen zerreiß- und Mahlverfahren zerfasert und anschließend mit Brandschutzmitteln vermengt. Als Brandschutz dienen Borverbindungen oder Aluminiumhydroxyd, Ammoniumpolyphosphate/sulfate („Boratfrei“). Danach werden die Fasern aufgelockert, entstaubt, leicht verdichtet und verpackt.

  • Nutzung

Zellulosefasern finden Anwendung als Wärmedämmung von Sparrendächern und Holzbalkendecken, als Dämmung leichter Trennwände, als Hohlraumdämmung. Beim Einbau von Zellulosefasern entsteht eine sehr hohe Staubbelastung, daher müssen beim Einbau geeignete Staubfilter oder Frischlufthelme getragen werden. In Arbeitsmedizinischer Hinsicht existieren für Zellulosefasern keine besonderen Einstufungen.

FlexCL 040.Homatherm Dämmstoffwerk GmbH&Co.KG (Material)

  • Entsorgung

Zellulosefasern werden in der Regel wiederverwendet. Der Aufwand ist dabei relativ gering. Die Zellulosefasern werden abgesaugt, getrocknet und wiederverwendet. Ansonsten können sie in Müllverbrennungsanlagen thermisch verwertet werden.

  • Kennwerte Zelluloseflocken Schüttung nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 40kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ W/(mK) k.A.
    • spezif. Wärmespeicherwert c kJ/(kgK)
    • Temperaturleitzahl a m²/h
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl μ
    • dynamische Steifigkeit MN/m³
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) 12,92kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,041kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,0052kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,0024kg/m³
    • Graue Energie 173MJ/m³

Zellulosefaserdämmplatten

Dämmstoffplatte aus Zellulose
  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

siehe Zellulosefaserdämmflocken

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Das Altpapier wird in mehreren Phasen zerkleinert und im Wirbelstrom mit Boraten, die als Brand- und Glimmschutz dienen, vermengt. Hinzu kommen noch Bikomponentenfasern. Dieses Gemenge wird in einer Verfahrensstraße zu Platten gepresst, erhitzt und formatiert.

  • Nutzung

Zellulosefaserdämmplatten finden Anwendung als Zwischensparrendämmung von Steildächern, Hohlraumdämpfung in leichten Trennwänden, Dämmung von Holzständerkonstruktionen.

  • Entsorgung

Zellullosefaserdämmplatten können wiederverwendet werden. Ansonsten werden sie in Müllverbrennungsanlagen thermisch verwertet.

  • Kennwerte für Zellulosefaserdämmplatten nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 70-80kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,040W/(mK)
    • spezif. Wärmespeicherwert c 1,8kJ/(kgK)
    • Temperaturleitzahl a 0,000947m²/h
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl μ 1
    • dynamische Steifigkeit 42MN/m³
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) 81,4kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,664kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,032kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,076kg/m³
    • Graue Energie 1744MJ/m³

Kork

  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. Das größte Anbaugebiet mit zirka 51% liegt in Portugal, in Spanien werden zirka 28% der Korkeiche angebaut. Kork ist ein nachwachsender Rohstoff ist aber auch bei Nachhaltiger Bewirtschaftung der Korkeichenwälder nur begrenzt verfügbar. Der Korkabbau in Portugal unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen und wird von der Korkbehörde überwacht.

  • Abbau, wie? werden dabei umwelt-, menschenbelastende Materialien freigesetzt?

Die erste Ernte erfolgt im Baumalter von 25-40 Jahren, dabei wird die sogenannte Virges (Jungfernrinde), eine sehr harzreiche Rinde, gewonnen. Anschließend wird der Baum alle neun bis 14 Jahre entrindet. Die Entrindung erfolgt nach wie vor in Handarbeit. Dabei wird im Abstand von zirka 1,5m die Rinde eingeschnitten und der Kork abgeschält. 20% der Rinde werden nicht abgeschält, darunter bildet sich wieder neuer Kork.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Nach dem Schälen wird die Korkrinde sortiert und sechs Monate zum Trocknen und Stabiliesieren gelagert. Zum abtöten von Insekten wird der Kork eine Stunde lang in Wasser gekocht. Um auch Pilzsporen abzutöten wird dem Wasser ein Mittel zugesetzt. Zur Herstellung von Backkork wird Korkschrot verwendet. Korkschrot wird durch Schrotung der Korkrinde der ersten Ernte, Korkrinde der Äste oder von Rohlingsresten, die beim Ausstanzen von Flaschenkorken übrigbleiben, gewonnen. Das Korkschrot wird in Stahlformen mit Wasserdampf unter Druck bei 350-380°C expandiert. Dabei entstehen Korkblöcke, die Korkzellen verkleben sich miteinander mit Hilfe der korkeigenen Harze. Die entstanden Korkblöcke werden abgekühlt und gelagert. Zur Herstellung von Kork-Dämmplatten werden die Blöcke in Platten geschnitten. Expandiertes Korkschrot fällt bei der Produktion von Dämmkorkplatten an und kann als Dämmschüttung verwendet werden. Bei minderwertigen Produkten die bei zu hohen Temperaturen expandiert wurden, oder bei denen die äußere verkohlte Schicht nicht entfernt wurde, können Verschwelungsprodukte abgegeben werden. Deshalb sollte auf gute Qualität geachtet werden.

  • Nutzung

Korkdämmplatten werden vor allem in Wärmedämmverbundsystemen eingesetzt, Korkschrot als Schüttdämmstoff (Hohlraumdämpfung, Dächer), Wärme- und Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrichen oder schwimmend verlegten Holzböden.

  • Produkte, Beispiele

Kork Wärmedämm-Verbundsystem.STO (Material)

  • Entsorgung

Ausgetrockneter, sauberer und lose verlegter Kork kann wieder verwendet werden. Zu Korkgranulat zerkleinert kann er als Dämmschüttung oder Zuschlagstoff verwertet werden. Eine Verwertung von Korkdämmplatten aus Wärmedämmverbundsystemen ist nur sehr aufwändig möglich da die Platten mit Putz und Kleber verunreinigt sind. Vor der Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen müssen Kork und mineralische Bestandteile getrennt werden. Ansonsten erfolgt die Verbrennung bei sehr hohen Temperaturen. Die Möglichkeit zur Deponierung ist nur sehr eingeschränkt.

  • Kennwerte für Korkplatten nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 80-120kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,045W/(mK)
    • spezif. Wärmespeicherwert c 1,6kJ/(kgK)
    • Druckfestigkeit σ 0,05-0,11N/mm²
    • Temperaturleitzahl a 0,00114m²/h
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl μ 5-30
    • dynamische Steifigkeit >= 24,4MN/m³
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) –166,8kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,358kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,020kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,029kg/m³
    • Graue Energie 846MJ/m³ - Herstellung ab Werk Portugal, ohne Transporte


Holzfasern

Holzfasern
  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Für Holzfaserdämmplatten werden Resthölzer, die zum Beispiel in Sägewerken bei Durchforstungsarbeiten oder infolge von Wind- und Schneebruch anfallen, verwendet. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und ist ausreichend vorhanden. Die Nutzung der Resthölzer liefert einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung des Rohstoffs.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Je nach ihrer Rohdichte werden die Holzfaserplatten in Hartfaserplatten, MDF-Platten und Holzfaserweichplatten eingeteilt. Beim Nassverfahren wird das Holz zu Hackschnitzeln zerkleinert. Anschließend werden die Hackschnitzeln mit Wasserdampf aufgeschlossen, danach werden sie fein gemahlen. Auf Langsiebmaschinen werden die Platten geformt, das Wasser wird mit Vakuumsaugern aus dem Faserstoff abgesaugt. Im Etagentrockner werden die Platten über mehrere Tage getrocknet, dabei werden die Platten von 40 auf 2% Restfeuchte getrocknet. Als Bindemittel dienen Holzeigene Harze. Abhängig vom Produkt werden während des Herstellungsprozesses verschiedene Zusatzstoffe wie Aluminiumsulfat und Ammoniumsulfat oder Diasize zugesetzt. Beim Nassverfahren entsteht beim Herstellungsprozess eine relativ hohe Abwasserbelastung. Dickere Platten werden aus dünneren Platten mit Weisleim verklebt. Beim Trockenverfahren werden die Hackschnitzeln im Refiner zu Fasern aufgeschlossen mit PUR-Harzen oder Bikomponenten Kunststofffasern vermengt und unter Hitze und Druck zu Platten geformt. Holzfaserdämmplatten können wegen ihrer hohen Dichte eine betrachtliche Menge an CO2 binden und leisten damit einen Beitrag gegen den Treibhauseffekt. Bei der Verarbeitung sind Schutzmaßnahmen erforderlich da Holzstaub frei wird.

  • Nutzung
Holzfaserdämmplatte

Holzfaserdämmplatten werden als Aufdach- und Zwischensparrendämmung, als Wärmedämmlatten im Wand-, Dach- und Deckenbereich und als Trittschalldämmung verwendet.

  • Produkte, Beispiele

HolzFlex 040.Homatherm Dämmstoffwerk GmbH&Co.KG (Material)

  • Verwertung, Entsorgung

Eine Wiederverwertung ist grundsätzlich möglich, Reststücke können auch für Hohlraumdämmdämmungen o.ä. verwendet werden. Recycling in der Zellstoffindustrie oder als Holzwerkstoff. Ansonsten ist eine hochwertige energetische Verwertung in Verbrennungsanlagen mit Rauchgasreinigung möglich.

  • Kennwerte für Holzfasern nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 130-300kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,040-0,060W/(mK)
    • spezif. Wärmespeicherwert c 2kJ/(kgK)
    • Temperaturleitzahl a 0,000432m²/h
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl μ 5-10
    • Druckfestigkeit σ 0,07N/(mm²)
  • Kennwerte für Holzfaserdämmplatte (Werk 1) nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 190/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,045W/(mK)
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) –86,3kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,908kg/m³
    • Primärenergie erneuerbar 6000MJ/m³
    • Primärenergie nicht erneuerbar 2580MJ/m³
  • Kennwerte für Holzfaserdämmplatte (Werk 2) nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 160/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,040W/(mK)
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) –64kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 1,694kg/m³
    • Primärenergie erneuerbar 4120MJ/m³
    • Primärenergie nicht erneuerbar 1928MJ/m³


Holz

Neben der Funktion als Rohstofflieferant vereinigt der Wald viele weitere wichtige Funktionen:

  • Er ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen und fördert die Biodiveristät
  • Erholungsraum für den Menschen,
  • ein bedeutender Wasserspeicher,
  • er filtert Staub und Schadstoffe aus der Luft und dem Niederschlag,
  • er ist Sauerstoffproduzent
  • er schützt vor Erosion, Hochwasser, Lawinen und
  • er bindet beim Wachstum Kohlendioxid

Der Kohlenstoff bleibt so lange im Holz gebunden bis es entweder verbrannt wird oder verrottet. Holz ist CO2 neutral, das heißt dass es beim verrotten bzw Verbrennen nicht mehr CO2 an die Atmosphäre abgibt als ihr entnommen wurde. Allein im österreichischen Wald sind 800 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden. Das entspricht der 40-fachen Menge an Treibhausgas die jährlich in Österreich anfallen. Somit nimmt mit dem Zuwachs des Waldes auch der Kohlenstoffvorrat zu. Generell ist aber ein gegenteiliger Trend zu beobachten, in den Tropen werden großflächig Wälder abgeholzt, wodurch sich die globalen Treibhausgasemissionen nur in geringem Ausmaß kompensieren lassen.


Waldfläche in Prozent der Staatsfläche

Wienerwald

Finnland: 75%

Schweden: 68%

Österreich: 47%

Slowakei: 41%

Tschechien: 33%

Italien: 32%

Deutschland: 31%

Frankreich: 30%

Ungarn: 19%

EU:25: 34%


Holzvorrat in Kubikmeter pro ha Waldfläche

Schweiz: 337m³

Österreich: 325m³

Deutschland: 320m³

Tschechien: 260m³

Frankreich: 191m³

Italien: 145m³

UK: 128m³

Dänemark: 124m³

Schweden: 107m³

Finnland: 89m³


Waldfläche - Erde

Gebiet Landfläche 000ha % der Landfläche Erde Waldfläche 000ha % der Waldfläche Erde
Afrika 2.978.394 23% 649.866 17%
Asien 3.084.746 24% 547.793 14%
Ozeanien 849.096 6% 197.623 5%
Europa 571.106 4% 187.859 5%
Russische Föderation 1.688.851 13% 851.392 22%
Nord- und Zentralamerika 2.136.966 16% 549.304 14%
Südamerika 1.754.741 13% 885.618 23%

[1]


Waldfläche europäischer Staaten

Gebiet Staatsfläche 000ha Waldfläche 000ha % der Staatsfläche Waldfläche pro Einwohner
Österreich 8.273 3.886 47% 0,50
Deutschland 34.927 10.740 30,7% 0,10
Frankreich 55.010 15.341 27,9% 0,30
Finnland 30.459 21.935 72% 4,2
Schweden 41.162 27.134 65,9% 3,1
Slowenien 2.012 1.107 55% 0,6

[1]

  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Holz ist ein Rohstoff der rund um den Globus in großen Mengen nachwächst. Weltweit sind ca 30% der Landfläche von Wald bedeckt, das entspricht 3.869.455.000ha. In Österreich wächst auf 47,2% der Gesamtfläche Österreichs Wald, in Hektar ausgedrückt sind das 3,96 Millionen. In den vergangenen Jahren hat in den Industrienationen das Waldwachstum zugenommen, der Waldbestand ist um ca 3% gewachsen, in Entwicklungsländern ist der Waldbestand jedoch rückläufig. In Österreich wachsen zu der bestehenden Milliarde Kubikmeter Holz jährlich zirka 31 Millionen Kubikmeter nach, wobei nur zwei Drittel davon genutzt werden. Ökologische Belastungen für den Wald werden im deutschsprachigen Raum weitgehend durch die Gesetzgebung unterbunden. Jedoch können zum Beispiel durch Monokulturen schwere Umweltbeeinträchtigungen entstehen, der Einsatz schwerer Maschinen für die Schlägerung kann zu Schäden am Baumbestand und Waldoden führen. Speziell die Gewinnung von Tropenholz hat für die Umwelt schwere Folgen. Illegale Schlägerungen sind ein wachsendes Problem. Bei der Verwendung von Holz sollte man darauf achten, dass das Holz aus regionalen und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommt. Speziell bei der Verwendung von Tropenholz ist auf ein Prüfzertifikat wie das FSC-Zertifikat zu achten!


Tropenholz
Regenwald
Zerstörung des Regenwalds

Tropenholz ist gegenüber heimischen Hölzern resistenter gegen Schädlingsbefall und Witterungseinflüsse, jedoch sollte man sich vor der Verwendung von Tropenholz über die Bedeutung der Tropenwälder im Klaren sein. Die tropischen Regenwälder bilden das größte geschlossene Ökosystem weltweit. Sie beherbergen mindestens die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten und sind die Heimat von Millionen Ureinwohnern. Speziell diese Wälder sind stark gefährdet. Laut WWF gehen weltweit jede Minute 28 ha Wald verloren. Die Abholzung hat für die Regenwälder schwerwiegende Folgen, die dünne fruchtbare Bodenschicht trocknet innerhalb kurzer Zeit aus, binnen zwei Jahren ist der Boden unfruchtbar. Selbst bei der Wiederbepflanzung der gerodeten Flächen mit Regenwaldbäumen können diese nicht die optimalen Umweltbedingungen für das Wachstum schaffen, da sich der Regenwald durch die Verdunstung über die Blätter einen eigenen Niederschlag schafft. Die Tropen spielen einen maßgebenden Faktor bei den globalen Klimabedingungen, die voranschreitende Abholzung dieser Wälder hat also weitreichende Folgen für die regionale und globale Ökologie. Die Forstwirtschaft ist zu etwa 10% an der Zerstörung der Tropenwälder beteiligt. Die restlichen 90% gehen auf Brandrodungen für Landwirtschaft und Viehzucht, Staudämme, Wasserkraft, Bergbau und Industrie, Brennholzeinschlag und Holzkohleproduktion. Der Tropeholzeinschlag zerstört zunächst nicht den ganzen Wald, ist aber Wegbereiter für die weitere Zerstörung, da er den Wald erschließt. Bei der Verwendung von Tropenholz sollte man wie bereits erwähnt, speziell auf ein FSC-Zertifikat achten, andere Zertifikate die Tropenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft deklarieren sind genau zu Prüfen. Washingtoner Artenschutzabkommen.


  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?
Sägewerk

Holz wird als Stamm oder Durchforstungsholz aus den Wäldern gebracht, zur weiteren Verarbeitung kommt es in Sägewerke. Der Transport des Holzes in das Sägewerk kann durch regional gewonnenes Holz gering gehalten werden. Im Sägewerk werden die Bäume entrindet, aufgeschnitten und getrocknet. Dabei fallen Reste an die jedoch vollständig verwertet werden können zum Beispiel als Hackschnitzel oder für Spanplatten. Für die künstliche Trocknung wird am meisten Energie verbraucht, diese kommt aber oft aus der Restverwertung und somit von erneuerbarer Energie. Kuppelprodukte wie Häcksel oder Sägespäne werden in der Ziegel-, Papier-, Holzwerkstoffindustrie oder als Energieträger verwertet. Bei der Verarbeitung von Holz ist darauf zu achten dass Holzstäube im Verdacht stehen krebserzeugend zu sein, Buchen- und Eichenfeinstaub sind gemäß MAK-Liste als krebsauslösend eingestuft. Wenn möglich sollte man die Verwendung von Holzschutzmitteln vermeiden, bei einem Einsatz von Holzschutzmittel sollte man chromatfreie Holzschutzmittel verwenden die im österreichischen Holzschutzmittelverzeichnis enthalten sind oder das deutsche RAL-Gütezeichen 830 tragen. Weiters ist auf Inhaltsstoffe wie Permethrin zu achten. Permethrin führt zu Krämpfen und Lähmungen, wirkt allergisierend und steht im Verdacht krebserzeugend zu sein.


  • Entsorgung

Eine Wiederverwertung ist bei zerstörungsfreiem Ausbau möglich. Unbehandeltes Holz kann zum Beispiel für Holzwerkstoffe oder in der Zellstoffindustrie verwertet werden. Holz hat einen guten Brennwert, unbehandeltes Holz kann thermisch gut verwertet werden. Mit Holzschutzmittel behandeltes oder beschichtetes Holz wird in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Beschichtungen aus natürlichen Ölen oder Wachsen verursachen bei der Verbrennung keinen erhöhten Schadstoffausstoß.


  • Kennwerte für Bretter/Latten nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 450kg/m³
    • Treibhauseffekt – CO2-neutral 338 g CO2-Äq./kg
    • Treibhauseffekt – mit CO2-Bindung -1492 g CO2-Äq./kg
    • Versauerungspotential 1,95 g SO2-Äq./kg
    • Primärenergie nicht erneuerbar 3,6 MJ/kg
    • Primärenergie erneuerbar 25,1 MJ/kg
  • Kennwerte für Kantholz nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 450kg/m³
    • Treibhauseffekt – CO2-neutral 394 g CO2-Äq./kg
    • Treibhauseffekt – mit CO2-Bindung –1436 g CO2-Äq./kg
    • Versauerungspotential 2,21 g SO2-Äq./kg
    • Primärenergie nicht erneuerbar 4,7 MJ/kg
    • Primärenergie erneuerbar 24,5 MJ/kg
  • Kennwerte für Brettschichtholz (BSH) nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
    • Rohdichte ρ 450kg/m³
    • Treibhauseffekt – CO2-neutral 820 g CO2-Äq./kg
    • Treibhauseffekt – mit CO2-Bindung –1742 g CO2-Äq./kg
    • Versauerungspotential 4,81 g SO2-Äq./kg
    • Primärenergie nicht erneuerbar 11,4 MJ/kg
    • Primärenergie erneuerbar 38,8 MJ/kg

Naturstein

Naturwerkstein

  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Naturwerkstein kommt als Baustoff in nahezu fertiger Form in der Natur vor. Er wird grundsätzlich im Tagebau in Steinbrüchen oberflächennah abgebaut. Die in Europa vorwiegend verwendeten Naturwerksteine kommen heutzutage vorwiegend aus Brasilien, Indien, China, Südafrika, Italien, Türkei, Spanien und Skandinavien. Der Transportaufwand hat einen großen Einfluss auf die ökologische Bilanz von Naturwerkstein

  • Abbau, Weiterverarbeitung

Beim Abbau durch Bohren und Sprengen kommt es zu Lärm- und Staubbelastungen, auch bei der Bearbeitung mittels Spalten, Sägen, Schleifen, Polieren und weiters bei der Verarbeitung z.B. am Bau kann es zu Staubbelastungen kommen, weshalb Gehör- und bzw. Atemschutz zur Ausrüstung gehören sollte.

  • Nutzung

Grundsätzlich eignen sich Natursteine im Bauwesen für Mauerwerk, Fassadenbekleidung, Bodenbelag, Innenwandbekleidung, Dachdeckung.

  • Entsorgung

Beim Zerstörungsfreiem Ausbau von Plattenmaterial ist die Wiederverwendung möglich, ansonsten besteht die Möglichkeit zur Verwertung zu Kies oder Sand. Die Entsorgung erfolgt auf Baustoffdeponien und ist problemlos. Naturstein ist im gesamten Stoffkreislauf von der Gewinnung über die Verarbeitung und Entsorgung rückstandslos verwertbar

  • Kennwerte für Plattenbeläge nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb

Marmor, Granit

    • Dicke 15 mm
    • Rohdichte ρ 2800kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 3,5W/mK
    • Wärmespeichezahl 2584kJ/m³K)
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl 65μ
    • Lebensdauer Jahre >50
    • Graue Energie 15-21MJ/m²

Kunststeinplatten

    • Dicke 10 mm
    • Rohdichte ρ 2000kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 1,4W/mK
    • Wärmespeichezahl 2000kJ/m³K)
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl 35μ
    • Lebensdauer Jahre 25-40
    • Graue Energie 21MJ/m²

Keramikfliesen

    • Dicke 5 mm
    • Rohdichte ρ 2000kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,96W/mK
    • Wärmespeichezahl 1840kJ/m³K)
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl 35μ
    • Lebensdauer Jahre 25-40
    • Graue Energie 78MJ/m²

Klinkerplatten

    • Dicke 10 mm
    • Rohdichte ρ 2000kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 1,0W/mK
    • Wärmespeichezahl 1760kJ/m³K)
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl 120-300μ
    • Lebensdauer Jahre 25-40
    • Graue Energie 61MJ/m²

Tonplatten (Cotto)

    • Dicke 10 mm
    • Rohdichte ρ 1200kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,5W/mK
    • Wärmespeichezahl 1104kJ/m³K)
    • Dampfdiffusionswiderstandszahl 8μ
    • Lebensdauer Jahre 25-40
    • Graue Energie 35MJ/m²


Graue Energie für Transportleistungen nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb

Transportmittel Auslastung* % Nutzlast t Bilanzgebiet Direkte Energie** MJ/tkm Indirekte Energie*** MJ/tkm
Hochseefrachter 65 k.A. Transport von trockenen Massegütern 0,11 0,01
Binnenfrachter 60 650-8800 Europäische Durchschnittswerte 0,57 0,28
Güterzug 50 k.A. Europäische Durchschnittswerte (80% strombetrieben, 20% dieselbetrieben 0,64 0,44
LKW 28t 40 17,5 Europäische Durchschnittswerte 2,2 1,34
LKW 40t 50 27 Europäische Durchschnittswerte 1,24 1,31

(*) Eine Auslastung von 50 % steht z.B. für eine Hinfahrt mit 100 % Auslastung und eine Leerfahrt (0 % Auslastung) für den Rückweg.

(**) Der direkte Energieverbrauch besteht aus dem Endenergieverbrauch (z.B. Benzin, Strom) der Transportmittel sowie allen vorgela- gerten Energiebereitstellungsstufen (Erdölverarbeitung, Stromproduktion).

(***) Der indirekte Energieverbrauch umfasst die Herstellung, den Unterhalt und die Entsorgung der Transportmittel und der Verkehrsin- frastruktur.

Lehm

Grubenlehm

Lehm ist ein Verwitterungsprodukt dessen wesentliche Bestandteile Ton, Kies, Sand und Schluff sind.

  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Lehm ist weitgehend überall regional verfügbar, oft sogar direkt auf der Baustelle, wodurch nur geringe Transportkosten anfallen. Der Abbau erfolgt im Tagebau.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Da für die Aufbereitung des Lehms kein Brennvorgang nötig ist beschränkt sich der Energieaufwand auf den Betrieb von Knet- und Mischmaschinen.

  • Nutzung

’Lehm wird im Lehmsteinbau, Stampflehmbau und Leichtlehmbau als Rohmaterial eingesetzt. Im Innenausbau findet Lehm in Form von Lehmputzen, Lehmplatten, Lehmanstrichen und selten als Lehmestriche Verwendung.’ Zwiener, Gerd : Ökologisches Baustoff-Lexikon S.293 Lehm hat eine Vielzahl an positiven Eigenschaften. Er ist dampfdiffusionsoffen und feuchtigkeitsabsorbierend, dadurch bleibt die relative Luftfeuchtigkeit annähernd konstant, wodurch wiederum Feinstaub gebunden wird. Weiters ist Lehm wärmedämmend, wärmeregulierend und schalldämmend, durch die Tonmineralien in der Raumluft können Schadstoffe gebunden und Gerüche absorbiert werden. Lehm ist elektrostatisch neutral und reduziert die Belastung elektrische Strahlung oder Funkstrahlung. Beim bearbeiten stellt Lehm keine Gefahr für Haut oder Augen dar und hat auch keine gesundheitsgefährdenden Bestandteile.

  • Entsorgung

Ungebrannter Lehm kann problemlos verwertet oder der Erde wieder zugeführt werden. Die Tonbindung kann durch anfeuchten wieder rückgängig gemacht. Wenn der Lehm jedoch mit Kunststoffen oder anderen Bindemitteln versetzt ist kann er nicht verwertet werden.


  • Kennwerte Stampflehm, ρ=2200kg/m³ nach Hegger, Manfred : Baustoff-Atlas S. 100

Bezugseinheit 1 m³

    • PEI Primärenergie nicht erneuerbar (MJ) 158
    • GWP Treibhauseffekt (CO2 eq) 9,7
    • ODP Ozonabbau (kg R11 eq) 0,000003
    • AP Versauerung (SO2 eq) 0,068
    • EP Überdüngung (PO4 eq) 0,011
    • POCP Sommersmog (C2H4 eq) 0,011
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Glas

Glas ist ein aus anorganischen Elementen bestehender amorpher Feststoff. Bei der Erstarrung der Schmelze bilden sich zwar Kristallkeime, durch das schnelle Abkühlen kann sich aber keine Kristallstruktur bilden. Festgelegt in der EN 572 sind die Bestandteile von Bauglas Siliziumdioxid (SiO2), Kalziumoxid (CaO), Natriumoxid (Na2O), Magnesiumoxid (MgO) und Aluminiumoxid (Al2O3).

  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Der für die Herstellung von Flachglas benötigte Hauptrohstoff Siliziumdioxid ist Hauptbestandteil der Sande und Gesteine und ist auf der Erde nahezu unbegrenzt verfügbar.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?
    Glasschmelzwanne

Die Schmelztemperatur von Quarzsand liegt bei zirka 1700°C, lässt sich aber durch Zugabe von von Soda (Na2Co3) oder Pottasche (K2Co3) auf 1200-1600°C verringern. Das zähflüssige Glas wird in noch warmen Zustand in die gewünscht Form gebracht, dies geschieht durch Fließen, Blasen, Pressen, Gießen oder Walzen.

Als Energieträger für den Herstellungsprozess dienen Erdgas, Leicht- und Schweröl oder Elektrizität. Die Herstellung ist energieaufwändig und umweltbelastend. Durch Zugabe von Glasbruch aus der Produktion oder in geringem Maße aus Abbruchmaterial kann die Energiebilanz aufgebessert werden.
Floatglas

Bei der Weiterverarbeitung zu Floatglas wird das flüssige Glas bei einer Temperatur von zirka 1100°C in ein Zinnbecken geleitet. Das leichtere Glas schwimmt auf der Zinnschmelze und verteilt sich gleichmäßig. Durch die Oberflächenspannung des Zinns und des Glases bildet sich eine sehr glatte Oberfläche. Am kühleren Ende des Beckens, wo die Glastemperatur noch zirka 600°C beträgt, wir das Glas herausgezogen und wird in einem Kühlofen heruntergekühlt. Danach wird das Glas in Scheiben geschnitten wobei die maximale Abmessung in Europa 320x600cm beträgt.

  • Entsorgung

Glas kann eingeschmolzen und wiederverwendet werden, wobei es dabei zu einem Downcycling kommt. Fensterglas wird zum Beispiel zu Flaschenglas.

  • Kennwerte
    • Rohdichte ρ 2490 kg/m³
    • Wärmeleitfähigkeit λ 0,8 W/(mK)
    • spezif. Wärmkapazität 0,23 J/(kgK)
    • Verarbeitungstemperatur 1015-1045 °C
  • Kennwerte Floatglas, ρ=2500kg/m³ nach Hegger, Manfred : Baustoff-Atlas S. 100

Bezugseinheit 1 kg

    • PEI Primärenergie nicht erneuerbar (MJ) 14
    • PEI Primärenergie erneuerbar (MJ) 0,08
    • GWP Treibhauseffekt (CO2 eq) 0,88
    • ODP Ozonabbau (kg R11 eq) 2,83 E-08
    • AP Versauerung (SO2 eq) 0,006408
    • EP Überdüngung (PO4 eq) 0,00090
    • POCP Sommersmog (C2H4 eq) 0,00053

Aluminium

Bauxit
  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Aluminium kommt in der Natur nicht in seiner rein metallischen Formen vor, sondern befindet sich als Aluminiumoxid in Bauxit. Bauxit enthält neben Aluminiumoxid auch Eisenoxid, Titan und Silizium. Der Rohstoff Bauxit kommt in der Erdkruste sehr häufig vor. 1995 beliefen sich die weltweiten Bauxitvorkommen auf zirka 25 Mrd. Tonnen. Um Bauxit rentabel abzubauen, sollte es einen Aluminiumoxidgehalt von mindestens 40% haben. 90% der weltweiten Bauxitvorkommnisse befinden sich im Bereich des tropischen und subtropischen Gürtels. Die Hauptabbauländer sind Australien, Guinea, Jamaika und Brasilien. Australien stellt etwa 30% der Weltproduktion. In Europa wird hauptsächlich in Gebieten in Griechenland, Ungarn, Frankreich und dem ehemaligen Jugoslawien abgebaut.

Bauxitmine
  • Abbau, wie? werden dabei umwelt-, menschenbelastende Materialien freigesetzt?

Bauxit wird hauptsächlich im Tagebau abgebaut und zum größten Teil im Herkunftsland zu Aluminiumoxid verarbeitet. Dadurch minimiert sich das Gewicht für den Transport in andere Länder um 50%.

Aluminiumschmelze
  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Das Aluminiumoxid wird in Schmelzflusselektrolyseanlagen weiterverarbeitet. Beim Bayer-Verfahren wird das Aluminiumoxid mittels Natronlauge aus den anderen Mineralien herausgelöst. Dabei fällt eine große Menge Rotschlamm an die deponiert werden muss. Diese Lauge wird dann in den sogenannten Ausführer- ein sehr großer Behälter, gepumpt. Zum Ausfällen der Aluminiumoxid-Teilchen werden Aluminiumoxid-Partikel zugesetzt. Die Aluminiumoxid-Teilchen sinken sodann auf den Boden des Ausführers und werden von dort entnommen. Als Ergebnis erhält man reines Aluminiumoxid in Form von weißem Pulver. Die Natronlauge wird zum Anfangsprozess zurückgeführt und wieder verwendet. Die Schmelztemperatur des Aluminiumoxids ist mit 2000°C sehr hoch. Durch Zugabe von Kryolit wird die Schmelztemperatur gesenkt. Bei zirka 1000°C und einer Stromstärke von 30.000 bis 100.000 Ampere wird daraus Aluminium mit einer Reinheit von 99,7% und höher gewonnen. Bei diesem Prozess wird ein hoher Energiesatz benötigt. Bei der Gewinnung und Herstellung von Hüttenaluminium kommt es zu hohem Flächen- und Materialbedarf. Für 1t Aluminium werden 4-5t Bauxit, 183kg Natronlauge und 95kg Kalkstein benötigt, zudem fallen zusätzlich zirka 3200kg Rotschlamm pro Tonne Aluminium an. Für Rotschlamm gibt es keine wirtschaftliche Verwertungsmöglichkeit, weshalb er deponiert werden muss. Emissionen entstehen vorwiegend durch Verbrennungsstoffe aus der Energie- beziehungsweise Stromerzeugung und durch Fluorverbindungen als Emission. In Deutschland ist die Aluminiumindustrie der größte FKW-Produzent. Zu den Berufskrankheiten in Bezug auf Aluminium zählt die Aluminium-Staublunge, Kryolit hat bei übermäßigem Kontakt eine nachhaltig schlechte Wirkung auf den Skelettapparat.

Recycelter Aluschrott
  • Nutzung

Anwendung findet Aluminium zum Beispiel als Strangenpressprofile für Unterkonstruktionen, Fenster und Pfosten-Riegelfassaden. Weitere Anwendungen sind ebene oder geformte Bleche für Fassaden oder Decken verwendet, gestanzte Bleche, Leuchtengehäuse, Beschläge aus Aluminiumgussteilen für den Innenausbau,… Aluminium wird oft in Form von Legierungen verwendet. Dabei werden die zwei Werkstoffgruppen Guss- und Knetlegierung unterschieden. Beim Löten entstehen Cadmiumdämpfe und es emittieren gesundheitsbelastende Gase aus dem Flussmittel, beim Kleben aus dem Kleber, aus diesem Grund ist die mechanische Verbindung dem Löten und Kleben vorzuziehen

  • Entsorgung

Aluminium ist sehr gut Recyclebar, der Primärenergieaufwand für die Herstellung von Sekundäraluminium beträgt nur zirka 10% des Primärenergieaufwandes bei der Herstellung von Primäraluminium. In Europa werden zirka 80% des Aluminiums recycelt. Beim recyceln von Aluminiumschrott ist auf die Reinheit zu achten, da ansonsten unter Umständen die für die Bauanwendung erforderliche Stoffreinheit nicht mehr gegeben ist. Die Entsorgung von Aluminium in Müllverbrennungsanlagen sollte möglichst vermieden werden.

’Bei der Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen wird A. nur unzureichend oxidiert und in Form von kleinen Tropfen in den Verbrennungsrückständen abgeschieden. Das stark alkalische Milieu der Müllverbrennungsaschen und –schlacken führt zur Oxidation des metallischen A. und zur Bildung von Wasserstoffgas, das zu heftigen Explosionen in der Deponie führen kann.’ [1]


  • Ökologische Kennwerte für 1kg Metallbaustoffe nach- Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb
Metall Emissionen in die Luft in kg Emissionen in die Luft in kg Emissionen in die Luft in kg Emissionen in die Luft in kg Emissionen in die Luft in kg Primärenergie in MJ/kg
CO2 SOx NOx CO HC
100% Primäraluminium 1,572* 0,118 0,033 0,018 0,010 175,6
100% Sekundäraluminium k.A 0,002 0,004 0,001 0,001 19,5
76% Primäraluminium, 24% Sekundäraluminium 1,194* 0,090 0,026 0,013 0,007 138,14

(*) nur Prozess

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Stahl

Der Erzberg in der Steiermark
massives Eisenerz
  • ökologisch ausreichende Vorkommnisse? Wo?

Eisenerz, das für die Erzeugung von Stahl benötigt wird, wird hauptsächlich in Skandinavien, Brasilien, Kanada, Australien gewonnen. Schätzungen zufolge liegt die Rohstoffverfügbarkeit von Eisenerz bei gleichbleibendem Verbrauch bei 81 Jahren. 1999 betrug der weltweite Eisenerzvorrat 140 Mrd. Tonnen das entspricht einem Eisen-Gehalt von 74 Mrd. Tonnen.

Das größte Sideritvorkommen der Welt mit rund 140 Millionen Tonnen verwertbaren Siderit befindet sich in Eisenerz in der Steiermark. Der Eisengehalt liegt bei zirka 36%. Jährlich werden dort rund zwei Millionen Tonnen Siderit im Tagbau gefördert.

  • Abbau, wie? werden dabei umwelt-, menschenbelastende Materialien freigesetzt?

Das Eisenerz wird im Tagebau gewonnen. Bei der Gewinnung von Eisenerz kommt es immer zu einer Flächeninanspruchnahme durch den Abbau und durch den Abraum. Auf eine Tonne Roheisen kommen zirka zwei Tonnen Abraum und Abfälle. Durch die weiten Transportwege und die hohe Rohdichte ergibt sich ein hoher Transportaufwand für Stahl.


Mit der Verwendung ausgesuchter Metalle verbundene Stoffströme (Angaben in 100 t, Stand 1998) nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb

Rohstoff Verwendung Abraum und Abfälle
Roheisen 30.940 61.880
Hütten-Aluminium 1.702 12.765
Raffinade-Kupfer 1.138 308.015
  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Bei der Weiterverarbeitung werden für eine Tonne Roheisen zirka 390 kg Koks verbraucht. Bei der Sinterung bilden sich Dioxine, Furane und andere Schadstoffe und es entstehen hohe Kohlendioxidemissionen. Bei der Stahlproduktion kommt es zu hohem Wasserverbrauch und zu Abwasserbelastungen und zu Emissionen von Benzol, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Schwefelwasserstoff und Ammoniak aus Koks und anderen Brennstoffen. Es kommt zu Gesundheitsbelastungen am Arbeitsplatz durch Stäube, Schwermetalle und Hitze. Der Feinstaub enthält bis zu 10% Schwermetalle. Das Warmwalzen von Blech- und Armierungsstahlerzeugnissen braucht zusätzlich Energie.

'Beim Schweißen von verzinktem Stahl emittieren zinkoxidhaltige Dämpfe, die abgesaugt werden sollten (MAK-Wert 1 mg/m³ für Zinkoxidrauch [MAK 2003]). Direkte Gesundheitsgefährdung durch Blei und Cadium in Loten. Bereits übliche Löttemperaturen können auch zur teilweisen Zersetzung des Flussmittels führen, wobei Emissionen entstehen, z.B. Aldehyde aus Kolophonium. Emissionen entstehen auch aus Zweikomponentenklebern. Gesundheitlich verträglicher: Nieten, Schrauben, Falzen, Stecken, Klemmen.' [1]

Fügen von Metallen (Schweißen, Falzen, Nieten, Löten, Schrauben)

  • Nutzung

Im eingebauten Zustand setzt Stahl keine Schadstoffe frei.

  • Entsorgung
Stahlschrott wird recycelt

Stahl lässt sich gut und beliebig oft recyceln, der Primärenergieaufwand bei recyceltem Stahl beträgt nur 20-40% des Primärenergieaufwandes bei der Neuproduktion. Beim Recycling von Schrott entfallen die Arbeitsschritte vom Abbau, der Aufbereitung über den Transport und der Verhüttung, zudem kann Koks eingespart werden. Metalle sollten generell nie in Müllverbrennungsanlagen gelangen. Wenn sie in Deponien gelagert werden belasten sie das Sickerwasser.


Berechnung des Energieaufwandes für Primärstahl und Sekundär(Recycling)-Stahl nach – Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb

Stahl-Primärproduktion Stahl-Sekundärproduktion (100% Rezyklat)
Eisenerzabbau 9,84 MJ/kg Stahl entfällt
Pelletierung 0,46 MJ/kg Stahl entfällt
Sinterung 0,19 MJ/kg Stahl entfällt
Roheisenprodutkion 14,69 MJ/kg Stahl Schrotthandling (Schätzung) 0,11 MJ/kg Stahl
Stahl-Produktion (Oxygen-Verfahren) 0,58 MJ/kg Stahl Stahlproduktion (elektrolytisch) 3,40 MJ/kg Stahl
Walzvorgang 1,53 MJ/kg Stahl Walzvorgang 1,53 MJ/kg Stahl
total 27,29 MJ/kg Stahl total 5,04 MJ/kg Stahl
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Beton

Betonwerk

Beton ist ein künstlicher Stein der aus Zement, Zuschlagstoffen und Wasser hergestellt wird. Gegebenenfalls werden auch Betonzusatzstoffe, und/oder –mittel zugesetzt. Die ökologische Gesamtbilanz ist geprägt durch die Umweltbelastung bei der Zementherstellung.

  • Abbau, wie? werden dabei umwelt-, menschenbelastende Materialien freigesetzt?

Durch den Rohstoffabbau werden lokale Umweltbelastungen verursacht.

  • Weiterverarbeitung, welche Zusatzstoffe? – Umwelt-, Gesundheitsbelastend?

Für den Brennprozess des Zements ist ein sehr hoher Aufwand an Energie nötig und es kommt zu Umweltbelastungen durch Staub-Emissionen und gasförmige Schadstoffe. Abfälle können als Brennstoffersatz, Rohmehlersatz und Zumahlstoffe eingesetzt werden. Zur Befeuerung der Zementöfen werden Abfälle wie Altreifen, Altöl, Kunststoffabfälle, Papierschlämme als Sekundärbrennstoffe verwendet. Dadurch lässt sich der Primärenergiebedarf vermindern, Ressourcen werden eingespart und Müllverbrennungsanlagen entlastet, jedoch nehmen die Schadstoffkonzentrationen in Emissionen und Produkten zu. Die Zementindustrie zählt neben der Eisen- und Stahlindustrie, der Zellstoff- und Papierindustrie und den Erdölraffinerien zu den größten CO2-Emittenten. Für die ökologische Qualität der Zuschlagstoffe wie beispielsweise Kiessand, Felsbruch, Ziegel- oder Betonsplitt, Hüttensande und/oder porige Stoffe wie Bims, Blähton, Blähschiefer oder EPS sind die Rohstoffverfügbarkeit und die Umweltbelastung bei der Herstellung, der Einfluss auf bauklimatische Eigenschaften und der Einfluss auf die Entsorgbarkeit des Betons ausschlaggebend. Bei der Verarbeitung von frischem Beton sind für eventuelle Gesundheitliche Gefährdungen die im Zement enthaltenen Chromate verantwortlich. Gemäß EU-Richtlinie 2003/53/EG dürfen Zement und zementhaltige Zubereitungen nicht verwendet werden, wenn ihr Gehalt an löslichem Chrom VI mehr als 2mg/kg (ppm) Trockenmasse des Zements beträgt. Eine Ausnahme bilden vollautomatische, geschlossene Prozesse. Chromatarme Zemente können durch die Zugabe eines Reduktionsmittels hergestellt werden, da die Wirksamkeit des Reduktionsmittels aber mit der Zeit nachlässt haben chromatarme Zemente ein Verfallsdatum.

  • Nutzung

Nach bisherigen Erkenntnissen geht in der Nutzungsphase von Beton keine Gesundheitsgefahr oder Umweltbelastung aus.

  • Entsorgung

Beton aus Abbruch kann grundsätzliche wiederverwertet werden. Abgesehen von Faserzementbruch kann nicht verunreinigtes Abbruchmaterial zerkleinert und sortiert als Zuschlagstoff in der Neuproduktion von Beton verwendet werden. Im Tiefbau besteht eine weitere Nutzungsmöglichkeit als Füllmaterial für Straßenuntergrund, Schüttmaterial, Unterbau von Wegen und Auffüllen von Senken. Deponiert wird Beton auf Inertstoffdeponien.


Graue Energie ausgewählter Betone nach - Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb

Spezifikation, Normbezeichnung Rohdichte kg/m³ Graue Energie MJ/m³
Magerbeton, Transportbeton ab Betonwerk, CEM I 150kg/m³ 2300 1080
Normalbeton, Transportbeton ab Betonwerk, CEM II/A-D 300 kg/m³ (Kompositzement mit 29% Flugasche) 2300 1560
Normalbeton, Transportbeton ab Betonwerk, CEM I 300 kg/m³ 2300 1750
Normalbeton, Transportbeton ab Betonwerk, CEM I 350 kg/m³ 2300 1960
Leichtbeton mit Blähton, Transportbe-ton ab Betonwerk, CEM I 350 kg/m³ 1600 4380
Leichtbeton mit EPS, Transportbeton ab Betonwerk, CEM I 390 kg/m³ 800 2990
Stahlbeton, CEM I 350 kg/m³, 0,8 Vol.-% Stahl (100% Stahlschrott) 2340 2670
Stahlbeton, CEM I 350 kg/m³, 2 Vol.-% Stahl (100% Stahlschrott) 2410 3740


  • Kennwerte

Kennwerte Transportbeton B25 nach - Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb

    • Rohdichte ρ 2300kg/m³
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) 241,7kg/m³
    • Ozonabbaupotential R11-Äq. 0,0 kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,560kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,071kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,035kg/m³
    • Graue Energie 1350MJ/m³

Kennwerte Transportbeton B35 nach - Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb

    • Rohdichte ρ 2300kg/m³
    • Treibhauspotential (CO2-Äq.) 329,4kg/m³
    • Ozonabbaupotential R11-Äq. 0,0 kg/m³
    • Versauerungspotential (SO2-Äq.) 0,734kg/m³
    • Eutrophierungspotential (PO4-Äq.) 0,091kg/m³
    • Photooxidantienpotential (C2H4-Äq.) 0,042kg/m³
    • Graue Energie 1792MJ/m³

Qualitätszeichen für ökologische Baustoffe

natureplus

Internationaler Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen – natureplus e.V. Hinter dem Label steht eine breite Trägerschaft aus neuen europäischen Ländern. Das Qualitätszeichen natureplus kennzeichnet nachhaltige Bau- und Wohnprodukte und steht für Gesundheitsverträglichkeit, umweltgerechte Produktion, für Gebrauchstauglichkeit und die Schonung endlicher Ressourcen. Das Label wird in den Produktgruppen Bodenbeläge, Dachziegel und Dachsteine, Dämmstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen, Farben und Lacke, Holz/ Holzwerkstoffe, Mauer und Mantelsteine, Trockenbauplatten, WDSV Wärmedämm-Verbundsysteme, Mörtel, Kleber und Putze vergeben. Voraussetzung für die Vergabe ist, dass die Bau- und Wohnprodukte zu 85% aus nachwachsenden und/ oder mineralischen Rohstoffen bestehen. Weiters müssen alle Einsatzstoffe vom Hersteller deklariert werden. Die Produkte werden von international anerkannten Prüfinstitute im Labor nach strengen europäischen Richtlinien geprüft. Die Basiskriterien für die Vergabe beinhalten die Gebrauchstauglichkeit, die Zusammensetzung, Stoffverbote und –beschränkungen, die Deklaration, die Rohstoffgewinnung, Fertigung der Vorprodukte und Produktion, die Verpackung des Produkts, die Verarbeitung / Einbau, die Nutzung und das Recycling/Entsorgung. Zudem müssen die Produkte die produktgruppen- und produktspezifischen Anforderungen erfüllen.

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IBO-Prüfzeichen

Das IBO-Prüfzeichen kennzeichnet Bauprodukte die gesundheits- und umweltverträglich sind. Das Prüfzeichen wird vom IBO, dem Österreichischen Institut für Baubiologie und –ökologie, herausgegeben. Das Österreichischen Institut für Baubiologie und –ökologie ist ein gemeinnütziger wissenschaftlicher Verein. Zu den Vergabekriterien zählen die Ressourcenschonung, die Abfallvermeidung, die Vermeidung umweltrelevanter und gesundheitsschädlicher Emissionen, die Risikominimierung, die Bewahrung von Naturräumen, der Artenschutz und die Minimierung des Flächenbedarfs. Die Vergabe ist gebunden an eine ganzheitliche baubiologische und ökologische Prüfung über den ganzen Lebenszyklus, diese wird in einem Prüfbericht veröffentlicht. Diese Vorgaben werden sowohl von unabhängigen Stellen als auch von der IBO GmbH kontolliert. Das IBO-Prüfzeichen ist bei positiver Beurteilung zwei Jahre lang gültig, danach ist einmal jährlich eine Folgeprüfung erforderlich. Eine hohe Glaubwürdigkeit ist durch die Beteiligung verschiedener Interessensgruppen und durch unabhängige Prüfer gesichert.

FSC-Zertifikat

Das Forest Stewardship Council- Zertifikat, kurz FSC-Zertifikat kennzeichnet Holzprodukte die aus nachhaltiger Waldwirtschaft kommen. Der Forest Stewardship Council ist ein international gemeinnütziger Zusammenschluss von Umweltverbänden, Gewerkschaften und Holz- und Forstbetrieben mit Arbeitsgruppen in mehr als 40 Ländern. Der FSC ist intern in Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftskammer organisiert. Die Vergabekriterien, die in zehn weltweit gültige Prinzipien festgelegt sind, verlangen eine effiziente, nachhaltige Nutzung der Wälder. Sie verlangen die Einhaltung der Gesetze und der FSC Prinzipien, einen Bewirtschaftungsplan, die Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert, die Berücksichtigung der Besitzansprüche, der Landnutzungsrechte und der Verantwortlichkeiten, die Wahrung der indigenen Bevölkerung, die Beziehung zur lokalen Bevölkerung und dem Arbeitnehmerrecht, Kontrolle und Bewertung, eine Entwicklung von Plantagen hin zu naturnahen Waldbeständen beziehungsweise keinen Aufbau von naturfernen Plantage und bei den Auswirkungen auf die Umwelt keine Kahlschläge, keine chemischen Biozide usw. Zu der jährlichen Bewertung werden unabhängigen internationalen Organisationen beauftragt. Das FSC-Zertifikat ist das einzige weltweit gültige Label in der Kategorie der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Die ökologische Qualität des Endprodukts wird aber nicht bewertet.

Der Blaue Engel

Der Blaue Engel ist die älteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung. Er kann in allen Produktgruppen vergeben werden und zeichnet die Produkte aus die im Vergleich zu anderen Produkten mit dem selben Gebrauchszweck besonders Umweltfreundlich sind. Im Baubereich wird der Blaue Engel u.a. für Kleber, Putze, Lacke, Farben, Mauersteine, Holzwerkstoffe, Bodenbeläge, Dämmstoffe vergeben.


Weblinks

Einzelnachweis


Quellen

  • Nachhaltiges Bauen mit "wohngesunden" Baustoffen, Josef Spritzendorfer, ISBN 978-3-7880-7802-7
  • Naturdämmstoffe, Fraunhofer IRB Verlag, ISBN-10: 3-8167-6916-0, ISBN-13: 978-3-8167-6916-3
  • Passivhaus-Bauteilkatalog Ökologisch bewertete Konstruktionen, IBO - Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie, SpringerWienNewYork, ISBN 978-3-211-29763-6
  • Naturbaustoffe, Bruckner/Schneider ISBN 3-8041-4140-4
  • Baustoffkenntnis, Scholz, Hiese, ISBN 3-8041-4197-8
  • Nachhaltiges Bauen in der Praxis, Bernhard Kolb, ISBN 3-924466-13-0
  • Ökologisches Baustoff-Lexikon, Gerd Zwiener, ISBN 3-7880-7686-0
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