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Überdachung Tschurtschenthalerpark Bruneck

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von Lilo Dellantonio

betreut: freemover

Grundriss1

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Ziele

Ziel der vorliegenden Arbeitsstudie ist die Entwicklung einer technischen Lösung zur Überdachung des Tschurtschenthalerparks in Bruneck mit einem wandelbaren, d.h. bei Bedarf zu öffnenden und schließbaren Segeldach. Die Überdachung muss die Wetterunabhängigkeit der Veranstaltungen gewährleisten und muss für mehrere Funktionen nutzbar sein. Nachdem der Platz aufgrund mangelnder Attraktivität zurzeit kaum genutzt wird, sondern ausschließlich als Festplatz dient, muss versucht werden, auch eine gestalterische Lösung zu finden, d. h. den Platz in Kombination mit der neuen Lösung aufzuwerten.

Historik und derzeitige Platznutzung

Der Tschurtschenthalerpark befindet sich im westlichen Ende der historischen Stadt Bruneck, bildet also gleichsam ihren Abschluss. Es fließen dort die zwei Haupteinkaufsstrassen „Graben“ und „Stadtgasse“ zusammen. Aufgrund von Gewohnheit und Überlieferungen gehört der Tschurtschenthalerpark im Bewusstsein der Einheimischen aber noch zur Altstadt, während der angrenzende Graben bereits „außerhalb“ dieser liegt. Als nämlich Mitte des 15. Jahrhunderts die heutige Ursulinenkirche errichtet wurde, lag deren Portal an der Außenseite der Stadtbefestigung. So empfand man es als notwendig eine zweite, kleinere Mauer, ausgehend vom heutigen Ursulinentor, parallel zur ursprünglichen Stadtmauer nach Norden zu ziehen und mit einem Torturm zu versehen. Der ehemalige Stadtgraben den die beiden Mauern nun umschließen wird zugeschüttet und als Zwinger genutzt.
Nach dem Abriss 1830 des äußeren Tors beim Ursulinenkloster, an der Ecke zum Graben, dem sog. Klostereck, wurde der als Weideplatz für Gänse genutzte Zwinger, zum Obstgarten. Aus ihm entstand in den 1870er Jahren ein „Kinderpark“, der mit Kastanienbäumen umsäumt und mit einem Musikpavillon ausgestattet wurde.

Der ca. 2300 m² große Platz wird einerseits von der Ursulinenkirche mit dem Ursulinentor, anderseits vom Pädagogischen Gymnasium begrenzt. Westlich des Platzes erstreckt sich die relativ stark befahrene Reischacher Straße, welche zurzeit nur durch eine Böschung mit karger Bepflanzung vom Tschurtschenthalerpark getrennt ist.
Der eher trostlose Platz ist durch Unterteilung der unterschiedlichen Verkehrswege (Gehsteig, Autofahr-bahn) und die Verwendung von versch. Oberflächen (Asphalt, Kies usw.) gesplittert und dadurch relativ wenig genutzt. Trotz Modernisierung und Umbaus des Pädagogischen Gymnasiums blieb der angrenzende Pavillon unangetastet. Zwei mal jährlich war der Platz Austragungsort von Musik- und Feuerwehrfesten der Stadt Bruneck. Diese Art Veranstaltungen wurden jedoch schrittweise auf den angrenzenden Graben, in die obere Altstadt sowie auf den neuen Rathausplatz verlegt.

Entwurfsgedanke

Membrankonstruktion (2 Varianten)

Da der Platz an einem wichtigen verkehrstechnischen Knotenpunkt liegt, sowie von einem historischen Bauwerk eingefasst wird, wird beim Entwurf des Bauwerks der Wahl von wenigen großen und daher auf Fernwirkung konzipierten Elementen der Vorzug gegeben.Das Erscheinungsbild des wandelbaren Membrandaches ist als eine leicht fassliche Großform konzipiert, die sich, sowohl mit geöffneter als auch geschlossener Membrane, als einheitliche solitäre Form präsentiert.Die Konstruktion soll sich in den Platz so einfügen, dass ein leichter, luftiger und transparenter Raum entsteht. Der 1. Entwurf (Variante 1) beinhaltet zusätzlich zum mobilen Großsegel ein feststehendes Decksegel als Schutz der Membran in geschlossenen Zustand.


Bei der Überarbeitung des Entwurfs wurde versucht, die mittig ausgerichtete Position des Segels zu verändern, um den freien Blick zu gewährleisten. Weiters wurde durch die Ausführung der Längsbogen als Fachwerk eine filigranere Dimensionierung der Konstruktion ermöglicht, d. h. die Stahlrundprofile der Stützen entsprechen denen der Bögen.


Im folgenden Projekt wird diesen Punkten Rechnung getragen durch:
  • eine Mindestanzahl von 4 Fundamenten
  • die Wahl des statischen Systems, das im Auflagerbereich gänzlich ohne Abspannung auskommt
  • eine geringstmögliche Anzahl der konstruktiven Elemente
  • Knoten- und Anschlussausbildungen der Tragwerkseile, die eine technisch unkomplizierte Montage ermöglichen

Technische Daten (Variante 1)

1. Fundamente

Die 4 Fundamente können aufgrund des gewählten statischen Systems für die Aufnahme von ausschließlich vertikalen Lasten dimensioniert werden.

2. Tragkonstruktion

Die Tragkonstruktion besteht aus vier gelenkig gelagerten Fachwerkstützen, die durch jeweils zwei Bogenträgerpaare verbunden sind. Zwischen den Firstgelenken der längsseitigen Bogenträger ist ein unterspannter und seitlich verspreizter Träger eingehängt. Alle Tragwerkseile sind aus Stahl-Rundhohlprofilen.
Grundriss Var1
Längsschnitt Var1
Querschnitt Var1


3. Die Elemente der Konstruktion

  • Ankerkorb
In Abstimmung mit Fussplatte der Fachwerksstütze (geschraubter Stoss)
  • Fachwerksstütze bestehend aus
Hauptstütze (mit angeschweisstem Fussblech), Fachwerksstäbe, Pendelstützen
Knoten von Hauptstütze und Fachwerksstäben verschweißt
Anschluss der Pendelstütze geschraubt (Knotenbleche)
  • Bogenträger
Plattenstösse im First; Montageanschluss der Bogenträger an die Fachwerksstützen.
  • Zugseile
Spiralseile mit Gabelköpfen und Spannschlössern, d=20mm
  • Einhängeträger
Zwischen den Firsten der längsten Bogenträger
Knoten verschweißt, Spannseile mit Gabelköpfen und Spannschlösser

4. Membrananlage

  • Wandelbare Membrane - Grossegel
Das Großsegel Grundrissprojektion 371m² deckt den definierten Bereich des bisherigen Festplatzes.
Aus Gründen der Wandelbarkeit der Membrane werden keine Randseile, sondern nur Gurte verwendet. Die Membranränder sind mit einem Stich
1/10 projektiert. Als Material ist auch aus Gründen der Flexibilität PVC beschichtetes Polyestergewebe ( ≈1450g/m²) vorgesehen.
z. B Produkt Sattler Farbe weiß.
  • Feststehende Membrane - Kleinsegel
Zum Schutz des geschlossenen Grossegels befindet sich in der Mitte des Bauwerkes ein feststehendes Decksegel (Grundrissprojektion 44 m²).

5. Fahrtechnik

  • Fahrvorgang
Das Grossegel wird von der Mitte aus an jeweils drei parallelen Fahrseilen verfahren, wobei die äußeren Fahrseile in Längsrichtung zu
den Membrantiefpunkten, die mittleren Fahrseile zu den Membranhochpunkten der Querseite verlaufen.

6. Spannvorgang

In einem zweiten Schritt nach dem Verfahren der Membrane wird die Vorspannung über Spannvorrichtungen nur an den vier Tiefpunkten der Membrane eingeleitet.

Technische Daten (End/Ausführungsprojekt)

Fundamente

Die 4 Fundamente können aufgrund des gewählten statischen Systems für die Aufnahme von ausschließlich vertikalen Lasten dimensioniert werden.

Tragkonstruktion

Die Tragkonstruktion besteht aus vier gelenkig gelagerten Fachwerkstützen, die durch in Längsrichtung 2 Fachwerkbögen, in Querrichtung durch zwei Bogenträgerpaare verbunden sind. Durch die Umwandlung der Bogenpaare (Variante 1) in Fachwerkbögen wurde eine einheitliche Dimensionierung der Konstruktion erreicht, die Aussteifung der Träger wird über die Diagonalen gewährleistet. Alle Tragwerksteile bestehen aus Stahl-Rundhohlprofilen.
Grundriss Var2
Längsansicht Membran offfen Var2
Längsansicht Membran geschlossen Var2
Querschnitt Var2

Die Elemente der Konstruktion

  • Ankerkorb
In Abstimmung mit Fussplatte der Fachwerksstütze (geschraubter Stoss)
  • Fachwerksstütze bestehend aus
Hauptstütze (mit angeschweisstem Fussblech), Fachwerksstäbe, Pendelstützen
Knoten von Hauptstütze und Fachwerksstäben verschweißt
Anschluss der Pendelstütze geschraubt (Knotenbleche)
  • Fachwerkbögen bestehen aus
Bogen
Diagonale
Zugseile
  • Bogenträger
  • Zugseile
Spiralseile mit Gabelköpfen und Spannschlössern

Membrananlage

  • Wandelbare Membrane - Grossegel offen und geschlossen
Das Großsegel Grundrissprojektion 404 m² deckt den definierten Bereich des bisherigen Festplatzes.
Aus Gründen der Wandelbarkeit der Membrane werden keine Randseile, sondern nur Gurte verwendet.Als Material ist auch aus Gründen der
Flexibilität PVC beschichtetes Polyestergewebe ( ≈1450g/m²) vorgesehen.z. B Produkt Sattler Farbe weiß.

Ergebnisse

Durch die Ausführung der beiden Längsbögen als Fachwerke gelingt es großteils die Lasten über Normalkräfte abzutragen, was naturgemäß im
Sinne der verwendeten runden Hohlprofilen liegt. Es gilt allerdings die Neigung der Fachwerke zu optimieren, um die Steifigkeit des Systems gegenüber horizontalen Lasten zu erhöhen. Ansonsten ist auch mit einer starken Verdrehung der Fachwerke zu rechnen, die nur mittels räumlicher Fachwerkkonstruktion zu bewältigen wäre.

Zusammenfassung

Abschließend ist zu folgern, dass die vorhandene Tragstruktur für die Ableitung der Lasten aus der Membranüberdachung machbar ist und ohne große Änderungen am Entwurf (optisches Erscheinungsbild) auf die tatsächlich auftretenden Laten hin optimiert werden kann.


Renderings

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4


Die Konstruktion im Platz

Eingriffe in den Platz

Ansicht 1
Ansicht 2
Schnitt


  • Abriss des bestehenden Pavillons
  • Unterführung der Reischacherstrasse zwecks Schaffung eines verkehrsfreien Weges in die Schulzone
  • Errichtung einer Zuschauertribüne entlang der Reischacherstraße, die sich an das Gelände anpasst und mit der Steigung der Strasse mitläuft. Diese Zuschauertribüne kann aufgrund der fast parallelen Position zur Membrankonstruktion sowie zwei tieferen Sitzrängen bei Bedarf auch als Bühe genutzt werden.
  • Die Definition des Platzes wird durch eine einheitliche Oberflächengestaltung erreicht. Der gesamte Platz wird in Anlehnung an die Stadtgasse mit Granitsteinen 30/60 ausgepflastert und trifft am Nordende des Parks mit dem Kopfsteinpflaster des Grabens zusammen.
  • Überdachung des Platzes mit einer Membrankonstruktion, die je nach Bedarf geöffnet bzw. geschlossen werden kann.


Platz
Konstruktion
Konstruktion mit Membran


Tribüne
Membrankonstruktion
Tribüne-Blick auf den Platz


Die Konstruktion im Detail

Detaile der Konstruktion

Ausführung in Stahlgussteilen

Übersicht Details









Detail A:Anschluß Fußpunkt Stütze
Detail B: Anschluss oberer Bogenträger an Stütze über Knotenblech geschweisst
Detail C:Aufhängung Membran mit Führungsschlitten
Detail D:diagonale Aussteifung an oberen/unteren Bogenträger
Detail E:Detail E: Anschluss Druckstäbe







Fahr- und Spannvorgang Membran

Detail 1
Detail 2





Schnitt Aufhängung Membran/Detail Führungsschlitten
Schnitt/Draufsicht/Detail Anschluss Membran an Führungsschlitten
Schnitt/Draufsicht/Detail Spannvorgang über Elektromotor u. elektrischer Winde
Detail Aufhängung/Faltung im geschlossene Membran
Berechnung der Zuschnittsfläche/Konfektionierung Membran


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Attribute

Dellantonio Lilo | Malin Markus | HB2 | Überdachung Tschurtschenthalerpark Bruneck | 08SS Bild:Bild 1-1.jpg

Fakten zu Überdachung Tschurtschenthalerpark BruneckRDF-Feed
BetreuerMalin Markus  +
ImageBild 1-1.jpg  +
LVHB2  +
Semester08SS  +
TitelÜberdachung Tschurtschenthalerpark Bruneck  +
VerfasserDellantonio Lilo  +
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