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Abdichtungen

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Inhaltsverzeichnis

Definition

Bauwerksabdichtung bezeichnet das Abdichten eines Bauwerks gegen Feuchtigkeit. Dazu zählen alle Maßnahmen, die deren schädigenden Einfluss auf die Bausubstanz und die Nutzbarkeit verhindern sollen.

Gegen was abdichten ?

Gegen Feuchitigkeit und Wasser

Der Schutz eines Neubaus gegen Feuchtigkeit und Wasser ist in den ÖNORM B 2209-1 und ÖNORM B 2209-2 als "allgemein anerkannte ­Regel der Technik" niedergelegt. Die Unterscheidung in zwei Normen ist ­deshalb wichtig, da an die Abdichtung eines Daches (ÖNORM B 2209-2) andere Anforderungen zu stellen sind, als an Bauwerksabdichtungen, z.B. einer ­Gebäudesohle, wo drückendem Wasser entgegen gewirkt werden muss.

Gegen Dampfdiffusion / Konvektion / Wind

Wassermoleküle in der Luft bilden bei Taupunkt Kondensat --> Dampfsperre/Dampfbremse

Dichtheit gegen Luftdurchströmung ---> LUFTDICHTe Folien sind NICHT immer DAMPFDICHT

Schutz gegen Umspülung der Dämmung ---> z.B Windpapier

Lastfälle

Wie schnell wird Wasser durch den Boden abgeführt.
eingeteilt in Lastfälle 1-4

Lastfälle
  1. Bodenfeuchte/Nichtstauendes Sickerwasser
  2. Aufstauendes Sickerwasser
  3. Drückendes Wasser
  4. Von innen drückendes Wasser

ÖNORM Dächer

ÖNORM B2220 Schwarzdeckerarbeiten

Diese ÖNorm enthält Verfahrens- und Vertragsbestimmungen für die Ausführung von Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten mit Bitumen und Kunststoffdachbahnen für nicht genutzte Dachflächen, die nur zum Zwecke von Wartung und Instandhaltung betreten werden. Abdichtungsarbeiten für durch Begehen und/oder Befahren genutzte sowie humusiert Flächen mit durchgehendem Gefälle unter 1Grad (zirka 1,8 Prozent) sind nicht Gegenstand dieser Norm.

ÖNorm B2209-2

Diese ÖNorm enthält Verfahrens- und Vertragsbestimmungen für die Ausführung von Dachabdichtungen gegen nicht drückendes Wasser (Tag-, Niederschlagswasser) für genutzte Dächer (begehbare, befahrbare und begrünte Dachkonstruktionen). Sie gilt nicht für Brücken- und Bauwerksabdichtungen.

ÖNORM L 1131 für begrünte Dächer

Die neue ÖNORM L 1131 ersetzt die bisher gültige ON-Regel 121131. Im Wesentlichen unterscheidet die Norm zwischen „extensiver“ und „intensiver“ Begrünung Extensiv begrünte Dächer sind naturnahe Vegetationsflächen, die sich weitgehend selbst erhalten bzw. weiterentwickeln. Intensiv begrünte Dächer umfassen Pflanzungen von Stauden und Gehölzen bis hin zu Rasen und Bäumen. Der Aufwand für Pflege und Bewässerung ist dabei höher.


Wasserdampfwiderstand

Sobald der Taupunkt (ermittlung durch Glaserverfahren) innerhalb der Konstruktion liegt entsteht Kondeswasser.Daher wird versucht mit dampfdichten bzw dampfbremsenden Materialien den Feuchtetransport über die Luft ins Bauteil zu verhindern bzw zu regulieren.
Die Konstruktion muss immer so aufgebaut sein dass der sd-wert der Konstruktionslagen nach aussen hin abnimmt !

es gilt

  • Bauteilschichten mit einem sd-Wert von m ≤ 0,5 als diffusionsoffene Schicht,
  • Bauteilschichten mit einem sd-Wert von m größer 0,5 und kleiner 1500 als diffusionshemmende Schicht (Dampfbremse)
  • Bauteilschichten mit einem sd-Wert von m ≥ 1500 als diffusionsdichte Schicht (Dampfsperre).


Sd Werte

Werte verschiendener Materialien

Luft = 1

Glaswolle / Steinwolle = 1
Weichfaserplatte Holz = 2
Ziegel = 5
Gipskarton = 5-10
Innenputz = 15
Aussenputz = 35
EPS (Syropor) = 50-100
XPS (Styrodur) = 200
OSB = 300
Beton = 50-100
PVC Folie = 40000


Ein Beispiel


Baustoff Wasserdampf Diffusionswiderstandszahl d(m) sd(m)
- - - -
PE-Folie 100000 0,0002 20
Stahlbeton 100 0,2 20


Eine 0,2 m dicke Stahlbetonplatte hat den gleichen sd wert - bringt dem Wasserdampf gleich viel Widerstand entgegen wie eine 0,0002 m dicke PE Folie

Intelligente Dampfbremse

Die feuchteadaptive Dampfbremse, eine Folie aus Polyamid, stellt ihren Diffusionswiderstand auf die sie umgebende relative Luftfeuchte ein. Durch ihren variablen Diffusionswiderstand sorgen sie dafür, dass feucht gewordene, gedämmte Holzkonstruktionen wieder austrocknen können. Im Winter, wenn die Tauwassergefahr besonders groß ist, reagiert sie wie jede andere Dampfbremsfolie: Sie verhindert das Eindringen feuchter Raumluft in gedämmte Dächer oder Wände. Im Sommer jedoch wird die Folie durchlässig, so dass feuchtes Holz auch zum Wohnraum hin austrocknen kann. So bleibt die Konstruktion trocken und Feuchtigkeitsschäden werden vermieden.


Winter
Sommer


Dichtungsarten

Kritische Stellen sind immer Situationen in denen die Dichtschicht gestört wird.

  • Eckenanschlüsse
  • Überlappungen
  • Durchstossungen der Dichtebene
  • Verschiedene Ausdehnungskoeffizienten



besondere Aufmerksamkeit und Kontrolle

Die Abdichtungsmaßnahmen setzen immer auch voraus, dass der Baustoff (Untergrund) ebenfalls normgerecht ist. Dies ist oft bei alten Gebäuden und Denkmälern nicht gegeben. Alle Untergründe müssen fest, tragfähig und frei von haftungsmindernden Stoffen (Trennmittel, Staub, Schmutz etc.) sein. Das Nutzerverhalten soll immer auch schon vorrausgedacht werden - z.B was passiert wenn der Bildernagel länger ist als die Installationsebene ?


Eigenschaften

  • Hart
  • Weich
  • UV-Beständigkeit
  • Flexibel
  • Veränderung im Laufe der Zeit
  • Verträglichkeit mit anderen Baustoffen


Montage

  • Kleben
  • Mechanische Befestigung
  • Flämmen
  • Spachteln, Streichen
  • Komprimieren Ausdehnen
Persönliche Werkzeuge