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A new Chapel for Asamkirche

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von Oliver von Malm

Inhaltsverzeichnis

Phase 1: Lernen vom Barock

Zu Beginn des Projektes suchte ich mir ein barockes Gebäude aus, das ich weiter unter die Lupe nahm. Bei diesem handelte es sich um die Asamkirche [1], auch Johann von Nepomuk - Kirche in München.


Um zu verstehen, wodurch der Eindruck, den der Innenraum der Kirche vermittelt, erzeugt wird analysierte ich zunächst die markantesten Elemente nach Kriterien wie Topologie, Geometrische Erzeugung und Wirkung auf den Betrachter.

Gewundene Säule

Ansicht

Ornament, Geometrische Erzeugung durch Bewegung eines Kreises mit zur Leitkurve (Helix) tangentialer Achse gewundene Rohrfläche mit Selbstüberschneidung, E-K+F=0, Sticht heraus durch einzige “bauchige, konvex gekrümmte Erscheinung”, Imitation der Säulen aus dem Petersdom

Wirkung
Erzeugung

Stuck

Vertikalschnitt

Ornament Schiebfläche, erzeugt durch Bewegung der linken Figur entlang einer Leitkurve wobei die Skalierung (kontinuierlich) varialbel ist. Konkavität der teils mehrfach gekrümmten Oberfläche unterstreicht auch im Detail die Wirkung der Unendlichkeit des Raumes. Organisch anmutend durch verschiedene Krümmungsradien, dynamisches Element, kreiert Gegensatz zu statischen Ornamenten. Faltigkeit als Symbol für Unendlichkeit und undefinierbaren Raum.

E-K+F=0
Wirkung


Da ich auch den Aufbau der Kirche als Grundlage nutzen wollte, modellierte ich die Kirche mittels dieser Erkenntnissedellierte sowie mit Hilfe von Grundrissen und Fotos mit "Rhino" nach.

Bild:modell1.png

Im Zuge einer Explosionszeichnung filterte ich die zwei bereits oben beschriebenen Elemente des Innenraums heraus, welche den weiteren Verlauf meines Formfindungsprozesses unter anderem bestimmen sollten.

Bild:explosion.png





Phase 2: Interaktion der Elemente und Parameter der Kleinschen Flasche

Diese Elemente ließ aus folgender Ausgangssituation miteinander in Interaktion treten:

Längsschnitt des Kirchenmodells

Ausganssituation
Schritt 1: Stuck wird erweitert und überträgt die faltige Struktur wie Schwingungen auf die Wände


Schritt 2: Erweiterung des Stucks über die gesamte Wandfläche, ursprüngliche Geometrie wird abgelöst.


Schritt 3: Die neu erzeugte Wandfläche wird durch Skalierung der Meridiane im Boden- und Dachbereich verengt.
Schritt 4: Die am Boden verengte Fläche krümmt sich weiter nach innen und bildet einen Taufbeckenbereich aus. Sich auf das Verschmelzen mit der an die Petetskirche erinnernde gewundene Säule vorbereitend, vollzieht sie eine viertel Drehung, bevor sie beim Aufeinandertreffen die Drehung der Säule aufnimmt und sich im Sinne der Himmelstreppe in Richtung obertsem Bereich windet.
Schritt 5: Sämtliche Elemente der eigentlichen Kirche sind nurmehr in ihren gegenseitigen Interaktionen zum Formfindungsprozess sichtbar. Die gen Himmel strebende Spiralfläche durchdringt den Dachbereich um im Sinne einer Kleinschen Flasche wieder in sich selbst überzugehen und von innen heraus das Gewölbe zu erleuchten.


Um die die ursprünglichen Elemente und die Narrative der Kirche nicht zu oberflächlich zu behandeln, entschloss ich mich, von meinem neu generierten Innenraum nur noch ausgewählte Gesten wie das "In sich Stülpen" und das "Aus sich heraus über den Raum Ausbreiten" des Himmels beizubehalten und bei den Elementen des Wandbereichs gezielter die Narrative der einzelnen Elemente der ursprünglichen Kirche durch entsprechende Geometrieen abzulösen.

Bild:himmel1.png

Bild:Spiral1.png


Phase 3: Detailliertere Übersetzung in die Geometrie und Schaffung neuer Ansatzpunkte

Die Raumaufteilung der Asamkiche basiert im Wesentlichen auf dem folgenden:

3 Teilung, sowohl in horizontaler, Richtung (Eingang, Hauptraum und Chor/Altar) als auch in vertikaler Richtung ist der Weg des Sünders beschrieben wird. Zunächst geht es von der Dunkelheit des unteren Drittels mit der Konfrontation mit Tod und Sünde herauf zum Galeriegeschoß, das von etwas lichter die Botschaft vom Ansuchen nach Gnade und Schicksal der suchenden Seele vermittelt wird bis hin zum oberen drittel, in dem vom transzendenten Licht erhellt der über Allem waltende Gnadenstuhl und die Dreifaltigkeit manifestiert sind.


Dies habe ich bereits in der letzten Transformation berücksichtigt, indem es mein Anliegen war, dem Raum einen "Drift" gen Himmel, basiert auf den den ursprünglichen Elementen, zu verleihen, was bei Schritt 4 und 5 deutlich wird.

Um diesen Effekt noch zu verstärken, bin ich im nächsten Schritt näher auf den Aspekt der Beichte, die in der Asamkiche mit sechs Beichtstühlen eine maßgebliche Rolle spielt, eingegangen und habe diese durch der zunehmenden Spirale der neuen Mittelsäule ähnelnden Windungen ersetzt. Diese nehemen gleichermaßen in ihrem Drift gen Himmel zu, gleich als würden sie die erlösenden Worte der Beichte in die entsprechende Richtung lenken.

Bild:max11.jpg Bild:View to heaven1klein.jpg


Ein weiterer Effekt diese neuen Elemente durchdringen die Außenwand und bieten so die Möglichkeit, durch innere Reflektionen und eine Öffnung auf der Außenseite, den Raum indirekt zu beleuchten um diese Geste stärker zu unterstützen und interessante Stimmungen im Innenraum hervorzurufen.


Bild:Max6.jpg


Bild:Max6c.jpg


Phase 4: Beschleunigung der Lichtreflektionen und Erweiterung des Raumes nach innen

Der letzten Transformation liegt einerseits zu Grunde, die stark gekrümmten barocken Oberflächen dazu zu benutzen, die Reflektionen des einfallenden Sonnenlichts zu beschleunigen, nach dem Prinzip der unten aufgeführten Grafik. Besonders deutlich wird Beschleunigung, wenn man den Unterschied der beiden Kreissektoren zwischen 8 und 9 Uhr in diesem frei formulierten 2d-Diagramm betrachtet:

Bild:sonnendiagramm.png

Bild:Mirror.jpg

Der Effekt, auf den ich damit abgezielt habe, ist, dass der gesamte Raum nicht nur eine Beschleunigung im Sinne des Nicht Ruhens erfährt, sondern auch die Möglichkeit bietet ständig neue Raumsituationen zu eröffnen.

Andererseits war das Thema der Unendlichkeit einer der wesentlichsten Begleiter innerhalb dieses Entwurfsprozesses. Im Sinne der Architektur hat das für mich aufgrund der Durchführbarkeit eine Gratwanderung zwischen mathematischer Korrektheit und bloßer Assoziation sowie intuitivem Modellieren basiert auf Ideen wie denen des Möbisbandes, der Kleinschen Flasche oder der Kochkurve bzw. dem Mandelbrot bedeutet. Diesen Ideen haben gemeinsam, dass sie Unendlichkeit innerhalb eines begrenzten Raumes definieren. Der "Maßstab als zeit-räumliches Bezugssystem" ist hierbei gewahrt. Auch die Asamkirche birgt eine Verwandtschaft mit dem Besagten in sich, da sie es schafft, in einem für eine solche Kirche untypisch geringem Volumen einen Eindruck von nicht zu erahnender Tiefe zu suggerieren und dem Auge des Besuchers durch die üppige, bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Ornamentik, keine Möglichkeit zur Ruhe lässt.

Die Faltung des Raumes nach innen habe ich nach folgenden Aspekten weitergeführt:

Sobald aus einer Wand eine Art Kante "herauswuchs" wie beispielsweise bei den Spiralen, die die Beichtstühle abgelöst haben, wurde diese erweitert, bis sie wieder nahtlos in einen anderen "offenen" Teil des Gebäudes überging. Das Verhalten dieser Falten im Raum war wiederum bedingt durch das Aufeinandertreffen mit Erweiterungen anderer Öffnungen sowie dem Arbeiten mit den Reflektionen des Sonnenlichts. Die teilweise mit reflektierendem Material beschichteteten Oberflächen dienen als Beschleuniger für die Reflektionen, wobei sich eine solche Beschichtung nicht nur im Bereich des Einfalls eine solche Beschichtung befindet, sondern auch innerhalb des gesamten Raumes. Das Licht soll so zu unterschiedlichen Tageszeiten in die verschiedensten Winkel des Innenraums vordringen und innerhalb der Falten und Windungen einzelne Räume enthüllen oder verbergen. Durch das in Reihe Schalten dieser "Lichtbeschleuniger" wird die Geschwindigkeit noch gesteigert. Die Verwendung transluzenter Materialien erlaubt es dem Betrachter Räume zu erahnen, die sich durch Beleuchtung auftun und wieder verschwinden. Mit Hilfe der reflektierenden Materialien sollen auch die Farben des ursprünglichen Gebäudes aufgenommen werden so dass eine neue Cyberkapelle in der Asamkirche entstehen kann...











Entstehung neuer Raumsituationen



Eine neue Cyberkapelle





Situation in der Cyberkapelle




Einblicke in die Gesamtgeometrie



Grundriss der Raumdichte



Schnitt



Schnitt gesamt



Grundriss gesamt


model1


model2




                                                                                                        Cyberbarock_e3_Oliver von Malm_0518783


english summary

My Project is about creating a new chapel inside the „Johann Nepomuk Church“aka. „Asamkirche“. After analysing elements of the interior space from the original church, based on parameters like topology, function and geometrical creation, I remodeled the church with „Rhino“. Now that I had most of the in the church implemented elements, I started make its swing to the whole façade, folding itself inside the building, moving upwards again in the interior space. Then I made it absorb the character of the twisted columns above the altar before it intersected itself and closed again on top of the building based on the idea of a “Klein bottle”. It builds out a new church heaven floating over the space below from inside. Based on the idea that the original church was built within a very limited volume, I handled this problem in my new project as well. I took the idea I was talking about before and made the building fold itself into itself to create room where there is no space. To do that I thought of using these heavy curved baroque surfaces to accelerate the reflections of the sunlight falling into my chapel. By using more than just one “sunlight accelerator”, I improved its effect of the acceleration and made it reach every fold of the new chapel. Working with these reflections, accelerations, translucencies of the material and the aspects from above, I believe I have created an interesting new chapel that fulfills the desire of the following: - creating a new “cyber baroque” design chapel you could use in the original church because its genesis was based on the original - an impression of infinity by making the watcher loose himself within the infinite surfaces, combined with repetitiously showing silhouettes and aspects of themselves - create space where there is no space


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Attribute

von Malm Oliver | Troi Valentine, Ender Ursula | E3 | A new Chapel for Asamkirche | CyberBaroque | 07SS | Bild:Max6c.jpg | a

Fakten zu A new Chapel for AsamkircheRDF-Feed
BetreuerTroi Valentine  + und Ender Ursula  +
ImageMax6c.jpg  +
LVE3  +
Semester07SS  +
ThemaCyberBaroque  +
TitelA new Chapel for Asamkirche  +
Verfasservon Malm Oliver  +
Zuordnunga  +
Persönliche Werkzeuge